Tag 1: Die Anreise nach Bayern
Tag 2: Von Traunstein in Richtung Alpen
Tag 3: Am Chiemsee entlang in Richtung Niederbayern
Tag 4: Von Niederbayern über die Berge nach Ingolstadt
Tag 5: Von Ingolstadt nach Feuchtwangen
Tag 6: Ich verließ Feuchtwangen in Richtung Baden-Württemberg.
Tag 7: Von Bundesland zu Bundesland. Der Weg nach Hessen
Tag 8: Wasser ich komme. Entlang des Main zum Rhein
Tag 9: Der Rhein, mein stetiger Begleiter
Tag 10: Landeshauptstadt ich komme. Ankunft im verwüsteten Düsseldorf
Tag 11: Durch das heimische Rheinland
Das Ende
Zusammenfassung
Es muss nicht immer Camping sein.
Carsten Walter, geboren 1977, aufgewachsen in Kleve.
Gelernter Kommunikationselektroniker und im Anschluss verschiedene Berufe ausprobiert. Ist mittlerweile Taxifahrer in einer kleinen Stadt und hat seine Berufung gefunden.
Den Spaß am Fahrradfahren entdeckte er recht spät in seinem Leben wieder. Nach jahrelanger Abstinenz erwarb er ein günstiges Fahrrad bei einem Lebensmitteldiscounter. Die anfänglich kurzen Fahrten weiteten sich immer mehr aus, bis eines Tages eine Tour von etwa 120 Kilometer daraus wurde. Da wurde klar, dass ein neues Fahrrad her musste, und die Lust an langen Fahrten wuchs weiter.
Erfahrungen im Verlagswesen waren bis dato nicht vorhanden, was ihm einige Probleme bereitete. Unbeirrt hielt er an seinem Wunsch fest, die bisher längste Fahrt seines Lebens schriftlich festzuhalten.
Die Idee zu diesem Buch entstand spontan. Zahlreiche positive Rückmeldungen in sozialen Netzwerken sowie aus dem Bekannten- und Freundeskreis ließen diese fixe Idee entstehen.
Auf meinem Weg durch Deutschland durchquerte ich spannende Ecken, ein Weltkulturerbe und Berge, wie Mutter Natur sie geschaffen hat. Unverfälscht authentisch. Ausgerüstet mit einem kleinen GPS-Gerät und der Ungewissheit dessen, was auf mich zukommen würde.
Der Gedanke, die weite Welt – also erst mal die außerhalb des Niederrheines – zu erkunden, kam mir recht schnell. Die Wege auf meinem Cityrad wurden immer länger. Die Ziele lagen immer ferner und das Kopfschütteln mancher wurde immer heftiger. Doch das alles hat mich nicht davon abgehalten, die gesetzten Ziele aus den Augen zu verlieren. Die erste längere Fahrt ging über drei Tage nach Ostfriesland. Die zweite führte mich in die schönste Stadt Deutschlands, Hamburg. Aber das konnte noch nicht alles gewesen sein. So fand ich eines Tages in einer Fahrradpublikation einen Rundkurs um den Chiemsee, die Gegend, in der ich drei Jahre meines Lebens verbracht habe. Schnell war klar, da musst du mit dem Rad hin. Die Idee, danach einfach so weit wie möglich wieder bis Kleve zurückzufahren, kam erst später. Und ich bin froh, dass sie kam.
Ich fahre kein ausgewiesenes Reiserad. Meines besitzt keine Lowrider-Gepäckträger und hat keinen Stahlrahmen, aber es ist ein Treckingrad. Genau das Passende für mich. Die Sitzposition auf dem Rad geht eher in die sportliche Richtung. Der Sattel ist also gegenüber dem Lenker erhöht, die für mich bisher bequemste Position. Als Reifen kommen die etwas älteren Schwalbe Marathon zum Einsatz, als Sattel der B17 preaged von Brooks . Weitere Anbauten sind der speziell für mein Handy passende Halter, der im Handel erhältlich ist. Diese Halterung, NC17, gibt es für verschiedene Fabrikate. Zusätzlich kommt noch ein Ladegerät zum Einsatz, das am Nabendynamo angeschlossen wird und ca. 500 mA Ladestrom zur Verfügung stellt, was für die meisten Geräte nicht ausreicht, wenn sie parallel zur Navigation genutzt werden.
Mein Gepäck verstaute ich in zwei Seitentaschen von Vaude . Der Fotoapparat bekam einen Extraplatz in einer Fototasche am Lenkrad, die per Klickfix montiert wurde. Müsliriegel und diverse andere Kleinigkeiten waren in einer kleinen Tasche auf dem Gepäckträger verstaut.
Auf Camping habe ich verzichtet, daher waren Ausrüstungsgegenstände wie Kocher, Geschirr usw. nicht erforderlich. Dafür hatte ich meinen Laptop dabei, Ladekabel für die Akkus, GPS-Gerät und Handy. Wieso den Laptop? Ich wollte direkt die Berichte schreiben. Was frisch im Kopf war, ließ sich besser schreiben. In Sachen Kleidung hatte ich mich ein wenig vergriffen. Der Wetterbericht hatte Regen und niedrige Temperaturen im Bergland vorausgesagt, sodass ich zu einer dickeren Jacke und einem Sweatshirt gegriffen habe. Die brachten natürlich nicht nur Gewicht mit, sondern auch Volumen. Insgesamt kamen so ca. 140 Kilo zusammen, die bewegt werden mussten: Eingerechnet sind der Fahrer, das Gepäck und das Fahrrad.
Die Kleidung war wie gesagt nicht optimal gewählt. Zu der Jacke und dem warmen Pullover transportierte ich diverse Shirts. Die Hauptbekleidung bestand aus einer kurzen Hose, Unterwäsche mit Sitzpolster und einem Marken-Funktions-Shirt, das die Feuchtigkeit sehr gut von innen nach außen transportierte. Der Fahrtwind kühlte gut.
Planung muss sein. Besonders bei einer mehrtägigen Unternehmung. Also nahm ich meinen Laptop, setzte mich an den Küchentisch und führte meine „Recherche“ durch. Gut, zugegeben: Meine Recherche fing beim Eingeben der Startadresse an und hörte beim letzten Buchstaben der Zieladresse auf.
„Was soll da schon schiefgehen?“
Meine bisherigen Ausfahrten klappten ja auch super. Ich weiß, wie das Garmin zu bedienen ist, und angekommen bin ich ja auch immer. Wieso dies mal nicht? Ja, wieso eigentlich nicht?
Die Routenplanung überließ ich MapSource , einem Programm, das zum Garmin gehört. Sollte das Kartenmaterial nicht den Vorstellungen entsprechen oder zu alt sein, kann man öffentliche und freie Quellen nutzen, Openfietsmap zum Beispiel. Diese Karten sind recht aktuell, gratis und auf die Bedürfnisse eines Radfahrers zugeschnitten. Das Problem, welches ich nicht erkannte, ist das Zusammenspiel beider Systeme. Es gleicht einer Ehe: Der eine Teil hört einfach nicht auf den anderen.
Diverse Einstellmöglichkeiten zur Routengenerierung verkomplizieren ein eigentlich leichtes Unterfangen. Entweder entlang der ausgeschilderten Radrouten, nur für Rennräder, gerne auch mal ein Stück mit dem Mountainbike usw. Angesichts meines begrenzten Zeitplans war ich natürlich froh, dass ich eine Einstellung gefunden hatte, die mir ca. 100 Kilometer einsparte, allerdings nur in der Strecke. Was dann noch folgen sollte, davon später …
Ich möchte also betonen, dass es wichtig ist, sich mit der Tour komplett auseinanderzusetzen. Es reicht nicht, nur zu sehen, wie das Wetter wird und ob der Wind aus der richtigen Richtung kommt. Auch die Straßen, die befahren werden und, ganz wichtig, das Höhenprofil sind wichtige Parameter für die Tourenplanung. Auch ist man dann besser gewappnet, wenn einem die Technik unterwegs ein Schnippchen schlagen will und mit Abbiegehinweisen verwirren will.
Für die geplante Tour muss natürlich auch die entsprechende Fitness und Kondition vorhanden sein. Sie sollte rechtzeitig aufgebaut werden. Reicht sie nur für 70 km am Tag, dürfen keine 100-km-Tagesetappen geplant werden. Also: Fitness verbessern oder, wenn das in der Kürze der Zeit nicht mehr möglich ist, die Etappenplanung noch mal überdenken.
Die Reise
Tag 1: Die Anreise nach Bayern
Weit mehr als 12 Jahre ist es her, dass ich mich aus Bayern verabschiedete. Was liegt da näher, als sich die Umgebung nach der langen Zeit noch mal anzuschauen? Und zwar mit dem Rad. Geplant ist nichts, außer einem kleinen Schlenker in Richtung Alpen und am Chiemsee entlang. Der Weg wird zeigen, wo ich rauskomme und wann.
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