Marc Lindner - Flucht aus dem Morgengrauen

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Flucht aus dem Morgengrauen: краткое содержание, описание и аннотация

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Die dem Studenten an den Kopf geworfenen Formeln lassen ihn daran zweifeln, die Welt zu verstehen. Auch deshalb stürzt er sich in das ihm angebotene Abenteuer einer Weltreise. Seine Suche gilt jenem, das er bisher zu vermissen glaubt und so versucht er alles Andere hinter sich zu lassen.
Eine Journalistin samt Millionär verschreiben sich währenddessen der zielgerichteten Fortbewegung, ohne sich darüber im Klaren zu sein, wieso sie dies wollen. Mit jedem Tag den sie mehr scheitern, verblassen die Ausreden und Selbsttäuschungen, die ihren einzigen Antrieb darstellen.
Als Begleitung drängen sich die Vorstellungen und Werte einer Gesellschaft auf, die sich aber bald schon abwendet.
Im Gepäck nichts als Illusionen, nicht erfüllbaren Erwartungen und dem Fluch ihres bisherigen Lebens. Deshalb kommt es, wie es kommen muss: Sie laufen davon – sich selbst und der Welt …

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Er machte sich gleich daran, mich auf jede Verdachtsmomente hin zu unter­suchen. Doch als sportlicher Student, der auch noch auf seine Ernährung geachtet hatte, war an mir und meiner Gesundheit nichts zu beanstanden. Während meines Studiums war ich nicht einmal einer dieser allgemein bekann­ten und hinter­hältigen Fünfminutenprüfungskrankheit zum Opfer gefallen.

«Du hast die Kondition und Konstitution zum Abenteurer», schloss er seine Untersuchung, bevor er mir fröhlich pfeifend, einen regelrechten Cocktail an Spritzen abwechselnd in Arme und Hintern jagte.

«Es kann sein, dass dir nachher ein wenig flau wird. Ich gebe dir lieber ein paar Beruhigungstabletten mit, damit du im Flugzeug ein wenig Schlaf findest», sprach er die Warnung erst aus, als die letzte Ampulle ihren Inhalt in meine Blut­gefäße ergoss.

«Nein danke», lehnte ich freundlich lächelnd ab. «Ich möchte nicht mehr Chemie als nötig in meinem Körper haben.»

«Richtige Einstellung, mein Kleiner», lobte er mich und war erleichtert, dass ich seine Befürchtungen so leicht nahm.

Da Flugzeuge bekanntlich nicht lange auf jemanden warteten, ging alles recht schnell von der Bühne, schnell genug, damit ich mir keine Gedanken darüber machen musste. Doch dann wartete noch die, in der heutigen Welt, längste Auf­gabe auf uns – die Bürokratie.

Es galt noch eine Unzahl von Berichten, Formularen und Bestätigungen aus­zu­füllen. Vieles war vorgefertigt gewesen und brauchte nur ergänzt zu werden.

Zum Zeitvertreib erlaubte ich mir die ausgefüllten Zettel durch meine Hände gehen zu lassen, bevor ich sie Konrad, der die ganze Zeit am Pult gesessen hatte, überreichte.

Nur wenig interessiert flog ich über die Berichte, von denen ich nur wenig, und nichts Wichtiges verstehen konnte.

Nur die Stempel interessierten mich, und die Länder, für welche ich diese Do­kum­ente benötigte.

Als ich einige durchgereicht hatte, wurde ich auf einmal stutzig. Ohne mir etwas anmerken zu lassen, überprüfte ich meine Vermutung. Die Daten, zu denen diese Formulare ausgefüllt worden waren, schwankten erheblich. Den ältes­ten Stempel, den ich in meine Hände bekam, war auf vor drei Monaten datiert, und dabei hatte ich dem Arzt eben dabei zugesehen, wie er diesen drauf­gesetzt hatte.

Nun begriff ich endlich, wieso keine Kamera zugegen war. Diese Tür, die hinter mir war, musste verschlossen bleiben, und Tageslicht war nicht erwünscht.

Auch wenn der Arzt seinen weißen Kittel würdevoll trug und er eine ange­nehme Persönlichkeit besaß, war mir nun bewusst, dass der Unterseite seines Schreib­tisches der Anblick von Geld durchaus vertraut sein musste.

Obschon die Bürokratie in diese Praxis Einlass gefunden hatte, so hatte sie den­noch keinen Sieg davon tragen können. Die beiden Herren hatten ihre eigenen Regeln und sie verstanden es zu spielen.

Hätte ich nicht eine angeborene Schwäche für Zahlen gehabt, so wäre es mir nie aufgefallen. Abgesehen von den anfänglichen bedächtigen Blicken, war keiner der Männer irgendwann ein Unbehagen anzumerken gewesen.

Ich musste lachen über die Vorstellung von der Welt, wie wir sie hatten lernen müssen. Nun begann es erst, das Leben, das wahre. Und mein Flug war gebucht, und ich gesund, beziehungsweise so krank, wie die Menschheit mich nun gemacht hatte, mit all ihren Regeln. Diesmal hatte ich das Gift direkt einge­spritzt bekommen, was nicht bedeutete, dass ich es sonst nie bekam, vorher war es nur immer langsamer gewesen, und ohne Einstichstellen. Es waren die Werte, die Erwartungen, die ich nach und nach hatte inhalieren müssen, als wäre ich sonst nur ein Wrack gewesen, ohne diese Kur, die das Leben einem ver­schreibt.

Der Korridor war nicht mehr der gleiche, als ich wieder raustrat. Der Arzt hatte mich freundlich verabschiedet und mir viel Glück gewünscht. Ich kannte den Menschen nicht, und doch hatte es etwas von einem Abschied an sich haften, in dem Moment, da ich seinen Raum verließ und sich die Tür hinter mir schloss.

Den Dicken hinter mir, sah ich in den Gang, wie in einen langen Tunnel. Zurück konnte ich nicht mehr, da war nur dieses eine Zimmer, mit dem einen, selt­samen Arzt.

Und vor mir lag die Welt, wie in diesem einen, unzählige Male geträumten Traum. Ich hatte nie lange genug schlafen können, um das Licht zu erreichen, aber diesmal würde ich nicht aufwachen.

Bisher hatte ich alles leicht genommen, für mich war es nur ein Spiel, und ich hatte geglaubt, ich, ein untersetzter Knabe, könnte die Regeln bestimmen.

Doch nun musste ich feststellen, dass ich das Spiel nicht einmal mehr beenden konnte.

Es war ein befremdlicher Marsch den Korridor entlang. Dieser mündete in einen Flur, welcher mich an einer hohen Fensterfront vorbei, und weg führte.

Der Dicke ging immer noch hinter mir und sein erregtes Atmen trieb mich weiter. Er, der alles gesehen hatte, hoffte endlich etwas zu finden, was ihn wieder erfreuen konnte, und ich, der noch nichts gesehen hatte, freute mich auf die Suche.

Jetzt waren diese Geier vom Fernsehen wieder da, aber nur noch einer der Kasten­träger hatte sein Ungetüm ausgepackt.

Als letztes Mittel seiner Verzerrungskunst hatte er sich weit hinten im Flur platziert, um mich nun wie eine Heldenfigur bei ihrem Aufbruch einzufangen.

Nun half mir auch der Dicke dabei, den Flur und das Bild auszufüllen. Um mir nicht nachher Sabotage nachsagen lassen zu müssen, bemühte ich mich um einen möglichst starken Gesichtsausdruck. Da mir der Verlauf der Reise noch recht ungewiss vorkam, und ich mir nicht die Mühe gemacht hatte, mich dem Ausmalen möglicher Szenarien hinzugeben, wählte ich eine skep­tische Miene, die mir mit reichlich übertriebener Brauen­verzerrung wohl auch überzeugend gelang.

Recht versöhnlich lächelte der Kameramann mir zu und ich zeigte meinen guten Willen und gab ihm eine Zugabe.

Langsam hob ich meine Hände und fuhr mir genüsslich durch mein Gesicht, wobei ich mich durch die Präsenz einer Brille nicht stören ließ. Nachdem ich die Spannung der Miene aus meiner Haut gezerrt hatte, faltete ich die Finger in­ein­ander und ließ die Handflächen mit auseinander gespreizten Armen fest gegen meine Stirn gedrückt ruhen, bevor ich mit den Händen über meinen Kopf, durch mein dichtes Haar fuhr, um dann mit einem genussvollen kräft­igen Atemzug meine Arme neben meinem Körper auszuschütteln.

«Jetzt bin ich doch ein bisschen aufgeregt», trat ich an die Journalistin heran.

Mich beschlich die Befürchtung, dass wenn ich nicht bald zu reden anfing, ich nachher beim Schnitt sehr schlecht davon kommen könnte. Mir machte der Gedanke Angst, dass ich vielleicht als dummer umhertänzelnder Affe in die Wohn­zimmer der verstrahlten Zuschauer gesendet würde.

Erfreut darüber, dass ich doch noch auftaute, zog die Frau mich gleich wieder in ihre Arme. Sie hatte die Hoffnung nicht aufgegeben und glaubte nun, dass sie ihre Erwartung in die Reaktion eines normalen Menschen bald erfüllt sehen würde.

Wie sehr sie sich da irrte, denn als sie mich nun zu sich heranzog, fehlte die Wärme. Es war, als wäre sie wieder die Frau, die ich kennengelernt hatte. Die andere, die, die mich zuvor umarmt hatte, war kaum mehr als eine verblassende Spiegel­ung in einem großen Fenster, von dem ich mich eben abwendete und wusste, dass ich nicht wieder zurückkommen würde.

Dieser Schock, dieses erbarmungslose Verschwinden der Illusion ließ mich schlag­artig erfrieren. Weder ihre hingebungs­vollen Versuche mich zum Reden zu bewegen, noch die erwachte Hoffnung in den Augen des Kameramannes konnten daran etwas ändern.

Fast erdrückte sie mich mit ihrem verkrampften Bemühen, mich an sich zu binden. Doch je fester sie ihren Arm um mich schlang, desto weiter entfernte ich mich wieder aus ihrer Welt. Mein schüchternes Wesen duldete keine Auf­forderung, sich zu zeigen.

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