Norbert Böseler - Weckzeit

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Im Juli 2006 gerät Edgar Focke zusammen mit seiner achtjährigen Tochter in die Fänge eines Psychopathen. Der Familienvater verliert sein linkes Bein und das Mädchen ist seitdem spurlos verschwunden. Die Ermittlungen der Polizei verlaufen im Sande.
Zehn Jahre später kommt Edgar durch einen Zufall in den Besitz eines antiken Weckers, der entgegengesetzt der Zeit läuft. Der mysteriöse Wecker ermöglicht es ihm, in jene schicksalhafte Zeit zurückzukehren, die tiefe Narben hinterlassen hat. Während er in der Gegenwart schläft, wird Edgar mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Auf beiden Zeitebenen lernt er Nora Runge kennen, die scheinbar demselben Täter zum Opfer gefallen ist. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach dem Entführer. Beiden wird vor Augen geführt, dass jeder Eingriff in den Zeitverlauf ungeahnte Veränderungen nach sich zieht. Bei ihren Recherchen kommen sie einem Serientäter auf die Spur, der anderen Menschen unermessliches Leid zufügt.
Der Tag, der Edgar Fockes Leben verändert hat, rückt immer näher. Kann und darf er die schrecklichen Ereignisse verhindern?

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2004 / 2

Stelze waren die beiden jungen Frauen schon von Weitem aufgefallen. Sie standen an der Ampel, und schienen sich voneinander verabschieden zu wollen. Als Stelze sich langsam der Ampel näherte, fing sein Herz laut an zu pochen. Die ganze Nacht war er durch die Stadt gefahren, auf der Suche nach einem Opfer, auf der Suche nach jemand, der sich von etwas trennen sollte. Vor zwei Tagen hatte ihn wieder dieses bedrückende Gefühl übermannt. Wenn er nur daran dachte, wurde er es nicht mehr los. Je länger er es mit sich herumtrug, umso intensiver wurde es. Es hatte sich im Laufe der letzten Jahre zur Sucht entwickelt. Dieses Gefühl, dieser aufkommende Zwang, es tun zu müssen. Er hatte gelernt, seinem Gefühl schnell Folge zu leisten, bevor es ihn krank machte. Vor Jahren wäre er fast daran zerbrochen. Viele schlaflose Nächte lagen hinter ihm, weil er sich nicht überwinden konnte. Nun machte es ihm sogar Spaß. Nicht, dass es ihn sexuell erregte, doch es befriedigte in gewisser Weise sein Selbstwertgefühl. Danach ging es ihm wesentlich besser. Die quälenden Kopfschmerzen blieben aus. Früher hatte er immer so lange gewartet, bis er die Schmerzen nicht mehr ertragen konnte. Heute gab er sich dem Zwang gleich hin, er konnte sich der Sucht ohnehin nicht entziehen. So bereitete er sich schon bei den ersten Anzeichen in aller Ruhe vor. Die Zeitabstände, in der ihn die Vergangenheit einholte, wurden immer geringer. Das Gefühl der Trauer lag fest in seinem tiefsten Inneren verwurzelt. Damals musste er sich von etwas trennen, was niemand jemals ersetzen könnte. Er hatte sich gewissermaßen von seinem Leben getrennt. Nur die eine Hälfte in ihm konnte ein gewöhnliches Leben führen, der andere Teil kämpfte mit dem Trennungsschmerz, den die Vergangenheit hinterlassen hatte. Seine wahre Persönlichkeit konnte er nur entfalten, wenn ein Auserkorener einen Teil seiner selbst abgab, wenn diese Person etwas opferte. Der Mann, der nur auf diese Art und Weise seine Vergangenheit bewältigen konnte, wurde von Kindheit an Stelze genannt und näherte sich langsam der Kreuzung.

Die Ampel zeigte auf Rot. Stelze stoppte den Lieferwagen, sah dann in Richtung der beiden Frauen, wobei sich sein Magen zusammenzog, als die Blonde mit den langen Haaren kurz zu ihm herüberblickte. Sie konnte nicht viel erkennen, dessen war sich Stelze sicher, außerdem trug er eine Perücke, die sein Aussehen erheblich veränderte. Doch eins wurde ihm in diesem Augenblick bewusst, sie würde es sein, die seine innere Unruhe besänftigen sollte. Er griff die Opfer nie wahllos auf. Etwas in ihm wusste genau, welche Person für sein Vorhaben in Frage kam. Die Ampel sprang auf Grün. Stelze ließ den Wagen langsam anrollen. Im Rückspiegel beobachtete er, wie die eine Frau die Kreuzung überquerte und die blonde Frau daraufhin weiter der Straße folgte. Soweit er erkennen konnte, fuhr kein weiteres Fahrzeug hinter ihm. Er vergewisserte sich noch einmal, ob die junge Frau auch weiterhin in seine Richtung ging. Nun musste er nach einer geeigneten Stelle Ausschau halten, die sich in unmittelbarer Nähe befand. Sein Opfer könnte jederzeit die Straßenseite wechseln. Vor ihm tauchte die Eisenbahnunterführung auf. Stelze sah nochmal kurz in den Rückspiegel. Die Frau befand sich noch außer Sichtweite. Er stoppte den Wagen direkt vor der Unterführung und stellte den Motor ab. Stelze holte aus dem Handschuhfach eine luftdicht verschlossene Plastikdose, öffnete sie und entnahm das mit Chloroform getränkte Tuch. Eilig griff er nach der Sturmhaube, die auf dem Beifahrersitz lag, und stieg aus. Er sah sich hastig nach einem geeigneten Versteck um und entschied sich für eine Betonsäule, die kurz vor dem Ende des kurzen Tunnels stand. Hinter der runden Säule stehend blickte er die Straße entlang. Tatsächlich tauchte die Frau in seinem Sichtfeld auf. Stelze hoffte nur, dass ihr niemand folgte, oder ein Auto in diese Richtung fuhr. Er brauchte nur wenige Minuten, wenn alles reibungslos verlief. Nur wenige Minuten, in denen er ungestört bleiben musste. Die junge Frau näherte sich der Brücke. Als sie den Lieferwagen erreichte, wich sie über die Straße aus. Sie ging einen weiten Bogen und beschleunigte ihre Schritte. Stelze stülpte die Sturmhaube über seinen Kopf. Ein letzter Blick nach rechts und links, niemand war zu sehen. Als die Frau die Betonstütze passierte, sprang er mit wenigen Schritten auf zu. Er bekam sie gleich fest in den Griff, presste ihren Oberkörper gegen seine Brust und hielt ihr das Tuch vor den Mund. Er hatte es so dosiert, dass das Chloroform möglichst schnell wirkte. Die blonde Frau trat mit den Füßen nach ihm und traf mehrfach sein Schienbein. Doch ihre Gegenwehr ließ schnell nach. Von einem Moment zum anderen erschlaffte ihr Körper in seinen Armen. Stelze schleifte die Frau zum Lieferwagen. Die Sturmhaube klebte an seinem verschwitzten Kopf. Mit einer Hand öffnete Stelze die Heckklappe des Transporters. Er griff um Oberkörper und Beine der Frau und wuchtete sie auf die Ladefläche. Dann stieg er selber ein und positionierte den leblosen Körper auf der rechten Seite der Ladefläche. Er nahm eine Decke zur Hand, womit er sein Opfer verhüllte. Mehrere Umzugskartons, die mit alter Kleidung befüllt waren, verteilte er wahllos im Frachtraum. Zwei dieser Kartons verkeilte er auf der bewusstlosen Frau. Außerdem öffnete er eine große Tüte mit Weingummis und warf sie auf die Decke. Wenige Augenblicke später schloss er die Klappe des Transportes und setzte sich ans Steuer. Stelze riss schwer schnaufend die schweißdurchtränkte Haube vom Kopf und griff hinter den Fahrersitz. Dort befand sich eine kleine Gasflasche, dessen Ventil er öffnete. Ein dünner Schlauch führte nach hinten. Das Chloroform-Sauerstoff Gemisch sollte ihn vor unangenehmen Überraschungen bewahren. Den süßlichen Duft im Fahrzeuginneren konnte er erklären, wenn es sein musste. Stelze öffnete eine weitere Tüte Gummibärchen, steckte ein Grünes in den Mund und startete den Motor.

Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle. Nach etwas weniger als einer Stunde bog er links auf den Schotterweg ab. Der Mais ragte zu dieser Zeit nur einige Zentimeter aus dem geeggten Ackerboden. Stelze fuhr durch den kleinen Wald und erreichte den Hof. Vor drei Jahren hatte er das Grundstück mit dem noch vorhandenen Stallgebäude zurückerworben. Als einzigen Erben hatten seine Großeltern ihm einen beträchtlichen Geldbetrag hinterlassen. Wofür er das Geld verwenden würde, war ihm sofort klar. Er wollte sich das zurückholen, was seinen Eltern und ihm genommen worden war. Auf dem elterlichen Hof störte ihn niemand, der erste Nachbar wohnte über einen Kilometer entfernt. Im Ort war er als Eigenbrötler bekannt, es interessierte keinen, was er auf dem abgelegenen Hof machte. Die Bank hatte das zerstörte Wohnhaus abreißen lassen, doch über all die Jahre nie einen potenziellen Käufer für das Grundstück gefunden. Stelze hatte nach dem Erwerb keinerlei Problem gehabt, um eine Baugenehmigung für die Errichtung eines Eigenheimes zu erhalten. Auch bei der Finanzierung kam ihm die Bank entgegen. Vielleicht unterlagen sie ja auch nur einem schlechten Gewissen, weil sie seine Eltern damals nicht unterstützt hatten. Er beauftragte eine Baufirma, die unter Aufsicht eines Architekten ein schlüsselfertiges Wohnhaus nach seinen Wünschen errichtete. Nach dem Einzug investierte Stelze viel Zeit in das Stallgebäude. Auch den Glockenturm, den sein Vater über den stillgelegten Brunnen gebaut hatte, restaurierte er. Der Turm stand rechts neben der Stallung und war der ganze Stolz seines Vaters gewesen. Die Glocke, die unter dem mit Schieferschindeln verkleideten Spitzdach an einer Kette hing, hatte sein Großvater eigenhändig geschmiedet. Stelze wunderte sich, dass in all den Jahren niemand die Glocke entwendet hatte. Anno 1924 stand auf dem unteren Kranz. Stelze imprägnierte die vier Stützen aus Eichenholz neu und trug anschließend eine Lasur auf. Die vierkantigen Balken trugen in etwa drei Meter Höhe das Gebälk, an dem die schwere Glocke hing. Er ersetzte außerdem einige der gemauerten Feldsteine des alten Brunnens. In den Ecken der ein Meter hohen Brüstung waren die Holzständer fest verankert. Stelze wollte das Erbe seines Vaters so lang wie möglich bewahren. Sein eigener Stolz war schon lange gebrochen, doch die Arbeit ließ seine rastlose Seele ruhen. Das Stallgebäude diente jetzt für Dinge, die er tun musste, um nicht in den Strom der Depression zu geraten.

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