Alan Lee Hemmswood - Gnadenwolf

Здесь есть возможность читать онлайн «Alan Lee Hemmswood - Gnadenwolf» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Gnadenwolf: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Gnadenwolf»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

"Der Tag ist wieder einmal der Nacht gewichen. Sie ist mein Verbündeter, umschlingt mich, nimmt mich in sich auf, bis ich mit ihr konturenlos verschmelze. Ich steige über den kleinen Jägerzaun hinüber in den Garten und wate durch den tiefen Schnee. Im Haus sind alle Zimmer hell erleuchtet."
Im tiefsten Winter, Eiseskälte, der Schnee türmt sich auf den Straßen, entzündet ein gnadenloser Mann im Namen einer perversen Moral eine bluttriefende Mordserie. Seltsame Blutbotschaften schrecken die Stadt auf. Auch ein beurlaubter Polizist gerät in die Fänge des Rabenmannes, der eine alte Schuld begleichen will. Er ahnt nicht, was sich vor seinen Augen abspielst, schon gar nicht, wer die Fäden zieht.

Gnadenwolf — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Gnadenwolf», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Wie paralysiert saß er damals tagelang in seiner dunklen Wohnung, gedankenlos wartend auf sein Ende. Er hatte beschlossen seine Familie über seinen gesundheitlichen Zustand nicht aufzuklären. Liebig verließ seine Wohnung nur noch für die Chemo. Obwohl sein Lebenswille den Kampf mit dem Tod schon vor langer Zeit verloren zu haben schien, hatte er sich für die Therapie entschieden. Motor dieser Überlegung war allerdings nicht die Hoffnung auf das Leben, sondern der Schmerz. Er wollte die Selbstgeißelung. Er wollte sich für seine jahrelange Apathie dem gegenüber, was sich direkt vor seinen Augen abspielte, bestrafen.

„Huhu, Andreas“. Olson riss Liebig aus seinen Gedanken.

„Was? Oh ja, tut mir leid“, Liebig wischte sich über die Stirn, „in letzter Zeit bin ich manchmal etwas geistesabwesend“.

„In letzter Zeit?“. Olson stieß einen Luftschwall aus.

„Was ist das für eine Sache? Das mit der Blutbotschaft“, lenkte Liebig das Gespräch auf den makabren Fund.

Olson stockte kurz. „Diese beschissen Käseblätter".

„Ja, die böse Presse. Nein jetzt mal im ernst. Was ist da los?".

„Frag mich Einfacheres. Wir wissen noch nichts Genaues, alles sehr vage. Wir sind aber mittlerweile sicher, dass die Botschaft auf die Ballade Silvesternacht von Fontane verweist. „Aber …“, lachte Olson höhnisch, „selbst die Deutungen der Ballade sind nicht unumstritten. Es geht um ein junges Mädchen, das einer alten Sage folgt. Hiernach offenbart sich einem jeden Mädchen der zukünftige Ehemann, wenn es in der Silvesternacht um Mitternacht den Essenstisch für zwei deckt. Als die Uhr dann zwölf Uhr schlägt, bekommt es das Mädchen allerdings mit der Angst zu tun. Aber da ist es auch schon zu spät und jemand hat sich zu ihr gesellt. An dieser Stelle schließt sich die Strophe an, die der Spinner uns hinterlassen hat. Am Ende ist das Mädchen tot. Der Gast, der ihr zukünftiger Ehemann sein soll, ist nach landläufiger Auffassung der personifizierte Tod. Er holt sich das Mädchen … Was ist mit dir Andi, du bist ja ganz blass geworden? Wirst du auf deine alten Tage noch sensibel?“.

„Nein, nein. Das sind nur die Medikamente“.

Kalter Schweiß legte sich auf seine Stirn. Ist er das? Mein Teufel? Möglich? Wahrscheinlich? Sicher? Liebig konnte die Lage nicht einschätzen, was allerdings seiner aufsteigenden Angst nicht abträglich war.

„Die Tote konnte bisher nicht einmal identifiziert werden, hatte keinen Ausweis bei sich. Und wird anscheinend auch nicht vermisst, wir haben’s mit den bekannten Vermisstenmeldungen abgeglichen. Nicht selten bei Junkies. Die anderen Halbtoten im Park haben ausgesagt, dass sie “Ratte“ genannt wurde. Hatte wohl immer so einen verlausten Nager dabei. Und sie lebte auf der Straße. Wer soll sie also auch schon vermissen?“.

Erst jetzt fiel Liebig auf, dass er die ganze Zeit den Mund geöffnet hatte.

„Wirklich alles in Ordnung?“.

„Jaja doch. Mach dir mal keine Sorgen. Oder sollte ich sagen, Hoffnung? Auf ein alleiniges Büro vielleicht?“.

„Das wäre schon was Feines“, lachte Olson.

„Da musst du dich aber nicht etwas gedulden. Wie geht’s eigentlich dem Chef?“.

„Ach, knurrig wie eh und je. Aber in letzter Zeit war hier nicht viel los, das hat ihn ein bisschen sanftmütig gestimmt. Wollen wir mal hoffen, dass es auch dabei bleibt … und diese wirre Bluttat das Werk eines kleinen Psychos ist, dem nur einmal kurzzeitig die Sicherungen durchgebrannt sind“.

„Das hoffe ich auch“.

„Na dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Du, ich muss jetzt weiter machen. Während du zu Hause krankspielst, muss ich hier deine ganze Arbeit übernehmen, also sieh zu, dass du hier bald wieder auftauchst!“.

„Eher als dir lieb ist!“.

Liebig verließ das Büro und ging den umgekehrten Weg zurück in die Kälte. Er brauchte jetzt erst einmal Zeit zum Nachdenken. Zeit für sich. Wenn Nils nur wüsste, welch gewaltiger Sturm in mir tobt.

Nachdem er zwanzig Minuten gegangen war, kam er in den Park, in dem in der Nacht die Leiche der jungen Frau gefunden wurde. Vor ihm tat sich eine riesige, weiße Fläche auf, deren elliptische Form an den Seiten von kahlen Bäumen gesäumt wurde. Der junge Polizist, der am Eingang postiert war, ließ Liebig nervös passieren. Liebig sah es schon von hier. In einiger Entfernung wogte das polizeiliche Flatterband sanft in der Luft. Dahinter arbeiteten immer noch die Männer von der Spurensicherung. Er presste die Luft aus seinen Lungen und ging durch den plattgetretenen Schnee hinüber. An der Stelle angelangt, stellte er sich vor die Absperrung, vergrub seine Hände in den Jackentaschen und sah in den Schnee vor der Parkbank herab. Die Blutspritzer waren immer noch zu sehen. Er spielte in Gedanken durch, was hier gestern Nacht abgelaufen war, stellte sich vor, wie der Mann mit der Maske hinter einem der Bäume aus dem Schatten hervortritt, sich von hinten heranschleicht, seinem Opfer die Kehle durchschneidet, seine Finger in der Blutlache tränkt und in aller Ruhe die Zeilen schreibt. Immer und immer wieder spielte er den Vorgang in seinem Kopf durch, manchmal sah er sich selbst in seinen Gedanken auf der Bank sitzen.

Liebig beobachtete die Spurensicherung noch eine Zeitlang bei ihrer Arbeit, bis die Dämmerung einsetzte. Er ging den Weg aus plattgetretenem Schnee wieder zurück und machte sich auf den Heimweg. Als er den Park verließ, hörte er die mahnenden Worte der Kirchenglocken.

Kapitel 4

Tempus fugit-

Er weiß nicht, dass ich ihn beobachte. Das wissen sie nie. Die Menschen vermögen selten das Offensichtliche zu erkennen. Ich muss diesen Ignoranten zu Gute halten, dass ich viele Gesichter habe. Der Mensch lässt sich zu gerne von Ablenkung und Verkleidung in die Irre führen.

Wenn ich sie verfolge, verleiht es mir das erregende Gefühl von Macht. Aber … ich sehe mich nicht als Voyeur. Ich bin viel mehr als das. Ich bin der Engel, der auf sie niederfährt. Ich nehme mich ihrer an. Ein Schelm, der mich für einen bösen Menschen hält.

Ich kann den Dampf seines Kaffees sehen. Ich kann den Geruch seines Kaffees riechen, das Knittern seiner Zeitung hören. Ich stelle mir sogar vor seine Gedanken lesen zu können. Er sieht nicht mehr aus wie an dem Tage, an dem er sich an mich wandte. Aber das stört mich nicht. Ich bin eine bescheidene Persönlichkeit. Seine Uhr tickt. Seine Zeit läuft ab. Es ist nunmehr fast ein Jahr her, seitdem sein Gesuch mich ereilte. Besser gesagt: Seitdem ich ihn dazu brachte ein Gesuch an mich zu richten. Aber auch sonst lehne ich selten ein Gesuch ab. Ich bin ein guter Mensch. Ein guter Mensch, der anderen hilft. Ich erfülle pflichtbewusst meinen Dienst an der missratenen, von Derbheit durchzogenen Menschheit. Und verlange dafür allzu wenig. Doch er ist mehr als jeder andere zuvor, er ist so viel mehr …

Er richtet sich auf, dreht sich um und blickt mir direkt in die Augen. Dies sind die Momente, die mir Erfüllung schenken. Die Möglichkeit bei meinem Treiben entdeckt zu werden, gibt mir ein unerreichbares Hochgefühl. Aber ich weiß, er wird mich nicht erkennen. Auf seinem Gesicht zeichnen sich die markanten Wangenknochen ab. Er hat viel Gewicht verloren. Seine Augen scheinen trüb. Doch eines passt nicht ins Bild: Seine aufrechte Körperhaltung. Menschen, die von mir erlöst werden wollen, haben für gewöhnlich ein eingefallenes Rückgrat. Nicht so dieser. Er verlässt das Café und ich folge ihm noch ein paar Schritte durch die beißende Kälte. Ich gehe nur ein paar Meter hinter ihm. Ich weiß, wo er wohnt, wie oft er seine Wohnung verlässt, wohin er geht. Ich kenne ihn. Aber für nun verliert er seinen Schatten. Ich habe anderes zu tun, bin ein geschäftiger Mann. Aber er wird nicht lange auf meine Gesellschaft verzichten müssen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Gnadenwolf»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Gnadenwolf» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Gnadenwolf»

Обсуждение, отзывы о книге «Gnadenwolf» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x