Am 1. September 1960 meldete ich mich zur NVA, der damaligen DDR, um endlich nicht mehr den Attacken meines Vaters ausgesetzt zu sein. Noch während ich Soldat war, schmiedete ich Pläne, mich nach dem Militärdienst weiter zu bilden. So besuchte ich die Volkshochschule, um mich für ein organisiertes Studium an der Hochschule für „Staats- und Rechtswissenschaften Edwin-Hoernle in Weimar vorzubereiten. Dieses Studium habe ich erfolgreich absolviert und mir den Titel "Staatswissenschaftler" erworben. Anschließend begann ich eine Tätigkeit im Verwaltungsbereich und habe mich bis zum stellvertretenden Abteilungsleiter qualifizieren können. 1993 erwarb ich an der gleichen Hochschule den Titel Diplom-Verwaltungswirt.
Nach der Wende 1990 versuchte ich mein Erlebnis über eine eigene Webseite bekannt zu machen. Was ich in meinem Gästebuch für beleidigende Einträge lesen musste, war bemerkenswert: Äußerst dumme und unkultivierte Einträge. Es wurde immer schlimmer, und ich war deshalb gezwungen, diese Seite wieder zu schließen. Das war auch ein wichtiger Grund ein Pseudonym zu wählen, um in Zukunft meine Familie zu schützen.
Mein Aliasname ist hierbei Martin Wiesengrün
15 Jahre
1953 im April kamen wir in Baldereck auf Rügen an. Man bot uns dieses über 100 Jahre alte Bauernhaus zum wohnen an.
Damals war es bereits schon arg strapaziert. Natürlich wurde es zum wohnen hergerichtet, so gut es ging. Dennoch, es blieb ein altes heruntergekommenes Bauernhaus. Aber was wollten wir machen, anderen Wohnraum gab es nicht, so waren wir gezwungen darin zu leben.
Als ich mit meiner Familie in Glowe auf Rügen 1985 unseren Urlaub erlebte, machte ich dieses Foto. Da war das Haus noch vorhanden aber unbewohnt und stand zum Abriss bereit, so wie es auf diesem Foto zu sehen ist. Im Mai 2002 hatte ich ein Interview mit dem Fernsehsender NDR – Norddeutscher Rundfunk Hamburg – die über mein UFO-Erlebnis berichteten. Nach der Fernsehaufzeichnung besuchte ich noch einmal diesen Ort unserer damaligen Bleibe. Leider fand ich lediglich nur noch das Fundament vor. Im Oktober 2013 machte ich abermals einen 6tägigen Kurzurlaub in Glowe auf Rügen. Ich hatte den Wunsch noch einmal die Stelle zu besuchen, wo wir einst ein paar Jahre lebten. Ich habe gestaunt, die Natur hatte sich zurück geholt, was ihr gehörte. Es war alles üppig bewachsen.
Baldereck ist heute noch ein sehr kleiner, verschlafener Ort in der Nähe von Glowe, auf der Insel Rügen.
Von hohen Laubbäumen umringt stand das Haus, in dem wir wohnten, auf einer Anhöhe in einem kleinen Tal. Der Dachgiebel, in dem ich mein Zimmer hatte, ragte über dieses Tal hinaus. Vom Fenster meines Zimmers hatte ich einen herrlichen Ausblick. Manchmal in klaren Nächten - wenn die Sterne am Himmel wie Diamanten funkelten - saß ich dort lange und beobachtete die Sterne am Firmament, bis mir meine Augen schmerzten.
Was mag da draußen in der Tiefe des unendlichen Kosmos wohl vor sich gehen? dachte ich. Ich hätte alles dafür gegeben mehr darüber zu erfahren und zu wissen. Am Donnerstag, dem 18. Juli 1957, wanderte ich gegen elf Uhr vormittags meinem geheimen Versteck an der Steilküste entgegen. Hin und wieder trieb der Wind hellgraue Wolken vor sich her. Solche Tage liebte ich, sie zogen mich immer an die Steilküste. Um mein Versteck aufzusuchen, musste ich von unserem Haus aus gesehen, circa zwei Kilometer in nordöstlicher Richtung laufen. Bevor ich den Feldweg erreichte, der nach Kohsdorf führte – eine alte Fischerkate die schon längst abgerissen wurde. Ich legte in Sichtweite dieser Kate eine kleine Verschnaufpause ein und setzte mich auf einen seit langem dort liegenden Findling. Bis zur Steilküste hatte ich ungefähr noch einen Kilometer zurückzulegen. Ich schaute in diese Richtung - über ein großes Kartoffelfeld hinweg. Plötzlich bemerkte ich, dass aus dieser Richtung ein schwacher Schatten auf mich zukam. Ein ungefähr fünf Meter breiter, an den Rändern ausgefranster, ovaler Schatten glitt über mich. „Ach, wieder einmal eingekreist“, dachte ich und ging weiter. Dies war mir bereits mehrmals passiert. Ich hatte nur nicht so darauf geachtet, weil nichts Besonderes mit mir geschehen war. Ich fand es nur seltsam, dass mich dabei eigenartige Gefühle und später schöne Träume überkamen. Ich fand es lustig, wenn mich solch ein Schatten begleitete. Darüber machte ich mir jedoch noch keine großen Gedanken.
Ich kürzte den Weg ab, indem ich den Kartoffelacker in nordöstlicher Richtung überquerte. Während ich das tat, fühlte ich mich dennoch irgendwie beobachtet. doch weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Nur ein paar Kühe weideten sorglos im Kleefeld in meiner Nahe. Je länger ich über mein seltsames Gefühl nachdachte, umso mehr erinnerte ich mich an acht oder neun frühere Begegnungen mit dem seltsamen Schatten der mich wiedermal vereinnahmte. So intensiv wie gegenwärtig war mein Gefühl aber noch nie gewesen.
In Gedanken versunken, stolperte ich über einen kleinen Feldstein. Erst jetzt merkte ich, dass ich mich bereits auf der anderen Seite des Feldweges befand, am Rande eines riesigen Kleefeldes.
Lageplan vom Wohnhaus und Umgebung
1. In Baldereck, in einem kleinen Tal, stand unser Haus.
2. Hier ging ich am 18. Juli querfeldein.
3. Diesen Feldweg kreuzte ich auf dem Weg zum Versteck.
4. Mein geheimes Versteck an der Steilküste.
5. Mein Fluchtweg vom Versteck zur Kate am 18. Juli 1957.
6. Der westliche Eingang zur alten Bauernkate Kohsdorf. Hier stand ich am 23. Juli 1957, am sehr frühen Morgen, als ich die fremden Wesen zum ersten Mal sah.
7. Kohsdorf, die alte Bauernkate. Es gab dort aber nur noch Bäume und Sträucher.
8. Östlich der Kate stand am 23. Juli 1957 das Flugobjekt.
9. Etwa einhundert Meter entfernt wurde ich 2 ½Tage später, am 25. Juli 1957 gegen 19 Uhr, wieder abgesetzt.
Ich blickte in Richtung Küste. Nichts, keine Menschenseele. Nur die Lerchen trillerten ihre Melodie. Als ich weiterging schoss verschreckt eine Lerche mit lautem Getriller in die Höhe. Ich schaute ihr nach und entdeckte plötzlich zwei große, weiß-gelblich leuchtende, an den Rändern ausgefranste Flecken. Sie schwebten vor meinen Augen hin und her, stoben auseinander, kreuzten sich und flogen dann in nordöstlicher Richtung davon. Als ich meinen Weg fortsetzte, begann das Geflimmer von neuem. Diesmal aus südöstlicher Richtung. Ganz schnell machte ich die Augen auf und zu. Ich wollte ergründen ob dieser Effekt durch mich verursacht wurde. Tatsächlich, es flimmerte nicht mehr. Ich nahm an, meine Augen waren überanstrengt. Rasch lief ich meinem geheimen Ausguckplatz entgegen.
Im Bereich des Wulfes - so nannte man einen Abschnitt der dortigen Küste – wuchs oberhalb der Küste dichtes Gebüsch aus Haselnusssträuchern, Weißdorn, Schlehen, Hainbuchen und anderen Sträuchern. Dazwischen standen Wind verkrüppelte Kiefern. An einer Stelle befand sich ein ungefähr zwanzig Quadratmeter großer, mit Gras bewachsener, zwei Meter tiefer gelegener Vorsprung. Vom Vorsprung bis hinunter zum steinigen Strand fiel die kalkweiße Küste fast fünfzehn Meter steil nach unten ab. Damit ich mein Versteck besser erreichen konnte, hatte ich mir ein paar Stufen gebaut. Nur ich allein kannte diese Stelle. Hier bot sich mir die herrlichste Sicht.
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