Dagolo und der Riese standen in der alten Bauernkate mir gegenüber. Der Kopf des Riesen war im Verhältnis zu der Größe seines Körpers viel zu klein. Obwohl seine massige Gestalt beim ersten Anblick Angst einflößend war, strahlte er Güte und Ruhe aus. Er hatte ein rundliches Gesicht mit starken Augenbrauen, dunkel leuchtende Schlitzaugen sowie eine bemerkenswert große Nase. Seine Hautfarbe war leicht bräunlich.
„Du bist also gekommen, Menschensohn.“ begann das kleinere Wesen.
„Ja.“
„Ist es dir schwergefallen?“
„Nein.“
„Hast du Mut, willst du ein paar Stunden mit uns kommen?“
„Ja, aber ich möchte wieder hierher zurück.“
„Wir bringen dich wieder her, das Versprechen wir. Ohne deine Zustimmung nehmen wir dich auch nicht mit. Also, Erdenjüngling, traust du dir das zu?“
„Ja, ich komme mit. Aber weshalb muss ich das sein?“
„Du, wurdest ausgesucht. Wir wollen dir etwas zeigen, was ein Erdenmensch seit langem nicht gesehen hat.“
„Und was soll das sein?“
„Wir zeigen dir deine zauberhafte Welt, das unendliche Universum, unsere Technik und einen kleinen Einblick in deine Seele. Doch bevor wir gehen, nimm den Stein dort vor deinen Füßen an dich.“ Den faustgroßen Feldstein vor meinen Füßen, einen wie sie hier überall herumlagen, hob ich auf. Nachdenklich umklammerte ich diesen kalten Stein. Mir war unklar, was sie damit bezweckten. Das kleinere Wesen hatte wohl meine Gedanken gelesen, denn es zerstreute meine aufkommende Furcht: „Wir wollen dir alles zeigen, was dein Geist erfassen kann.“ Mein Entschluss mitgehen zu wollen, stimmte die Fremden freudig. Sie lächelten! „Nun wollen wir aber gehen, Menschensohn“, sagte das kleinere Wesen. Graziös wies es mir mit seinen Armen und Händen den Weg. Es sah fast so aus, als ob es tanzte. Zaghaft ging ich auf es zu. Erst als ich neben dem Wesen stand, bemerkte ich, dass es eine Frau war. Gütig und sanft legte meine seltsame Fee sprachlos ihren Arm auf meine Schulter und lächelte mich an. Gemeinsam schritten wir zum größeren Wesen. Beide unterhielten sich noch ein wenig, wahrscheinlich über mich, denn ab und zu sahen sie auf mich und nickten mit ihren Köpfen. Zwischen ihnen stehend, musterte ich abermals ihre Größe. Winzig und unbeholfen kam ich mir dabei vor. „Möchtest du wirklich mitkommen, bist du bereit?“ fragte es mich noch einmal; „es wird nicht lange dauern, etwa 72 Stunden nach Erdenzeit.“ Ich nickte! „Also, gehen wir.“ Mein Feenwesen legte ihren Arm auf meine Schulter und schob mich sanft in Richtung Gebüsch, welches wir schnell durchschritten. Ich war sprachlos! Ich stand vor einem wunderbaren Meisterwerk. Berauscht und staunend musterte ich diesen seltsamen Flugapparat. Er war einzigartig. Ich lief vor dieser Flugmaschine hin und her und brachte immer wieder mein Erstaunen zum Ausdruck. Keines der Wesen hinderte mich bei der Befriedigung meiner Neugier, solange meine Sicherheit nicht gefährdet war. Rechts oben, von vorn gesehen, blinkte ein rötliches, links ein gelbliches und hinten ein grünliches Positionslicht. Während sie blinkten, veränderten sie sich ständig. Unterhalb der Maschine befanden sich rechts und links zwei halbkugelförmige Körper, die gleißend weiß leuchteten. Ich wollte sie mir gerade betrachten, da packte mich meine Fee und riss mich plötzlich zurück. Sie stieß dabei einen eigenartigen pfeifenden Laut aus. Dies sollte wohl heißen: „Dorthin bitte nicht!“
In der Mitte des Flugapparates befand sich unten eine Signalanlage von ungefähr sechs Metern Durchmesser. Sie hatte unzählige kleine düsenartige Öffnungen, aus denen ebenfalls gleißend weißes Licht strahlte. Am hinteren Ende des Flugobjektes waren unten etwa sechs Meter lange Signallampen angebracht. Sie strahlten ein schwaches, weißgelbes Licht ab. Im Abstand von fast zwanzig Metern, rechts, links und hinten, stützten drei Meter lange und ein Meter dicke Stoßdämpfer diesen Flugapparat. Für ihre bessere Beweglichkeit besaßen diese Stützen gitterartige Räder. Rechts am Flugapparates, ziemlich weit vorn, befand sich die Einstiegsluke. Aus ihr ragte eine schwarze Leiter bis zum Erdboden. Ich schätzte die Breite dieser Flugmaschine auf etwa fünfzig bis sechzig Meter. Dies konnte ich relativ genau ermitteln, denn hinter dem Flugapparat steckten zehn Stäbe eines Elektroweidezaunes im Abstand von ungefähr fünf Metern in der Erde. Es war eine fast dreieckige Konstruktion mit stark abgerundeten Flügelenden, die sich weit nach hinten zogen. Dadurch erschien dieser Flugkörper ungeheuer wendig und schnell. Seine Flügelenden, wenn man diese als solche bezeichnen will, hatten einen ungefähren Durchmesser von drei Metern. Sie waren stark gewölbt und gingen nahtlos in die Kabine über. Zu erwähnen wäre noch ein feiner, schwarzer Gitterrahmen, der rings um die Flugmaschine herum angebracht war. An der Vorderfront des Raumschiffes befanden sich in der Mitte mehrere, vier bis fünf Meter lange, übereinander liegende, längliche Öffnungen aus dem gleichen Material wie der schwarze Gitterrahmen, dynamisch an der oberen Tragflächenwölbung des Fluggerätes angepasst.
Die ovalen Bullaugen der Kabine, die die gleiche Farbe hatten wie die Außenhaut, hielten sicher großen Drücken und Temperaturschwankungen stand. Wollte man diese Bullaugen entdecken, musste man schon genauer hinsehen. Jedoch von innen heraus garantierten sie eine hervorragende klare Sicht. Die gesamte Höhe ihres Fluggerätes, vom Boden bis zur höchsten Aufwölbung der Kabine, schätzte ich auf acht bis zehn Meter, denn die Wipfel der alten Pappeln, vor denen es stand, ragten ein wenig darüber hinaus.
Nach kurzer Zeit stand ich wieder zwischen den beiden Außerirdischen. Da legte der Riese eine seiner großen Hände auf meine zierlichen Schultern und zeigte mit der anderen Hand mehrmals auf die Einstiegsleiter. Er murmelte nur irgend etwas, ich verstand aber, was er ausdrücken wollte.
So ähnlich sah dieses Fluggerät aus, in welches ich eingestiegen war.
1. Einstiegsluke
2. Positionslichter
3. Tiefschwarze Einstiegsleiter
4. Stoßdämpfer mit Gitterräder für bessere Beweglichkeit und Geländegängigkeit
5. Scheinbar Triebwerke mit sauberer Kernfusion, -Antimaterie, oder anderer Energiespender
4.Einstieg ins kleine UFO/Raumchiff
Ich wurde sehr mutig! Forschen Schrittes lief ich die paar Meter zur Einstiegsluke. Mit Leichtigkeit stieg ich die Leiter hinauf. Gerade wollte ich mich an einem Griff festhalten, streckte mir ein weibliches Wesen seine schlanke kaffeebraune Hand entgegen. Es ergriff meine Hand und half mir beim Einsteigen ins UFO/kleine Raumschiff. In wenigen Sekunden stand ich im inneren des Gefährtes. Das fremde Wesen redete mit hoher, fast singender Stimme auf mich ein und streichelte meine Wangen. Wahrscheinlich begrüßte es mich auf seine Art, jedoch verstand ich nichts. Es war die dritte Frau, die zur
Crew gehörte und fungierte als Navigator
Diese Frau besaß ein rundliches Gesicht mit negroiden Lippen und ein wenig mongolide Gesichtsform. Ihre Hautfarbe erschien mir etwas bläulich – das konnte aber auch durch die Beleuchtung hervorgerufen worden sein. Jedenfalls empfand ich das so. Ihr Haar war tiefschwarz und gekräuselt. Sie hatte fünf Finger an ihren Händen. Ihre Körpergröße schätzte ich auf etwa zwei Meter. Plötzlich vernahm ich ein leises metallisches Klicken, die Einstiegsluke war verschlossen. Ich befand mich in einem ungefähr 45 bis 50 Quadratmeter großen Raum. Er war beleuchtet wie an einem Sommerabend. In einem Halbkreis befand sich ein mit elektronischen Messgeräten vollgepacktes, Schaltpult. Davor standen sechs drehbare hellbraune Spezialsessel. Das Waffelmuster der Sessel interessierte mich. Neugierig fuhr ich mehrmals mit der Hand darüber. Es handelte sich weder um Naturleder noch um Kunstleder. Im Gegenteil, ich ertaste samtiges Material. Man hatte möglicherweise strapazierfähiges und äußerst dehnbares, stoß-dämpfendes Gewebe aus irgend einem mir unbekanntem Material verwendet. Auf der rechten Seite, in Flugrichtung gesehen, leuchtete schwach hellblau ein mächtiger Bildschirm von ungefähr drei mal vier Meter Größe. Eine Vielfalt von Hebeln, Knöpfen und unzähligen, in verschiedenen Farben blinkende Lämpchen und zusätzlich kleinen Bildschirmen.
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