„ Wieso fragen sie mich das? Ich lasse meinen Mitarbeitern ihr Privatleben, so wie die auch mein Privatleben respektieren. Ich weiß nur das Fred bei Frauen immer schon gut ankam, so wie ich ja auch. ( er grinst breit ) Das ist alles was ich weiß und mehr Dreck brauchen Sie über einen Toten jetzt wirklich nicht auskippen. Meine Sekretärin hat ihn sicher nicht erschossen, die war bis gestern im Urlaub und hat ein Alibi.“ „ JA schon klar, geschenkt. Also das Sie die Privatsphäre ihrer Leute achten, dass war doch mal ein Fall für das Gericht. Nicht wahr Herr Schwarzberg. Sie wurden von zwei ehemaligen Angestellten verklagt, dass Sie deren Diensttelefone abgehört haben, weil die angeblich Privatgespräche im Dienst führen würden. “ „ Ich wurde selbstverständlich nicht verurteilt und bin demnach völlig frei von Schuld und verwahre mich gegen jeden, der etwas anderes behauptet. Ich habe gute Verbindungen in ihr Ministerium und...“„Da irren sie sich Herr Schwarzberg, wir sind nicht von hier und auch keine alten Dorfkumpel. Wir sind nicht mal von der normalen Polizei... wir sind ganz schlimme Bullen. … so was haben Sie noch nicht erlebt. “: merkt Mayer derb an und Kaiser setzt nach. „ Also sie sagen Herr Feuerofen war abgesehen von natürlich veranlagtem Hang zum Beischlaf.... frei von Fehl und Tadel und niemand hatte ein starkes Motiv. Sie eingeschlossen oder gab es zwischen ihnen Differenzen. Nichts hält ewig und bei Geld hört die Freundschaft sowieso auf. Wenn die Liebe es nicht ist, dann ist es Geld oder Rache – lange geplant oder im Affekt und natürlich Kombinationen aus allen Motiven. Liebe, Geld und Neid sind des Menschen Feind. “
„ Ja genau und sie sind ja Bullen und werden den Täter schon herbeischaffen und einsperren lassen, so sind wir damit fertig oder wollen Sie noch mehr Bullshit erzählen. Ich muss jetzt wirklich weg. Wenn Sie mich sprechen wollen - machen Sie einen, besser zwei Tage vorher doch einen Termin aus! “ „Ich hab ne bessere Idee. Das nächste Mal kommen Sie zu uns und bringen Zeit mit.“: schließt Kaiser die Unterhaltung und steht mit Mayer zusammen auf. Es ist ein erstes aufeinander prallen und es steht Unentschieden. Marie bringt beim Hinausgehen den Kaffee und wieder sieht sich Mayer das volle Leben an. „ Herr Schwarzberg, Herr Altstadt kommt etwas später, er hat eben angerufen, die Eurojobber sind noch nicht da “: sagt sie ganz ängstlich zu ihrem Chef. Schwarzberg schnappt sich die Tasse und wirft Marie wütend aus dem Büro mit der Anweisung sofort den Altstadt anzurufen.
Mayer und Kaiser kommen die Treppen hinunter und feixten miteinander. „ Der lügt ja wie gedruckt. Weiß nix,... und der arme Tote, ich sag Dir, der lügt schon so lange, dass es ihm in Fleisch und Blut übergegangen ist. Ein Politiker wie aus dem Lehrbuch. Da hilft nur die ganz grobe Kelle.“„Meinst du Siegfried? Naja seine kleine Maus jedenfalls sieht echt aus und wieso sollen wir ihn nicht nochmal besuchen. Des Anblicks zuliebe.“
„ Ja Willi, du hast dich wieder mal verliebt.. aber die Sache ist wichtiger als dein Jagdtrieb.“„Apropos der Alte hat aber auch ne schwere Jagdpassion. Der stirbt sicher auch bei der Jagd und kommt gleich nach Walhalla. “ „ Jo und da sitzt schon sein Kumpel Fred mit der Harfe auf ner Wolke. Prüfen wir mal gleich ob die Wanze, die ich unter den Stuhl geklebt habe auch ordentlich aufzeichnet. “
Sie steigen ins Auto und kriegen mit wie Schwarzberg am Telefon tobte.
„ So eine Scheiße, wegen Ofen hab ich jetzt die Bullen am Hals...das passt mir gar nicht... Ich komm rüber zu dir, muss was trinken.... bis gleich“. „ Schade, jetzt kriegen wir nicht mehr mit was er diesem Altstadt erzählt.“: meint Willi beim Ausschalten.
Vorplatz des Rathaus mit Hauptstraße
Jetzt kommt der Bus angerollt mit dem die beiden Kommissare fahren und der bringt die Zwei bis auf 50 Meter vor die Pension.
„ Da müssen wir raus Jürgen“.
„ Ja Detlev... das Ganze schmeckt mir jetzt schon nicht.“„JA aber wir müssen, der Chef hat gemeint wir könnten hier mal wieder richtig Punkte sammeln für die nächste Beförderung, hast ja die hohen Tiere gehört . Wir haben beide so viel Diszis und Ermahnungen... ich brauch mal wieder ne positive Bewertung meiner Personalakte, sonst kann ich wirklich bald im Tierpark anfangen, aber offiziell und nicht Undercover “.
Sie steigen aus und gehen leicht gebeugt auf den Eingang einer etwas heruntergekommen Absteige zu.
Pension Altstadt von außen eine heruntergekommene Wirtschaft im Stil der 60er Jahre.
„Pension Altstadt“ Zimmer frei. Ahja
Pilsstube mit Tresen, ebenso runtergekommen wie der Rest.
Sie gehen hinein und kramen ihre Papiere heraus.
„ Ah die Herren Schmidt und Schmitt. NA endlich ich habe schon ne Ewigkeit gewartet, Ihr Pens meint auch alle ich hätte sonst nix zu tun“.
„ Hast du ja auch nicht du Pfeife “ kommt es vom Tresen nach vorne gerufen.
„ Maul halten ihr Pens sonst dreh ich euch den Hahn zu, so ihr zwei dann kommt mal mit! Ich geb euch die Schlüssel und zwei Rollen. “
„ Was denn für Rollen.Gehen wir zum Broadway?“: macht Detlev einen Witz. „Nee du Komiker zum Scheißen. Klopapierollen oder wollt ihr keins“
„ Also ich nehme zwei. Dann hab ich immer“: sagt Jürgen.
„ ne Scheißreserve... bist ein kluger kleiner Scheißer. Und wo dürft ihr ran... im Tierpark Scheiße schippen oder Straßen fegen.. scheiße scheiße ist das ein Dreck. Ich möchte nicht mir euch tauschen so viel ist sicher. “
Jürgen sieht verkniffen zu Detlev und der gibt sich ganz in seine Klo-Rolle hin.
„Ach was, wir müssen gar nichts. Im Tierpark 6 Stunden schaffen, dass wird ja noch geradeso gehen. Wir trinken erst mal einen, als Willkommenstrunk oder so“: will er sich gleich mal beliebt machen. „Habt ihr auch Geld,.. ihr zwei Scheißer“.„JA du Scheißer“.
„ FÜR SIE ALTSTADT, Herr Altstadt. Ich lasse euch hier wohnen und ihr habt alle Sorgen vom Hals was das angeht und macht hin... ich kriege gleich Besuch, kommt mit! “
Kellerräume der Pension. Dunkel und muffig.
Altstadt führt die beiden durch einen muffigen engen Flur über eine Treppe in den Keller. Dort warteten zwei echte Abstellkammern auf die beiden. Als der erste Schock verdaut ist, misst Detlev mit den Armen und Beinen nach. „ Du ich hab hier netto nicht mal 2qm zum Wohnen, ein schäbiges Bett ein Sperrmüllschrank ein kleiner Tisch ohne Stuhl und wie das Gemeinschaftsklo aussieht will ich gar nicht wissen. Das ist ja eine Zumutung “.
„J A und was für .eine.. ich hab auch so ein Wohnklo und wenn die Arbeit morgen genauso ist, na da muss man ja mal einen umbringen. Hier drin kannst du dich nur kaputt saufen und verfaulen. Alleine dafür müsste man ja schon Ermitteln. “
Der Keller riecht wie er aussieht muffig und faulig. Man ahnt wie viele Schimmelsporen in der Luft sind. Es riecht auch typisch nach diesem Alkoholikerurin, der regelrecht krank und giftig stinkt.
„ Hier drin hält es doch keiner aus, also ich geh sofort ne Zeitung kaufen und wir hängen ne Anzeige raus, dass wir eine Wohnung suchen. Zur Not strecke ich die Miete selbst vor. Hier drin bleibe ich keine Sekunde länger als nötig. “: stöhnt Jürgen und Detlev räumt seinen Kram ein. Er schreibt Kaiser eine deftige MMS mit Bildern der Absteige. Nachdem man sich mehr schlecht als recht mit der Bruchbude abgefunden hat, macht sich Jürgen auf, um eine Wohnungsanzeige aufzugeben und selbst den Immobilienteil der Zeitung durchzulesen. Aber egal wo er anruft, als er erwähnt, dass er und sein Kollege als Hartz 4 Empfänger in der Pension Altstadt wohnen, ist es mit der Verhandlung gleich wieder Essig. Alkoholiker und Asoziale will keiner haben. Willkommen in Deutschland.
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