Klaus Werner Hennig - Der Koffer meiner Frau

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Der Koffer meiner Frau, auf dem Bahnsteig vergessen, ein aufwändiger Polizeieinsatz ausgelöst. Inoffizielle Mitarbeiter (IM) von einer Psychologin des Siegmund-Freud-Instituts befragt, haben niemandem geschadet. Der erfahrene Leiter eines Zementwerkes in Ostdeutschland wird vom neuen Eigentümer gemobbt und alle machen brav mit. Die moralische Verantwortung des Ingenieurs der Firma Topf & Söhne für die von ihm entwickelten Krematorien für Konzentrationslager. Ein Haus und eine Frau erzählen von Leben, Krieg und Tod. Katholischer Dogmatismus in Südamerika. Nachbars Krähe krächzt die Wahrheit. Matriarchat herrscht im Hühnerhof, wenn der Hahn schwächelt.

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„Haben Sie nie vom elften September gehört?“ – „Heute ist der elfte November!“, stelle ich richtig und schaue zur Uhr. „Elf-Uhr-elf, zufällig“, grinse ich argwillig.

„Werden Sie nicht frech! Alles geschieht auch zu Ihrer Sicherheit!“

„Dann nehmen Sie mir die Handschellen ab!“

Der Einsatzleiter entspannt sich, notiert meine Personendaten, lässt Fingerabdrücke nehmen.

„Eigentlich brauche ich Ihre Speichelprobe“, fordert er keck.

„Kein Problem!“ sage ich wütend und spucke ihm vor die Füße in den Dreck.

„Beherrschen Sie sich gefälligst, ich habe meine Vorschriften! Öffnen Sie den Koffer!“

Verschämt zeige ich die Wäsche meiner Frau, die Weckuhr meiner Großmutter. Alles wird fotografiert. Scharenweise ziehen die Einsatzkräfte ab. Der Hubschrauber dreht bei.

„Sie haben die öffentliche Ordnung gestört, unsere Sicherheit gefährdet. Da kommt ein Bußgeld auf Sie zu, das sich gewaschen und gekämmt hat!“

Im Auto schnauzte meine Frau: „Wo hast du dich wieder rumgetrieben?“. Ich schilderte, am Rande eines Infarktes, alles haar­klein, aber sie fauchte entnervt, das sei die dämlichste Geschichte, die ich je erfunden hätte.

Das Schreiben des Polizeipräsidenten ließ sie erblassen. Fortan raten wir jedem, mit der Bahn ohne Koffer zu reisen.

Notfalls klage ich bis vor das Bundesverfassungsgericht, teilte ich dem Polizeipräsidenten in meinem Einspruch mit. Begründung: Schuld war nämlich meine Frau, ich wollte mein Grundstück nicht veräußern!

Das Präsidium antwortete schlicht: Die Argumentation hat die Behörde überzeugt. Der Einsatz wird als Übung zur Terrorbekämpfung eingestuft.

Wohlweislich verheimlichte ich den Schrieb vor meiner Frau.

Dem Polizeipräsidenten sei gedankt, das Geld für das Grundstück blieb auf der Bank.

Gut verzinst übrigens.

IM Susi

„Niemandem habe ich persönlich geschadet! Keinem! Das dürfen Sie mir glauben. Leute anzuschwärzen war nie mein Ding. Das hätte ich nicht übers Herz gebracht. Lieber setzte ich mich selbst in die Nesseln! Das ist die Wahrheit. Sichten Sie die Akte. Sollte einer meiner Berichte falsch ausgelegt worden sein, es täte mir leid.“

Susanne Leuchtenbrink sitzt auf ihrer Couch voller Kissen und Kuschel­tiere in ihrer Plattenbauwohnung, Straße der Pariser Kommune in Berlin Friedrichshain. Die Beine übereinandergeschlagen, den kurzen Rock immer wieder am Saum zum Knie hinziehend, bleibt sie bemüht, der Gesprächspartnerin aufrichtig in die Augen zu schauen. Ihr Blick ist zu starr, um glaubwürdig zu wirken. Frau Doktor Ingeburg Herz-Züblin vom Sigmund-Freud-Institut der Universität Frankfurt am Main sitzt locker im Sessel, die Aktentasche auf dem Schoß, die Arme lässig auf den Lehnen. Derartige Befragungen ehemaliger inoffizieller Mitarbeiter der Staats­sicher­heit sind Teil psychoanalytischer Untersuchungen über menschliche Deformationen in der Diktatur. Die angestrengte Unschuldsbeteuerung, niemandem geschadet zu haben, ist die einleitend übliche Leier. Frau Herz-Züblin weiß, sie darf keinesfalls widersprechen, sie würde sonst nichts hinterfragen können.

Susanne wechselt den Beinüberschlag und zieht weiter an ihrem Rock. Warum kleidet sie sich in keinen längeren?, denkt das Weibchen in Frau Herz-Züblin. Will sie mir oder sich selbst weismachen, sie sei im Leben zu kurz gekommen? Doch die Wissenschaftlerin zwingt sich zur Sachlichkeit.

„Darf ich?“ Sie entnimmt der Aktentasche ein kleines Tonbandgerät, legt es auf die Glasplatte des Couchtisches.

„Wie telefonisch abgemacht, keine Klarnamen, keine Anschrift, kein Foto, ich muss darum bitten.“ Susanne wirkt verunsichert.

„Sie können sich auf mich verlassen, Frau Leuchtenbrink. Unsere Forschungsarbeiten sind seriös, diskret, unabhängig und werden von der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes unterstützt. Erst durch meine Befragungen bin ich in die ehemalige DDR gelangt. Mein Fach ist die Psychologie. Mein Interesse rein fachlich. Ich danke Ihnen, dass Sie mich in Ihrer Wohnung empfangen. Hübsch haben Sie es hier.“

Susanne errötet, bleibt aber misstrauisch. Die Wohnung mit Fahrstuhl und Müllschlucker hatte ihr Führungsoffizier vermittelt, nachdem sich ihr Mann hatte scheiden lassen. Sie grübelt, ob sie das nicht erwähnen müsste, unterlässt es aber lieber. Was immer sie getan hat, es geschah aus der inneren Überzeugung beizutragen, die Verhältnisse für alle bessern zu helfen und nicht um kleinlichen Vorteils willen. Daran glaubt sie mit den Jahren immer fester.

Frau Herz-Züblin überlegt, was IM Susi vortäuschen möchte. Aus der Akte kennt sie deren Begünstigung bei der Wohnungsvergabe durchaus. Sie wird, bemüht um Vertrauen, ihre Vorkenntnis IM Susi nicht spüren lassen. Sie möchte das Tonbandgerät einschalten.

„Moment, Frau Doktor, ich mache uns fix Kaffee.“

„Vielen herzlichen Dank.“ Frau Herz-Züblin wägt ab, wie sie sich IM Susi nähern sollte: streng methodisch, wissenschaftlich fundiert, den Psychotest zuvorderst oder von Frau zu Frau, einfühlsam, gewissermaßen als tröstende Freundin? Die Tasse Kaffee kann helfen, den Zugang zu finden. Am besten, die Probandin nicht unterbrechen, vielleicht käme sie so am ehesten aus sich heraus.

Susanne ist aufgestanden, schiebt den Couchtisch ein wenig zur Seite, stöckelt auf dem Teppichboden zur Küche nebenan. Sie ist rundum eine gepflegte Erscheinung, indes die Absätze zu hoch, der Rock zu kurz, der Ausschnitt zu tief, das Haar zu bleich, der Nagellack zu grell. Ihr aufrechter Gang wirkt dressiert wie bei einem Mannequin. Trotzdem, nicht unsympathisch, befindet Frau Herz-Züblin.

Ein Glaskasten mit Schiebefenster trennt die Küche vom Wohnzimmer. Durch Vasen und Gläser gebrochen, sieht sie IM Susi hantieren. Über der Couch hängen van Goghs Brücke in Arles , daneben die Absinthtrinkerin Picassos und Rembrandts Selbstporträt mit Saskia, mittelmäßige Farbdrucke in barocken Rahmen aus Gips gegossen. Gegenüber die Schrankwand aus beschichteten Spanholzplatten bis zur Decke reichend, über Eck gestellt, in Nussbaum poliert, mit eingebautem Plattenspieler, Farbfernseher und zwei Glasteilen, aus denen böhmische Kristallgläser bunt glitzern. Der Kaffee ist schnell gekocht. Das Geschirr steht auf einem Tablett schon parat, dunkelbraune Keramik aus Bulgarien, blumig gemustert, vor Jahren mitgebracht vom Urlaub am Schwarzen Meer. Dazu ein Teller mit frischem Käsekuchen. Susanne gießt den Kaffee in die Tassen, reicht lächelnd Zucker und Sahne. Frau Herz-Züblin bedankt sich wortreich für die freundliche Bewirtung, schaltet das Aufnahmegerät ein.

„Wie gesagt, niemandem habe ich geschadet. Reinen Herzens kann ich das sagen. Wenn überhaupt einer zu Schaden kam, vornehmlich ich selbst. Den Kuchen habe ich extra für Sie gebacken.“ Susanne bedient Frau Doktor, setzt sich, nimmt auf ihren Schoß einen weißen Plüschhasen, den sie nebenher streichelt.

Die Frauen rühren Zucker in den Kaffee. Susanne, auf Fangfragen gefasst, hat gestern sämtliche Unterlagen, die sie aufbewahrt, nochmals gelesen. Die Doktorsche scheint komplett nett zu sein. Susanne hatte befürchtet, wieder ins Kreuzverhör genommen zu werden, so wie von dieser Staatsanwältin, die unablässig auf IM Susi einhämmerte. Hingegen Frau Doktor agiert völlig anders. Fast überkommt Susanne das Gefühl, sich mit einer alten Freundin, die sie lange nicht mehr gesehen hat, über alles von damals richtig ausquatschen zu können. Aber Vorsicht, es könnte die Masche dieses Institutes sein. Vor solchen Verhaltensweisen war sie in den Reise­kader­schulungen immer wieder gewarnt worden. Hatte sie sich irgendwas vorzuwerfen? Schließlich war das Verfahren der Stadt Berlin vor der Strafkammer des Landes Berlin gegen Susanne Leuchtenbrink kurzerhand eingestellt worden. Sie ist und war keine Verbrecherin! Peinlich sind ihr die Verhöre heute noch. Nahezu beschämend, wie eine Kriminelle ausgestoßen und behandelt worden zu sein. Mit sofortiger Wirkung den Arbeitsplatz zu verlieren. Fehlten nur die Handschellen und die U-Haft in der Einzelzelle bei Wasser und Brot. Diese Grusel­geschichten, die ständig über die Haftbedingungen im Gewahrsam der Staatssicherheit kursieren, kann sie nicht wahrhaben, will sie nicht glauben. Isolationsfolter, Stockschläge auf Kopf, Nacken und Gesäß, Scheinhin­richtungen, Wasser­entzug, Psychoterror: das sind doch Gestapomethoden. Sie kannte nur gebildete Menschen, gepflegtes Äußeres, interessierte Gesprächspartner, die pflichtbewusst ihrer Arbeit nachkamen, tadellose Manieren hatten und solcher Missetaten keinesfalls fähig gewesen sein können. So war das und damit basta!

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