Roger Moore
In den 70ern gab es eine neue Veränderung für Bond. Connery hatte zum zweiten Mal das Handtuch geworfen und würde wohl diesmal nicht zurückkehren (ähem), jedenfalls nicht in einem offziellen Bond (ach so). Also wurde ein Nachfolger gesucht und gefunden, ein Mann mit jeder Menge Fernseh- und Filmerfahrung: Roger Moore. In den 50ern war er bereits David Niven in „Des Königs Dieb“ begegnet, Ende der 50er spielte er „Ivanhoe“ im Fernsehen. Danach folgte so eine Art Bondähnliche Figur, „Simon Templar“, „der Heilige“, nach einer Buchreihe und hier ebenfalls im Fernsehen. Sein letzter größerer Ausflug ins Fernsehen war dann die in Deutschland sehr erfolgreiche Serie „Die 2“ – und dann kam auch schon der erste Bond. „Die 2“ ist übrigens nicht nur eine Fundgrube für lockere Sprüche aus der Feder von Rainer Brandt und Karlheinz Brunnemann, sie ist auch eine für Darsteller, die sich auch in Bond-Filmen die Ehre gaben. Neben Shane Rimmer, dem Amerikaner in England, der in so ziemlich jeder britischen Produktion (und 3 Bond-Filmen) auftaucht, die einen Amerikaner braucht, kann man hier auch Bernard Lee (M), Lois Maxwell (Moneypenny) und George Baker (Sir Hilary Bray, Cpt. Benson) sehen… sowie Carol Cleveland von „Monty Python“. Doch zurück zu seiner Lordschaft Roger Moore. Seine anderen Filme dieser Zeit klingen wenig begeisternd (oder bekannt), „Bleib mir ja vom Leib“, „Brüll den Teufel an“, „Zwei wie Hund und Katz“, „Abrechnung in San Francisco“, dann war er als „Sherlock Holmes in New York“ und besuchte die „Muppet-Show“. Anschließend kam die Action-Phase mit „Die Wildgänse kommen“, „Die Seewölfe kommen“, „Flucht nach Athena“ und „Sprengkommando Atlantik“, in dem er ein wenig sein Bond-Image karikierte… was er in „Auf dem Highway ist die Hölle los“ gleich wieder tat. Auf die andere Seite, die der Parodie, wechselte er auch, indem er in „Der Fluch des rosaroten Panthers“ in die Schuhe von Peter Sellers trat. Seinen letzten Auftritt im Agenten-Millieu hatte er in der Serie „Alias – Die Agentin“ und seit seiner Werbung für das Fernsehprogramm „Das Vierte“ scheint er sich aus der Schauspielerei zurückgezogen zu haben.
Timothy Dalton
Zum ersten Mal wurde Bond nicht nur ersetzt, er wurde auch signifikant jünger. Waren Connery und Moore etwa gleich alt, trat nun der weit jüngere Timothy Dalton an, um für Ihre Majestät Leute zu ermorden. Er wurde groß angekündigt als „Shakespeare-Darsteller“, auch wenn er bislang in keiner Produktion die Rolle des Shakespeare gespielt hat. Sagen wollte man damit, dass man nun andere Wege ging, ernstere Wege – oder so. Dass er in einem Film namens „Maria Stuart, Königin von Schottland“ mitgespielt hatte, könnte diese Aussage noch untermauern, seine Auftritte in „Das Geheimnis der Agatha Christie“ und vor allem „Flash Gordon“ aber wohl weniger. Später sah man ihn in „Die Falken“, ein Remake des Til Schweiger-Films „Knocking on Heaven’s Door“. In „Rocketeer“ versuchte er durch starkes Overacting zu sein wie Klaus Maria Brandauer, in „Ken Follets Roter Adler“ kehrte er ins Agentenfach zurück, in „Scarlett“ in die Vergessenheit. Seine größten Erfolge nach Bond dürften wahrscheinlich „Hot Fuzz“ und sein Gastauftritt bei „Doctor Who“ sein – aber da ist ja immer die Bühne, auf die man als Shakespeare-Darsteller zurückkehren kann.
Pierce Brosnan
Er begann mit Agatha Christie – doch in „Mord im Spiegel“ hat er nicht viel (nichts) zu sagen – genau wie in „Rififi am Karfreitag“ mit Bob Hoskins. Doch dann zieht es den Iren nach Amerika, wo er für viele Jahre Star der Fernsehserie „Remington Steele“ wird – eine Serie, die ihn nicht nur zum Erfolg führt, sondern auch erstmal verhindert, dass er Bond wird. Zwischenzeitlich besucht er das Agenten-Genre an der Seite von Michael Caine in „Das vierte Protokoll“ und reist, wie einst David Niven, „In 80 Tagen um die Welt“. Dann stagniert die Karriere ein wenig, Tiefpunkte wie „Der Rasenmähermann“ (uargh!) und Nebenrollen wie in „Mrs. Doubtfire“ sind die Folge. Statt Fleming wird Alistair MacLean verfilmt: „Death Train” (mit Landsmann und „Star Trek: The Next Generation“-Star Patrick Stewart) und „Die Rembrandt-Connection“ tauchen da auf, wo Bond hätte sein sollen. Ab Bond wird es abwechslungsreich: Katastrophenmist („Dante’s Peak“), SciFi-Komödie („Mars Attacks!“) und Remake („Die Thomas Crown Affaire“) reihen sich aneinander. Die übliche Auseinandersetzung mit Bond in einem anderen Agentenfilm darf natürlich auch nicht fehlen: „Der Schneider von Panama“. Nach dem Vertragsende bei Bond wird es dann schwierig, was zu Auftritten in „Mama Mia“ führt und in einem verschenkten Gastauftritt in „The World’s End“ mündet. Einer der Glanzpunkte war jedoch der Roman Polanski Film „Der Ghostwriter“ an der Seite von fast-Bond-aber-leider-dann-doch-nicht-weil-er-vorher-Star-Wars-gemacht-und-kein-Bock-mehr-auf-Franchise-Mist-hatte Ewan McGregor. Wäre es nicht Zeit für einen weiteren Gegen-Bond?
Daniel Craig
Zu seinen Arbeiten vor Bond gehört u.a. ein Gastauftritt in „Die Abenteuer des jungen Indiana Jones“, in dem Film „Elizabeth“ und nicht zu vergessen als Gespiele von Angelina Jolie in dem grauenvollen „Tomb Raider“, in dem er so viel Charme versprüht, dass man keine Ahnung hat, warum sie ihm am Ende hilft – die perfekte Grundlage für einen neuen James Bond! Aufmerksamkeit erregte er in Guy Richies „Layer Cake” und Steven Spielbergs „München“, wo der große, blonde Mann, wie später in „Defiance“, einen Juden spielt. Paul Newmans Sohn spielte er unter der Regie des späteren „Skyfall“-Regisseurs Sam Mendes in „Road to Perdition“. Er war bei einer weiteren Variante der „Invasion of the Body Snatchers“ unter dem schlichten Titel „Invasion“ (und an der Seite „seines“ Felix Leiters Jeffrey Wright) dabei, er startete die neuen Serien „Der goldene Kompass“ und das Remake der skandinavischen „Millenium“-Trilogie „The Girl with the Dragon Tattoo“… bei denen bislang weitere Teile ausgeblieben sind.
Sony’s Next Bond Model
Irgendwann wird auch Daniel Craigs Zeit im Geheimdienst Ihrer Majestät abgelaufen sein. Wer nach ihm der neue Bond wird… nun, das werden wir abwarten müssen. Hoffen wir nur, dass er mehr Charme besitzt!
Der Moriarty der Bond-Serie
Ein Bond ist nur so gut wie sein Bösewicht, so sagt man. Und Bonds klassische Nemesis ist niemand anders als der Mann mit der Katze (nicht zu verwechseln mit der Pussy!). „Austin Powers“ hat ihn gewinnbringend parodiert, doch das Original hat hier angefangen, in einem ausgehöhlten Vulkan irgendwo in Japan…
Ernst Stavro Blofeld
Ernst Stavro Blofeld ist Bonds Nemesis, der Chef der bösen Verbrecherorganisation (auf deutsch wahlweise GOFTA, PHANTOM oder SPECTRE), der Mann, der Bonds Frau… erschießen lässt, während er selbst am Steuer sitzt. Zunächst zieht er nur die Fäden im Hintergrund, man sieht nur seine Hände und seine Katze, doch dann taucht er auf… und wird jedes Mal von jemand anderem gespielt.
Der Mann mit der Glatze, äh, Katze
Blofeld Nr. 1 war Donald Pleasence in „Man lebt nur zweimal“. Pleasence war meist auf die Rolle des Bösewichts abonniert. Eine Ausnahme ist da der Ausbrecherfilm „Gesprengte Ketten“ mit Steve McQueen. Darüber hinaus begab er sich auf „Die phantastische Reise“, erfand zusammen mit George Lucas das Soundsystem „THX 1138“ (oder spielte in dem Film gleichen Namens), bestätigte „Der Adler ist gelandet“ und traf „Die Klapperschlange“. Zu seinen schönsten Arbeiten dürfte wohl die Columbo Episode „Wein ist dicker als Blut“ gehören, in der er, welche Überraschung, den Mörder spielt. Später war er leider gezwungen, sich sein Geld in Werken wie „Djangos Rückkehr“ und den schlechten Fortsetzungen von „Halloween“ zu verdienen, in dessen Original er als Dr. Loomis auftaucht.
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