Helene Hammerer - Steinige Zeiten
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Fini, mit ihrem inzwischen ergrauten Lockenkopf und den großen blauen Augen, die in jedem nur das Gute sahen, musste man einfach mögen. Ihre positive Einstellung wurde zwar bereits in jungen Jahren auf eine harte Probe gestellt, als einer der Bäckergesellen ihres Vaters sie mit siebzehn „in Schwierigkeiten brachte“, wie man dies damals zu Beginn der Fünfzigerjahre nannte. Anstatt die Verantwortung für seinen Sohn zu übernehmen, hatte er das Weite gesucht. Als dann der treue Hans um ihre Hand anhielt, heiratete Fini den zwanzig Jahre älteren Bauern. Dieser war Rupert ein guter Vater und vergötterte seine kleine Frau so lange er lebte. Auch die Schicksalsschläge der vergangenen Jahre konnten ihren Lebensmut und ihren Frohsinn nicht auf Dauer trüben und mit ihrer Fähigkeit, das Leben zu nehmen wie es kam, und aus allem das Beste zu machen, half sie Amanda in schweren Stunden, den Mut nicht zu verlieren.
„Hast du Großmama im Auto?“, fragte diese nun. „Nein, sie hat noch nicht gefrühstückt und ich musste meine Freude einfach gleich mit dir teilen“, sprudelte Fini heraus. Ihre Schwiegertochter konnte sie gut verstehen, war es ihr in der Nacht doch ähnlich ergangen. „Er hat gesagt, dass er am Anfang bei dir wohnen kann“, fuhr Fini fort. „Bei uns alten Frauen ist ihm zu langweilig und er freut sich schon so auf die Kinder.“ Amanda lächelte und schüttelte den Kopf. „Du bist nicht alt und langweilig schon gar nicht.“ „Na ja, bei dir bekommt er weitaus besser zu essen“, bemerkte Fini mit ihrer entwaffnenden Ehrlichkeit. Ihre Schwiegertochter lachte. Fini war keine gute Köchin, dafür war sie viel zu schusselig, auch jetzt mit fast 57 Jahren noch. Wenig später saßen die beiden Frauen in der Küche, tranken Kaffee und aßen Schokoladekuchen. Bei Amanda gab es immer selbstgebackenen Kuchen und Ruperts Rückkehr war ein Grund zum Feiern. Nachdem Fini gegangen war, räumte Amanda auf, machte die Betten, saugte Staub und putzte das Badezimmer. Sie hatte ihren Haushalt gern in Schuss, was ihr mit den drei Kindern nicht immer, aber doch meistens gelang.
Als Clemens nach Hause kam, war seine Mutter bereits am Kochen. „Mama“, rief er schon an der Haustür, „ich hab null Fehler im Diktat!“ „Lass mich schauen“, strahlte Amanda, ganz wie es von ihr erwartet wurde. Ihr Jüngster war ein sehr guter Schüler, was sie ihm gar nicht zugetraut hatte. Mit den hellbraunen Locken und den blauen Augen seiner Großmutter hatte er auch deren etwas weltfremdes Wesen geerbt. Doch der Kleine liebte seine Lehrerin innig und bemühte sich nach Kräften, seine Sache gut zu machen. Überall probierte er seine neu erworbenen Lesekenntnisse aus und Amanda ging mit ihm und Margot am Sonntag nach der Messe immer in die Bücherei. Für Christof war die Schule ein notwendiges Übel und er freute sich schon auf seine Zeit an der „Baumschule“, wie die Landwirtschaftsschule salopp genannt wurde. Während Amanda kochte, machte Clemens seine Schreibübungen und als die größeren Kinder nach Hause kamen, aßen sie Tirolerknödel und Sauerkraut. Nach wie vor war Ruperts Rückkehr das einzige Gesprächsthema und die Kinder schmiedeten eifrig Pläne.
2
Die vier Wochen bis zu Ruperts Heimkehr vergingen wie im Flug. Über Ostern hatte Amanda die Ferienwohnung vermietet und danach brachte sie alles auf Hochglanz. Bei warmem Frühlingswetter putzte sie die Fenster, wusch alle Vorhänge und klopfte die gewebten Wollteppiche aus. Auch den Rest des Hauses unterzog sie einem gründlichen Frühjahrsputz und am Tag von Ruperts Rückkehr standen die Tulpen und Narzissen vor dem Haus in voller Blüte. Amanda kehrte mit einem Reisigbesen den Vorplatz und betrachtete ihr Werk. Das große, mit Holzschindeln angeschlagene Holzhaus wirkte richtig einladend mit seinen blank geputzten Fensterscheiben und den weißen, frisch gestärkten Spitzenvorhängen. Rund um das Haus zeigten sich die sanften Hügel in ihrem hellgrünen Frühlingskleid, geschmückt mit unzähligen gelben Löwenzahnblüten und auf den hohen Bergen in der Ferne lag noch Schnee, sodass sie strahlend weiß in den blauen Frühlingshimmel ragten.
Fini war mit Großmama nach Bregenz gefahren, um den Heimkehrer vom Zug abzuholen. „Von Bregenz herein kann er ja selbst fahren“, lachte sie, denn ihr Fahrstil war berüchtigt und Rupert bestimmt nicht gewillt, Beifahrer zu sein. Als die Kinder von der Schule heimkamen, halfen sie ihrer Mutter, den Tisch in der Küche zu decken und begaben sich dann vors Haus, um zu spielen und Ausschau zu halten. „Sie kommen“, hörte Amanda ihre Tochter jubeln und gleich darauf ertönte fröhliches Hupen. Schnell schaltete sie die Kaffeemaschine ein und lief zur Tür. Rupert stieg aus dem Auto, groß und hager, braungebrannt und mit kurzem Bürstenhaarschnitt. Er trug eine alte Jeans und ein khakifarbenes Hemd, dessen Ärmel er aufgekrempelt hatte. Die Kinder stürmten auf ihn zu und er hob die Kleinen lachend hoch. „Meine Güte, wie seid ihr groß geworden“, rief er aus. Dann stellte er Clemens und Margot wieder auf den Boden und ging auf Christof zu. Ihm klopfte er kameradschaftlich auf die Schulter. „Hey Chris, du hast mich ja schon fast eingeholt“, grinste er und damit hatte er auch zu seinem ältesten Neffen genau das Richtige gesagt. Jetzt strahlte er mit seinen blauen Augen Amanda an, die unter seinem Blick leicht befangen wurde. „Schön, dass du da bist, Rupert“, sagte sie freundlich und bat ihn ins Haus.
Während der Heimkehrer von den Kindern in die Küche geführt wurde, ging Amanda zum Auto, um Fini mit Großmama zu helfen, aber die alte Dame kam schon am Arm ihrer Tochter auf sie zu. „Na, was sagst du nun, Amanda?“, meinte sie selbstgefällig. „Ich habe ja immer gesagt, dass er bald zurückkommt.“ Amanda ersparte sich einen Kommentar, denn genau das Gegenteil war der Fall, und lächelte nur. Großmama hatte nicht das sonnige Gemüt ihrer Tochter und mit ihr zu streiten war sinnlos. Fini grinste belustigt und zwinkerte Amanda zu. In der Küche setzten sich alle um den Kaffeetisch und Rupert ließ sich die Nussschnecken und die Sachertorte mit Sahne schmecken. Als ihm seine Schwägerin die dritte Tasse Kaffee einschenkte, meinte er: „Danke Mandy, ich hab seit Jahren keinen so guten Kuchen mehr gegessen.“ Amanda wehrte sich nicht gegen die Verkürzung und Anglisierung ihres Namens. Rupert kam damit seit Jahren als einziger durch, sonst bestand sie immer darauf, bei ihrem vollen Namen genannt zu werden. Amanda sei schlimm genug, pflegte sie zu sagen. Großmama bemerkte, dass die Nussschnecken ihres seligen Gatten, des Bäckers Josef, noch weitaus besser geschmeckt hatten und Rupert meinte schmunzelnd: „Natürlich, Großmama, Meister Josef war der Beste aber gleich nach ihm kommt Amanda.“ Darauf verschluckte sich Fini an ihrem Kaffee, was ihr wieder einmal den Tadel ihrer Mutter eintrug.
Nach dem Essen holte Rupert zwei große Koffer aus dem Auto und verteilte Plüschtiere, Patschen aus Lammfell und einen lässigen Ledergürtel für Christof. Die Kinder bekamen außerdem Schweizer Schokolade aus dem Dutyfree-Shop, die Damen teure Parfüms und er selbst eine Flasche Whisky. Als Fini und Großmama weg waren, setzte er sich mit den Kindern aufs Sofa, um ihnen eine Geschichte vorzulesen, wobei er mittendrin einschlief. „Mama, Rupert ist eingeschlafen“, flüsterte Clemens. Und Margot meinte kichernd: „Ich hab ihn zugedeckt.“ „Er ist müde von der weiten Reise“ erklärte Amanda, „außerdem ist in Australien jetzt Nacht.“ Sie gab den Kindern ihr Abendessen und brachte die beiden Kleinen ins Bett.
Ihr Gast rührte sich den ganzen Abend nicht mehr, saß am nächsten Morgen aber mit der Zeitung am Tisch, als Amanda die Küche betrat, um das Frühstück herzurichten. Es duftete nach Kaffee und im Holzherd brannte bereits ein Feuer. „Na, bist du ausgeschlafen?“, erkundigte sie sich freundlich. Rupert grinste: „ Das nennt man Jetlag aber in zwei, drei Tagen habe ich mich wieder umgestellt.“ Amanda nahm sich eine Tasse Kaffee und setzte sich zu ihrem Schwager. „Hast du schon Pläne?“, fragte sie. Rupert nickte: „Arthur geht in Pension. Er hat mich angerufen und gesagt, dass ich seinen Job beim Land haben kann, wenn ich will. Er würde mich empfehlen. Da hab ich natürlich gleich zugegriffen und ihnen meine Unterlagen geschickt. Wenn alles glatt geht, hast du den neuen Landesgeologen vor dir. Am ersten September kann ich anfangen. Nächste Woche habe ich noch ein Gespräch, aber das ist reine Formsache. Ich hab die besten Qualifikationen und die besten Beziehungen.“ Damit hob er vielsagend die Augenbrauen und Amanda musste lachen. „Das klingt gut, dann kannst du ja wirklich im Land bleiben“, freute sie sich. „Ja“, seufzte Rupert, „ich verdiene zwar nicht halb so viel wie in Australien, aber Kohle ist ein hartes Geschäft und sie zahlen nicht umsonst so gut.“ „Wir sind alle froh, dass du wieder da bist, Rupert“, beteuerte Amanda. Sie trank einen Schluck Kaffee und fragte dann leise: „Hast du schon etwas von Inga gehört?“
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