Susanne B. Kock - Wilhelmina

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Als Marthe nach dem plötzlichen Tod ihrer wohlhabenden Tante Wilhelmina deren herrschaftliche Villa in Kopenhagen erbt, glaubt sie damit, ihre finanziellen Probleme ein für alle Mal gelöst zu haben. Doch das Erbe, das in Marthes Phantasie bereits die solide Grundlage für eine sorgenfreie Zukunft bildet, erweist sich bei näherem Hinsehen als ein sehr viel aufwändigeres und vielschichtigeres Projekt als sie sich vorgestellt hat. Marthe erkennt schnell, dass das alte Haus Überraschungen bereithält, die über eine unerwartet kostenträchtige Renovierung weit hinausgehen. Beim Lesen ihrer Tagebücher entdeckt Marthe das fürchterliche Geheimnis ihrer Tante, die sich trotz harter Zeiten in Kriegs- und Nachkriegszeit nicht hat unterkriegen lassen und selbst die schwersten Schicksalsschläge äußerlich unbeschadet bewältigt hat. Während Marthe sich, hilfreich unterstützt vom ebenso loyalen wie charmanten Anwalt ihrer Tante, durch den zähen Prozess von Renovierung und Hausverkauf hindurchkämpft, räumt sie dabei nicht nur im Nachlass ihrer Tante auf, sondern schafft es gleichzeitig, in ihrem eigenen, chaotischen Gefühlsleben eine lange überfällige Entscheidung zu treffen, die ihr endlich den Weg in eine selbst bestimmte Zukunft ermöglicht.

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Marthe hatte keine Vorstellung davon, was ihr das gewaltige Erbstück bei einem schnellen Verkauf einbringen konnte. In ihren Augen handelte es sich um ein malerisch mit Wein und Efeu überwuchertes Märchenschloss in einem herrlichen, verwunschenen Park, eine pompöse Patriziervilla in einem exklusiven Viertel, die in Hamburg ein Vermögen einbringen würde. Entsprechend hoch waren ihre Erwartungen. Vielleicht war sie schon Millionärin. Sie schloss überwältigt die Augen und stellte sich vor, wie viele Jahre sie bei Medinex würde arbeiten müssen, um eine Million netto zu verdienen, wurde aber rasch in die Realität zurückgerufen, als die Trauergemeinde sich unter Räuspern und Füssescharren erhob. Die Orgel setzte brausend ein und Marthe lief es kalt den Rücken hinunter, als der geschmückte Sarg mit den sterblichen Überresten Wilhelmina Rastrups, geb. Twiete, verw. Mathiesen aus der Kirche getragen wurde.

„Ja, wirklich ein schönes Stück, so recht was für Liebhaber des Originalen.” In der kalten Begriffswelt des Immobilienmaklers wurde Marthes Millionen-Märchenschloss blitzschnell auf ein schwer verkäufliches, stark renovierungsbedürftiges Liebhaberobjekt reduziert. Makler Sørensen kniff seine rotgeränderten Schweinchenaugen leicht zusammen und ließ seinen professionellen Blick kritisch an der Fassade auf und ab gleiten, während er rastlos mit dem Schlüsselbund in der Hosentasche klimperte. „Sieht man jetzt ja dutzendweise auf dem Markt, diese großen alten Häuser. Seit Jahren nicht mehr ordentlich gepflegt, unmodern, undicht, eiskalt im Winter, die reinen Energiefresser und das bei den heutigen Ölpreisen.” Er nickte Marthe, die frierend neben ihm im Schneeregen stand, aufmunternd zu. „Aber natürlich Charme, das haben sie ja, diese Häuser. Für den Do-it-yourself-Käufer oder jemanden mit richtig guten Handwerkerverbindungen, also schwarz.“ Er zwinkerte ihr verschwörerisch zu. „Sie verstehen, Handwerker und dann noch in dieser Größenordnung, wer kann sich das in diesen Zeiten schon leisten.” Sørensen zog einen Kugelschreiber, der sich als verkleideter Zeigestock erwies, aus der Manteltasche und begann mit fechtenden Bewegungen Punkt für Punkt mit der Desillusionierung: Putz der Außenfassade mit feuchten Partien und starkem Algenbefall - stark renovierungsbedürftig, Fundament mit Mauerrissen, vielleicht Setzschäden, altmodische Doppelfenster am besten durch moderne Thermofenster zu ersetzen, fehlende Hohlraumisolierung, Auswechseln der beschädigten Dachpfannen - besser noch Totalrenovierung des Daches. Totalrenovierung war überhaupt Makler Sørensens Lieblingsausdruck. Ausbessern des Mauerwerks über den Fensterbögen, Reparatur der verglasten Holzveranda, Marthe wartete hier eigentlich auf das Stichwort Totalrenovierung, aber es kam noch schlimmer. Abriss wäre wohl am sinnvollsten, heutzutage hätte niemand mehr die Zeit für derart aufwendige Arbeiten und überhaupt, wer konnte und wollte denn schon so etwas Unisoliertes aufwärmen. Sockelisolierung aufgrund von Feuchtigkeit in Teilbereichen des Kellers, Modernisierung der altersschwachen elektrischen Installationen usw.usw. Sørensen kam bei seiner Aufzählung mehr und mehr in Fahrt, schlug den Mantelkragen hoch und rieb sich tatkräftig die Hände als wollte er auf der Stelle mit der Umsetzung seines imaginären Aktivitätsplans beginnen. „Tja, äußerlich ist da ja wirklich so einiges zu tun", trompetete er vergnügt und stapfte auf die Eingangstür zu. „Dann wollen wir doch mal sehen, wie das Innenleben unserer alternden Diva aussieht.” Marthe, bereits leicht entnervt, zog die linke Augenbraue hoch und murmelte spitz „wahrscheinlich muss ich noch zuzahlen, um es loszuwerden.” Sie spürte, dass sich die Nässe des matschigen Rasens bis zu ihren dünnen Strümpfen vorgearbeitet hatte und folgte ihm gerne in die warme Eingangshalle. Aber irgendwie entwickelte sich die Situation nicht so ganz, wie sie erwartet hatte.

Es war eigentlich eine Lüge oder zumindest nur die halbe Wahrheit gewesen und Marthe hatte deswegen anfänglich ein schlechtes Gewissen gehabt. Sie hatte Stefan in der Firma angerufen und ihm mitgeteilt, dass sie aufgrund unvorhergesehener Probleme unbedingt noch einige Tage länger in Kopenhagen bleiben musste. „Der ganze Papierkram mit dem Haus und so, du weißt schon, das zieht sich hin." Sie hatte seine Enttäuschung fast körperlich gespürt, als er murmelte, dass sie offenbar eine abrissreife Bruchbude seiner Gesellschaft vorzog. Stefan hatte unter Aufbietung all seines nicht unbeträchtlichen Charmes versucht, sie zu überreden, doch zumindest für eine Nacht zu kommen. Seine Frau und Tochter waren gerade bei Freunden in München. Marthe war hart geblieben, und hatte sich anschließend gewundert, wie leicht ihr das gefallen war. Sie hatte jetzt soviel mit all den praktischen Dingen um die Ohren, war so beschäftigt mit gänzlich neuen Problemstellungen, zu denen sie sich verhalten musste, dass sie manchmal den ganzen Tag nicht an Stefan dachte, völlig vergaß ihn zu vermissen und sich nach ihm zu sehnen. Abends fiel sie erschöpft in Tante Wilhelms luxuriöses Gästebett und umgehend in einen tiefen, traumlosen Schlaf, aus dem sie erfrischt und voller Tatendrang in der Morgendämmerung durch das Frühkonzert der Amseln im Garten erwachte. Infolge ihrer Freundin Margit war ihre Reaktion ein gutes Zeichen. Ein Indikator dafür, dass ihre blinde Verliebtheit auf den Rückzug und ihr gesunder Menschenverstand auf dem Vormarsch war.

Marthe goss den frischgebrühten Kaffee in die zierliche, blaubemalte Porzellantasse, lehnte sich wohlig seufzend im tiefen Ohrenklappsessel zurück und begann den letzten Gruß ihrer Tante, den sie zusammen mit allen möglichen Papieren bisher nur hatte überfliegen können, noch einmal in Ruhe zu lesen. „Wenn du diese Zeilen liest, bin ich schon tot und sitze hoffentlich im Himmel auf einer bequemen Wolke mit Aussicht. Auch wenn mich viele in meiner Umgebung lieber zum Teufel als nach hier oben gewünscht hätten. Aber den Gefallen werde ich ihnen nicht tun.“ Typisch Tante Wilhelm, lächelte Marthe, ertastete unter dem Berg von Papier, Zeitungen und leeren Kekstüten, Zigaretten und Feuerzeug, pustete ein paar verirrte Tabakkrümel vom Papier und las, was Wilhelmina Rastrup im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte am 22. August 1985 geschrieben hatte. Marthe sah auf das Datum und rechnete zurück. Das war drei Wochen, nachdem beide Tante Wilhelms Söhne bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren. Sie war tief gerührt, dass ihre Tante damals an sie gedacht hatte, ihre Nichte mit der sie, so wie auch mit dem Rest der Familie, seit Jahren keinen engen Kontakt gepflegt hatte.

Die Nachricht vom gewaltsamen Tod ihrer Söhne, hatte Wilhelmina sehr schwer getroffen. Schwerer als der Tod ihres Mannes, der im Alter von über 80 Jahren an einem warmen Spätsommertag friedlich in seinem Gartenstuhl eingeschlafen war. Ihre Söhne waren viel zu jung, um zu sterben, hatten das ganze Leben noch vor sich. Wilhelmina war nach dem Verlust ihrer Söhne nie wieder ganz die Alte geworden. Sie, die Gott und Kirche stets leicht abfällig als trügerische Krücke für schwache Seelen bezeichnet hatte, begann sich plötzlich mit befreundeten Geistlichen über biblische Rache und den Zorn Gottes zu unterhalten. Obwohl sie selbst keine Kinder hatte, konnte Marthe sich vorstellen, wie furchtbar es für ihre Tante gewesen sein musste, auf einen Schlag beide Kinder zu verlieren. Tante Wilhelm hatte immer ein sehr gutes Verhältnis zu ihren Söhnen gehabt, auch wenn beide in den USA lebten, wo sie gemeinsam einen vom Konkurs bedrohten Verlag aufgekauft, effektiv rationalisiert und im Laufe der folgenden Jahre in ein blühendes Unternehmen verwandelt hatten.

Die Begabung, aus dem Nichts ein solides Vermögen zu schaffen, war in der Familie ihres Vaters anscheinend nur in der weiblichen Linie vererbt worden, musste Marthe mit Bedauern feststellen, als sie an die weit weniger erfolgreichen unternehmerischen Vorhaben ihres Vaters dachte. Im Gegensatz zu seiner älteren Schwester hatte er nie richtig mit Geld umgehen können. Oder wie ihre Mutter es auszudrücken pflegte „kein Händchen dafür gehabt, ein Vermögen zu schaffen.“ Heinrich Twiete hatte stets dafür gesorgt, dass sein Geld zirkulierte, wie er es selbst ausdrückte. Oder „es mit vollen Händen zum Fenster rausgeworfen“, wie ihre Mutter sein Verhalten bezeichnete, wenn ihr Heinrich mal wieder mit einem neuen Wagen vorfuhr und ihr gleichzeitig mitteilte, dass sie auf das Haushaltsgeld für die kommende Woche noch warten müsse.

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