Dr. Florian Mansfeld schüttelte den Kopf. „Ein starkes Stück. Übrigens kenne ich Doktor Schneider. Auch die Klinik. Hm, ich könnte dir helfen. Wenn ich es aber tue, wirst du sagen, ich täte es nur, um dich ins Bett zu kriegen. Glaub mir, Nadine, das liegt mir fern. Natürlich gebe ich zu, dass du mir gefällst, dass ich geil werde, wenn ich dich sehe, aber ich mag keine Frauen, die sich aus Gefälligkeit oder Dankbarkeit zu einem ins Bett legen, ganz abgesehen davon, dass ich keine dazu zwingen würde.“
Sie legte ihre Hand auf seinen Oberschenkel. „Das hast du nett gesagt, Florian. Aber wieso kannst du mir helfen?“
„Weil ich Chefarzt im Klinikum Garmisch-Partenkirchen bin. Ich leite die Spezialabteilung für Gefäßchirurgie. Meine bisherige Sprechstundehilfe hat mich verlassen, weil sie heiratete. Nach dem Urlaub wollte ich mir eine neue suchen. Wie wäre es? Interesse an einem neuen Job in Garmisch?“
Nadine zierte sich – zum Schein. Ihr war längst bekannt, dass er eine neue Sprechstundenhilfe brauchte. Sie wusste auch, dass er seit seiner Scheidung in punkto Sex nicht gerade ein Waisenknabe war. Dass seine Ex-Frau noch der Villa in Garmisch wohnte, gefiel Nadine allerdings weniger. Nach ihren Informationen gehörte beiden das Haus gemeinsam, und keiner wollte den anderen auszahlen. Es war ihre Freundin Saskia gewesen, die sie informiert hatte, die ein Jahr lang unter Dr. Florian Mansfeld gearbeitet und auch mit ihm geschlafen hatte. Sie hatten sich zufällig nach ihrer Entlassung getroffen. Saskia wollte ein paar Tage Urlaub zu Hause bei den Eltern machen. Danach ging sie als Oberschwester an ein Münchner Krankenhaus.
„Nadine, das wäre was für dich“, hatte sie gesagt. „Prima Job. Und wenn du schlau bist, sagst du nichts, wenn er dir mal zwischen die Beinchen greift. Er ist ein toller Kerl.“
„Klingt recht verlockend“, hatte Nadine erwidert. Zwischen Krankenschwestern herrscht bekanntlich ein recht offener Ton. „Sieht er gut aus? Und wie komme ich an ihn ran? Übrigens – hat er dich auch gevögelt?“
„Was für eine Frage! Natürlich! Wenn du mehr darüber wissen willst: Schöner Schwanz, nicht zu lang, nicht zu kurz. Nicht zu dick, nicht zu dünn! Sportliche Figur, sieht ganz gut aus. Ich bin sicher, dass du sein Typ bist. Dunkelhaarig, schlank, lange Beine ... na ja, du siehst besser aus als ich. Und mich hat er auch in sein Bett gezogen. Wie du an ihn herankommst? Er besitzt eine super Villa in Andratx auf Mallorca. Dort verbringt er regelmäßig seine Urlaube und freien Tage. Er hat mir ständig vorgeschwärmt und auch erwähnt, dass er regelmäßig an den Strand von Sant Elm zum Sonnen und Schwimmen geht.“
Es hatte alles geklappt. Sie buchte ein günstiges Zimmer in einem kleinen Hotel in der Nähe von Andratx. Dann war sie täglich an den Strand von Sant Elm gegangen und auf ihn gewartet. Und zwei Tage vor dem Ende ihres Urlaubes war er endlich erschienen und hatte sie angesprochen.
„Na, was ist nun, Nadine?“, wollte er wissen. „Wieso überlegst du solange?“
„Entschuldige bitte. Aber das kam so überraschend.“ Sie löste zwei Knöpfe der Bluse. „Ziemlich warm, nicht?“
Er nickte. „Du hast Recht. Wir können uns ja auf die Terrasse setzen.“
„Zu den Mücken? Nein danke.“
Sie zog die Bluse über der Brust auseinander und fächelte sich Luft zu. Dann hob sie den Rock an. Dabei kam Florian wieder in den Genuss, den zitronengelben Minislip und die braunen Schenkel sehen zu können.
Jetzt wurde auch ihm zu heiß.
„Heb den Rock bitte nicht so hoch, Nadine! Ich bin nur ein schwacher Mann!“
„Schwach? Danach siehst du gar nicht aus! Außerdem habe ich nichts dagegen. Du musst mich vorhin falsch verstanden haben. Ich möchte langsam erobert werden. Mein Gott, bist du schwer von Begriff!“
„Nein, bin ich nicht. Aber erst möchte ich von dir wissen, wie du dich entschieden hast! Ich meinte es ernst. Ich brauche eine neue Sprechstundenhilfe.“
Wieder spielte sie die Zögernde. Dabei war sie längst entschlossen, anzunehmen – sowohl den Job, als auch das Angebot, seine Geliebte zu werden. Ja, sie brannte schon förmlich darauf. Nur sie wusste, wie scharf sie war – scharf auf Dr. Florian Mansfeld, der so gar nicht nach Chefarzt aussah.
„Pass mal auf!“, meinte er. „Ich mache dir einen Vorschlag! Wir gehen in dein Hotel, du packst deine Sachen zusammen und ziehst hierher. In einer Woche fliegen wir gemeinsam zurück nach Deutschland. Na?“
„Ja, also ... ich weiß nicht ...“, stotterte sie, doch er machte kurzen Prozess.
„Gut, wenn du dich nicht entscheiden kannst, muss ich ein Machtwort sprechen! Komm zu mir!“
Da gab sie nach ...
Eine Stunde später waren sie zurück. Im Hotel hatte es keine Schwierigkeiten gegeben. Nadines Zimmer war voll bezahlt, und wenn sie vorher auszog, so war es ihre Sache. Ein reichliches Trinkgeld für den Nachtportier hatte ein verständnisvolles Lächeln auf dessen Gesicht gezaubert.
„So!“, sagte Florian, als sie wieder in seiner Villa waren. „Und nun gehen wir schlafen! Willst du zuerst ins Bad?“
„Oh ja, gern, wenn ich darf?!“
Er gab ihr einen leichten Klaps auf den runden, festen Hintern. „Du darfst! Ach so, hier wirst du schlafen!“ Er öffnete eine Tür. „Das ist der Gästetrakt.“
Sie warf einen Blick hinein, lächelte verstohlen, nickte und meinte: „Danke. Und wo schläfst du?“
„Direkt nebenan.“ Er deutete auf eine andere Tür.
„Aha!“ Mehr sagte sie nicht.
Sie winkte ihm zu und verschwand in ihrem Zimmer. Florian ging in das Wohnzimmer zurück, setzte sich neben die Hausbar und schenkte sich ein Glas Rotwein ein.
Ich bin ja mal gespannt, wie sie sich anstellt, dachte er. Dass sie sich ziert, ist nur Theater. Die Kleine ist so heiß und geil wie ich!
Er hörte, wie sie ins Bad ging, gleich darauf rauschte das Wasser. Eigentlich könnte ich mich doch umziehen, dachte er, stand auf, trank noch einen Schluck Wein und ging in sein Zimmer.
Als er zurückkam, trug er nur einen seidenen Bademantel. Hm, wenn er mir jetzt steht, ist es nicht zu übersehen, schoss es ihm durch den Kopf. Er griff zu einer Illustrierten und blätterte darin herum. Immer wieder horchte er zum Bad hin, vernahm ihr Pusten und Wasserplätschern. Ein amüsiertes Lächeln flog über sein Antlitz. Vielleicht wird sie nachher noch einmal baden wollen, sinnierte er.
Doch dann fiel ihm plötzlich Laura, seine geschiedene Ehefrau, ein. Mit ihr würde es Ärger geben, wenn er Nadine mitbrachte. Nach der Scheidung war keiner bereit gewesen, aus der großen Villa in Garmisch auszuziehen. Da jeder zur Hälfte grundbuchrechtlicher Eigentümer war, konnte auch keiner den anderen auf die Straße setzen. So hatte jeder sein Reich im Haus gefunden, und sich arrangiert. Sollte nun eine neue Frau einziehen, könnte seine Ex doch noch zickig werden.
Manchmal wünschte sich der Arzt, dass Laura einen Mann kennenlernte, der es fertigbrachte, sie daran zu erinnern, dass sie eine blendend aussehende Frau war, die kein Recht hatte, ihre Schenkel ständig geschlossen zu halten. Laura war vierunddreißig, und seit der Scheidung von Florian ohne eine feste Beziehung.
„Hallo? Träumst du, Florian?“
Er fuhr hoch. Nadine stand vor ihm. Sie hatte sich so hingestellt, dass das Licht der Wandleuchten hinter ihr war. Warum war leicht zu erklären: Sie trug ein Nachthemd aus einem hauchdünnen, fast durchsichtigen Material. Da sie vor dem Licht stand, zeichnete sich die Kontur ihres schlanken Körpers unter dem leichten Gespinst ab, und als sie sich ein wenig zur Seite drehte, präsentierte sie ihm die Umrisse ihrer Brüste. Sie waren sehr fest und beinahe trichterförmig. Selbst unter dem Stoff sah man, dass die Nippel erigiert und sehr lang waren. Und noch etwas fesselte Florian: Der Venushügel. Er war sehr weit vorgewölbt und wirkte wie ein kleiner Bauch. Die Intimhaare hatte sie kurz rasiert und zu einem schmalen Streifen frisiert.
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