3. Wer ist der „Fachexperte“?
Wer in Eurem Umfeld hat gute bis sehr gute Kenntnisse auf dem entsprechenden Gebiet?
4. Es ist ein Fach, dann ist es eher einfach.
Oder sind es sogar vielleicht 2 Fächer, das wird natürlich entsprechend aufwendiger. In diesem Fall gut überlegen.
5. Wie vermeidet Ihr unnötigen Druck?
Was wollt Ihr Euch zumuten? Steht noch ein Urlaub an? Auf was müsstet Ihr vielleicht verzichten? Was müsste anders geplant werden?
Gerade der letzte Punkt ist zugegebenermaßen schon etwas schwierig. Es ist eine Gradwanderung. Zu hoher Lerndruck und entsprechende Demotivation verhindern das zügige und nachhaltige Lernen und machen das Ganze zu einer Tortur. Irgendwann ist dann Lernen nicht mehr möglich. Das solltet Ihr immer im Blick haben. Ein gewisser Grunddruck wird aus subjektiver Sicht des Schülers immer mitschwingen, allein schon deshalb, weil zum regelmäßigen Üben Disziplin gehört. Das war bei uns genauso. Wir beide sind sehr froh, dass wir unser Vorhaben gemeinsam durchgezogen haben.
Unser Tipp:
Gut überlegen, dann nur einmal entscheiden.
Ja oder Nein.
Teil A - Vorbereitung und Hintergründe
Dieser Abschnitt ist insbesondere im Hinblick auf die Grundlagen des Lernens sehr interessant und hilfreich. Bestimmt wir Euch einiges bekannt vorkommen..
Vater & Sohn Projekt
Das S.-Team
János Sakowski, Jahrgang 1993
besuchte damals 10. Klasse eines Gymnasiums und trug sein Haar lang und schwarz, usw. kurz ein netter Typ, aber das Äußere…bestimmt keine Augenweide für die damalige Lehrerschaft. Ein Schulwechsel war bereits entschieden. Kurz davor hatte ihm ein engagierter Pädagoge zum Abschied noch eine 5 in Chemie mit auf den Weg gegeben. Die Aufnahme auf der geplanten Schule wäre demnach ins Wasser gefallen.
Matthias Sakowski, Jahrgang 1963
ist Dipl.-Ing. der Elektrotechnik hat sich bisher einen großen Teil seiner beruflichen Zeit mit der Weiterbildung beschäftigt. Insbesondere auch mit prof. Nachhilfe in den Fächern Physik und Mathematik. Seit dem Studium hat er sich mit Lern und Lehrmethoden beschäftigt. Beispielsweise mit Literatur von Vera F. Birkenbihl, Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer und anderen. Darüber hinaus war Matthias Sakowski Führungskraft und Leiter des Vertriebstrainings der T-Mobile Deutschland. In den Jahren 2009 bis 2011 hat er als Verantwortlicher seitens der Telekom Deutschland zusammen mit Prof. Dr. Frank Keuper, der SHB Berlin die „Telekom Business School Vertrieb und Service“ - eine Kooperation der Deutschen Telekom mit der Steinbeishochschule Berlin - aufgebaut.
In unserem Konzept haben wir unsere Erfahrungen aus Schule und Beruf mit den Grundlagen des Lernens und vielen Tricks und Tipps aus dem Lernalltag kombiniert.
Erfahrungen aus Konzept- und Projektarbeit sind dabei genauso eingeflossen, wie die unterschiedliche Sichtweise von Vater und Sohn. Jetzt zu unserem Vater und Sohn -Projekt.
Vater:
Für mich stellte sich natürlich sofort die Frage, wo jetzt anfangen.
Sohn:
Mein erster Gedanke war ein ganz anderer“ Oh Mann, das war es dann mit den Ferien!“
Vater:
Und wie das dann so ist, wenn man sie braucht und vor allem, wenn es sich um ein ungeliebtes Fach handelt, sind die eigenen Mitschriften meist eher dürftig. Die Angaben des Lehrers, was denn in der Nachprüfung vorkommen könnte, gab es entweder gar nicht oder nur sehr oberflächlich. Vielleicht wurde er danach gar nicht oder noch nicht gefragt. Das hieß für mich: Hier muss eine Struktur her! Bevor wir also einfach drauflos gearbeitet haben, hatte ich mir auch aufgrund meiner beruflichen Ausrichtung ein Konzept überlegt, mit dem es möglich sein müsste, mit einem minimalen Aufwand für uns beide das Thema zu stemmen. Dann habe ich meinem Sohn János von meiner Idee erzählt. Er fand es gut. Was sollte er auch anderes sagen, er hatte sich selbst für die Nachprüfung entschieden und war wirklich froh für jede Unterstützung. Der wichtigste und vielleicht sogar entscheidende Punkt war, es sollte auch Spaß machen. Wir wollten uns nicht am Ende der Ferien vollkommen abgearbeitet gegenseitig auf die Nerven gehen.
Grundstein der Überlegungen war:
Lernpsychologisch lernen wir Dinge wesentlich besser, die mit positiven Emotionen verbunden sind. Folgendes ist somit wichtiger Bestandteil des Konzeptes.
1. Der Spaßfaktor
2. Gegenseitige Wertschätzung und Vertrauen
3. Ein Minimum an Disziplin
Ferien sollten für János auch Ferien bleiben und da ich nicht als Lehrer tätig bin, musste ich überlegen, wie ich die Unterstützung rein zeitlich hinkriege. Wenn ich jetzt sagen würde, dass das alles durchweg eine leichte Angelegenheit war, würde ich lügen. Es war natürlich schon etwas Fleißarbeit. Trotzdem hatten wir eine Menge Spaß dabei und das Ergebnis hat uns immer wieder beflügelt, János, wie auch mich selbst. Wir sind nun also folgendermaßen vorgegangen: Zunächst haben wir, jeder für sich bewusst eine Entscheidung getroffen. János für die Prüfung und ich dafür, ihn zu unterstützen. Das hört sich banal an, ist es auch. Es ist aber mit vielen Dingen so, oder? Ist erst eine klare bewusste Entscheidung getroffen, geht es voran. Überlegst Du aber immer und immer wieder und grübelst, ob die Entscheidung richtig war, dann kommst Du niemals weiter und niemals an. Also, nun konnte es endlich losgehen!
Schritt 1:
Wir haben uns überlegt, wer uns fachlich ggf. unterstützen könnte
Das habe ich dann selbst übernommen und beschlossen gemeinsam mit János die Dinge zu erarbeiten. Endlich mal Chemie verstehen.
Schritt 2:
Wir haben den Lernstoff eingegrenzt und vorbereitet, ganz professionell und kopiert von anderen was das Zeug hält.
Schritt 3
Mit einer zugegebenermaßen ordentlichen Fleißarbeit haben wir alles mit eigenen Worten beschrieben und einen Lernplan erstellt.
Schritt 4:
Lern Materialien wurden selbst erstellt, ganz einfach aber effektiv.
Schritt 5:
Einfach und diszipliniert gelernt, oftmals mit viel Spaß dabei. Hier ist der Coach gefordert - immer mal nachhaken bei dem armen „Würstchen“-
Schritt 6:
Prüfungen simuliert
Schritt 7:
Prüfung bestanden.
Wir hatten uns schon eine ganze Weile überlegt diese Vorgehensweise einmal aufzuschreiben. Jetzt haben wir es einfach gemacht.
Unser Tipp:
Einfach machen!
Jetzt mal ganz ehrlich
János:
Ganz so einfach war der Weg dorthin nun auch nicht. Chemie.. als wäre es nicht ohnehin schon uninteressant und langweilig genug für mich, sollte ich jetzt auch noch meine Sommerferien mit diesem Fach verbringen. Dass sich aber mein Vater in die Situation eingeklinkt hatte, änderte schon einiges. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich plötzlich heiß auf die Chemie war, aber als er mir dieses Konzept und die Herangehensweise vorstellte und ich wusste, was ich zu tun hatte, fiel mir die ganze Sache schon wesentlich leichter.
Vater:
Klar ist, bei entsprechender Vorbereitung ist alles halb so schlimm. Soweit so gut. Das denkt sich alles ganz schön. Aber als ich als Vater in diese Situation gekommen bin, sah die Welt im ersten Schreck ganz anders aus und meine Meinung dazu auch. Wie sehr sich doch die Theorie von der Praxis unterscheidet. Nun bin ich von Hause aus Ingenieur der Elektrotechnik, habe mich wie beschrieben mit den Fächern Physik u. Mathematik viele Jahre intensiv beschäftigt, aber die Chemie, mit der konnte ich mich nie anfreunden. Im Gegenteil, ich hasste Sie und die Folge war, ich hatte keine Ahnung davon, ganz ehrlich. Als mein Sohn mich fragte, ob ich ihn in dieser Richtung unterstützen könnte, war meine erste Reaktion: „Das würde ich gerne tun, aber von Chemie hab ich keine Ahnung, da musst Du Dir einen guten Nachhilfelehrer suchen“. Nach diesem Gespräch hatte ich direkt ein sehr schlechtes Gewissen und habe mir gedacht: “Das kannst du nicht machen.“ Also habe ich mich dazu entschlossen, mich selbst und meinen Chemiefrust beiseite zu schieben und meinen Sohn zu unterstützen und darüber hinaus, das Thema gemeinsam anzugehen. “Dann lerne ich eben jetzt auch Chemie und wir beißen uns beide gemeinsam da durch“, sagte ich zu ihm.
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