Karl Schönherr - Caritas
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»Aber ja, liebs Mutterl«, drang die Oberin in sie. »Reden Sie nur, schenieren Sie sich nicht!«
Und da rückte sie endlich heraus:
»Weiß wohl, es ist ein versperrtes Kloster mit strenger Klausur, aber lassen Sie mich zu ihr in die Zelle hinein!«
»Aber von Herzen gern, wenn nur die Klausur nicht war! Also gedulden Sie sich acht, vierzehn Tage! Bis dort ist das arme Kind hoffentlich aus dem Ärgsten heraus, und da lassen wir es auf einem Sessel zu Ihnen heruntertragen in das Sprechzimmer, und da können Sie dann zusammen plaudern den ganzen Tag! Was hätten Sie denn bei ihr droben, wo das arme Schwesterl im Fieber liegt und niemanden kennt und nicht einmal weiß, ob’s Nacht ist oder Tag! Also Geduld, Mutterl, Geduld!«
Die Mutter seufzte ein schweres »In Gottes Namen!« und fügte sich frommgläubigen Sinnes.
»Aber beten will ich«, fuhr sie plötzlich auf, während ihr die Zähren über die Wangen liefen. »Tag und Nacht werd ich dem lieben Gott in die Ohren schreien, und kein Frieden geb ich ihm, und sekkieren werd ich ihn, bis er endlich sagt: Tun wir ihr den Gefallen, der bösen Schwiegermutter!«
Die Oberin hatte der Mutter ein an das Sprechzimmer anstoßendes Gastgemach als Wohnraum angewiesen. Es war ein freundliches, helles Stübchen mit blühweißen Gardinen und Blumen vor den Fenstern. Da richtete sie sich häuslich ein, spann und nähte, schluchzte und betete und malte sich das Wiedersehen aus, wenn sie ihr das Kind zum ersten Mal auf einen kleinen Plausch von der Zelle herunterbrächten. Sooft sie den Doktor an die Pforte kommen hörte, warf sie flugs alle Arbeit weg. Da nähte sie keinen Stich mehr zu Ende und strickte keine Masche aus. Im Nu war sie aus dem Stübchen und hinter ihm her. Während der vor der kleinen Klausurtür ungeduldig auf das Aufsperren wartete, musterte ihn die Mutter mit neidischen Blicken: »Mein Gott, haben Sie es gut, Herr Doktor!«
»So?« lachte der ärgerlich. »Tags nicht Zeit zum Essen, nachts keine Stunde Ruh! Teufel, hab ich’s gut!«
Wenn sich dann die Klausurtür in den Angeln drehte, starrte sie mit gierigen Augen durch den Spalt in den dämmerigen Gang hinein und lauschte, solange noch des Arztes schwerer Tritt auf der Holztreppe hallte, die zu den Zellen führte.
»So ein Doktor hat’s gut!«
Gottes Schwiegermutter stand auf den kalten Fliesen des Klosterganges und harrte mit klopfendem Herzen knapp vor dem Türl, wie ein ausgesperrter Hund, bis der Doktor zurückkam. Dann durchsuchten ihre grauen Augen jedes Mal angstvoll seine Miene und durchstöberten jedes Fältchen auf seinem Gesicht.
»Frisch auf, Mutterl, wir bringen sie durch! Sie werden schon sehen!« Solche Worte malten eine jähe Röte auf ihre verhärmten Wangen, und dann ging ein Fragen an, daß es nur so sprudelte.
»Ist sie recht bleich? Keinen Tropfen Blut wird sie mehr im Gesicht haben, was? Und früher so eine frische Farbe gehabt! Fragt sie nach mir? Mein Gott ja, Sie wollen es mir nur nicht sagen!«
Der vielbeschäftigte Arzt sagte nur immer:
»Ja, ja! Na, na! Papperlapapp! Freilich! Mhm!« und schielte sehnsüchtig nach der Pforte. Die Mutter hielt ihn aber immer wieder am Ärmel fest, er mußte sich Schritt für Schritt bis zur großen Pforte durchkämpfen.
Dann schlurfte sie wieder fürchtend und hoffend in ihr Stübchen und bearbeitete den lieben Gott bis tief in die Nacht hinein:
»Ich gib ihm keinen Frieden, ich laß ihm keine Ruh, der soll seine Schwiegermutter spüren!«
Späterzu wurde der Doktor immer verdrießlicher und endlich so borstig wie ein Igel. Er konnte die ewige Fragerei nicht leiden. »Machen Sie mich nicht zuwider«, fuhr er die Mutter an und fuchtelte mit den Händen in der Luft herum. »Ich hau noch die ganze Medizin zum Teufel, meiner Seel, lieber Steineklopfen!«
Einmal kam er aus der kleinen Klausurtüre und sah nicht rechts noch links. Er sagte nichts, und die harrende Mutter fragte nichts. Sie sah ihm nur nach, wie er so murrig durch den Vorraum polterte. Als sein schwerer Tritt auf den Fliesen verhallt und die Türe ins Schloß gefallen war, da war es im Vorraum mäuschenstille, und doch schrie etwas fürchterlich auf.
Die Mutter lief zur Klosterglocke und riß an dem rostigen Griffe, daß es läutete wie zum Sturm.
Erschrocken eilte die Torwärterin herbei.
»Die Schwester Oberin soll kommen!«
Als die Schwester Oberin kam, sagte die Mutter:
»Ehrwürdige Schwester, das Türl aufmachen! Es geht zu End!«
»Arme Mutter, es ist hart, hart! Aber wir haben strenge Klausur, tun Sie es aufopfern!«
»Ich kann nimmer!«
»Aber Sie sind ja so ein frommes Mutterl! Denken Sie an die Schmerzensreiche, was die gelitten hat!«
»Die hat’s leichter ghabt als ich! Hat unter dem Kreuz stehen dürfen bei ihrem Sohn! Aufsperren!«
»Aber wenn wir nicht dürfen, Sie haben es ja früher gewußt, daß unser Orden so streng ist! Opfern Sie es auf, tun Sie es aufopfern und ergeben Sie sich in Gottes heiligsten Willen!«
Die Mutter wehrte mit der Hand den Wortschwall ab und sagte nur: »Schwester Oberin, Sie sind halt keine Mutter!«
Die Klausurtüre blieb verriegelt.
Ja, es ist bei aller Ehre kein Spaß, mit Gott verschwiegert zu sein!
Nun umkreiste Gottes Schwiegermutter wie eine Diebin lauernd und spähend das Klösterlein mit den hellgetünchten Mauern und schlich das kleine, blinde Gäßchen entlang, an dem sich die Seitenfront dehnte.
Dort oben rechter Hand das schmale Fenster war’s, mit dem herabgelassenen Vorhang aus grauem Tuch und dem matt durchschimmernden Lichterschein. Die Mutter starrte mit zwei großsternigen, gierigen Raubtieraugen zum Fenster empor, sie dehnte den Hals und stellte sich auf die Zehenspitzen, als wollte sie sich bis an das Sims hinan recken.
Dann trieb es sie wieder ruhelos zurück, hinein in den Schuppen. Und suchte da herum, ganz wirr und verloren, bis endlich der halbblöde Klosterknecht fragt:
»Was sucht denn die Frau Mutter?«
»Eine Leiter such ich, Jakob! Grad eine Leiter tu ich suchen!«
Da sagte der Knecht: »Wir haben keine Leiter, bei uns wird nit gfensterlt!«
Wieder irrte sie im dunkelnden Abend aufwärts gegen das dunkle Gäßchen und setzte sich unter das Fenster hin:
»Wenn ich ihr nur dürft die Kopfpolster zurechtrichten! Die da drinnen wissen es ja nicht, wie sie es von klein auf gewohnt ist! Allweil so mehr links ist sie gelegen, so halb hoch, den oberen Polster ein bissel zusammengewurstelt und den unteren vorgeschoben. Oh, so gut tät ich’s wissen!«
Gott holte seine junge Braut bald heim. Ihr Leben war wie ein Lerchenflug: von der Erde weg jubilierend, Gott preisend hoch auf in die Luft, und in jähem Flug wieder nieder in das Gras, lautlos in den Boden hinein.
Im kleinen Klosterkirchel liegt die junge Schwester aufgebahrt, der schmucklose Sarg nach Ordensbrauch auf ebener Erde, der Deckel offen. Sie ruht im blühweißen Ordenskleid, an dem Kopfschleier ein kleines Myrtensträußchen (sie war ja Christi Braut) und um die zarten Finger den Rosenkranz gewunden; im Tode noch jung und schön.
Die Leute aus der Umgebung kamen scharenweise zum Weihbrunngeben.
Da sagte die Mutter zum Klosterknecht: »Jakob, ich will auch hinauf in das Kirchl, will sie sehen, du mußt mich begleiten!«
Darauf meinte der Knecht:
»Warum denn nicht, ich geh schon mit!« Und ging mit der Mutter.
Es begegneten der Mutter auf dem schmalen Wege zur Klosterkirche genug Leute; die wichen ihr zu beiden Seiten aus und drängten sich an die Mauer, um ihr den Weg freizulassen. Als die Mutter in die dämmerige Kirche trat, stießen die Besucher einander mit den Ellbogen an, beendigten rasch ihre Gebete und drückten sich scheu zur Kirchtür hinaus. So neugierig und fürwitzig sonst Kirchenleute sind, es gelüstete niemand danach, diese Mutter mit ihrem Kinde zu belauschen.
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