Die frühere MANNschaft, die sowohl eine Ansammlung von freien Personen männlichen Geschlechts als auch die Ansammlung von lebensbewahrenden und lebensbegleitenden männlichen Eigenschaften in einer solchen Person bezeichnete, ENTwickelte und deformierte sich zu einer Gruppe unfreier, weil HERRenFOLGsamer Personen, die folgerichtig zur GEFOLGschaft eines HERRen wurde. Ihr Ziel war KRIEG und RAUB, VERNICHTUNG von Gut und Leben für eigenes Wohlleben und entsprechendes Ansehen in ihren Kreisen.
Jetzt wurde das Leben HERRlich .
Alle, die dieses System in herausragender Weise repräsentierten, förderten und unterstützten, waren Oberräuber, Obertotschläger, Oberschmarotzer oder schlicht und einfach - Verbrecher am Leben, und wurden von Ihres gleichen zu HELDen ernannt. Sie werden uns heute noch, um das HERRschaftssystem zu erhalten, als Vorbilder präsentiert. Über viele Jahrhunderte hat sich diese geistige, kombiniert mit materieller Korruption aus dem wie immer gearteten Raub HERRschaftserhaltend bewährt. In längeren Friedenszeiten werden solche Personen auch zu sogenannten Prominenten/Hervorragenden.
Die administrativ und/oder militärisch fundierte Anhäufung von materiellem Besitz in der Hand einiger weniger Personen ging zu Lasten der Schaffenden und Produzierenden. Für den Erwerbund den übermäßigen Verbrauchan Gütern, die sie nicht durch Arbeit, sondern Mord, Totschlag und Raub, auch unter verachtungswürdiger Gefährdung ihres eigenen Lebens, erworben hatten, zerstörten sie ihre alten, männlich-lebensfördernden und lebensschützenden Sitten und Gebräuche. Es begann die Zeit der HERRschaft, die nach ihren Wurzeln später Patriarchat genannt wurde. Die HERRen schufen für eine erfolgreiche Eingliederungsdeformation der männlichen Mitglieder der Gesellschaft in eine HERRschaftsgesellschaft eine „erhöhende“ neue Funktion, den „Vater“. Dieser Funktionsstellung wurde ein offizieller, ein rechtlicher, d.h. ein Macht-Anspruch auf „ seine “ Kinder zuordnet.
Die bis dahin auf die lebensbejahende weiblich-mütterliche Seite orientierten Regeln des Zusammenlebens der Gemeinschaften wurden zu Gunsten der HERRen, die sich jetzt, im Gegensatz zu den Weib-Müttern mit ihren natürlichen Hort- und Hüteinstinkten für ihren Nachwuchs, zu HERRlichen „Vätern“ mit Rechten(Recht ist Macht) in ihrem Sinne über ihre Kinder erhoben, deformiert, unterdrückt, diffamiert und teilweise ausgelöscht. Die sich zu HERRen ENTwickelnden Männer hatten sich gesellschaftlich entMANNt bzw. gaben männliche Potenz zu Gunsten lebensfeindlicher HERRenmacht und -kraft auf. (Die dabei entstehenden Fortpflanzungsmängel wurden in der Folge nicht einer männlichen Impotenz oder einem lebensfeindlichen HERRentum zugeschrieben, sondern als weiblicheUnfruchtbarkeit ausgegeben.) Diese Lebensweise der HERRen richtet sich gegen alles Leben und wird eines Tages auch das Leben der HERRen selbst beenden.
In den Lebensgeschichten und -ansichten der einfachen Völker und der Völker aus der Völkerwanderungszeit ist, ableitend aus dem Werden und Vergehen in der Natur, dieser Untergangszeitraum der HERRen als Götterdämmerung, denn Gott und HERR sind jetzt identisch (der HERR wurde zum GOTT), bezeichnet worden. Um die Wirksamkeit dieser unaustilgbaren Warnbilder auf die Menschen weitgehend einzudämmen, wurden sie, um ihnen jeglichen aktuellen Bezug zu nehmen, von den HERRen als unwirkliche Mythen und Sagen aus einer fernen vorhistorischen Zeit bezeichnet. Die Mahnung der Alten wurde zu einem Geschichtchen entschärft. Die HERRen hatten sich ein HERRliches und HERRschaftsstützendes schriftlich fixiertes Gedächtnis erarbeitet, das sie GESCHICHTE nannten und in dem nur an das erinnert werden sollte, was ihnen und ihrer HERRenschaftdienlich war. Es war das Repräsentativgedächtnis der Sieger-HERRen. Und Aussagen zu ihrem Untergang gehörten nicht dazu. Im Gegenteil: 2000 Jahre bedrohte man in Europa und vielen anderen christlich geprägten Gebieten alle Menschen, die nicht die von den HERRen geforderte Konformität mit dem HERRn aufwiesen, mit dem Jüngsten Gericht.
Die HERRenfreien Menschen im Nordland
Die einzelnen Gegenden im Nordland hatten eine sehr unterschiedliche Natur. Das eine Gebiet lag an einer schroffen Felsenküste, die von tiefen Fjorden eingeschnitten war. Das Land war sehr bergig und reich mit Wäldern bedeckt. Die Flüsse und die See waren fischreich. In den schroffen Bergen gab es Höhlen, tiefe Risse und Klüfte, die den suchenden Menschen Adern und Gänge mit Erz und gediegenem Metall zeigten und zur Gewinnung darboten. Die engen Täler und die Berghänge boten aber wenig Flächen für den Feldbau und für die Weide von Vieh. Der stürmische Winter war lang und kalt und bedeckte das niederschlagsreiche Land lange mit einer dicken Schneedecke. Auch im Frühjahr und Herbst regnete es oft und Nebelschwaden verhüllten die Landschaft. Deshalb wurde dieses Gebiet, auch von den suchenden Reisenden und Händlern, nur „Nebelheim“ genannt. Die Bewohner dieses Landes hießen daher „Nibelungen“, die Leute des Nebellandes.
In einer anderen Gegend des Nordlandes, im großen Ostmeer, lag eine Insel. Diese Insel war nur von wenigen abgeschliffenen Bergen gestaltet. Dafür wies sie weite fruchtbare Ebenen auf, die zwischen ihren Waldflächen ausreichend Platz für fruchtreiche Felder und dichtgrasige Weiden boten. Das Meer um die Insel war stürmisch und strömungsreich. Im Winter trieb viel Eis an die Küsten und staute sich vor der Küste. Dieser winterlichen Eiswälle wegen gaben Fremde dieser Insel den Namen „Eisland“. Die Bewohner dieser Insel nannten ihre Heimat aber „Disenland“ nach den von ihnen verehrten weiblichen Fruchtbarkeitsgeistern, den Disen.
Die Menschen im Nordland lebten noch in der einfachen, naturverbundenen und lebenserhaltenden Weise. Die Weiber und auch Männer bauten auf den Feldern Pflanzen für die Gewinnung ihrer täglichen Nahrung und zur Herstellung von Stoffen an. Sie zogen gemeinsam mit den Kindern in die Wälder, um dort Früchte. Beeren und Pilze, aber auch Material für bestimmte handwerkliche Arbeiten zu sammeln. Die Kinder trieben und hüteten in der guten Jahreszeit die Ziegen- und Schafherden und lernten unter der Anleitung Erwachsener die Verarbeitung der Milch zu haltbaren Produkten. Die Männer gingen zur Jagd und zum Fischfang und schützten im Winter die Herden gegen Wölfe und andere Raubtiere. Von handwerklich Kundigen wurden aus den Häuten der Tiere Leder und Felle hergestellt.
Im Nibelungenlandzog ein Teil der Männer in bestimmte Gebiete der Berge und gewann dort Erz und gediegenes Metall. Sie erschmolzen ihr gewonnenes Gut in mühsamer Arbeit zu Barren aus Gold, Silber, Kupfer und Eisen. Sie tauschten dieses Material bei den herbeigefahrenen Händlern gegen Sachen, die sie nicht selbst herstellen oder gewinnen konnten. Einige Männergruppen segelten mit ihren kleinen Schiffen aber auch selbst zu Handelsplätzen, wo das Angebot der vielen Händler reicher als bei den wenigen zu ihnen Kommenden war. Einige Männer der Gemeinschaft waren auch hervorragende Schmiede, die die gewonnenen Metalle mit großem Geschick zu Werkzeugen, Waffen und Schmuck verarbeiteten. Diese wertvollen und von vielen begehrten Produkte bildeten immer eine Reserve in der Gemeinschaft für die Zeiten, in denen die Nahrungsproduktion durch ungünstige Naturbedingungen stark eingeschränkt oder gar unmöglich war. Dann wurden diese Sachen unter anderem gegen Nahrungsmittel eingetauscht.
Alle Mitglieder der Gemeinschaft – Weiber und Männer - arbeiteten ausdauernd für die Herstellung ihrer lebensnotwendigen Produkte. Geschickte und besonders fähige Menschen standen in hohem Ansehen. Faulpelze wurden verachtet. Der Zyklus der Nahrungsmittelproduktion, vor allem der Pflanzenbau und die kleinen Herden, standen unter der organisatorischen Leitung der Weiber und Kinder. Die Frauen waren der lebenserhaltende und lebenstragende Kern der Menschengruppe. Ihre Erfahrungen, ihr Instinkt und ihr Wille sicherten unter gleich berechtigter Mitwirkung der Männer den Erhalt der Gemeinschaft. Besonders waren das Wissen und die Fähigkeiten der alten Frauen geschätzt. Die Frauen bildeten den mehr siedlungsgebundenen Teil und die Männer den mehr dynamischen Außenring der Gemeinschaft.
Читать дальше