Prodosh Aich - Preis des aufrechten Gangs

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Es ist eine politische Neuerscheinung über praktizierten Alltagswiderstand. In Deutschland, wo das Fehlen von Zivilcourage beklagt wird. Schon immer und regelmäßig. Aber keiner beschreibt das Umfeld, den kulturellen Hintergrund, der Zivilcourage erst möglich macht. Und vieles, was damit zusammenhängt. Preis des aufrechten Gangs, eine dokumentarische Erzählung aus den Jahren 1957-1987. Das Buch erzählt Zeitgeschichten über Wissenschaftsbetriebe, Wissenschaftler, Politiker, Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte und Medienvertreter. Auch Geschichten über das Hegen und Pflegen des kolonialen Erziehungssystems in der Dritten Welt durch Wissenschaftler und Politiker der Ersten Welt. Es sind vor allem auch Geschichten über Moral. Ich lebe in Deutschland länger als die meisten Deutschen. 45 Jahre. Nichts war mir in Deutschland selbstverständlich und vertraut. Ich hatte eine kulturelle Distanz zu den hiesigen Ver-hältnissen. Jede mich unmittelbar betreffende Ungereimtheit hat mich zum Widerspruch provoziert, nach dem Motto: nicht mit mir. Mein Erfahrungsschatz ist angefüllt mit Konflikten. Und dokumentierbar. Soll ich diesen Erfahrungsreichtum mit ins Grab nehmen? Darf ich es? Nun liegt die dokumentarische Erzählung vor. Unzensiert. In meiner Erzählung kommen Leute in großer Zahl vor, die auch wichtige Autoren sind. Verlage nehmen Rücksicht. Schenken aber nicht reinen Wein ein. Kurz: BoD hat diese dokumentarische Erzählung möglich gemacht.

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Seit meinem achten Lebensjahr habe ich „Bridge“ gespielt. Schon in den ersten Tagen in Hannover erkundige ich mich nach einem Bridge–Klub. Im Verkehrsverein der Stadt werde ich schließlich fündig. Ich werde im Bridge–Klub freundlich aufgenommen. Die Bridge–Spieler sind eine besondere Sorte von Menschen. Sie sind liberaler, offener, nicht so verbissen. Vom Bridge–Spiel selbst abgesehen. Beim Spiel sind sie mehr als verbissen. In diesem Klub in Hannover sind neben vielen reichbehangenen betagten Damen auch einige jüdische Rückkehrer. Einer von ihnen war nur wenige Monate vor mir nach Hannover gekommen. Norbert Manne. Zurück aus Montevideo. Mein erstes Turnier in Deutschland spielen wir zusammen und gewinnen. In Porta Westfalica. Wir werden Freunde und werden Freunde bleiben bis zu seinem Tod. Das Bridge–Spielen und die Bridge–Klubs spielen in dieser Sozialgeschichte eine nicht unwesentliche Rolle.

Nach dem Auszug aus dem Studentenheim bin ich ganz und gar der deutschen Umgebung ausgesetzt. Und es ist eine facettenreiche Umgebung. Ich lerne schnell die deutsche Sprache zu beherrschen. Nicht in der Grammatik, aber im Ausdruck, immer unmißverständlicher. Ich komme schnell zurecht. Konflikte, auch verursacht durch mein fremdländisches Aussehen, sind für mich selbstverständlich und nicht unerwartet. Sie hinterlassen auf mich keinen nachhaltigen Eindruck. Ich weiß mittlerweile, in welcher allgemeinen Wertschätzung „die Inder“ schon immer in Deutschland gewesen sind. Diskriminiert werde ich nur in Situationen, in denen ich nicht als Inder erkannt werde. Und Alltagskonflikte gibt es halt überall. Später, viel später, werde ich begreifen, daß ich es als Inder in Deutschland viel einfacher gehabt habe als andere dunkelhäutige Ausländer. Viel später werde ich auch begreifen, daß meine schnelle und angenehme Anpassung an die deutschen Verhältnisse auch schnelle Entfremdung von der indischen Wirklichkeit, von der indischen Kultur bedeutet hat.

Ich gründe den Deutsch–Indischen Verein in Hannover und organisiere indische kulturelle Veranstaltungen. Die Doppeldeutigkeit solcher Übungen war mir schon damals nicht ganz fremd. Nach meiner Zeit in Hannover habe ich nicht nur nicht mehr indische Kultur vermarktet, ich bin auch nie wieder Mitglied eines Deutsch–Indischen Vereins geworden – welcher Art auch immer.

Wie schon erwähnt, ein lngenieurstudium ist der Wunschtraum indischer Eltern. Unabhängig von der tatsächlichen Neigung der Kinder. Und mit einem erfolgreich im Westen absolvierten Ingenieurstudium ist man schon oben. Die Familie auch. Dennoch beginne ich zu zweifeln, ob das Bauingenieurstudium für mich das Richtige ist. Im dritten Semester beginnt so richtig die darstellende Geometrie, das Bauzeichnungswesen und Baurechnungswesen. Diese finde ich erheblich uninteressanter als die leitende Organisation eines Deutsch–Indischen Vereins oder auch als das Erzählen vor diverser Öffentlichkeit oder das Bridge–Spielen. Also mache ich mir ernsthaft Gedanken darüber, ob ich mir ein Leben als Bauingenieur wirklich leisten sollte. Außerdem steigt auch der Bedarf an Arbeitszeit für das Studium.

Etwa zur gleichen Zeit lese ich einen ausführlichen Reisebericht über Südostasien von Carlo Schmid. Engagiert, voller Nachdenklichkeit und Sympathie. Spontan schreibe ich ihm, erkundige mich über eine Studienmöglichkeit bei ihm, erhalte von ihm den Rat, nicht bei ihm, sondern mich besser um einen Studienplatz in Bonn zu kümmern, wollte ich mich mehr für Staat und Gesellschaft als für das Ingenieurwesen interessieren, was ich dann auch getan habe. Ich lasse mich am 22. Mai 1957 in Bonn für Staatswissenschaft immatrikulieren. Der nicht erhaltene monatliche Wechsel macht mir diese Entscheidung leichter. Ich glaubte, später, nach meiner Rückkehr, würde ich keine Rechenschaft oder Rechtfertigung meines Sinneswandels schuldig sein.

Das erste Semester in Bonn entspricht meiner Erwartung nicht, bis auf die eine Veranstaltung, „Internationale Wirtschaftsbeziehungen“. Andere erschöpften sich in Statistik, Buchhaltung, Steuerlehre, Betriebswirtschaftslehre, das Rechnungswesen, Volkswirtschaftslehre, Kredittheorie, usw., usw. Die Stadt gefällt mir, überschaubar und wirtlich, alles nah beieinander. Gewohnt habe ich in einem kleinen Studentenheim, unweit vom Poppelsdorfer Schloß. Neben den Veranstaltungen verbringe ich noch viel Zeit in der Universität. Ich beobachte die Aktivitäten des AStA, der politischen Gruppierungen, der Vereine der ausländischen Studierenden – die Inder haben auch einen eigenen Verein –, des WUS (World University Service) und des ISSF (Internationaler Studentenbund und Studenten Föderation). Ich bin auf der Suche nach einer politisierten studentischen Organisation, der ich mich aktiv anschließen will.

Einblicke in die studentischen Verbindungen in Hannover haben mir gereicht. Für diese Art von studentischer Aktivität habe ich mich nicht begeistern können. Nicht daß einzelne Füchse, Burschen und auch alte Herren nicht herzlich und nett gewesen wären. Die Werte und Normen der „Verbindungen“ sind es, die mir nicht behagen. In Bonn sind die Korporationsstudenten auch noch demonstrativ aggressiv. Farben tragen sie auch im Alltag. Und nicht zu knapp. Bierzipfel genügen ihnen nicht. Und dann die Verbindungshäuser! Und die nächtliche Belästigungen der Nachbarschaft. Beinahe jede Nacht. Gesänge sollen das gewesen sein.

Ich entscheide mich relativ bald für den ISSF. Auch der WUS wäre von der personellen Zusammensetzung her durchaus interessant gewesen, aber ihre Aktivitäten erschöpfen sich in Feten, Tanznachmittagen und „Betreuungsmaßnahmen“ eben für die „armen Ausländer“. Er war eher ein GUS (German University Service) für ausländische Studierende. Hilfe für ihre Anpassung. Durch hilflose deutsche Helfer. Nicht daß der ISSF völlig aus dem Rahmen fiel, nein, aber er bemühte sich redlich um die Internationalität und um Verständnis von Politik, vornehmlich von internationaler Politik. Im internationalen Studentenheim an der damaligen Koblenzer Straße ist ein kleines Büro für die Ortsgruppe. Der Bundesvorstand des ISSF sitzt auch im selben Haus und hat wesentlich mehr Räumlichkeiten. Der Veranstaltungsraum des Studentenheims wird mit anderen internationalen Gruppierungen geteilt.

Wirtschaftlich geht es mir in Bonn erheblich schlechter. Die Stadt Bonn war von Kriegsschäden verschont geblieben, also mußte nicht neu aufgebaut werden. Deshalb besteht für einen „angelernten Maurer“, wie ich einer bin, keine Nachfrage. Aber mein Deutsch ist mittlerweile brauchbar. Durch die Vermittlung der „SPD–Baracke“ erhalte ich während der ersten Semesterferien in Bonn eine Praktikantenstelle bei der Tageszeitung „Hannoversche Presse“ in Hannover. Die SPD hatte damals eine ganze Reihe von Tageszeitungen. Auf dem Bau hätte ich sicherlich mehr verdienen können, aber eine Tageszeitung reizt mich mehr.

Ende des Semesters werde ich zum 1. Vorsitzenden der Bonner Gruppe des ISSF gewählt, meiner Ortsabwesenheit während der Semesterferien zum Trotz. Das politische Programm werde eh schon immer zum Semesterbeginn für ein Jahr gemacht. Außerdem würde einer der Stellvertretender in Bonn sein. Ich buche dieses Gewähltwerden durchaus als eine Auszeichnung. Später werde ich es anders bewerten lernen. In Bridge–Klub (in Bad Godesberg) bin ich auch noch, aber nicht so häufig wie in Hannover. Der Tag hat leider nur 24 Stunden!

Am 20. Juli 1957 kann ich noch gerade die Semestergebühren für das Sommersemester 1957 aufbringen. Meine Notgroschen, von Kalkutta mitgebrachte Reiseschecks über 500 englische Pfund, sind beinah verbraucht. Die Praktikantentätigkeit bei der Zeitung würde gerade ausreichend für meinen Aufenthalt in Hannover sein. Also bitte ich jenen stellvertretenden Vorsitzenden der Bonner ISSF–Gruppe, der ein Bonner war, für mich eine „Schlafstelle“ mit Frühstück ab Oktober ausfindig zu machen. Billigst. Ich werde wenig Geld und viel Arbeit haben. Also brauchte ich kein gut möbliertes Zimmer. Das Praktikum bei der Zeitung ist für mich ein großer Gewinn in vielerlei Hinsicht. Das hat aber keinen direkten Bezug zu der Sozialgeschichte, die ich begonnen habe zu erzählen.

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