Südlich von Laon und etwa 6 km nördlich der Aisne, am Schnittpunkt der D 967 mit dem Chemin des Dames, ca. 38 km Luftlinie östlich von Blérancourt entfernt, findet sich ein Dorf namens Cerny‑en‑Laonois. Eine Begründung, daß Leonhard Hopmann sen. diese Ortsbezeichnung bei seinen Nachforschungen über den Verbleib seines Sohnes verwendet, geht aus dem Schreiben des Kriegsministeriums vom 28.9.1917 hervor. Nach seiner Rückkehr zur Front hat Georg (bzw. seine Kompagnie) in diesem Bereich Stellung bezogen. Im Brief vom 28.3. betont Georg: „Wir liegen noch immer friedlich am gleichen Fleck.“, am 2.4. ist wie früher auch schon vom Gottesdienst in der Höhle die Rede, was ohne Ortskenntnisse undeutlich und mißverständlich, wenn nicht u. U. mit Blick auf die Beschreibungen des Jahres 1916 irreführend ist. Zuletzt, am 7. u. 10.4., schreibt er nur noch, daß er „sehr beschäftigt“ sei. Hier verschweigt er offensichtlich seinen Eltern die Wirklichkeit, nämlich die bevorstehende Nivelle-Offensive bzw. die schweren Kämpfe an der Aisne. Auch einen Gasangriff, der in der ersten Augusthälfte 1916 stattgefunden haben muß, kommt erst zur Sprache, als Soldat Sachsenhausen seine Eltern Anfang September besucht. Auch von den „grauenvollsten Kämpfen“ Ende September schreibt er erst, als er schon im Spital liegt.
Es ist tragisch, daß Georg während seiner Fronteinsätze an drei kriegerischen Brennpunkten, Materialschlachten, eingesetzt war: Winterschlacht in der Champagne 1914, an der Aisne 1916 und am Chemin des Dames 1917. Die letztere Schlacht war sein Schicksal, er fiel bei Cerny.
Zu diesem Buch
Wir nehmen Georgs Tod mit Bedauern und Anteilnahme zur Kenntnis und werden, wie es immer heißt, ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Aber seine Hinterlassenschaft? Der Berg kaum lesbarer Briefe? Das ist jedoch gerade die Motivation, sie „diplomatisch“ zu übertragen und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen: daß sie gelesen werden können. Zwar war Georg keine „historische“ Persönlichkeit, um derer Willen sich das Unternehmen rechtfertigen würde, aber in dem Bild, das wir uns anhand der Briefe über die Kriegsjahre machen können, und in dem Verständnis der Umstände, die deutlich werden und die die Menschen damals ertragen mußten, liegt der Wert des „Aufhebens“. Das reiche Bildmaterial, mit dem die Briefe bzw. das Erzählte und die Umstände illustriert werden können, stellen einmalige Dokumente dar, die der Öffentlichkeit nicht ohne Not vorenthalten werden sollten. Es läßt das Dargestellte lebendig werden und hebt diese Briefsammlung aus dem Durchschnittlichen heraus.
Um das Buch „lesbar“ zu machen und keine unnötigen Hürden für den Leser aufzubauen, mußte eine gewisse Auswahl des Schrift‑ und Bildmaterials vorgenommen werden. Alle schriftlichen Äußerungen von Georgs Vater sind kursiv, alle Anmerkungen und Ergänzungen von mir mit [ ] und Unleserliches und Auslassungen mit { } angemerkt worden. Im Übrigen lassen die einschränkenden Bedingungen für ein ebook keine differenzierenden Formatierungen zu. Auch Fußnotentext mußte in den Fließtext eingefügt werden. Es handelt sich um eine diplomatische Übertragung der Schriftstücke, das heißt, sie ist buchstaben- und rechtschreibegetreu. Für all Jene, die gerne alles einsehen möchten, ist das vollständige Bild- und Schriftgut auf einer CD erhältlich. Folgende Abkürzungen: AK: Ansichtskarte, FPK: Feldpostkarte. Das Ende eines Poststückes wird immer mit *** markiert.
Danksagung
Zum Schluß bleibt mir noch allen zu danken, die an dem Zustandekommen dieses Buches mitgewirkt oder es ermöglicht haben.
Dem Klett-Cotta Verlag danke ich für seine Erlaubnis, aus dem Buch von P. Kielmansegg „Deutschland und der erste Weltkrieg", XI, 747 S., Akad. Verl.-Gesellschaft Athenaion, Frankfurt/M., 1968, die Karten 1 bis 3 wiedergeben zu dürfen. Die Karten 4 bis 6 habe ich nach französischen Vorlagen gezeichnet.
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