Sandra Losch - Der Baum des Lebens

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Die junge Amerikanerin Deborah wähnt sich am Ziel ihrer ehrgeizigen Träume: Bald schon Teilhaberin einer renommierten Kunstgalerie in San Francisco zu werden. Doch das Schicksal hat zunächst andere Pläne und führt sie nach Deutschland, auf die Spur ihrer Ahnen – ihrer jüdischen Vorfahren, von denen Deborah so gut wie nichts weiß. Eine spannende Reise in die Vergangenheit und zu ihren eigenen Wurzeln, auf der sie die Liebe findet und nicht ahnt, dass sie sich dabei in tödliche Gefahr begibt…

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Deborah war fast ausschließlich bei ihrer Großmutter aufgewachsen, die sie liebevoll umsorgte und versuchte, ihr Vater und Mutter so gut es ging zu ersetzen. Deborahs Vater war Diplomat und alle paar Jahre verlagerte sich sein Dienstort in einen anderen Teil der Welt. Anfangs hatte ihre Mutter ihn noch begleitet, doch das Nervenkostüm ihrer Mutter war von jeher schwach. Anfängliche Phasen von Niedergeschlagenheit wechselten sich ab mit aufgekratzter Nervosität und wurden schließlich zu massiven Depressionen, Angstzuständen und Panikattacken. Als Deborah drei Jahre alt war, musste ihr Vater schweren Herzens einsehen, dass seine Frau der Verantwortung für Deborahs Obhut nicht mehr gewachsen war und professionelle Hilfe benötigte. Seither war ihre Mutter in einer Nervenheilanstalt untergebracht und lebte dort mehr oder weniger in ihrer eigenen Welt.

Rebecca hatte sich schon in früheren Jahren immer wieder gefragt, warum ihre Tochter oft so still und in sich gekehrt, ja beinahe niedergeschlagen war, fand sich dann aber mit der Erklärung ab, dass es wohl einfach mit einem von Natur aus eher introvertierten Gemüt zu tun hätte. Sie nahm ihre Enkelin zu sich und wollte alles in ihrer Macht stehende tun, um Deborah die Liebe und Fürsorge zukommen zu lassen, welche die Eltern ihr nicht geben konnten. Nach dem Tod ihres geliebten Mannes Jonathan, mit dem sie so viele Jahrzehnte das Leben geteilt hatte, gab ihr diese Aufgabe wieder neuen Halt und Zuversicht.

Deborah verehrte ihre Großmutter. Sie hatte eine glückliche Kindheit bei ihr und auch heute noch war die alte Dame ihre wichtigste Bezugsperson. Sie hatte es sich gerade vor dem Fernseher gemütlich gemacht und wollte die Acht-Uhr-Nachrichten verfolgen, als ihr Handy läutete. Es war Rebecca.

"Hi Gran, was gibt's?" meldete Deborah sich.

Rebecca kam gleich ohne Umschweife zum Punkt: "Bist du schon zu Hause? Dann komm bitte sofort zu mir."

Deborah war alarmiert: "Geht es dir nicht gut? Ist etwas passiert?"

"Nein, nein. Mir geht es gut, aber ich brauche dich hier. Es gibt etwas zu besprechen."

"Granny, muss das heute noch sein? Ich bin gerade erst nach Hause gekommen und habe einen wahnsinnig anstrengenden Tag hinter mir."

"Ok, dann bist du also in 20 Minuten hier. Bis dann."

Ihre Großmutter hatte aufgelegt und Deborah begriff, dass es in diesem Fall wohl keine Widerrede gab. So liebevoll und fürsorglich Rebecca auf der einen Seite sein konnte, so streng und energisch war sie andererseits. Und wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann war sie nicht davon abzubringen. Also mobilisierte Deborah ihre letzten Kraftreserven, schnappte ihre Autoschlüssel und fuhr los.

Bei ihrer Großmutter angekommen öffnete Deborah mit ihrem Schlüssel die Wohnung ihrer Großmutter, und ging direkt zum Wohnzimmer. Dort saß Rebecca in dem grünen, mit Veloursleder bezogenen Ohrensessel, der schon seit Deborahs Kindheit dort stand. Auf dem Couchtisch vor ihr lag ein geöffneter Luftpostumschlag und ein Brief in einer für Deborah unverständlichen Sprache.

"Granny, was ist los? Warum wolltest du mich so dringend sprechen und warum ging das nicht am Telefon?"

"Nun setz dich erst einmal hin. Ich werde es dir erklären." Mit einem leichten Kopfnicken wies ihre Großmutter auf das Sofa neben sich und Deborah nahm gespannt Platz.

"Nun spann mich bitte nicht länger auf die Folter, Granny."

Rebecca nahm den Brief und strich die Seiten glatt. "Ich habe heute einen Brief erhalten. Aus Deutschland." Schweigen. Eine bedrückende Stille hing im Raum schwer wie Blei. Ihre Großmutter war des Deutschen nach wie vor mächtig, auch wenn sie sich seit 70 Jahren weigerte, nur eine einzige Silbe Deutsch zu sprechen. Soweit Deborah wusste, gab es keine Verbindungen mehr zu Deutschland, alle Angehörigen ihrer Großmutter waren im Krieg umgekommen, bis auf die Mutter. Mit ihr war Rebecca bei Kriegsende in einem Auffanglager für Displaced Persons aufgenommen worden. Nach fünf Jahren starb ihre Mutter und Rebecca musste sich allein durchschlagen. Bald darauf wanderte sie nach Israel aus, das damals noch Palästina hieß. Sie war begeistert von der Idee, den damals noch jungen jüdischen Staat Israel, der 1948 gegründet worden war, mit aufzubauen und in einem Kibbuz hatte sie ihren Mann Jonathan kennengelernt. Als Deborahs Mutter auf die Welt kam, entschieden sie sich, in die USA umzusiedeln. Wer also sollte ihrer Großmutter nun einen Brief aus Deutschland schicken?

"Hast du schon einmal von den sogenannten "Stolpersteinen" gehört?" wollte Rebecca wissen.

"Du meinst diese kleinen Gedenktafeln, die in europäischen Städten auf den Gehwegen verlegt werden für ehemalige jüdische Bürger, die irgendwann deportiert wurden? Was ist damit?"

"Sie wollen einen solchen Stolperstein zum Gedenken an meine Eltern, deine Urgroßeltern, verlegen. In Nürnberg, dort, wo wir herkommen. Aber das ist eigentlich nur Nebensache."

"Was? Wieso Nebensache, worum geht es denn dann?"

"Vor einigen Monaten fand dort eine Ausstellung statt zum Thema Arisierung und Enteignung jüdischen Eigentums. Wie du weißt, war mein Vater vor dem Krieg ein erfolgreicher Fabrikant, bis die Nazis ihm alles nahmen. Die Liste der enteigneten Geschäftsleute, Privatbankiers und Kunstsammler diente wohl als Vorlage dafür, wer alles einen Stolperstein gewidmet bekommt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch nach Hinterbliebenen gesucht, die zur Verlegung eingeladen werden. Dabei hat die Jewish Claims Conference geholfen, die sich um die Restitution des arisierten jüdischen Eigentums kümmert. Sie hatten lange Zeit nach Nachkommen unserer Familie gesucht, aber durch meine Auswanderung nach Israel und später in die Vereinigten Staaten sowie meine Heirat und dem dadurch geänderten Familiennamen, haben sich die Spuren verwischt und der Fall wurde zu den Akten gelegt. Heutzutage sind mittlerweile viel mehr Daten mit Computern erfasst und die JCC hat mich ausfindig gemacht."

Deborah war einen Augenblick lang sprachlos, sie musste das eben Gehörte erst einmal verarbeiten. "Und was heißt das nun?"

"Die JCC will uns dabei helfen, das wieder zurück zu bekommen, was rechtmäßig uns zusteht. Das, wofür dein Urgroßvater mit so viel Fleiß und Hingabe gearbeitet hat, um etwas zu erschaffen, das er an seine Nachkommen weitergeben kann. Sie haben die Kontaktdaten eines Korrespondenzanwalts in Deutschland genannt, der uns in diesem Verfahren unterstützen wird."

"Und wie soll das funktionieren? Wird er herkommen?"

"Nun, der erste Schritt wäre zunächst, der Einladung zu dieser Stolperstein-Verlegung zu folgen, sie findet in zehn Tagen statt. Ich habe dir bereits einen Flug gebucht, die Vollmacht für dich habe ich schon unterschrieben. Dieser Anwalt, Dr. Wagner, wird dich am Flughafen abholen und dann alles weitere mit dir besprechen. Ich bin eine alte Frau und nicht mehr besonders gut zu Fuß, aber du kannst diese Reise für mich unternehmen. Und du wirst das Erbe deiner Vorfahren antreten."

"Aber Granny, das geht nicht. Du weißt, ich kann dir keinen Wunsch abschlagen, aber muss das ausgerechnet jetzt sein?! In vier Wochen findet die Vernissage statt, bei der wir meine Teilhaberschaft an der Galerie bekannt geben wollten, und es ist noch so viel zu tun. Ich kann hier nicht weg."

Deborah befand sich in einer misslichen Zwickmühle. Sie wollte ihre Großmutter auf keinen Fall enttäuschen, sie verdankte ihr so vieles im Leben und wie wichtig ihr diese Angelegenheit war, konnte sie nur erahnen. Aber die Erfüllung ihres beruflichen Traums war für sie von ebenso großer Bedeutung.

"Wie du bereits sagtest, kannst du mir keinen Wunsch abschlagen und insbesondere diesen nicht. Wenn alle Formalitäten erledigt und die nötigen Unterschriften geleistet sind und das Verfahren erst einmal läuft, dann kannst du in zwei Wochen wieder hier sein."

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