,,All das Neue, das ich in der kurzen Zeit hier schon gesehen und erlebt habe, haben meine Leute durch die dreifüßigen Ungeheuer verloren."
Ich antwortete darauf:
,,Bei uns würde man sagen, ihr lebt dort wie im Mittelalter."
Sie setzte die Unterhaltung fort und sagte:
,,In den 2 Tagen, in den ich nun schon bei dir bin, habe ich viele Eindrücke gesammelt und dabei so manches gelernt, und ich bin sehr glücklich, weil ich das Gefühl habe, ein Teil dieser Familie geworden zu sein.“
Daraufhin drückte sie mich ganz fest an sich.
Dann legte ich meine Arme um sie und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Wir schauten uns an, und in diesem Moment kam ihr eine Erkenntnis, und sie fragte laut:
,,Wie und wodurch können wir wohl meine Familie Viktory zur Vernunft bringen?“
Ich überlegte und dann sprach ich:
,,Ja, da hast du recht, aber das Wie, das müssen wir uns aber ganz genau durch den Kopf gehen lassen, und ich bin der Meinung, diese Angelegenheit sollte noch ein bisschen ruhen bis bei deiner Familie die Wogen geglättet sind. Du Karin, musst erst einmal stabil an Leib and Seele werden und viel von uns lernen, damit du deiner Familie gestärkt gegen über treten kannst, denn Wissen ist Macht.
Karin schaute mir, nachdem sie das hörte, glücklich in die Augen.
Nach getaner Arbeit gingen wir nach oben, und ich schaltete den Fernseher ein, damit sie auch einmal andere Eindrücke von dieser Welt bekam. Da wir Satellitenempfang hatten, auch in Französisch und Englisch, konnte sie sehen und verstehen was gerade auf der ganzen Welt vor sich ging. Das dauerte so eine ganze Weile, da sie auf den verschiedenen Kanälen umherschaltete. Ich ging inzwischen in die Küche, um uns eine Mahlzeit zu zubereiten und begann mich mit ihr später beim Essen über das Gesehene im Fernsehen zu unterhalten und fragte sie dann nach ihren Eindrücken. Sie war ganz nachdenklich geworden, sprach zunächst kein Wort aber dann sprudelte es aus ihr heraus:
,,Ich muss das erst alles einmal für mich verarbeiten. Es ist so vielseitig und furchtbar, so viele Sender. Ich verstehe nicht, dass die Menschen dabei nicht verrückt werden, und wenn ich mir die Nachrichten so ansehe wie in den verschiedenen Ländern Krieg geführt wird und die Menschen dort leiden, hattet ihr bisher sehr großes Glück, dass hier noch keine dreifüßigen Ungeheuer aufgetaucht sind."
Am nächsten Tag fuhren wir zum Flughafen, um meine Mutter abzuholen. Die neuen Eindrücken dort, die auf sie einstürmten, u. a. die vielen Menschen mit ihren Koffern irritierten Karin mächtig, und sie war sehr nervös und aufgeregt, wie wohl meine Mutter auf sie reagieren würde. Es war alles halb so schlimm. Als sie dann mit ihrem Hund aus der Tür trat, war die Freude auf beiden Seiten groß. Freudestrahlend nahm sie Karin und mich sofort in die Arme, und die Aufregung war umsonst.
Auf dem Weg zum Auto hätte sie am liebsten schon alles gewusst. Karin war erleichtert, dass sie so schnell auch bei meiner Mutter als neues Familienmitglied akzeptiert wurde.
Zu Hause erwartete sie das von uns liebevoll zubereitete Willkommensmenü, das sie auch lobenswert anerkannte.
Als wir endlich am Tisch saßen, ging die Unterhaltung weiter. Karin erzählte natürlich gleich von ihrer Familie. Meine Mutter war sehr betrübt über die Reaktion ihrer Lieben und wollte wissen wie es nun weitergehen soll. Ich sagte zu ihr, dass ich den Raum & Zeit Converter nutzen werde, um noch mehr über Karins Familie und ihre Umgebung in Erfahrung zu bringen und sprach weiter:
,,Inzwischen werden wir Karin nach und nach unser gesamtes Wissen beibringen, denn sie lernt schon fleißig unsere Sprache. Auch ist sie sehr hilfsbereit im Haushalt.“
Daraufhin nahm meine Mutter sie in die Arme und sagte zu ihr:
,,Du bist bei uns herzlich willkommen, denn ich habe mir schon immer eine Tochter gewünscht, und du kannst jetzt Mutter zu mir sagen.“
In den nächsten Wochen lernten Karin und ich uns besser kennen. Sie war eine gelehrige Schülerin und half uns wo sie nur konnte, und wir brachten ihr unser gesamtes Wissen bei. Besonders liebte sie die Musik, das Singen und das Tanzen. Meine Mutter verwöhnte sie oft, und Karin dankte ihr es auf Französisch mit ,,Maman“
Ich aber war in der Zwischenzeit mit dem Raum & Zeit Converter beschäftigt, den ich inzwischen immer besser verstand und perfektionierte. So konnte ich mir jeden Ort in Karins Zeit anschauen und mir einen Überblick verschaffen. Auch meine Vergangenheit konnte ich aufrufen. Wenn Karin Zeit hatte, kam sie in den Keller und schaute mir zu. Ich sagte dann zu ihr:
,,Ich erkläre dir alles sobald ich es selber verstanden habe."
Inzwischen war sie sehr anhänglich und liebebedürftig geworden. Ich merkte, dass sie in mich verliebt ist, aber ich dagegen hatte nur meine Arbeit im Kopf, und außerdem liebte ich Karin nur wie eine kleine Schwester, denn ich war ja 12 Jahre älter als sie und wollte keine neue Liebe, denn der Raum & Zeit Converter sollte mir helfen, meine verstorbene Frau zurückzuholen. Als ich nun in die Vergangenheit blickte und uns sah, hatte ich Tränen in den Augen. Ich merke dabei gar nicht, wie Karin hinter mir stand und alles beobachtete. Sie sah, wie ich meine Frau kennenlernte, mit ihr zusammen lebte und wie sie starb. Jetzt erst bemerkte ich Karin, die darauf in die Hocke ging und zu mir sagte:
,,Nun verstehe ich alles, und sie schaute mir dabei in meine feuchten Augen, aber ich aber verstand sie nicht.
Sie bat mich darauf, ich solle doch den Raum & Zeit Converter auf September 2089 stellen und auf ihr Haus richten. Ich tat ihr den Gefallen und schaltete an, und da sah ich sie, ihre Familie und drei Jungen. Für einen hatte Karin ein besonderes Interesse, und wir schauten uns die Szenen und die Gespräche mit Harald Pater gemeinsam an.
Jetzt verstand ich auch sie, denn sie war in ihn verliebt gewesen als er sie sie verlassen hatte und aus welchem Grund, erfuhren wir erst später.
,,Du sagtest“, so fuhr Karin fort:
,,Es gibt keine Zufälle, und dass wir uns gefunden haben, sei eine Fügung des Schicksals, und meinst du immer noch, wir sollten die Maschine benutzen damit du deine Frau und ich Harald wieder bekomme, oder sollen wir uns nicht lieber auf die Gegenwart und die Zukunft konzentrieren? Könnte es sein, dass du nicht glücklich mit mir bist und mich nicht liebst?“
Auf diese Frage war ich natürlich nicht vorbereitet, machte eine Pause, und dann erwiderte ich:
,,Doch, ich habe dich immer so geliebt, als wärst du meine Schwester und auch weil du noch so jung bist und dein Leben noch vor dir hast. Bedenke einmal den Altersunterschied zwischen uns, aber du redest ja jetzt schon wie eine Erwachsene, die weiß, was sie will, und das gefällt mir an dir, und darum sollte unsere Beziehung ganz langsam wachsen und wir nichts übereilen.“
Dann nahm ich Karin ganz fest in meine Arme, gab ihr den ersten zarten Kuss auf ihren weichen Mund und merkte wie glücklich und zu frieden sie jetzt war. Danach schaltete ich den Raum & Zeit Converter aus, und wir gingen Hand in Hand nach oben, um meiner Mutter die Neuigkeit zu berichten. Für sie war es schon längst klar, hatte sie doch Karins Liebe zu mir schon länger entdeckt. Aber da ich nur auf die Rückholung meiner Frau ,,versteift“ war, hatte ich von ihren Gefühlen für mich nichts bemerkt.
Von nun an gab ich dieses Vorhaben auf und konzentrierte mich wieder auf Karins Familie. Das Problem ist, die teilweise impf-plantierte Familie Viktory, mit ihren runden Silbergeflechten auf ihren Häuptern und die Neutralisierung derselben.
Um einen Hinweis von ihnen zu erhalten musste ich sie belauschen. Ich rief nach Karin und erklärte ihr mein Vorhaben und ob sie stark genug sei, sich das alles anzuschauen, denn ich möchte dort weitermachen, wo wir am Anfang stehen geblieben waren, und sie nickte.
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