Daher:
‚Finger weglassen‘ von jeder „Selbstbehandlung“!
Und besonders auch:
‚Finger weglassen von inkompetenten „Heilern‘!
Auch dann, weil und wenn in vielen Veröffentlichungen in den Medien – hier besonders in den viel gelesenen der „Yellow Press“ (= „Bunte Blätter“ oder „Regenbogenpresse“) – zu diesem überaus ernsten Krankheits-Thema immer wieder sogen. „Selbsthilfe-Programme“ anempfohlen und als unfehlbar angepriesen werden.
Was nun aber wiederum nicht heißen soll und heißt, dass gerade diese „eigenverantwortliche Selbst(mit)hilfe“ von mir in Bausch und Bogen verdammt würde!
Weit gefehlt!
Ich werde in diesem Buch einige – in diesem Falle vielfach angewandte und bewährte! – Möglichkeiten der „unterstützenden und flankierenden Selbstbehandlung“ vorstellen.
Allerdings allesamt mit eindeutiger Benennung derer Möglichkeiten und (vor allem!) derer Grenzen!
Diese „Selbstbehandlung“ besteht – wie eine jede Medaille – aus zwei Seiten:
1. Einmal den „Eigen-Aktivitäten“ – also, den vom Migräne & Co.-Kranken selbst und eigenverantwortlich zu erbringenden Maßnahmen - von der Ernährung über Konsum von Genussmitteln (hier an ersten Stellen Nikotin und Alkohol) bis zur Abhärtung und der gesamten Lebensumstellung – dem sogen. ‚Lifestyle‘ – (darüber wird später noch eingehend zu sprechen sein).
2. Dann zweitens der – wie es heute auf neudeutsch so schön heißt – „Compliance“, sprich: „Therapie-Treue und Mitarbeit“!
Um es gleich und vorweg zu sagen:
Die ganzheitliche Behandlung von Migräne & Co. – jeder Migräne-Form und artverwandter Kopfschmerzen vom chronischen Spannungs-Kopfschmerz bis zum Horton-Kopfschmerz (korrekt: Horton-Neuralgie oder auch Histamin-Kopfschmerz) oder auch dem Cluster-Kopfschmerz (auch genannt „Migraine Rouge“ = „Rote Migräne“) - ist kein einfacher, schneller und rückfallfreier „Weg“, den man mal soeben im Vorbeigehen und auf die Schnelle – quasi „ex + hopp!“ und „Ein-für-allemal“ – erledigen und abhaken kann!
Vielmehr stellt die „ganzheitliche Migräne & Co.-Behandlung“ – bzw. auch die Therapie bei sonstigen primären Kopfschmerzen – einen langwierigen und (mitunter auch) schwierigen Weg dar, auf dem es immer wieder zu Rückschlägen kommen kann (und kommt!).
Es heißt auch und besonders in den Momenten des Rückschlages, nicht gleich wieder (oftmals unkontrolliert) zu den diversen Schmerzpillen – nicht selten in Kombination mit ‚Beruhigungspillen & Schlafmitteln‘ – zu greifen, sondern dem Behandler und seiner eingeschlagenen Behandlung zu trauen, zu vertrauen, sich anzuvertrauen!
Dies alles geht nur mit einem gerüttelt Maß an Selbstdisziplin!
Dieses Buch „Migräne & Co.“will Aufklärer und Ratgeber sein.
Dazu werden auch Behandlungsmöglichkeiten und besonders auch vom Migräne-Kranken eigenverantwortlich zu erbringende Leistungen + Maßnahmen vorgestellt und besprochen.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger!
Prüfen Sie, wählen Sie und entscheiden Sie sich.
Wie auch immer:
Jeder „Kopfschmerzkranke“ muss für sich selbst – sprich seine bestmögliche Gesundheit – „aktiv“ werden, sein und bleiben!
Übrigens, ehe ich’s vergesse:
Das von mir konzipierte
Ganzheitliche Multi-Modale Behandlungskonzept
„Migräne & Co.“
ist natürlich auch geeignet zur umfassenden (und schonenden, mindest aber schonenderen) Behandlung bei sonstigen, immer wiederkehrenden und besonders hartnäckigen Kopfschmerzen (s.o.).
Aber auch dann, wenn der einzelne Kopfschmerzkranke sich z.B. mit den im Buch empfohlenen Arzneimitteln und Medikamenten nicht identifizieren kann oder will oder diese aus sonstigen Gründen (z.B. aufgrund von Wechselwirkungen mit sonstigen Arzneien oder beim Vorliegen sonstiger Krankheiten, welche die Einnahme nicht möglich machen) nicht angewendet haben will, auch dann bietet das „ganzheitliche Behandlungskonzept“ immer noch viele Maßnahmen und Anregungen und auch Teilbehandlungen bzw. Behandlungs-Optionen.
Alle mit dem erklärten Ziel, die bestehende Migräne (besonders auch die Migräne-Anfälle oder -Attacken) erträglicher zu gestalten und außerdem, die Zeitspanne zwischen den einzelnen Attacken in die Länge zu strecken und die Schmerzintensität abzuschwächen und somit Lebensqualität und Lebensfreude zu steigern.
Dies ist doch sicherlich sehr viel, zumindest nicht wenig!
In diesem Sinne und mit kritisch-vorsichtigem Optimismus:
„Alles kann besser werden!“
Es kommt nur und einzig auf „SIE“ an!
„DAS“sollte im Vorfeld gesagt sein und werden.
Die Erklärung zu allgemeinen medizinischen und bes. zu biologisch-naturheilkundlichen Begriffen und Verfahren, soweit nicht unmittelbar im Buchtext erklärt bzw. beschrieben – gekennzeichnet mit einem () - finden Sie im Glossar unter Lexikon:
Begriffe von „A“ bis „Z“
in alphabetischer Reihenfolge erklärt/besprochen.
Ihr
Dr. med. Hanspeter Hemgesberg
Das Kopfweh I
Mein Kopf brummt gleich der Honigbiene. Erst selten und dann unentwegt. Ich bin nicht länger guter Miene, und habe mich ins Bett gelegt. Ich lasse die Gedanken kreisen. Mir scheint das Kopfweh ist vorbei. Doch das wird sich als falsch erweisen. Bald klagt erneut die Litanei. Ich weiß mit mir, nichts anzufangen. Es ist kein Schmerz, es ist ein Stich. Sehr leicht kann er zum Ziel gelangen. Mein Wehleid jammert fürchterlich. Ich werde mich noch länger betten. Doch vorher, das steht felsenfest, greift meine Hand nach Schmerztabletten, damit das Kopfweh mich verlässt.
[© Roman Herberth – 2012 – Quelle: Deutsche Gedichtebibliothek]
Das Kopfweh II
Das Kopfweh legt die Kräfte lahm. Ich frage, wie es dazu kam. Und möchte auf die Antwort warten. Jedoch ich habe schlechte Karten. Warum? weshalb? wird mir nicht klar. Es sticht der Schmerz, nur das ist wahr. Ich kann ihm leider nicht entgehen. Denn ständig wird er nach mir sehen. Ich wäre ihn sehr gerne los. Er legt die Hände in den Schoß. Das Weite möchte er nicht suchen. Er trinkt Kaffee und gabelt Kuchen. Dann fluche ich, so laut ich kann. Zum Teufel mit dem Haustyrann. Ich attackiere mit den Tabletten. Nur das alleine kann mich retten.
[© Roman Herberth – 2012 – Quelle: Deutsche Gedichtebibliothek]
Von ‚Kopfschmerzen‘ und von ‚Kopfschmerzen‘
In kurz-knapper Form sollen hier die „wichtigsten“ Kopfschmerz-Formen/-Arten nach der Definition der „International Headache Society“ [IHS] (Internationealen Gesellschaft für Kopfschmerzen) und den von der IHS veröffentlichten Richtlinien zur Erst-Information zu Papier gebracht werden.

Nach der Klassifikation der IHS muss bei Kopfschmerzen unterschieden werden zwischen:
1. Primären Kopfschmerzen
2. Sekundären Kopfschmerzen
Primäre Kopfschmerzen
Hierbei ist der Schmerz das Haupt-Symptom; keine weiteren strukturellen Erkrankungen.
Sekundäre Kopfschmerzen
Hierbei handelt es sich um Kopfschmerzen, die symptomatisch – aufgrund anderer Erkrankungen – hervorgerufen werden
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