Widmar Puhl - Bautz!

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Dieses Buch hat nichts wirklich Neues zu verkünden, sondern ist ein sehr persönliches Plädoyer für mehr Achtsamkeit und Nachdenklichkeit im Alltag. Was be­deuten uns heute noch einfache Dinge wie Brot, Was­ser oder Luft? Was hat Armut mit Würde zu tun? Wer oder was stiehlt uns im Alltag immer mehr Zeit, seit das IKEA-Prinzip (günstig kaufen und selber aufbauen) das ganze Leben durchzieht – vom Online-Banking bis zum Eigenheim? Was kann ich persönlich für die Umwelt tun, was bedeuten heute Tugenden wie Zivilcourage und was die allgegenwärtige Schönfärberei in Politik, Werbung und Presse? Das Buch ist eine Schule des Nachdenkens und des kritischen Blicks: christlich geprägt, aber sehr eigenständig.

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Auch Senioren in Pflegeheimen werden immer häufiger behandelt, als wären sie unmündig. Bekommen sie davon nichts mehr mit? Und darf das überhaupt eine Rolle spielen?

Von den so genannten Hartz-IV-Reformen sind 6,3 Millionen Menschen betroffen, 3,5 Millionen Langzeitarbeitslose und 2,8 Millionen Sozialhilfeempfänger. Natürlich haben sie alle Angst, nie wieder eine echte Chance zu bekommen. Doch es gibt auch hoffnungsvolle Modelle und Zeichen dafür, dass sich etwas bewegt. Öffentliche Demonstrationen gegen soziale Missstände wurden zwar schon politisch missbraucht, sind aber aus berechtigten Ängsten entstanden und haben die Aufmerksamkeit auf eben diese Ängste gelenkt. Von Arbeitgeberseite missbraucht wurden die Ängste der Mitarbeiter bei den Sanierungsplänen für Karstadt-Quelle, Opel und Schlecker. Doch die Einsicht wächst, dass Massenentlassungen keine Fehlentwicklungen korrigieren. Sie sind in aller Regel psychologisch verheerend und verantwortungslos.

Jeder siebte der acht Millionen Teilzeitbeschäftigten hätte gern eine volle Stelle. Das sagt eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes von 2000. Inzwischen dürften die Zahlen sich eher verschlechtert als verbessert haben. Auch dadurch wächst das Bewusstsein für verdeckte Armut; je schlimmer die Verhältnisse auch zahlenmäßig werden, desto weniger lassen sie sich noch verstecken und wegdiskutieren.

Langsam produzieren zudem wieder mehr Firmen in Deutschland, um Arbeitsplätze zu sichern. Sie stellen gezielt Mitarbeiter über 50 ein, weil sie deren Erfahrung brauchen. Andere kehren zurück, weil in China eben nicht nach deutschen Wertmaßstäben gearbeitet wird. Selbst Konzerne merken manchmal schon, dass es nicht gut ist, wenn zu wenige Menschen gut verdienen, denn dann fehlen irgendwann die Kunden für die eigenen Produkte.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Sie ist wichtig für die Würde der Menschen. Aber man kann sie nicht einfach herbeireden, man muss sie herbei-arbeiten.

Öffentliches Lügen

Wörter verbieten

Im Winter 2006/2007 gab es mächtig Streit im deutschen Blätterwald. Eine Studie hatte den Zusammenhang von fehlender Bildung und Armut untersucht. Schnell bestimmte der Begriff „neue Unterschicht“ die Diskussionen. Das Wort diskriminiere die Betroffenen, meinten die einen. Eine Unterschicht gebe es bei uns nicht mehr, meinten andere. Es dürfe keine geben, meinten wieder andere. Aber was diskriminiert eigentlich? Dass jemand zur Unterschicht gehört, oder dass man diese Tatsache beim Namen nennt? Die christliche Leitkultur des Westens, wenn es denn so etwas außerhalb politischer Kampfbegrifflichkeit überhaupt gibt, ignoriert aber munter das Bibelwort „Eure Rede sei Ja, aa oder nein, nein“ (Matthäus 5, 37).

Ich erinnere mich noch gut an die ziemlich hilflosen Versuche meiner Eltern, uns Kindern „schmutzige Wörter“ zu verbieten. Aber trotzdem haben ordinäre Ausdrücke aus der Fäkal- und Sexualsprache über den Jargon der Jugendlichen und die Medien schon längst den Weg bis in die so genannte „hohe Literatur“ geschafft. Dass sich dabei Bedeutungen grotesk verschieben können, zeigt zum Beispiel der umstrittene Werbespruch „Geiz ist geil“: Bisher musste ich bei dem Wort „Geiz“ eher an etwas Verkümmertes, Verschrumpeltes denken. Und das Wort „geil“ hatte als Bezeichnung für akute sexuelle Begierde etwas Unanständiges, aber dennoch Pralles an sich. In konservativen Kreisen war der Vorwurf, „geil“ zu sein, etwas Schlimmes. Davon kann heute keine Rede mehr sein.

Wer dem Bedeutungspfad folgt, den der Werbespruch „Geiz ist geil“ durch unsere Sprachkultur trampelt, findet Geiz einfach nur schön. Dabei gilt er in christlichen, 2000 Jahre lang gewachsenen Moralvorstellungen als krasse Untugend bzw. als eine der sieben Todsünden. Und wie man sieht, hat es nicht viel genutzt, den Geiz oder das Wort „geil“ zu verbieten. Auch wenn es für mich nach wie vor in Kindermund abartig klingt.

Ich erinnere mich auch noch gut an eine Betriebsversammlung der Rentenversicherungsanstalt Baden-Württemberg vor vielen Jahren. Damals wurde die Verschwendung von Beitragsgeldern öffentlich diskutiert. Da ergriff die Betriebsratsvorsitzende das Wort. Die gestandene Gewerkschafterin forderte, man müsse jetzt erst einmal die Presse an die Kandare nehmen. Anwesende Journalisten, so hieß das, sollten in dieser peinlichen Angelegenheit schweigen, wenn sie es sich mit den Gewerkschaften nicht verderben wollten: ein übler Erpressungsversuch.

Auch wenn ich so etwas seit damals nicht mehr erlebt habe: Öffentliche Redeverbote sind nicht nur in Diktaturen ein beliebtes Mittel der Einschüchterung. Einschüchterung aber löst keine Probleme, sondern schafft höchstens neue, zum Beispiel Tabus. Wenn in Kirchen und Internaten, also durchweg Einrichtungen, die mit einem großen Vertrauensvorschuss arbeiten, massenhafte, auch sexuelle Misshandlung von schutzbefohlenen aufgedeckt wird, gibt es nur einen Weg, das verlorene Vertrauen – vielleicht – wieder zurückzugewinnen: schonungslose Ehrlichkeit und öffentliche Kontrolle bei der juristischen Aufarbeitung des Problems. Trotzdem gibt es immer wieder Bischöfe, die den Zugang zu Akten verweigern und fürchten, ihre Kirche nähme Schaden durch öffentliche Debatten über Fehltritte von Geistlichen. Sie prügeln den Sack und meinen den Esel. Aber so funktioniert Ehrlichkeit nicht. Vertuschungsversuche machen alles nur noch schlimmer; sie kosten noch mehr Vertrauen als zuvor der Missbrauch selbst.

Wir betrachten das Tabu als Merkmal primitiver Gesellschaften, als unzulässige Vermengung von Aberglaube und Moral. Das polynesische Wort „Tabu“ bezeichnet dagegen etwas Heiliges, Unantastbares, das man oft nicht einmal aussprechen darf. Es zu verletzen, gilt als Frevel und wird streng bestraft, um durch übernatürliche Mächte bewirktes Unheil abzuwenden. Und obwohl jeder weiß, dass in modernen Gesellschaften sehr natürliche Mächte am Werk sind, hätten diese oft gern Verhaltensnormen, die funktionieren wie Tabus. Denn dann muss man Verbote nicht in lästigen Diskussionen begründen und kann Andersdenkende mundtot machen.

Verbote sind nicht nur in primitiven Gesellschaften oder Diktaturen sehr verlockend. Allein mit Appellen bekommen wir ein Problem oft nicht in den Griff: Also gibt es Emissionsverbote gegen Ozonloch und Klimawandel, Fahrverbote gegen die krankmachende Luftverschmutzung in den Städten, Rauchverbote zum Schutz der Nichtraucher, Alkoholverbote gegen das schlimme „Flatrate-Trinken“ bei Jugendlichen, Prostitutionsverbote gegen die Ausbeutung von Frauen. Aber so funktioniert das nicht. Kurz, wer Verbote fordert, will den Eindruck erwecken, er kümmere sich um das Problem. Dabei suchen viele oft nur hilflos einen Sündenbock, dem dann alle die Schuld in die Schuhe schieben.

Ich plädiere für mehr Ehrlichkeit in der Sprache, vor allem in der öffentlichen Sprache. So genannte „Sprachregelungen“ sind nichts anderes als die organisierte Aufforderung zur Unredlichkeit. Gerade unangenehme Tatsachen müssen benannt werden. Denn, so heißt es in einem schönen Sprichwort: „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“. Wörter verbieten zu wollen oder überhaupt Verbote zu fordern, ist keine Lösung für ein Problem. So lange es in Deutschland eine Unterschicht gibt, wird man wohl oder übel auch darüber reden müssen. Alles andere wäre unehrlich. Die Dinge nicht beim Namen zu nennen, hilft keinem der Betroffenen.

Anmaßende Sprechregelungen

Vor ein paar Jahren verkündete die Bundesagentur für Arbeit eine kleine Sensation: Zum ersten Mal seit langer Zeit konnte sie wieder fast eine Million offener Stellen melden. Eine magische Zahl. Aber was der Minister unter einem Stellenangebot versteht, ist nicht auch für alle Arbeitsuchenden ein Stellenangebot. Nur zwei Drittel der Angebote waren tatsächlich zur Vermittlung gemeldet. Und wiederum die Hälfte davon waren keine normalen Vollzeitstellen, sondern wurden zusätzlich vom Staat gefördert. Kurz: Aushilfen, 400-EURO-Jobs, 1-EURO-Jobs und dergleichen. Das war eine Erfolgsmeldung, die zu zwei Dritteln aus PR besteht.

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