Klaus Werner Hennig - Der Koffer meiner Frau

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Der Koffer meiner Frau, auf dem Bahnsteig vergessen, ein aufwändiger Polizeieinsatz ausgelöst. Inoffizielle Mitarbeiter (IM) von einer Psychologin des Siegmund-Freud-Instituts befragt, haben niemandem geschadet. Der erfahrene Leiter eines Zementwerkes in Ostdeutschland wird vom neuen Eigentümer gemobbt und alle machen brav mit. Die moralische Verantwortung des Ingenieurs der Firma Topf & Söhne für die von ihm entwickelten Krematorien für Konzentrationslager. Ein Haus und eine Frau erzählen von Leben, Krieg und Tod. Katholischer Dogmatismus in Südamerika. Nachbars Krähe krächzt die Wahrheit. Matriarchat herrscht im Hühnerhof, wenn der Hahn schwächelt.

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„Waren Sie auf Auslandsreisen?“

„Anfangs kaum, später häufig. Aber nur im sozialistischen Ausland. Vor allem in Budapest. Ich bin gerne nach Budapest gefahren. Am liebsten mit dem Vindobona, Berlin – Wien. Das hatte internationales Flair. Mehr als in den Maschinen der Interflug. Mit der Bahn sollten wir eigentlich nicht reisen, aus Sicherheitsgründen. Aber ich hatte Flugangst und durfte deshalb. Budapest schien mir so leicht und so lebendig. Berlin und Leipzig dagegen: grau, trist und verschlafen. Das können Sie sich nicht vorstellen: Budapest lebte. Vielleicht am ehesten mit Dresden zu vergleichen. München ist wahrscheinlich so ähnlich, aber ich war noch nicht in München. Frankfurt ist mir zu kalt, zu nüchtern. Aber in Italien. Wenn ich das früher geahnt hätte, vor der Mauer. Mein Vater ist immer gereist. Ich weiß gar nicht, wohin überall. Darüber hatte er mit uns nicht gesprochen.“

„Worüber haben Sie mit Ihrem Führungsoffizier gesprochen?“

„Als Reiseleiterin musste ich berichten, schriftlich, sechs Durchschläge, Aufgabenstellung, Ziel der Verhandlung, Ablauf der Verhandlung, Ergebnisse, Schlussfolgerungen, besondere Vorkommnisse mit allem Pipapo. Ich habe aufgeschrieben, was gewesen war, die Wahrheit, nicht mehr und nicht weniger, das müssen Sie mir glauben. Beinahe hätte ich meine Stellung verloren. Werbegeschenke mussten vollzählig aufgelistet und abgegeben werden. Die wurden dann Weihnachten an alle Mitarbeiter verlost. Eine kleine Handtasche, ganz weiches Leder, Ziegenleder, weinrot, silberner Schnappverschluss. Die mochte ich einfach nicht wieder hergeben, verstehen Sie? Da hat mich jemand verpfiffen. Ich hätte etwas gutzumachen, meinte Kurt.“

„Was haben sie gut gemacht?“

IM Susi streichelt sich mit dem Hasen die Wange, nimmt umständlich die Tasse, ihre Hand zittert, trinkt noch einen Schluck Kaffee.

„Ich bin dann zusammengebrochen.“ Sie sammelt die Kuchenkrümel von der Glasplatte.

„Aber warum das?“, fragt Frau Herz-Züblin einfühlsam, sucht Augenkontakt mit IM Susi, die ihr Gesicht förmlich hinter dem Hasen verbirgt.

„Als mein Mann sich dann scheiden ließ, bin ich zusammengebrochen. Was hatte ich in meinem Leben erreicht? Keine Kinder, keine Beziehungen zu meinen Eltern, seine Eltern betrachteten mich immer skeptisch, als hätte ich ihnen den Sohn weggenommen und verdorben, dabei war es eher umgekehrt. Aber was soll ich erzählen? Ich landete in Weißensee in der Klapse. Vierzehn Tage in einer geschlossenen Abteilung bei Chefarzt Doktor Spinner. Langsam habe ich mich wieder hoch gerappelt. Das erste Mal Ausgang in Begleitung einer Alkoholikerin. Sie passte auf mich, ich passte auf sie auf. Wir gingen zum Brunnen der Völkerfreundschaft vorm Warenhaus am Alex. Da traf sich regelmäßig ihre Clique. Alles so abgefahrene Typen mit Rasier­klingen am Hals und Sicherheitsnadeln im Ohr. Für die war ich eine Oma, die nicht einmal Jeans anhatte. Trotzdem waren sie auf ihre Art nett. Sagten nicht viel, sprachen abgehackte Sätze, meistens nur einzelne Wörter, rauchten dauernd, hörten solche Musik und fragten, irgendwie herzlich, nach nichts. Das machte mir Mut. In vier Wochen war ich wieder draußen. Mein Mann beanspruchte die Wohnung und die Möbel, das wäre alles von seinen Eltern, das hätte er schon vor unserer Hochzeit besessen. Ich bekam Geld. Konnte mir die Schrankwand und den Fernseher leisten. Behielt meine Arbeit. Verdiente ja nicht schlecht.“

„Die Staatssicherheit?“

„Ließ auf sich warten. Es war alles so leer um mich, ich hätte jeden Auftrag erfüllt, vielleicht sogar Bomben gelegt oder mich im Hotel hingegeben, wenn Kurt es verlangt hätte. Ich war für Sozialismus und wollte, dass es allen Menschen gut geht, vor allem, dass es keinen Krieg gibt. Aber so allein ohne jemand, das wollte ich nicht. Ich bin dankbar, dass Sie gekommen sind. Es ist furchtbar. Im Haus grüßt keiner. Alles neue Mieter, auch von drüben welche. Von den Nachbarn weiß ich nichts. In einem Dorf wäre es vielleicht noch schlimmer. Ich komme vom Lande. Mit den Fingern würden sie auf mich zeigen. Igitt, die IM da, die gewissenlose Person, was die verbrochen hat! Was habe ich denn verbrochen? Niemandem habe ich geschadet. Schreiben Sie das in Ihren Bericht. Ich bin keine Verräterin, vielleicht eine Verführte, ganz sicher aber eine Verliererin.“ Sie beginnt zu weinen.

„Aber ich bereue nichts!“, sagt sie trotzig, trocknet die Tränen am Plüsch des Hasen. Nimmt von der Untertasse hastig eine kleine grüne Pille und wirft sie sich ein.

„Entschuldigung, mit mir ist kein großer Fisch zu fangen. Ich bin ein kleines Würmchen. Manchmal könnte ich verzweifeln. Auf der anderen Seite, was ich so höre, sehe und lese, wie es heute in der Welt zugeht! Weswegen sollte ich mich schämen?“

Frau Herz-Züblin ist aufgestanden, steckt das Tonbandgerät in die Aktentasche. Darauf möchte sie nicht antworten. Zum zigsten Male die alltägliche Geschichte. Die Täter verharmlosen sich als die eigentlichen Opfer, gebärden sich im Nachhinein entsprechend, zerfließen zusehends in Selbstmitleid. Frau Herz-Züblin wird das Gespräch, wie die vorherigen, im Team auswerten. Für die Wissenschaftlerin rundet sich das Bild: Verräter? Verführte? Es bleibt immer die gleiche Litanei. Dabei ist IM Susi ihr persönlich angenehm, wirkt nett, nahezu harmlos.

Aber zu Hunderttausenden sind sie es eben nicht!

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