Anna-Irene Spindler - Paradies im Mondlicht
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Ein Geheimnis
Marie-Helene drehte sich auf den Rücken und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Normalerweise hatte sie überhaupt keine Probleme mit dem Einschlafen. Aber heute wollte sich die Müdigkeit nicht einstellen. Das was sie am Nachmittag gehört hatte, ging ihr einfach nicht aus dem Kopf. Der Verwalter der Klienzel'schen Plantage hatte ein unmoralisches Verhältnis mit einer Samoanerin. Sie fand das ungeheuer aufregend. Ihre Mutter wäre erschüttert gewesen, hätte sie gewusst, welche Gedanken ihre unschuldige Tochter am Schlafen hinderten. Niemals wäre Madame de Slingenard auf die Idee gekommen, dass Marie-Helene solche unkeuschen Ausdrücke wie ‚ein Verhältnis haben‘ überhaupt kannte, geschweige denn wusste, was sie bedeuteten. Gemeinsam mit ihrer treuen Freundin Friedericke hatte sich Marie-Helene in der alten Heimat ein halbwegs fundiertes Wissen über ‚intime Angelegenheiten‘ angeeignet. Hier ein unvorsichtig fallengelassenes Wort der Mutter, dort ein zufällig erhaschter Ausdruck des Vaters. Immer wieder gab es Gelegenheiten an einer Tür zu lauschen oder plötzlich und unerwartet in einen Raum zu treten. Fleißig wurden die aufgeschnappten Neuigkeiten mit der Freundin ausgetauscht und ausgiebig diskutiert. Beide hatten diesbezüglich nicht den Hauch eines schlechten Gewissens. Stellte es doch die einzige Möglichkeit dar, wie junge Mädchen an Informationen herankamen, die sonst nur geflüstert und hinter vorgehaltener Hand weitergegeben wurden. Zwei Monate war sie nun schon auf der Insel. Und nichts von dem, was sie sich auf dem Schiff vorgenommen hatte, hatte sie in die Tat umsetzen können. Ihren Vater, den sie um den Finger wickeln wollte um sich kleine Freiheiten zu erkämpfen, bekam sie kaum zu Gesicht. Und ihre Mutter drangsalierte sie schlimmer als jemals zuvor. In Hamburg hatte sie ihre erzieherischen Maßnahmen auf alle drei Kinder gleichmäßig verteilt. Aber hier entzogen sich die Jungs der Fuchtel ihrer Mutter mit wachsendem Erfolg. Meistens waren sie mit dem Vater unterwegs um ‚Männerangelegenheiten‘ zu erlernen. Kaum waren die Schulstunden bei Pastor Rieflein vorüber, verschwanden ihre Brüder für viele Stunden um erst am Abend mit ihrem Vater gutgelaunt, hungrig wie Wölfe und total verdreckt wieder nach Hause zu kommen. Bereits nach kurzer Zeit hatte Madame de Slingenard es aufgegeben mit ihrem Mann über das Verhalten ihrer Söhne zu streiten. Umso intensiver bemühte sie sich, ihre Tochter auf dem rechten Weg zu halten und allen Widrigkeiten zum Trotz zu einer anständigen, gesitteten, jungen Dame zu erziehen. Seufzend setzte sich Marie-Helene im Bett auf. Es war heiß und stickig in ihrem Zimmer. Ihre Mutter legte sehr großen Wert darauf, dass nachts die Tür, die auf den breiten Holzbalkon hinausführte, stets fest verschlossen war. Auch die Fenster durften nicht offen stehen. Die Angst ihrer Mutter vor Insekten und allen Arten von Kriechtieren war geradezu krankhaft. Obwohl es auf der Insel keinerlei gefährliche Tiere gab, sah sie ständig irgendwo giftige Spinnen, Schlangen und Skorpione. Entschlossen schlug Marie-Helene die Zudecke zurück, öffnete das Moskitonetz und stand auf. Vorsichtig um jedes Knarren zu vermeiden setzte sie ihre nackten Füße auf die hölzernen Dielen des Fußbodens. Leise öffnete sie die Balkontür. Alle Zikaden der Insel schienen sich vor ihrem Balkon verabredet zu haben und ihr lautes Zirpen übertönte selbst das gleichmäßige Schnarchen ihres Vaters. Tief sog Marie-Helene die würzige Luft in ihre Lungen. Die herrlichen Blumen der Insel, die am Tag an allen Büschen, Bäumen und Sträuchern in sämtlichen Farben des Regenbogens leuchteten, erfüllten die Nacht mit ihrem süßen Duft. Das Von-Schlingenhard'sche Haus lag gemeinsam mit allen anderen Villen der feinen Gesellschaft Apias auf der Anhöhe oberhalb des Hafens und hatte einen freien Ausblick auf das Meer. Ganz weit draußen konnte sie die Brandung, die gegen das Riff schäumte, mehr erahnen als sehen. Sehnsuchtsvoll sah sie zu der kleinen Bucht hinunter. Eine große, weit ins Meer hinausragende Felsformation trennte sie vom weiten Hafenbecken. Im bleichen Mondlicht wirkte der Sand noch viel weißer als im Sonnenschein. Seit dem Tag ihrer Ankunft in Samoa hatte man ihr nicht mehr erlaubt an den Strand zu gehen. Ihre Brüder tollten Tag ein Tag aus in den Wellen, wälzten sich im mehlfeinen Sand und schleppten ihn, sehr zum Leidwesen ihrer Mutter, zentnerweise in ihren Schuhen und Hosentaschen ins Haus. Das Einzige was sie durfte, war auf der Terrasse stehen und ihnen von Ferne zusehen. Marie-Helene hatte es so satt, immer nur als Zuschauerin am Rand zu stehen. Sie wollte auch an den Strand. Und sie würde an den Strand gehen. Noch heute Nacht! Das ganze Haus lag in tiefem Schlummer. Keiner würde etwas merken. Mit einer entschlossenen Bewegung riss sie sich die lästige Schlafhaube vom Kopf. Gemeinsam mit den Schleifen, die ihre obligatorischen Zöpfe zusammenhielten, warf sie sie zurück in ihr Schlafzimmer. Sie entflocht ihre glänzenden Haare. Wie ein seidiger brauner Schleier fielen sie über ihr weißes Nachthemd. Solange sie denken konnte, war sie noch niemals mit offenen Haaren herumgelaufen. Dann ging alles blitzschnell. Genauso wie sie es schon dutzende Male bei ihren Brüdern gesehen hatte, stieg sie auf das Geländer, kletterte von dort auf den Jacarandabaum, der gleich neben dem Haus stand, legte sich auf den dicken Ast, hielt sich mit den Armen fest und ließ sich schließlich vorsichtig zu Boden gleiten. Ein letzter prüfender Blick, ob im Haus alles still war und dann verschwand sie zwischen den Büschen des Gartens. Am Anfang war es ziemlich schwierig im Finstern den Weg zu finden. Immer wieder trat sie mit ihren empfindlichen Füßen, die so gar nicht an das Barfußlaufen gewöhnt waren, auf kleine spitze Steine. Sie musste sich ein paar Mal regelrecht auf die Zunge beißen um nicht laut zu schreien und sich zu verraten. Ihr langes Nachthemd verhedderte sich in den dornigen Zweigen eines Busches und wäre um ein Haar zerrissen. Aber schließlich hatte sie das Gebüsch hinter sich gelassen und folgte dem breiten Weg, der zum Hafen hinunterführte. Ihre Augen hatten sich inzwischen an die Dunkelheit gewöhnt. Im matten Mondlicht erkannte sie gerade noch rechtzeitig den schmalen Trampelpfad, der vom Hauptweg abzweigte und direkt zu der kleinen Bucht führte, in der ihre Brüder immer zu baden pflegten. Endlich hatte sie es geschafft. Beinahe andächtig setzte sie ihre nackten Füße in den weichen Sand. Genüßlich schloss sie die Augen. Auf diesen Augenblick hatte sie so lange gewartet! Es war ein unglaubliches Gefühl. Jeden einzelnen Schritt auskostend ging sie langsam weiter. Die Oberfläche des Sandes fühlte sich kühl an. Die Sonne hatte aber tagsüber den Sand so aufgeheizt, dass die Wärme immer noch spürbar war, sobald ihre Füße ein wenig einsanken. Schließlich erreichte sie das Meer. Als sie ihre nackten Zehen zum ersten Mal in das warme Wasser des Pazifiks tauchte, konnte sie ein leises Schluchzen nicht unterdrücken. Wie im Traum ging sie am Strand entlang, während das Wasser ihre Knöchel umspülte. Noch niemals in ihrem ganzen Leben hatte sie sich so frei und so glücklich gefühlt wie in diesem Moment. Kein Stehkragen, keine Schnürstiefel, kein Korsett engten sie ein. Keiner beobachtete sie. Keiner kontrollierte mit wachsamen Augen jede ihrer Bewegungen. Sie blieb abrupt stehen und sah sich kurz um. Sie war in der Tat mutterseelenallein. Keiner würde es sehen. Keiner konnte sie daran hindern. Hastig öffnete sie die Knöpfe. Sie schob gerade das Nachthemd über die Schulter, als ein lautes Plätschern die Stille durchbrach. Marie-Helene stand wie versteinert und starrte auf den schattenhaften Umriss eines Menschen, der direkt vor ihr aus dem Wasser auftauchte. Eigentlich hätte sie schreiend vor Angst die Flucht ergreifen müssen. Aber die Gestalt, die langsam auf sie zu watete, erschien ihr so unwirklich, dass sie erst daran dachte davon zu laufen, als es schon zu spät war. Er war nur noch einen Meter von ihr entfernt, als sie ihn erkannte. Es war der junge Mann, der sich von der Rah der ‚Kläre-Auguste‘ ins Meer gestürzt hatte. Seit ihrer Ankunft hatte sie ihn nicht mehr zu Gesicht bekommen. Aber es war seither kein Tag vergangen, an dem sie nicht mindestens einmal an ihn gedacht hatte. Und jetzt stand er direkt vor ihr. Die Wassertropfen auf seiner Haut glänzten silbern im Mondlicht und ein geheimnisvoller, beinahe mystischer Zauber umgab ihn. Die ganze Szenerie war von einer unwirklichen, märchenhaften Schönheit. Er kam ihr vor wie ein Geschöpf aus einer anderen Welt. Vielleicht war es ja tatsächlich nur ein Traum. Sie musste sich unbedingt vergewissern. Langsam, wie in Trance streckte sie ihre Hand aus und ihre Fingerspitzen berührten seine nackte Brust. „Hast du dich verlaufen?“ Er war einen Kopf größer als sie und sah jetzt leicht amüsiert auf sie herab. Als seine Stimme so unvermittelt die Stille durchbrach, schrak sie zusammen. Die ganze Ungeheuerlichkeit ihres Tuns kam ihr zum Bewusstsein und ihre Finger zuckten zurück, als hätte sie sich verbrannt. Entsetzt starrte sie ihn an. Was würde er jetzt bloß von ihr denken? „Es tut mir so leid. Ich wollte das nicht. Bitte entschuldigen Sie!“, stammelte Marie-Helene beschämt. Wie bei ihrer ersten Begegnung hatte er nur ein buntes Tuch um seine Hüften gewunden, das jetzt klatschnass an seinen Oberschenkeln klebte und die Einzelheiten seines Körpers verräterisch nachzeichnete. Nach den Moralvorstellungen, die ihr seit frühester Kindheit eingebläut worden waren, war er also quasi nackt. Flammende Röte überzog ihre Wangen und sie wusste vor Verlegenheit kaum wo sie hinschauen sollte.
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