Hannah Hohmann - Mein Vater war anders

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Wie wächst man als Kind ohne Vater und Mutter in Deutschland Mitte des letzten Jahrhunderts auf? Hannah Hohmann schildert in eindrucksvollen Bildern ihre Erinnerungen aus der Kindheit, die Höhen und Tiefen einer fünfköpfigen Familie ohne Eltern sowie ihre tagtäglichen Anstrengungen, selbstbestimmt den Alltag zu meistern. Dabei schildert sie neben den schönen Erinnerungen, die sie vor allem an ihre auf verschiedenen Italienreisen erlebten Eindrücke knüpft, auch die Widrigkeiten der Tochter eines Mannes, der seine Veranlagung wann immer möglich auslebte und neben seiner Familie immer mehr seinen jungen Geliebten zugetan war. Die tiefe Auseinandersetzung sowohl mit der eigenen Vergangenheit als auch den vielfältigen Themen, die es aufzuarbeiten gilt, lassen sich durch die hier vorliegende chronologische Schilderung der Erlebnisse nachvollziehen und machen neben den Kindheitsbetrachtungen das Buch zu einem sehr lesenswerten Zeitzeugnis.

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Das Siebengestirn, das um die »Sonne«, Mutti, kreist!

In ihrer unmittelbaren Nähe die kleine »jungfräuliche Venus«: Ich.

»Mond« und »Merkur«, die Schwestern Anna-Maria und Eleni, ebenfalls nicht weit von der Sonne entfernt.

Der »kriegerische Mars« war dem Wiff zugeschrieben und »Jupiter« – alt, wissend – dem ältesten Bruder Joachim, von allen nur Kim genannt.

Für mich alles stimmig. Und am Weihnachtsbaum hingen sie dann, diese Symbole: Sonne vergoldet, Mond versilbert, Venus aus Kupfer, Merkur mit Quecksilbergehalt. Das sich entwickelnde Wesen der Familienmitglieder hatte für mich immer selbstverständlich mit den Planeteneigenschaften und deren materiellem Gehalt zu tun.

Daneben gibt es noch weitere eigene Erinnerungen aus dieser Zeit:

Ein Spaziergang mit Anna-Maria, bei dem mich ein Fahrradfahrer umfuhr. Es brannte höllisch zwischen den Beinen.

Eine Stehlampe neben meinem Gitterbett, warmes, gemütliches Licht. Die Gespräche im Nebenraum und die häufig gespielte Hausmusik waren aber so spannend, dass ich wohl zigmal aus dem Bett kletterte und neugierig auftauchte. Dabei erinnere ich mich an die einzigen Schläge meiner Kinderzeit, auf den Po, durch Papasan. Danach bin ich wohl nicht mehr aufgestanden, nachdem ich zu Bett gebracht worden war.

Zwei Hauseingänge weiter gab es den Fahrradladen, der hieß Esau, wo die älteren Brüder sich oft eine Pumpe ausborgten. Und zwei Straßen weiter war in einer Garage ein Lebensmittelgeschäft eingerichtet, in dem Fräulein Christawas herrschte. Irgendeine Süßigkeit bekam ich dort immer und liebte natürlich die Wege in dieses Geschäft.

Neben den Trümmern, der Wohnraumknappheit und dem allgemeinen Mangel in der Nachkriegszeit herrschte sicher auch Geldmangel in der großen Familie, obwohl Papasan eine Anstellung beim TÜV hatte und in Hannover und Umgebung täglich in „Kessel kriechen“ musste, was immer das bedeuten mochte.

Die vier großen Geschwister hatten alle einen Platz in der kurz nach dem Kriegsende wiedereröffneten Waldorfschule am Maschsee bekommen. Es gibt diese Familien, die Schulen eine Zeit lang tragen. Meine Familie entwickelte sich zu einer diesen Familien. Mit einem jungen Lehrer zusammen gründete mein Vater eine Wandergruppe an dieser Schule.

Der Versuch, mich in den Waldorf-Kindergarten zu bringen, scheiterte jedoch schnell. Schreiend berichtete ich zu Hause von der leibhaftigen Hexe, die dort sei. Die gute Frau Hattermann hatte gerade die Waldorf-Kindergarten-Bewegung ins Leben gerufen. Ich hätte eine schöne Zeit bei ihr haben können. Aber sie hatte diese Schneidezähne mit einer größeren Lücke dazwischen. Und ich war vertraut mit den Grimmschen Märchen, die mir allabendlich erzählt wurden. Und in denen kamen diese Hexen reichlich vor. So musste das Experiment »Kindergarten« umgehend aufgegeben werden.

Mein Lieblingsgericht damals war »Reimerlein«. Die Klassenlehrerin meines Bruders Wiff hatte diesen Namen – und Babyzwillingsmädchen. Eines ist noch vor dem vollendeten ersten Lebensjahr gestorben. Die Lehrerin hielt es damals für richtig, alle Kinder ihrer Klasse an dem aufgebahrten toten Kind entlang defilieren zu lassen. Das überlebende Mädchen wurde meiner Mutter zum Hüten anvertraut, da dessen Mutter ihre Lehrtätigkeit kaum unterbrach. Und das kleine Mädchen bekam gemuste gekochte Kartoffeln und Karotten zu essen. Diesen Brei mochte ich auch.

Meine kindliche Phantasie war real: Die Nachbarsfamilie hatte ein Radio. Hinter der Stoffbespannung ertönte Musik, wunderschöne Musik. An sie war ich ja seinerzeit von der musizierenden Familie gewöhnt. Aber wie kam die Musik aus diesem Holzkasten? Ich blickte durch das Bespannungsgewebe und sah ganz, ganz sicher: Ein komplettes Orchester, Geigen, Celli, Bässe, Flöten. Und einen engagierten Dirigenten. In Bewegung. Natürlich. Alles war geklärt.

Die Enge in der Heinrich-Heine-Straße hat wohl vor allem das Projekt »Häuschen« vorangetrieben. Um 1953 entstand eine Siedlung in der Tilsiter Straße in Hannover-Bothfeld, in der Reihenhäuser gebaut wurden, da die Wohnungsnot in der Nachkriegszeit wohl zahlreiche Projekte dieser Art begünstigt hat. Unser Endhaus war winzig klein, hatte aber wunderbarer Weise sieben Zimmer. Dieses Häuschen zu erstehen war an die Bedingung geknüpft, zwei jungen Handwerker-Lehrlingen ein Dach über dem Kopf zu geben. Günther war Maler und Heinz war Maurer. Beide waren etwa 16 Jahre alt, für mich damals uralt. Sie bewohnten zwei der vier Zimmer in der ersten Etage, und ich habe zwei einfache, aber irgendwie gutmütige junge Männer in Erinnerung, die mit uns an Muttis Esstisch saßen und wie ihre eigenen Schulkinder ebenfalls morgens »Doppelbrote« für ihren Lehrlings-Arbeitstag bekamen. Das Brot war ein »Angeschobenes«: Gersterbrot , und später habe ich dann herausgefunden, dass wohl Eden -Margarine darauf war. Was noch? Ich weiß es nicht. Nur, dass Butter und das einzige Honigbrötchen ausschließlich das Familienoberhaupt bekam. Papasan saß am Kopfende des großen Esstisches und führte philosophische Gespräche mit Kim, vielleicht auch mit Wiff. Der Rest schwieg. Jeder fand es in Ordnung so.

Ich habe die berühmten glücklichsten Jahre meiner Kindheit auch wirklich als solche in Erinnerung, zumal die Stimmung in der Tilsiter Straße überhaupt sehr gut war. Nichts war schlimm daran, dass es bei uns zu Hause so ganz anders zuging als in den Nachbarschaftsfamilien.

Im kleinen Wohnzimmer stand ein Flügel und nahm diesen Raum fast vollständig ein. Über Eck standen zwei Schlafsofas, die Betten der Eltern. Abends wurden die seidigen, goldfarbenen Steppdecken aus den Bettkästen geholt. Neben dem Wohnzimmer befand sich das Esszimmer mit dem großen Tisch und dem Buffet. Auf dem stand, zunächst verhüllt, Weihnachten 1956 ein gewaltiges Fahrrad, mit dem Sattel auf der niedrigstmöglichen Position. Für mich! Tage später fuhr ich damit. Papasan hielt das Rad mit mir darauf hinten am Gepäckträger in stabiler Lage. Ich erinnere mich genau an den Moment, als er losgelassen hatte, weit zurückgeblieben war und ich stolz fuhr, auf diesem riesengroßen Rad. Natürlich gab es damals keine Extra-Kinderfahrräder.

Zurück ins Häuschen, das mir übrigens damals als Kind riesig vorkam. Später, im Erwachsenenalter, erkannte ich, dass man auf kleiner Grundfläche äußerst raumsparend gebaut hatte, auf einer Grundfläche von sicher nicht mehr als 60 qm, mit zwei Etagen. In der ersten Etage wohnten die »Mäderchen« im Balkonzimmer. Kim hatte dort auch ein eigenes kleines Zimmer, seine philosophische Literatur stand im Bücherschrank. Er trug meistens einen dunkelroten Samtkittel und spielte häufig Oboe, wenn er nicht am Flügel saß. Wiff durfte sich bald nach unserem Einzug in die Tilsiter Straße im Dachgeschoss ein Zimmer ausbauen. Sehr einfach: Presspappe waren die Wände, ein rundes Fenster gab es zur General-Wever-Straße. Die Leiter zu Wiffs Zimmer hochzuklettern war für mich das Schönste. Das durfte ich sehr häufig, und mein großer Bruder zeigte mir seine Briefmarken. Es gab sogar eine dreieckige Marke, von unermesslichem Wert! Davon war ich überzeugt, denn Wiff konnte seiner kleinen Schwester faszinierend erzählen. Einmal holte er mich – ich war wohl eine Zweitklässlerin – gegen Abend von einer Schulfreundin ab. Die wohnte in einem benachbarten Stadtteil und ich hatte den Nachmittag bei ihr verbringen dürfen.

Ich erinnere mich an ein einziges winziges Zimmer, in dem sich zahlreiche Menschen befanden und in dem der Tisch beladen war von Flaschen und Gläsern, aus denen ununterbrochen getrunken wurde – außerhalb von Mahlzeiten, man stelle sich das mal vor! Es war für mich ein bisschen unheimlich in dieser fremden Umgebung. Die Erwachsenen schrien laute, unverständliche Sätze und die Fenster waren beschlagen.

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