Erst in den letzten Monaten habe ich nichts mehr von ihr gehört. Ich hoffe es bleibt so, denn ich möchte nicht, dass sie zwischen uns stehen könnte.“
„
Und was war in den drei Jahren dazwischen?“, bohrte Eva nach. Wolff überlegte so lange, dass sie schon befürchtete ihn zu sehr gedrängt zu haben. Es schien als hätte das Schweigen der letzen Minuten einen Knoten bei Wolff gelöst. Er begann, seine Geschichte der letzten Zeit zu erzählen. Er berichtete wie er sich bei Martina seiner letzten Freundin gefühlt hatte, er schilderte von seinem Empfinden, dass er sein persönliches Paradies erreicht hatte, wie er aus diesem vertrieben worden war, wie er im Grunde genommen auf einem Sessel vor der Mauer des gelobten Landes Platz genommen hatte und es genoss, hin und wieder einen Blick auf diese Gegend werfen zu können. Er gab zu, dass manchmal ein Zug bei ihm stehen geblieben war, der ihn zum Weiterreisen eingeladen hatte, dass er auch den einen oder anderen davon bestiegen hatte, aber kurz vor der Abfahrt hatte er ihn wieder verlassen. Er wollte sich von dem Platz nicht entfernen, er wollte immer noch das Tor wieder finden, wo ihm Einlass gewährt werden würde. So war die Zeit vergangen und Wolff war immer einsamer geworden. Seine Freunde ausgenommen Hans, der mittlerweile auch wieder in einer stabilen Beziehung lebte, waren verheiratet und er kam sich immer wie das fünfte Rad am Wagen vor. Das war der Grund, warum sich Wolff zurückgezogen hatte. Einige Wochen bevor Eva in seinem Gesichtskreis aufgetaucht war, hatte er begonnen die Möglichkeiten einer Internetplattform für sich zu nutzen. Er berichtete Eva über seine dortigen großen Erfolge. Er sprach über seine Eindrücke, wie er sich als Wanderplanet fühlte, der durch das virtuelle All der beziehungswilligen und allein stehenden Frauen schwebte, wie viele Sirenen versuchten ihn in ihre Umlaufbahn zu locken, bis er ihnen ein Foto seiner Oberfläche geschickt hatte. Fast alle dieser Strohwitwen hatten ihm einen heftigen Tritt versetzt und ihn aus ihrem Sonnensystem vertrieben. Nur wenige dieser virtuellen Fixsterne luden ihn ein, sie auch persönlich zu erkunden. Bei diesen Erkundigungen hatte Wolff erkannt, dass er seine Triebwerke von selbst zünden musste, um weiter auf die Suche zu gehen. Nach einigen Wochen beendete er seine für ihn traurige Wanderung in dem Bewusstsein, dass für ihn keine weitere Sonne in diesem All vorgesehen war. „Nachdem mir durch diese Plattform wieder bewusst geworden ist, dass ich den allgemeingültigen Schönheitsidealen nicht entspreche, und vielleicht auch ein bisschen unkonventionell bin, habe ich aufgegeben und mich in mein Alleinsein gefügt. Dann bin ich in Deine Umlaufbahn eingebogen, eine Sonne strahlend schön, der meine Planetenoberfläche egal war, die mich ständig forderte, die selbstbewusst ihre Wärme ausschickte, und die auch einen unkonventionellen Lebensweg hinter sich hatte. Aber ich habe immer Angst davor, wieder in den kalten Raum der Einsamkeit zwischen den Sternen geschickt zu werden. Das war der Nerv, den Du heute Morgen getroffen hast.“, beendete Wolff seine Geschichte der letzten Jahre.
Eva schmiegte sich eng an ihn: „Danke für Dein Vertrauen, ich weiß nicht was kommen wird, aber lass uns das genießen, was wir jetzt haben und die Zukunft im Nebel der Zeit lassen.“
Sie zog ihn vom Sofa und schob ihn in Richtung Schlafzimmer, wo Wolff verwundert feststellte, dass er trotz der Anstrengungen der letzten Nacht wieder Leidenschaft empfinden konnte.
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