Michael Brendel - Die Mensch-App

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Was passiert eigentlich, wenn wir klicken oder wischen?
"Die Mensch-App" analysiert den Einfluss von Smartphone- und Internetanwendungen auf das Leben der Nutzer/innen und die Gesellschaft. Schwerpunkt des kurzweiligen Essays ist der Begriff der Wirklichkeit, die zunehmend über Smartphone- und Tablet-Displays wahrgenommen und gedeutet wird. Ein weiterer Fokus liegt auf den Kontrollverheißungen, Kontrollmöglichkeiten und dem Kontrollverlust in der digitalen Welt.
Der Autor schildert u. a., welche individuellen, aber auch pädagogischen Folgen die Allgegenwart von Smartphones hat, wie Internetunternehmen aus persönlichen Daten Geld machen und wie die Meinungsvielfalt im Internet den Autoritätsverlust von Kirche, Schule, Eltern und Medien befördert. Der Essay zeichnet auch nach, wie postfaktisches Denken und Hate Speech durch algorithmischer Entscheidungen in Facebook, Instagram und Google gefördert werden («Filterblase»).
Die Analyse schließt mit einer Neudefinition des Begriffs Medienkompetenz. Dabei stellt der Autor auch konkrete Forderungen in Richtung Schule, Politik und Medien.
Der Praxisteil zeigt konkrete Maßnahmen auf, mit denen sich das Filterblase-Phänomen sowie die Datensammlung eindämmen lassen.
"Die Mensch-App" gibt denjenigen Argumentations- und Entscheidungshilfen an die Hand, die bei der selbstverständlich gewordenen Nutzung digitaler Dienste im privaten und beruflichen Alltag hin und wieder ein mulmiges Gefühl beschleicht.

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In den folgenden Kapiteln wird erläutert werden, inwiefern auch Smartphones, Tablets und Onlinedienste ein Spiegel der Realität sind. Sie sind zugleich Kontrollwerkzeuge, ebenso wie sie Zeugen eines Kontrollverlustes sind. Mit ihnen bilden wir unsere individuelle Identität, ebenso wie wir durch sie Identität erlangen.

Ist es Zufall, dass ein Handspiegel genauso gehalten wird wie ein Smartphone?

II. Kontrolle
1 Kontrolle haben a über meinen Tag Evernote Onenote Wunderlist - фото 3

1. Kontrolle haben

a) ... über meinen Tag

Evernote, Onenote, Wunderlist, Remember the Milk – Das Angebot an Aufgaben-Apps in den App-Stores ist riesig. Sie helfen uns bei der Organisation unseres dienstlichen oder privaten Alltags. Der Bedarf ist offenkundig da: Die App des kalifornischen Unternehmens Evernote Corporation ist heute allein auf 1,5 Mio. Android-Geräten installiert.3 Apps wie diese dienen als unser persönliches Schwarzes Brett, das wir mit Aufgaben, Notizen und Erinnerungen vollpinnen können. Mag es dort auch noch so chaotisch aussehen: Was wir dort einmal angeheftet haben, kann aus unserem Kopf raus, ohne dass es vom Vergessenwerden bedroht wird. Es belastet uns nicht mehr. Einkaufslisten, die zu erledigenden Arbeiten im Büro oder eine Sammlung von Ideen für das nächste Meeting – Sie liegen auf einem Server, und uns damit nicht mehr im Weg. Die Cloud-Technologie spielt hier ihr ganzes Potential aus. Denn das Abspeichern auf einem Webserver anstatt auf dem einzelnen Gerät ermöglicht einen Zugriff von überall. Viele Aufgaben-Dienste ermöglichen das Bearbeiten der Listen am Dienst-PC über den Browser ebenso wie per App am Smartphone oder Tablet, auf Wunsch sogar parallel. So sind unsere Aufgaben und Ideen jederzeit per Knopfdruck abrufbar. Aufgaben-Apps geben unserem Tag Struktur, so dass wir unser Gehirn nicht mit dieser Struktur belasten müssen. Jedes Häkchen, das wir nach Erledigung unserer Pflicht wonnevoll vor die erfüllte Aufgabe setzen, erfüllt uns mit Zufriedenheit.

Wir haben das Gefühl, unser Leben im Griff zu haben.

b) … über meine Gesundheit

Die digitale Welt macht unsere Gesundheit greifbar. Nach Branchenangaben nutzt jeder dritte Deutsche einen Fitness-Tracker.4 Diese sogenannten Gadgets, also elektronische Armbänder, Smartwatches oder Fitness-Apps, können den Puls messen und aufzeichnen, Schritte zählen und den Schlafrhythmus analysieren. Über Erweiterungen, die ans Smartphone oder Tablet angeschlossen werden, können auch der Blutdruck oder Blutzucker gemessen und protokolliert werden.

Fitness-Tracker verheißen uns Kontrolle über unseren Körper. Wer seine Vitalfunktionen jederzeit ablesen kann und Unregelmäßigkeiten nicht nur fühlt, sondern schwarz auf weiß sieht, hat das Gefühl, seine Gesundheit im Griff zu haben, seinen Körper zu beherrschen. Der sogenannte Quantify Self-Trend, der eine genaue Vermessung des eigenen Körpers verfolgt, bringt das Lebensgefühl der totalen physischen Kontrolle auf den Punkt. Und Fitness-Gadgets dürften da erst der Anfang sein: Der Markt für flexible Sensoren, die in Kleidung eingenäht werden können oder als Pflaster auf der Haut getragen werden können, wird sich Schätzungen zufolge bis zum Jahr 2022 verdreifachen.5

c) … über mein Haus

Es ist seit Jahren Trendthema auf Computer-ebenso wie auf Einrichtungsmessen: Smart Home oder Intelligentes Wohnen.

Schätzungen zufolge werden in Deutschland im Jahr 2018 2,6 Mrd. Euro mit internettauglichen Haushaltsgeräten umgesetzt werden, in den USA werden es über 18 Mrd. Euro sein.6 Das intelligente Heim beherbergt Kühlschränke, die ihren Inhalt analysieren und beim Online-Lieferdienst automatisch nachbestellen, wenn das Bier zur Neige geht. Die zu Hause autark herumwirbelnden Staubsaugerroboter melden ins Büro, wenn der Auffangbehälter voll ist. Und aus dem Winterdomizil heraus kann der Hausbesitzer seine Heizungsanlage auf die baldige Rückkehr der Urlauber vorbereiten.

Die Kommandozentrale für sein intelligentes Heim hat er mit in die Sonne genommen – sein Smartphone, das über den heimischen Internetrouter auf alle vernetzten Geräte im trauten Heim zugreift.

d) … über meine Kinder

„Hier hast du ein paar Groschen zum Telefonieren, wenn was ist…“ – Wer vor 1990 geboren ist, kennt diesen Satz aus seiner Teeniezeit (auch das ein Ausdruck, den später Geborene wohl nicht mehr kennen). Ausgesprochen haben ihn Eltern, bevor die jugendlichen Sprösslinge nachmittags oder abends das Haus verließen. Das war natürlich ein Ausdruck der elterlichen Fürsorge: Bis in die 1990er Jahre waren Telefonzellen bei aufgeschürften Knien, verpassten Bussen oder Heimweh der einzige Draht nach Hause. Alle anderen Probleme mussten die Heranwachsenden ohne elterliche Hilfe lösen.

Heute sind Telefonzellen weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden, Groschen gibt es seit der Einführung des Euros ebenfalls nicht mehr, und der Draht nach Hause steckt als Smartphone in der Hosentasche und braucht schon längst keinen Draht mehr.

Das bedeutet, dass Eltern für Kinder heute immer in Rufweite sind, ebenso wie Kinder für Eltern. Das ununterbrochene Erreichbarsein, sei es durch Anrufe oder Textnachrichten, mindert zweifellos die Sorge von Vätern und Müttern um das Wohlergehen ihres Nachwuchses. Anhand des Onlinestatus von Facebook oder des Messengers Whatsapp lässt sich, sofern nicht absichtlich deaktiviert, erkennen, wann die Tochter oder der Sohn zuletzt das Handy in der Hand hatte. So ist der Nachwuchs auch außerhalb der gemeinsamen vier Wände in gewisser Weise unter elterlicher Kontrolle. Den Jugendlichen wiederum gibt die Erreichbarkeit ein Gefühl der Sicherheit, sofern diese nicht durch absichtliches Offlinegehen oder vorübergehend durch Akku-oder Netzprobleme unterbunden wird.

Smartphones vermitteln also Sicherheit, Nähe, stärken vielleicht sogar die Familienbande. Doch werden damit Situationen, in denen Kinder tatsächlich auf sich allein gestellt sind, selten. Das Erlernen von Selbstständigkeit, Verantwortung und Problemlösungskompetenz, also das, was wir gemeinhin Großwerden nennen und wofür die elterliche Abstinenz elementar ist, ist durch die ständige gefühlte Nähe in Gefahr. Wollen Jugendliche sie retten, müssen sie den Impuls, die Eltern zu kontaktieren, absichtlich unterdrücken. Auf der anderen Seite stehen auch Mütter und Väter in der Verantwortung nicht unbeabsichtigt zu Helikoptereltern zu werden. Denn die durch digitale Medien mögliche elterliche Kontrolle – „Wann kommst du?“, „Wo bist du?“ – ist zwar ein Ausdruck von Sorge, aber nicht von Vertrauen in die Selbständigkeit ihrer Kinder.

e) Kontrolle haben – Fragen zum Reflektieren

1 Wenn die Fitness-App während des Workouts ausfällt und die Einheit nicht protokolliert – hat sie dann überhaupt stattgefunden? Oder müssen wir sie erst noch manuell nachtragen, damit der langfristige Fitnesstrend auch aussagekräftig ist?

2 Sind Aufgaben, die wir erledigt haben, obwohl sie nicht in der Aufgaben-App eingetragen waren, wirklich erledigt? Ist nur das gültig, was eingetragen und abgehakt ist?

3 „Wie geht es dir?“ – Können wir diese Frage beantworten, ohne auf unsere Smartwatch oder in unsere Fitness-App zu schauen?

4 Wie lernen Kinder Eigenverantwortung, wenn die Eltern immer erreichbar sind?

2 Kontrolle verlieren a über meinen Speicher Über Jahrhunderte hinweg - фото 4

2. Kontrolle verlieren

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