Iris Bleeck - ein ungeklärter Mord
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Das war die Zeit, in der sie Gott und die zu langsam verstreichende Zeit anflehte, ihr zu helfen, schneller älter zu werden. Erwachsensein das war ihr Ziel und Zauberwort. Endlich wollte sie die Freiheit genießen, aus diesem Dorf weggehen zu können. Vielleicht waren inzwischen zwei Jahre vergangen, oder auch ein bisschen mehr, seit Irmi als Sekretärin im Krankenhaus in der kleinen Hafenstadt Sassnitz, die damals noch kein Stadtrecht hatte, arbeitete. Im Dorf verlor sich derweil ihre Spur, wie eine sanfte Welle, die einen in den Sand geschriebenen Namen auslöscht. Kaum jemand sprach noch von ihr. Zur Überraschung aller kehrte sie vor einer Woche zurück, ohne etwas von ihrem Zustand zu verraten. Das sie fülliger geworden war, ließ alle Spekulationen offen. Erst mit den einsetzenden Wehen beugte sie sich der Tradition, im Bett der Mutter zu gebären. Wie viele Frauen ihrer Familie es vor ihr durchgemacht hatten, wer wollte es nachzählen? Nur die in Stein gehauenen Inschriften auf dem kleinen Friedhof, gleich neben der roten Backstein-Kirche, erinnerten flüchtig an deren Schicksal. Als Martha fluchend mit hochkrempelten Ärmeln auf der Dorfstraße zu Mertens Haus unterwegs gewesen war, begegnete ihr Mathis. Neugierig spottend, fragte er: „Na, Martha, wen von uns machst du heute zum Vater? Hier bleibt wenig verborgen, die Häuser haben dünne Wände, du solltest es doch wissen.“ Ärgerlich drehte Martha sich zu ihm. Was wusste sie schon von Irmis Liebesleben? Sie konnte nur mit den Schultern zucken, und keine Auskunft geben. Um überhaupt etwas zu antworten, meinte sie: „Die meisten Menschen werden nachts gezeugt, und kommen auch nachts auf die Welt, Mathis. Es ist geradezu unanständig, dass Irmi sich am Tag ins Bett legt, um ihr Kind zu gebären, während mein Schweinebraten jämmerlich im Ofen vertrocknet. Mathis hatte verständnisvoll genickt, dann schnell seine Schritte beschleunigt. Das war eine Neuigkeit mit der niemand gerechnet hatte. Ausgerechnet Irmi!
Olga
Erst am späten Abend wurde Irmis Tochter geboren.
Als Martha Irmis Namenswunsch für das Kind, Olga, und das Geburtsjahr, 1948, eintrug, entfuhr ihr diese schroffe Zurechtweisung: „Bist du noch gescheit, dein Kind mit einem russischen Namen zu belasten? Haben wir seit dem Kriegsende nicht genug halbe Iwans auf der Insel? Danach trug sie das neugeborene Mädchen zur Familien- Wiege, legte es seufzend ab und schaute mit Bedauern auf das Kind.
Irmi rollte sich nach Marthas mahnenden Worten unter einer dünnen Decke von Zweifeln zusammen, blieb aber trotzig bei ihrer Entscheidung. Nicht nur Martha, auch Mertens weigerte sich standhaft, den Namen Olga auszusprechen. Für ihn und seine Frau hieß die Enkeltochter Marie. Kaum aus dem Wochenbett entlassen, verkündete Irmi, sie wolle mit diesem Namen etwas zur deutsch-sowjetischen Völkerverständigung beitragen. Da es offiziell keinen Vater zu ihrem Kind gab, brodelte seither in dem kleinen Dorf die Gerüchteküche. Besonders, als Irmi, ein Jahr später, mit der neu gegründeten SED zu sympathisieren begann. Karl Kruse, ein Zugezogener, der Bürgermeister der Gemeinde, hatte sie zu seiner rechten Hand gemacht. Wahrscheinlich kokettierte Irmi mit ihm und erwähnte so nebenbei, dass sie ihr einziges Kind gegen jeden privaten Widerstand, Olga genannt hatte.
Vielleicht hätte Karl zu einer anderen Jahreszeit an ihrem Heroismus gezweifelt, aber ihr verführerisches Sommerkleid, das ihre wohlgeformte Figur nur leicht verhüllte, war ein starkes Argument. Mit Handschlag besiegelte er das beginnende Arbeitsverhältnis: „Genossin“, und das, obwohl Irmi kein Parteimitglied war, „solche Leute wie dich braucht unser Land. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dir“. Nicht ohne Triumph im Herzen atmete Irmi erst einmal tief durch. Geschickt hatte sie alle anderen Kandidatinnen aus dem Rennen geworfen. Danach wischte sie mit einer energischen Bewegung seinen Schweiß, der nun an ihr klebte, an ihrem Sommerkleid ab. Er hatte ihre Hand ein wenig zu lange festgehalten, und das mochte Irmi gar nicht. Karl rief ihr beim Hinausgehen zu: „Bring doch deine kleine Olga mit. Ich bin gespannt, ob sie auch so hübsch, wie die Mutter ist.“ Irmi aber dachte immer nur in kleinen Schritten, erst die Arbeit und dann sehen wir weiter. Heute war ein guter Tag, und sie wusste auch schon, wie sie sich den ehemaligen Kommunisten Karl, der jetzt ein Sozialist war, vom Halse halten würde. Er hatte bei seinem jahrelangen Aufenthalt in Moskau als Partisan oder Geheimagent, was auch immer er dort gewesen war, viel gelernt. Zum Beispiel wie man den Feind unterwandert, aber mit Sicherheit nicht, wie man Irmi unterwandert.
Es kam der Tag, an dem das Mädchen Olga, die erste, bewusst wahrgenommene Ablehnung traf. Ein Junge aus dem Dorf rief: „Russen- Olga- Popolka, welcher Iwan ist dein Vater?“ Dabei signalisierte sein Lachen tiefe Verachtung für sie oder ihren Namen, beides verletzte Olga. Sie lief zu ihren Großeltern, beklagte sich, worauf der Großvater dem Jungen eine Ohrfeige verpasste und den heulenden Buben aufklärte, dass Olga im richtigen Leben Marie hieße, und nur ihre Mutter sich diesen Namen ausgedacht hatte. So zu sagen, um Marie ein wenig zu ärgern. Warum sie das tat, wisse nur der Himmel. Seit diesem Tag nannten alle Kinder Olga nur noch Marie. Zu gefürchtet waren Mertens Ohrfeigen.
Entspannung
Für Irmi entspannte sich das Verhältnis zur Dorfbevölkerung spürbar, seit dem Tag, an dem sie in der Zentrale für die Vergabe von Wohnraum, Baustoffe und Brennmaterial saß. Die Menschen grüßten sie freundlich, auch gab es keine schmutzigen Kommentare mehr über das uneheliche Kind und seine Herkunft. Sie erfuhr Respekt, und das wusste sie zu nutzen. Karl unterschrieb als Bürgermeister, was Irmi vorher beschlossen hatte. Geschickt spielte sie immer wieder mit seiner Hoffnung, ihr Herz doch noch zu erobern. In solchen Momenten legte sie einen Antrag auf Bewilligung einer Zuzugsgenehmigung für die Stadt auf seinen Schreibtisch. Das tat Irmi besonders gern, wenn sie jemanden loswerden wollte. Schnurrte dann wie eine Katze, streifte bewusst im Vorbeigehen Karls behaarten Arm: „Dieser Willi Schielke, du weißt schon, der seine Finger nicht von anderen Frauen lassen kann, der hat jetzt Arbeit als Schlosser auf der Werft in Stralsund. Immerhin zwölf Kilometer von der Insel bis zur Volkswerft, und dann noch über den Rügendamm. Das bedeutet für Emma, sie muss mitten in der Nacht aufstehen, um Brote zu schmieren, damit Schielke mit dem Fahrrad pünktlich zur Schicht kommt. Und wie soll er das im Winter schaffen, wenn alles verschneit ist? Die erste Kleinbahn fährt erst morgens um acht Uhr. Und wahrscheinlich ahnt seine Frau, was er nach der Schicht in der Stadt so treibt.“ Karl schaute aufmerksam. Es war ihm nicht entgangen, dass Irmi die Sicht von Schielkes Frau vorgetragen hatte: „Du bist zu gut für diese Welt. Hat der Dreckskerl dich auch belästigt?“ Irmi ließ seine Worte eine Weile im Raum wirken: „Darauf muss ich nicht antworten, Genosse Karl“, erwiderte sie leicht pikiert. Das bedeutete für ihn alles oder nichts. Er nahm den Antrag und unterschrieb. Ziemlich zornig, wie es Irmi schien. Sorgsam darauf achtend, dass Karl ihr dabei zusah, wie sie die Tinte trocken hauchte, nahm sie das Dokument, und machte sich auf den Weg zu Emma Schielkes Notunterkunft. Irmi hatte immer noch diese Grazie, warf ihre langen blonden Haare, die sie jetzt zum Zopf gebunden hatte, wie in früheren Zeiten, in den Nacken. Erst ging sie die Dorfstraße entlang, vorbei an den Weiden, die der alten Martha in ihrem knorrigen Wuchs, ähnlich waren, bis hin zum Weiher. Dort etwas außerhalb, stand das frühere Armenhaus, in dem jetzt Emma mit ihrer Familie hauste. In dem trostlosen Backsteinbau waren vor dem Krieg die Armen untergebracht. Nicht zu nah am Dorf, man wollte nicht ständig an deren Elend erinnert werden. Nach dem Kriegsende hatten hier Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf gefunden. Nur Emma war mit ihrer Familie geblieben, andere wurden umverteilt oder flohen über die grüne Grenze in den Westen.
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