Arthur Conan Doyle - Der Hund von Baskerville

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Der Hund von Baskerville: краткое содержание, описание и аннотация

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Sir Hugo glaubt, unter einem Fluch zu leiden. In den Mooren soll ein riesiger Hund sein Unwesen treiben. Als der alte Sir Charles Baskerville unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, bittet sein einziger Nachkomme, Henry Baskerville, Sherlock Holmes um Hilfe. Gemeinsam mit seinem Freund Dr. Watson versucht er, dem Geheimnis um die Bestie auf die Spur zu kommen.
Sherlock Holmes, der berühmteste Detektiv aller Zeiten, und sein Freund Dr. Watson lösen jeden Fall, ganz gleich wie schwer er sein mag.

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»Das ist unser Mann, Watson! Vorwärts! Wenn wir schon nicht mehr tun können, wollen wir ihn uns wenigstens genau ansehen.«

Im selben Augenblick bemerkte ich einen buschigen schwarzen Bart und ein Paar stechende Augen, die sich durch das Seitenfenster der Droschke auf uns richteten. Unmittelbar darauf fuhr die Klappe im Verdeck des Wagens in die Höhe, dem Kutscher wurde etwas zugerufen, und die Droschke raste die Regent Street hinunter. Holmes sah sich schnell nach einer anderen um, aber es war keine leere in Sicht. Dann lief er dem Wagen in wilder Verfolgung durch das Straßengetriebe nach, aber der Vorsprung war zu groß, und die Droschke war bald nicht mehr zu sehen.

»Da haben wir's!« sagte Holmes bitter, als er keuchend und ganz blaß vor Ärger wieder aus dem Wagengewoge hervorkam. »Welch unerhörtes Pech und welche Tölpelei dazu. Watson, Watson, wenn du ein gewissenhafter Mann bist, so mußt du diese Dummheit ebenfalls berichten und meinen Erfolgen gegenüberstellen.«

»Wer war der Mann?«

»Ich habe keine Ahnung.«

»Ein Spion?«

»Hm, nach allem, was wir gehört haben, ist Baskerville seit seiner Ankunft in der Stadt ganz offenbar von irgend jemand sehr scharf überwacht worden. Wie hätte sonst der Betreffende so schnell wissen können, daß der junge Mann das Northumberland-Hotel als Quartier gewählt hat? Wenn man ihm am ersten Tag nachging, so würde man – das war meine Schlußfolgerung – ihm auch am zweiten nachgehen. Du hast vielleicht bemerkt, daß ich, während Dr. Mortimer seine Geschichte vorlas, zweimal ans Fenster ging?«

»Ja, ich erinnere mich.«

»Ich sah nach, ob vielleicht jemand auf der Straße herumlungert, konnte aber niemand entdecken. Wir haben es mit einem gescheiten Mann zu tun, Watson. Die ganze Geschichte ist sehr ernster Art; ich bin mir zwar noch nicht ganz schlüssig geworden, ob wir es mit einem feindlichen oder mit einem freundlichen Element zu tun haben, aber ich behalte stets, das ›Wie‹ und ›Warum‹ im Auge. Als unsere Besucher fortgingen, folgte ich ihnen sofort in der Hoffnung, ihren unsichtbaren Verfolger ausfindig machen zu können. Das muß ein Schlaukopf sein, denn er hat sich nicht auf seine Beine verlassen, sondern sich eine Droschke genommen, so daß er bald hinter ihnen her- oder an ihnen vorbeifahren konnte, ohne bemerkt zu werden. Das hatte außerdem noch den Vorteil, daß er imstande war ihnen sofort zu folgen, wenn sie etwa selber eine Droschke nehmen sollten. Indessen hat es auch einen offenbaren Nachteil.«

»Es macht den Droschkenkutscher zum Mitwisser.«

»Ganz recht.«

»Wie schade, daß wir uns nicht die Nummer gemerkt haben.«

»Mein lieber Watson, so tölpelhaft ich mich auch benommen habe, so bildest du dir doch wohl nicht allen Ernstes ein, daß ich vergessen hätte, nach der Nummer zu sehen? Unser Mann hat Nummer 2704. Aber das kann uns für den Augenblick nichts nützen.«

»Ich kann nicht einsehen, was du mehr hättest tun können.«

»Ich hätte, als ich die Droschke bemerkte, augenblicklich umkehren und in der entgegengesetzten Richtung weiter gehen sollen. Ich hätte in aller Gemütlichkeit eine Droschke nehmen und dann dem Mann in angemessener Entfernung folgen können, oder noch besser, ich wäre zum Northumberland-Hotel gefahren und hätte dort gewartet. Wenn unser Unbekannter dem jungen Baskerville nachgefahren wäre, so hätten wir ihn mit seinen eigenen Mitteln schlagen und selber sehen können, wohin er sich weiter begab. Wir haben es also einer unüberlegten Voreiligkeit, die von unserem Gegenspieler mit außerordentlicher Schnelligkeit und Entschlossenheit ausgenutzt wurde, zu verdanken, daß wir den Mann aus den Augen verloren haben. Wir sind selber schuld.«

Während dieses Gesprächs waren wir langsam die Regent Street entlang geschlendert, und Dr. Mortimer und sein Begleiter waren längst unseren Blicken entschwunden.

»Es hat keinen Zweck, daß wir ihnen noch weiter nachgehen,« sagte Holmes. »Der Spürhund ist verschwunden und wird nicht wiederkommen. Wir müssen uns überlegen, was für Trümpfe wir jetzt noch in der Hand haben, und müssen sie fest und entschlossen ausspielen. Könntest du vor Gericht bezeugen, wie der Mann in der Droschke aussah?«

»Mit Bestimmtheit könnte ich nur den Bart beschreiben.«

»Ich auch – und daraus folgere ich, daß der Bart aller Wahrscheinlichkeit nach falsch war. Ein kluger Mann, der auf ein so heikles Unternehmen aus ist, braucht einen Bart nur, um sein Gesicht zu verbergen. Komm mit hier herein, Watson.«

Er betrat eins von den Bureaus der ›Expreßbotengesellschaft‹ und wurde von dem Geschäftsführer mit großer Herzlichkeit begrüßt.

»Ach, Wilson, Sie haben den kleinen Fall nicht vergessen, wobei ich in der angenehmen Lage war, Ihnen beistehen zu können.«

»Ganz gewiß werde ich's nicht vergessen. Sie retteten meinen guten Namen und vielleicht mein Leben.«

»Sie übertreiben, mein Bester. Es schwebt mir so vor, Wilson, Sie hatten unter Ihren Burschen einen gewissen Cartwright, der sich während unserer Bemühungen als recht gewandt erwies?«

»Ja, Herr Holmes, der ist noch bei uns.«

»Könnten Sie ihn mal hereinkommen lassen? Danke. Dann hätte ich gerne Kleingeld für diesen Fünfpfundschein.«

Ein vierzehnjähriger Knabe mit aufgewecktem, scharfgeschnittenem Gesicht war auf das Klingelzeichen des Geschäftsführers erschienen und stand jetzt in einer Haltung voller Ehrfurcht vor dem berühmten Detektiv.

»Geben Sie mir bitte mal das Hoteladreßbuch,« sagte Holmes. »Danke. Hier, Cartwright, sind die Namen von dreiundzwanzig Hotels, die sämtlich in unmittelbarer Nachbarschaft von Charing-Cross liegen. Hier, siehst du?«

»Jawohl.«

»Du wirst sie sämtlich, eins nach dem anderen, aufsuchen.«

»Jawohl.«

»Überall gibst du zuerst dem Portier an der Eingangstür einen Schilling. Hier sind dreiundzwanzig Schillinge.«

»Jawohl.«

»Du wirst ihm sagen, du wünschtest die fortgeworfenen Papiere von gestern zu sehen. Du sagst, du suchtest ein wichtiges Telegramm, das verkehrt bestellt worden wäre. Verstanden?«

»Jawohl.«

»In Wirklichkeit suchst du aber nach dem Mittelteil der gestrigen Timesnummer, woraus mit einer Schere einige Stellen herausgeschnitten sind. Hier ist die betreffende Nummer der Times. Dies ist die Stelle, um die es sich handelt. Du könntest sie leicht wiedererkennen, nicht wahr?«

»Jawohl.«

»Der Portier von der Eingangstür wird überall den Portier von der Halle heranrufen; diesem wirst du ebenfalls einen Schilling geben. Hier sind noch dreiundzwanzig Schillinge. In zwanzig Fällen von den dreiundzwanzig wirst du hören, daß der Inhalt der Papierkörbe verbrannt oder sonstwie fortgeschafft worden sei. In den drei anderen Fällen wird man dir einen Haufen Papier zeigen, und du wirst darin nach dem Timesblatt suchen. Die Wahrscheinlichkeit, daß du es findest, ist ungeheuer gering. Hier sind zehn Schillinge extra für unvorhergesehene Ausgaben. Schick mir vor heute Abend einen telegraphischen Bericht in die Bakerstreet ... Und nun, Watson, haben wir uns bloß noch telegraphisch nach dem Droschkenkutscher Nr. 2704 zu erkundigen, und dann wollen wir in irgendeinen von den Kunstsalons in der Bond Street gehen, um uns die Zeit zu vertreiben, bis wir im Hotel sein müssen.«

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