Markus Sturm - Jakob der Träumer

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Neben Frank an einer Bar steht der Tod. Der Tod ist unzufrieden. Er geht ständig seiner Tätigkeit nach, bestimmte Menschen von A nach B zu bringen. Dabei fragt er sich immer wieder, warum er gewisse Personen begleiten muss und andere wieder nicht. Was macht den Unterschied aus zwischen ihnen? Er denkt über Irgendwer nach, den Schöpfer, der ihm das alles eingebrockt hat, und das Paradies.
Auch Frank hat eine Geschichte zu erzählen, nämlich die seines verstorbenen Freundes Jakob. Dieser ist taubstumm seit Geburt. Frank und er haben sich in ihrer Kindheit angefreundet und bis an das Lebensende Jakobs viel Zeit miteinander verbracht, vor allem damit, ein Fluggerät zu konstruieren. Denn das Fliegen ist Jakobs großer Traum.

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„Eigentlich, wenn man es so betrachtet“, setzte der Tod fort, „ist Irgendwer nichts anderes als ein sich selbst viel zu wichtig nehmender Barkeeper.“ Noch immer betrachtete er sich selbst im Spiegel. „Am Ende dreht er das Licht heller, es schmerzt in den Augen.“ Der Tod redete sich warm. „Kurz kommen noch Gedanken, dass man einen netten Abend verbringen wollte - doch irgendwie hat es nicht gepasst.“ Der Tod dachte nach: „Keine Stimmung, nicht die richtigen Leute. Oder ist man an diesem Abend einfach selbst nicht der Richtige?“

„Ein dumpfer Schädel. Eine Wand, die an dir lehnt und nicht und nicht von dir weggeht. Die klebt, wie eine Klette. Eine Stiege in einem Hauseingang, die dich sitzen gelassen hat und dich hält und klammert und zieht, wenn du dich erheben willst. Dich nicht aufstehen lässt“, meinte der andere. Der neben ihm blickte ihm, über den Spiegel gegenüber, zum ersten Mal direkt in die Augen. Er suchte keine Ausreden und Ausflüchte. Er sah seine Zukunft recht klar vor sich. Zum ersten Mal eigentlich in seinem Leben. Das demnächst enden würde. Der Tod starrte zurück. Nicht furchteinflößend. Warum sollte er? Er war eine Tatsache. Er starrte nur aus Gewohnheit. Dann zwinkerte der andere mit einem Auge. „Stress im Büro?“, witzelte er. Er bewies Haltung. Dem Tod imponierte dies. Ihm waren auch schon andere begegnet. Obschon der neben ihm wusste, nicht anders konnte, als zu wissen, was unvermeidlich war, versuchte er es mit trockenem Humor, versuchte er, der Situation etwas abzugewinnen, war nicht ängstlich, zweifelte nicht, jammerte nicht. Der Tod hatte bereits Könige und Kaiser vor seinem Angesicht um Gnade flehen sehen, Menschen, die gewohnt gewesen waren, Macht auszuüben, die sie nun nicht mitnehmen konnten, die nicht mehr half. Nichts half mehr. Und hier saß einer, der nicht erschrak, der zu akzeptieren schien.

„Nein“, lächelte der Tod, „kein Ärger im Büro. Ich sollte nicht zu viel denken. Nicht laut denken. Wenn ich Zeit habe, wenn ich nicht sofort zum Nächsten springen muss, dann komme ich ins Grübeln. Das sollte ich vermeiden. Ist nicht gut für mich. Nicht gut für Sie.“

„Ich habe kein Problem damit. Grübeln Sie nur. Tun Sie sich keinen Zwang an. Ich glaube, ich habe heute ansonsten nichts mehr vor.“ Gesprächspause. Worüber plauderte man mit dem Tod? Sollte er sofort zum Kern der Sache kommen und sagen, er wolle gehen? Jetzt, auf der Stelle. Bringen wir es hinter uns. Konnte er dies überhaupt? Einfach so gehen? Außerdem, gerade der Tod dürfte ein interessanter Gesprächspartner sein. Und eilig hatte er es auch nicht mehr. Er hatte eigentlich nichts anderes mehr vor als zu sterben. Nachdem er keine Schmerzen spürte, es ihm soweit gut ging - wenn er darüber nachdachte, so wohl hatte er sich eigentlich schon lange nicht mehr gefühlt -, warum nicht noch ein klein wenig warten, plaudern, tratschen mit dem Tod? Der offensichtlich ebenso Zeit hatte? Nur worüber? „Ich heiße Frank“, meinte er.

„Ich weiß“, antwortete der Tod. Wieder diese unangenehme Pause, die man unbedingt füllen wollte.

„Woher kommen Sie eigentlich?“ Eine erste Frage, zumindest ein Anfang. „Woher? Wie meinen Sie das?“

„Ich meine, woher kommen Sie wirklich? Wo sind Sie, wenn Sie nicht bei mir sind? Haben Sie ein „Zuhause“? Eine Wohnung, in der Sie sich aufhalten, wenn Sie nicht unterwegs sind, oder gehen Sie immer und überall und dauernd - Ihrer Tätigkeit nach?“

„Zumeist ja. Ich habe keine richtigen Pausen, wenn Sie das meinen. Eher Auszeiten. So wie jetzt. Wir unterhalten uns. Es könnte auch alles anders verlaufen. Sie haben nur noch Zeit.“

Der Tod war nicht gewöhnt, an der menschlichen Unterhaltung, am menschlichen Leben so direkt teilzunehmen; er suchte im Allgemeinen keine Unterhaltung, keine Teilnahme. Anteilnahme ja, die kannte er. Er nahm Anteil, wenn es sich als erforderlich zeigte. Dies war eben etwas, das er Irgendwer vorhielt, der seiner Meinung nach nur spielte, versuchte; er aber dachte nach, lief viel, weil Irgendwer irgendjemanden bestimmte, und er, der Tod, nahm Anteil. Aber Teilnahme schien ihm fremd, im direkten Kontakt mit dem Wesentlichen suchte er zumeist die Distanz, und hier fand er jemandes Teilnahme an seinem Selbstgespräch. Irgendwie unpassend. Wer unterhielt sich schon mit dem Tod, suchte ein richtiges Gespräch? Zwar wusste er um die Blicke seiner Kunden, wenn er sie abholte. Früher, ganz früher, waren die bei seinem Anblick meist teilnahmslos gewesen, ließen geschehen, was geschehen sollte, hatten noch nichts realisiert, oder waren manchmal erfreut, dass alles ein Ende gefunden hatte; fragten, ein, zwei Dinge - unvermeidlich: wie? Was nun? Er war nur für das Wesentliche zuständig. Doch hier suchte jemand Unterhaltung. Echte Teilnahme, jemand suchte Unterhaltung. Dies war ihm selten passiert. Eigentlich noch nie, zumindest seit sehr langer Zeit nicht mehr. Der Tod fühlte leichte Verunsicherung. Er war verblüfft. Er fragte sich schon längere Zeit, eigentlich die ganze Zeit, warum Menschen so waren, wie sie waren, und hatte noch keine Antwort auf diese Frage gefunden. Was steuerte sie? Was trieb sie vorwärts? Irgendwer sicherlich nicht mehr, der kümmerte sich scheinbar nur noch um die Bedeutenden, warum auch immer sie bedeutend waren. Wie funktionierten sie? Warum nahmen sie etwa teil? Warum Anteil? Wie konnten sie das Leben ertragen, wo sie doch damit rechnen durften, jederzeit gehen zu müssen? Und warum fanden sie auch in schrecklichen Situationen ein Lachen? Warum unterhielt er sich überhaupt? Es verkomplizierte nur alles. Er war nur irgendeine Gestalt an einer Bar, nicht besonders interessant, bis auf die Tatsache, dass er den neben sich abholen sollte, sozusagen Taxiunternehmer, und trotzdem ließ es der andere nicht einfach geschehen, sondern suchte Unterhaltung. Lehnte er in seiner ursprünglichen, seiner ersten Gestalt an der Bar, die, die er am Anfang bekommen hatte, und schimpfte dort über Irgendwer, hätte er Interesse verstanden. Vielleicht nicht Teilnahme, möglicherweise Anteilnahme, weil er so dürr war, doch keine Teilnahme. Er hätte eher abschreckend, ein wenig wie ein Gerippe gewirkt, hätte schrecklich erinnert an etwas Endgültiges. Aber so? In seiner jetzigen Gestalt? Anzug, natürlich schwarz. Schlank, unauffällig. Auffallen mochte er nicht so gerne beim Warten, fiel am Ende, wenn es wirklich soweit war, oft genug auf. Er konnte nie anders, konnte sich eigentlich letztlich nie im Hintergrund halten, er musste auffallen, war der Letzte, musste gesehen werden. Er war froh über diese Gestalt: schwarzer Anzug, passend zur Wandfarbe des Lokals und seiner restlichen Umgebung, eher damit verschmelzend. So ähnlich wie diese Tiere, diese Echsen. Und dennoch, es nahm jemand teil, suchte Unterhaltung, warum? Er sollte nur eine Aufgabe erledigen. Er war nicht interessant. Zumindest nicht so, dass man prinzipiell davon ausgehen konnte, dass jemand mehr über ihn wissen wollte. Andere waren in diesen besonderen Augenblicken der Entwesentlichung mehr mit sich selbst und der unmittelbaren Zukunft beschäftigt gewesen.

„Und nein, ich habe kein „Zuhause“ in dem Sinn, wie Sie es verstehen. Ich denke, ich hatte einmal eines. Aber dies ist schon lange her. Irgendwann musste ich dort raus. Die Sache ist, vereinfacht gesagt, die: Ich bin nur, wenn Sie sind, und ich bin nur, weil Sie sind.“

„Das klingt philosophisch.“

Dem Tod fehlten die Worte, um zu erklären, was er genau meinte. Kommunikation war schwierig. Menschen konnten ständig üben, er nicht. Und wie machte man jemandem das Unbegreifliche begreifbar? Wenn er nur war, weil der andere war, weil der andere Mensch, ein Lebewesen, war, was wäre gewesen, wenn es den anderen nicht gegeben hätte? Hätte der Tod dann nicht existiert? Nein, so einfach war es nicht. Bereits vor dem Menschen hatte es ihn gegeben. Nur war er eben nicht des Menschen Tod gewesen. Früher lagen die Dinge für die Menschen einfacher. Da hatte er eigentlich, wenn er so darüber nachsann, nie philosophieren müssen. Früher war alles klar gewesen: der Bettler in den Himmel, der Kaufmann etwas tiefer, der Edelmann war vielleicht nicht so edel gewesen, und wenn doch, dann eben nach oben. Die Menschen glaubten. Sie stellten keine Fragen. Was wirklich sein würde, nun, wer außer ihm wusste die Antwort? Irgendwer und seine Anderen, aber ansonsten? Und heute? Alle meinten, etwas Besonderes zu sein, und blieben doch nur Menschen in ihren letzten Augenblicken und Atemzügen. Und dennoch nannten sie die unmöglichsten Wünsche ihr Eigen. „Und was jetzt?“, war die harmlose Frage. Da gab es aber auch die, die meinten, sie hätten nun all-inclusive gebucht und er sei der Animateur. Oder die, die auf Jungfrauen warteten und in Wirklichkeit nur ein Bordell wollten. Für alle hatte er eine persönliche Gestalt. Obschon er sich, das wusste er, als Animateur wohler fühlte. Den Job als Jungfrau hatte er jemand anderem überlassen. Früher also Skelett, heute der moderne Mensch. Der moderne Mensch schuf sich seinen eigenen Fährmann, wählte eine Gestalt, machte das Sterben zur persönlichen Angelegenheit, zum persönlichen Tod, nahm es persönlich. Und er sah an seiner Gestalt, was das metaphorische Etwas gewesen war, wie es gelebt und was es geglaubt hatte. Er sah das Wesentliche. Manche dachten an Wiedergeburt, manche ans Paradies, manche an nichts Genaues, nur an ein helles Licht und einen Tunnel. Ihm war es egal, er kannte die Antwort auf die Frage, was folgte, aber es war nicht seine Aufgabe, sie zu geben. Ihm ging es nur um das Wesentliche. Das Skelett war für viele Gewohnheit, noch immer beliebt, wie ein alter Freund, aber bei weitem nicht mehr so wie früher. Da hatte es nur den Knochenmann gegeben. So nahm er heute also immer die Gestalt der jeweiligen Vorstellung an, des geheimen Wunsches vielleicht. Oder des geheimsten Albtraumes. Er war nicht nur für die Guten verantwortlich. Grundsätzlich konnte er jede Gestalt annehmen. Grundsätzlich musste er jede Gestalt annehmen. Er war in jener Nacht dankbar für den schwarzen Anzug.

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