Wenn man in Aussagen versteckte Ziele, die hidden agendas , vermuten muss, erfordert dies die besondere Aufmerksamkeit aller wachen Interessierten. Die müssen diese Ziele und die darunter liegende behauptete Welt hinterfragen und erforderlichenfalls an den Pranger stellen.
Im gesellschaftlichen Bereich beobachtet man wachsende Ansätze zur Vereinnahmung von Verbrauchern durch zunehmend aggressive Schaffung von neuen Wertesystemen. Das betrifft viele Sphären des Alltags, beispielsweise die Legende von der gesunden Ernährung durch veganes Essen. Deutlich zeigen auch modische Erscheinungen , wie zerlumpte Jeans, dass das Folgen solcher Bewegungen zu Kritiklosigkeit führt. Anders ist nicht zu erklären, dass man einer objektiven Hässlichkeit nur deswegen folgt, weil andere es tun. Unübersehbar bewirken technische Trends neue Verhaltensmuster bis hin zur fatalen Ablenkung von der gebotenen Aufmerksamkeit im Straßenverkehr. Für jeden erkennbar regiert die fortschreitende Vereinnahmung in sogenannten sozialen Netzwerken durch einfache Kommunikationsgeräte das soziale Verhalten des einzelnen Teilhabers. In der Politik genügen die radikalen Strömungen am linken und rechten Rand der Parteien als jedem bekannte Beispiele. Der älteste Bereich ist mit lediglich behaupteten Wahrheiten und intolerantem Dominanzstreben die Religion.
Wenn die Ideologie einer solchen Organisation sich dann noch zusätzlich in Richtung eines gesellschaftlich parasitären Daseins bewegt, muss die Toleranz ihr gegenüber hinterfragt werden. Das gilt uneingeschränkt für politische Parteien, aber auch für gesellschaftliche Aspekte, wie beispielsweise Kultur- und Sportvereine, und für religiöse Gemeinschaften. Der Staat ist gefordert, sich wohl zu überlegen, wen oder was er mit Steuermitteln fördert. Das Gleiche gilt für den einzelnen Bürger. Seine Toleranz darf nicht zu Gleichgültigkeit und Untätigkeit führen. Hier gilt das warnende abgewandelte Sprichwort: Der Klügere gibt so lange nach, bis er der Dumme ist .
Mein Buch richtet sich gegen die selbst ernannte Autorität der Kirchen, die sie - historisch betrachtet - vorwiegend aus den ersten Schriften des Alten Testaments ableitet.
Grundsätzlich unterstelle ich, dass es kein Schriftstück gibt, das ohne jeden Zweck existiert. Texte nehme ich wörtlich, denn sie sind so gemeint. Wären sie anders gemeint, wären sie anders geschrieben. Eulenspiegelei ist keine unsympathische Haltung, sie zeigt oft sehr deutlich, wie leicht Menschen durch gezielte, ungenaue Kommunikation manipuliert werden können. Ein Narr, wer diesen Till Eulenspiegel für einen Narren hält. Indem er die Dinge wörtlich genommen hat, führte er vielen Menschen vor Augen, wie gezielte Missverständnisse entstehen können.
Die folgenden Kapitel beschäftigen sich mit grundsätzlichen Fragen der christlichen Religionen und offensichtlichen Ungereimtheiten in der Bibel bis hin zu groben Fehlern in den hier beispielhaft gewählten ersten Büchern des Alten Testaments. Sie bilden immerhin das Fundament des christlichen Glaubens, ein Fundament mit vielen fehlerhaften und widersprüchlichen Aussagen.
Genau genommen ist dieses Fundament nur ein behauptetes, das objektiv betrachtet einer Nachprüfung nicht standhält.
Dabei überprüfe ich jede Ungereimtheit in den Texten, ohne Rücksicht auf etablierte Exegesen. Antworten muss jeder selbst finden, ich sammle nur Fakten und stelle anheim, wer welche Schlüsse daraus zieht.
Mein Ziel ist nur das Aufwecken, nicht die Konvertierung zu meiner Ansicht. Meine Ansichten können falsch sein. Das Aufzählen von Fakten ist allerdings nie falsch. Sich von ideologischen Ausführungen nicht bedingungslos einnehmen zu lassen, ist ebenfalls nie falsch. Alles, was ich erreichen will, ist aufzuzeigen, dass man durch nüchternes Nachdenken manchmal zu erstaunlich einfachen Ergebnissen gelangen kann. Nachdenken schadet nicht. Allerdings sehen manche Ideologien schon im Nachdenken die Gefahr der Abtrünnigkeit. Wer anderen das Recht abspricht, nachzudenken und nachfragen zu dürfen, verrät damit die Untauglichkeit seiner Ideologie. Er fürchtet Machtverlust durch die Enttarnung von Schwächen.
Wer die Basis des Humanismus, das Modell der Vernunft, Toleranz, Wissenschaft und genereller Wahrheitssuche ablehnt, sollte das Folgende sehr genau lesen. Man kann dann prüfen, ob man bereits in der ideologischen Gefangenschaft lebt, ob man wichtige Details jemals erfahren hat, und ob die Texte überhaupt glaubhaft sein können.
In den Zitaten der Bücher Moses habe ich die Originaltexte der Luther-Bibel von 1545 verwendet. Die hat von allen bisherigen deutschsprachigen Versionen am längsten die religiöse Denkwelt beeinflusst, auch wenn sie ein paar Übersetzungsfehler enthält. Diese Texte sind über Jahrhunderte Grundlage für unzählige Bücher, Exegesen, Schriften und Dogmen gewesen.
Das hier im Buch vorgenommene Zitieren der Bibelstellen macht für den Skeptiker das parallele Nachlesen in der Bibel hinfällig und entzieht gleichzeitig der oft gebrauchten Schutzformulierung, das stehe so nicht in der Bibel, rein sachlich die Basis.
Weil damit gerechnet werden muss, dass nicht jeder Leser die drei Bände der Trilogie in der vorgesehenen Reihenfolge liest, werden ein paar wenige Kernsätze in den Vor- und Nachwörtern wiederholt. Zum vollen Verständnis sind sie essenziell.
Im Sommer 2019, der Autor.
Fakten werden nicht dadurch geschaffen,
dass Viele daran glauben.
Glaube ist assoziiert mit Emotionen und individuellen Vorstellungen. Wissen ist allgemein und basiert auf wiederholbarer, verstandesmäßiger Erfassung und Beobachtung und Messung der Realität. Glaube ist subjektiv, Wissen ist objektiv.
Glaube ist nicht dinglich, nicht messbar. Er ist individuell und findet nur im Kopf des Einzelnen statt. Religiöser Glaube beruht auf der Anerkennung eines Gottes als lenkende, höhere Macht mit angedichteten Fähigkeiten. Objektive Eigenschaften dieser Macht kann es mangels Nachprüfbarkeit nicht geben.
In der Wissenschaft gibt es eine andere Art von Glauben. Er beruht auf einer Gewichtung von Fakten gegenüber ungeklärten Ursachen für Phänomene. Für noch nicht endgültig beweisbare Fragestellungen werden als mögliche Antworten Theorien entwickelt. Eine fundierte Theorie basiert auf Wissen. Wegen der Lückenhaftigkeit gibt es manchmal unterschiedliche Theorien für die gleiche Sache. In keinem Falle sind okkulte oder esoterische Elemente beteiligt. Durch Schließen der Lücken entstehen aus anfänglichen Theorien nachprüfbare Fakten.
Religiöser Glaube basiert auf dem Vertrauen auf die Gültigkeit von Texten und priesterlicher Exegese. In jedem Falle ist er mit Wunderdenken, Okkultismus und Esoterik verbunden. Auf Wissen basierende Elemente gibt es für religiösen Glauben nicht.
Im Gegensatz zu Wissen setzt Glaube keine Bildung voraus. Objektives Wissen gibt es erst seit wenigen Hundert Jahren, Glaube ist so alt wie die Menschheit.
Wo das Wissen endet, beginnt der Glaube. Je eher das Wissen endet, desto früher übernimmt Wunderdenken die Antworten. Diese Relation zeigt sich besonders deutlich im Alten Testament.
Glaube und Wissen schließen sich gegenseitig aus. Individueller Glaube kann allgemeines Wissen nicht verdrängen. Wer nicht wissen kann, muss glauben.
Wer in seinem Glauben Fakten negiert, diskreditiert damit nicht die Fakten, sondern seinen Glauben. Fakten zum Schutz des eigenen Glaubens zu diskreditieren, ist das Resultat einer Selbsttäuschung.
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