Rolf W. Meyer - Erinnerungen

Здесь есть возможность читать онлайн «Rolf W. Meyer - Erinnerungen» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Erinnerungen: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Erinnerungen»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Wenn man älter wird, nimmt die Erinnerung an die Vergangenheit in den eigenen Gedanken einen immer größeren Raum ein. Der alternde Mensch, dessen Erwartungen von der Zukunft geringer werden, kehrt gleichsam den Blick öfter als zuvor rückwärts. In der größeren Besinnlichkeit, mit der er das Leben betrachtet, werden Bilder vergangener Jahrzehnte, Bilder seiner Mitmenschen, die ihn begleitet haben, und Bilder seiner Erlebnisse aus weit zurückliegenden Zeiträumen deutlicher. So träumt der alternde Mensch von seiner Kindheit und sieht sich in Räumen und an Orten, die aus seiner Gegenwart seit langem entschwunden sind. Diese Erkenntnis aus eigener Erfahrung hat den Autor dazu angeregt, ein Buch über den Bezug zwischen Älterwerden und Erinnerungen an die Vergangenheit zu schreiben. Zusätzliche Bezugsquellen zu diesem Thema waren für ihn Dokumente aus verschiedenen verwandtschaftlichen Nachlässen in Form von alten Briefen und anderen Hinterlassenschaften aus mehreren Generationen. Die «Zeitspuren in die Vergangenheit» sind nicht nur für den Autor und dessen Lebensphilosophie bedeutsam. Es werden auch die Leserinnen und Leser dieses Buches mit einbezogen, indem jedes Kapitel mit einer Auflistung historischer Ereignisse eingeleitet wird, die für jeden von Interesse sein kann. Die Texte vermitteln eine Fülle an Informationen und geschichtlichen Hintergründen, die das Leben aus den Generationen der Eltern, Großeltern und Urgroßeltern beschreiben. Durch diese «Zeitzeugen» wird etwas bewahrt, das unter Umständen irgendwann vergessen sein wird.

Erinnerungen — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Erinnerungen», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Meine Großmutter bewahrte das Brauchtum und die Lebensgewohnheiten ihrer Eltern. Das war die sparsame und bescheidene Lebensart der erzgebirgischen Ahnen. Ihre ständige Mahnung war: „zusammennehmen“ und „bescheiden sein“. Nichts, was noch verwendbar war, durfte „umkommen“. Sie schnitt kein Brot an, ohne mit dem Messer drei Kreuze darüber zu machen. Den Anschnitt legte sie nie nach der Tür, damit „das Brot im Hause bleibe“. So bewahrte sie manchen kleinen Aberglauben ihrer kleinstädtischen Jugend. Die hohen Feste und besondere Ereignisse, wie zum Beispiel das Stollenbacken, wurden nach überkommenen Regeln und alten Rezepten begangen. So gab es Heringssalat am Heiligen Abend und Hirsesuppe am Silvestertag. Die Karpfenschuppe kam in die Geldbörse, damit das Geld nie ausging und selbst am Sonntag wurden Strümpfe mit dem Kartoffelwasser der grünen Klöße gewaschen, „damit nichts umkommt“. Die „große Welt“ kannte meine Großmutter nicht. Abgesehen von ihrem „Kaffeekränzchen“, einem lebenslangen Freundschaftskreis, lebte sie zurückgezogen in Haselbrunn. Doch sie war gastfrei und recht freigebig. Die Tageszeitung „Vogtländer“ und darin vor allem die „Geschichte“ der Fortsetzungsromane, auch einmal ein Buch, das war ihr bescheidenes Feld. Als ihre Kinder älter wurden, nannten sie ihre Mutter nur „unsere Emm“. Denn sie waren über den häuslichen Rahmen hinausgewachsen.

Auf das Urteil anderer Leute gab meine Großmutter viel. Ihr regelmäßiger Kirchgang in die benachbarte Markuskirche geschah zum wesentlichen Teil „der Leute wegen“ oder „weil jemand aus dem Haus [Haselbrunner Straße 112] in der Kirche sein muss“. Eines ihrer Hauptargumente war: „Was soll denn der Herr Pastor Weidenkaff denken.“ Bei aller Liebe für ihren Mann und ihre Kinder war Zärtlichkeit nicht die Baumannsche Art. Selbst bei herzlichen Anlässen wurden Küsse nicht ausgetauscht. Anders verhielt sie sich ihren Enkelkindern gegenüber. Meine Großmutter starb in der Nacht vom 28. Februar zum 1. März 1947. Noch in den letzten Stunden ihres Lebens bewegte sie der Gedanke, dass ihre Familie und besonders die beiden kleinen Enkelkinder genug zu essen haben werden („Hoffentlich müsst Ihr nie mehr hungern.“).

Über den Tod meiner Großmutter steht in einem Brief ihrer Tochter Magdalene Emma Meyer vom 20. April 1947 geschrieben: „Aufregungen, Entbehrungen und Bombenangriffe [auf Plauen im Jahr 1945] hatten ihr Herzleiden verschlimmert. Der furchtbarste aller Winter [im Jahr 1947] hat ihr das letzte bissel Kraft genommen. Trotzdem hat sie immer wieder gearbeitet, gekocht und geschafft, bis dann Mitte Februar ein schlimmer Herzanfall Mutter zum Liegen zwang.“ Und über das Begräbnis berichtet dieser Brief: „Ich selber musste am Sonntag von Elsterberg nach Plauen laufen, weil keine Züge fuhren. Dieser Weg bleibt mir unvergessen. Über die Dörfer war ungewöhnlich viel Schnee heruntergekommen und die Landstraße war völlig vereist gewesen. Ich bin immer hin und her gerutscht. In Jößnitz kam mir mein Bruder Eitel entgegen. … Das Begräbnis war ein Opfer für alle Teilnehmer in dieser Kälte und bei den schaurigen Zugverbindungen. … Zum Glück war Strom da und die Glocken konnten läuten. … Alle Elsterberger Verwandte und Onkel Fritz Baumann aus Oschatz waren emotional ergriffen, wie wunderbar Pfarrer Kurt Weidenkaff gesprochen hat. Seiner Ansprache lag der Bibelvers zugrunde: „Haltet mich nicht auf, denn der Herr hat Gnade zu meiner Reise gegeben. Lasst mich, dass ich zu meinem Herrn ziehe.“ [1. Mose (Genesis), Kapitel 24, Vers 56] … Särge waren nicht zu bekommen. Der Herr Pfarrer hatte in der Woche vorher 8 Leichen ohne Särge beerdigt. Bei Tischler Haase bekam ich mit Eitel zwar noch einen Sarg, wir mussten ihm aber Kleiderstoffe, die uns die Verwandten aus der Anlauftschen Weberei gegeben haben, als Gegenleistung liefern. Die Leichenhalle ist zum größten Teil zerstört. Feuerbestattungen gibt es nicht. Wir durften Mutter ausnahmsweise bis zum 6. März in der Wohnung aufgebahrt behalten. Jeden Tag die vielen Toten. Sie kamen mit dem Gräberschaufeln nicht nach. Die meisten Toten konnten nur in einem Papiersack der Erde übergeben werden.“

2.2 Kirschen

1910

Die Erzählung aus dem Jahre 1910 stammt von C. F. Otto Meyer, der 1901 in Plauen im Vogtland geboren wurde und 1977 in Düsseldorf verstarb. Verfasst wurde sie von ihm am 1. August 1972.

Wenn die Kirschen auf dem Markt erschienen, ging das Jahr seinem Höhepunkt entgegen. Der Sommer wendete es in den Herbst. Kirschenalleen gab es überall, soweit an Landstraßen Kirschbäume standen. Die Elsterberger Landstraße hinter der „Schöpsdreh“ in Syrau trug Kirschen. War Erntezeit, stand die „Kirschbude“ des Pächters am Straßenrand unter den großen Bäumen. Der Pächter schlief dort in der Reifezeit, um seine Pachtbäume zu bewachen. Immer, wenn die Ernte da war, hatte er dort seinen Verkaufsstand. Die Menschen, die zu seinem Stand kamen, kauften die Kirschen pfundweise. Aus einem Zeitungsbogen, um die Hand geschlungen, war flugs eine Tüte gedreht und schon hatte man 2 bis drei Pfund herrlicher Früchte im Arm. Das war der köstliche Lohn eines Spazierganges: eine Tüte Kirschen. Und sie kosteten wenig. Das war vor dem ersten Weltkrieg, als der Verkehr auf den staubigen Landstraßen gering war und die Ansprüche des Volkes viel bescheidener waren als heute. Man aß das, was das Land hervorbrachte. Vom Assistenten Schmidt kamen die Kirschen in Körben. Der „Herr Assistent“ war ein kleiner, rundlicher Mann. Er war Beamter auf dem Güterbahnhof in Plauen und wohnte neben uns in Haselbrunn in meines Vaters Haus Nr. 108. Seine Frau war größer und dicker als er. Seine Tochter Hella war ein Mädchen mit schwarzem Haar und auch sehr dick. Der „Herr Assistent“ war ein Freund der Kinder auf unserer Haselbrunner Straße. Wo er erschien, mittags vom Dienst kommend und danach gemächlich wieder zum Dienst schreitend, liefen die Jungen und Mädchen auf ihn zu, grüßten und knicksten mit einem „guten Tag, Herr Assistent“ und gaben ihm die Hand. Wer das tat, bekam mit dem Händedruck eine Süßigkeit, einen Zuckerstein oder eine Pfeffernuss in die Hand. Wenn der „Herr Assistent“ eine Hand aus der Tasche zog, war sie gefüllt. Er muss unerschöpfliche Taschen gehabt haben. „Herr Assistent“ Schmidt stand in hohem Ansehen auch bei den Frauen und Müttern unserer Straße. Er vermittelte Esswaren, besonders Obst, das aus beanstandeten Frachtsendungen nicht abgenommen und der Verderblichkeit wegen von der Eisenbahn auf dem Güterbahnhof zu einem sehr günstigen Preis versteigert wurde. Stand da etwas Preiswertes in Aussicht, nahm er in unserer Straße Bestellungen entgegen. So kam es, dass in Weidenkörben Kirschen, abgedeckt mit welkem Laub, angefahren wurden, aber auch Pflaumen, Heidelbeeren, Äpfel und Birnen. Die ganze Straße aß dann Kirschen oder anders Obst, denn keine Hausfrau konnte sich den günstigen Erwerb entgehen lassen. Auch die Kinder konnten essen, bis sie nicht mehr konnten. Und Kirschkuchen gab es auch!

2.3 Erinnerungen an Elsterberg im Vogtland

1921

Die 1914 in Bautzen geborene Eva Mathilde Traulsen geb. Baumann schrieb 1998 auf Wunsch ihrer Kinder die Erinnerungen an die 1920er Jahre auf, in denen sie als junges Mädchen ihre Ferien bei Verwandten im Vogtland verbrachte. Sie starb 2008 in Rendsburg.

Jedes Jahr, wenn die Sommerferien näherkamen, wartete ich aufgeregt auf die Einladung von Tante Anna Heyer aus Elsterberg. Wie oft ich die Sommerzeit dort verbracht hatte, weiß ich nicht mehr. Es war jedenfalls eine unvergessliche Zeit. Anfangs fuhr ich mit meinen Brüdern Fritz und Konrad, später auch allein. Das Kofferpacken war ein Ereignis. Jedes Stück wurde auf einer Liste vermerkt. Der Koffer war aus Stroh, zwei Schalen ineinandergesteckt mit Lederriemen und einem Griff versehen. In Leipzig wurde umgestiegen. Oft trafen wir dort jemanden von den Reichardts, die uns eine Süßigkeit zusteckten. Dann ging es weiter nach Süden. In Reichenbach musste ich wieder umsteigen. Aber hier wartete Onkel Robert Heyer, mit dem ich dann in ein Abteil der 1. Klasse mit roten Samtpolstern umsteigen durfte. Onkel Robert hatte einen Spitzbart. Meistens zauberte er irgendetwas Süßes aus seiner Jackentasche. Vom Bahnhof in Elsterberg ging es dann an der Fabrik des Verwandten Paul Anlauft vorbei über die Elsterbrücke, von wo man die Elsterberger Ruine sehen konnte, auf die Lange Straße hinunter am Café Schenderlein vorbei, zu dem Eisenwarengeschäft C.L. Oschatz am Markt von Elsterberg. Ich klopfte an das Fenster, wo hinter grüner Gaze an einem Stehpult Onkel Otto Baumann stand. Er war der Bruder meines Vaters Christian Friedrich Baumann. Onkel Otto kam heraus und begrüßte mich. Im Laden der Eisenhandlung mit all den Schubkästen, die auf grünem Filz die Muster des Inhalts befestigt hatten, bin ich oft gewesen. Quer über den Markt lief man auf das Wohnhaus der Familie Baumann zu. Es war das Geburtshaus meines Vaters. Jetzt stand Tante Anna Baumann dort zur Begrüßung. Sie hatte eine kleine schwarzhaarige Tochter geboren, die aber bald nach der Geburt gestorben ist. Es wurde in der Verwandtschaft kaum darüber gesprochen. Und nun endlich ging es zu Heyers, die auf der Gartenstraße in Elsterberg wohnten. Tante Anna hatte ein Kissen auf der Fensterbank und guckte uns entgegen. Manchmal hat dort auch die Heyersche Mama an der Fensterbank gestanden. Bis zu ihrem Tod hat sie mit im Haus gewohnt. Sie saß meistens in einem Sessel in der Küchenecke und drehte ihren Stock zwischen den Händen. Einmal hatte ich die Beine voller Hitzebuckeln, die fürchterlich juckten. Da nahm die Heyersche Mama meine Beine auf ihren Schoß und streichelte sie mit ihren kalten Händen. Das vergaß ich nie. Mit Tante Anna und Onkel Robert tauschten wir nie irgendwelche Zärtlichkeiten aus. Aber wir haben uns trotzdem sehr geliebt. Und wenn ich wieder abfuhr, gab es bei Tante Anna Tränen. Sie hatten selbst keine Kinder, genauso wie Onkel Otto Baumann und Tante Anna. Mit Onkel Robert spielte ich „Dame“ und „Mühle“, im Schrank am Ende des Flurs lag Schokolade. Das roch sogar im Schrank danach. Tante Anna kochte mir immer mein Lieblingsessen, nämlich Nudeln mit Rindfleisch. Die Nudeln wurden selbst gemacht. Dazu wurde der Teig dünn ausgerollt, eine kurze Zeit zum Trocknen aufgehängt, in Streifen geschnitten, aufgerollt, fein geschnitten und gelockert getrocknet. Sonntags gab es grüne Klöße und Sauerbraten. Zum Frühstück aßen wir „Dreierbrodeln“. Nie haben mir Brötchen besser geschmeckt. Im Hinterhaus war die Waschküche. Die gewaschene und gekochte Wäsche wurde auf einen einrädrigen Schubkarren geladen und über die Elsterbrücke zu der Elsterwiese gefahren, ausgebreitet und wenn sie trocken war mit dem damals so sauberen Elsterwasser gesprenkelt. In der Zwischenzeit plantschten wir barfuß im Fluss herum. Im Tremnitzgrund lag die Badeanstalt. Es war bestimmt ein Weg von einer halben Stunde durch Wiesen mit blühenden Blumen und summenden Insekten. Ich war oft dort und hatte auch immer ein Butterbrötchen mit. Am Sonntagabend ging Tante Anna mit mir zum Friedhof. Aus dem kleinen Garten nahmen wir Sträuße mit. Ich erinnere mich an Levkojen, Reseda und Astern. Das Grab von Onkel Robert, der 1925 gestorben war, lag links, das Baumannsche Familiengrab gerade aus an der Mauer. Vor dem Friedhof lief aus einer Quelle Wasser in ein Becken.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Erinnerungen»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Erinnerungen» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Erinnerungen»

Обсуждение, отзывы о книге «Erinnerungen» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x