Die größte Schwierigkeit wäre die Auswahl der sieben Geschworenen, dies löste unendliche Diskussionen aus und Zeus brachte es auf den Punkt:
Das Amt verlangt, dass jene Geschworenen unabhängig sind. Also können sie keine Götter sein.
Die Afrikaner dachten daran, die Aufgabe an die Dämonen zu übertragen, aber diese Idee stieß bei der Mehrheit auf keine Gegenliebe. Die meisten hielten die Idee für zu gefährlich, denn sie glaubten, sie könnten eventuell entzückt sein, irgendeinem Gott eins auszuwischen: Nein, sie wären ganz sicher ungeeignet.
Und die Sterblichen? Das wäre eine Möglichkeit, sagte Brahma, aber das Problem bei ihnen könnte sein, dass sie allzu sehr an ihrem Glauben hängen und große Angst vor ihren Göttern haben.
Wotan meinte: Sie würden es sich nicht trauen ein Urteil zu sprechen! Es sei denn, es gebe ein paar, die sich nicht um Götter kümmern, die wären vielleicht glaubwürdig und zuverlässig.
Nachdem man lange nachgeforscht hatte, meldete sich Hermes zu Wort: Ich weiß, dass es doch eine Art von Menschen gibt, denen die Götter und ihre Religionen egal waren. Sie nennen sich selbst Atheisten!
Von der Existenz Sterblicher zu wissen, die nicht an die Götter glaubten, an überhaupt keinen von ihnen, löste bei den meisten Unsterblichen eine Gänsehaut aus, aber man kam überein, dass jene die Einzigen seien, die sich nicht durch Vorurteile und Überzeugungen beeinflussen ließen.
In kleinen Kreisen zogen sich die Götter in internationale Arbeitsgruppen für eine Stunde zurück. Diesmal war es Wotan, der mit Block und Bleistift von einer Gruppe zur anderen wanderte, um sich Notizen über den Stand der Diskussionen zu machen. Zeus schaute auf die Uhr, ließ einen Miniblitz los und beendete so die Initiative der Arbeitskreise.
Aber nach den einigermaßen entspannten Gesichtern zu schließen war ein einvernehmliches Ergebnis sehr wahrscheinlich. Wotan bat mit seiner kräftigen Stimme um Ruhe und versuchte das Ergebnis für alle zu verkünden:
Werte Kolleginnen und Kollegen, ich habe die einstündige Diskussion vor unserer eigentlichen Konferenz sehr aufmerksam beobachtet, und ich denke, ich kann Ihnen eine klare Meinungsmehrheit mitteilen. Folgendes war den Damen und Herren Göttern rasch klar:
Das Urteil der Geschworenen muss weise sein, sprach er, logisch und durchdacht. Es muss die gesamte göttliche Gemeinde überzeugen. Deshalb hören Sie bitte meinen Vorschlag: Abgesehen davon, dass die Geschworenen Atheisten sind, müssen sie außerdem noch Philosophen sein, die auch wirklich besorgt sind über die Fragen der Metaphysik. Also stelle ich den Antrag: Die sieben Geschworenen sollen Sterbliche sein, Atheisten UND Philosophen! Nachdem die Dolmetscher den Antrag für ihre Götter übersetzt hatten, kam es zu einem allgemeinen Getuschel, vor allem die Afrikaner murrten ein wenig, viele runzelten die Stirne, aber bei Stimmenthaltung der Afrikaner fiel die Abstimmung doch sozusagen einstimmig aus.
Der allgemeine Tenor: Dass es Sterbliche sein sollten, na gut, es ging wohl kein Weg daran vorbei. Aber Atheisten und auch Philosophen?
Brrrrrr. Was für eine schreckliche Vorstellung!
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