Ronald Fuchs - Die Wette der Diebe
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Wieder wollte er seinen Geldbeutel mit Goldstücken füllen, da fiel ihm ein, dass jedes Mal, wenn er das Gold in einem Behältnis mit sich geführt hatte, es von dem bösen arabischen Dschinn in wertloses Zeug, wie Steine oder Gurken, verwandelt worden war. Man musste das Geld also ganz einfach offen und für alle Welt sichtbar vor sich her tragen, so dass es auch Allah gut sehen und bewachen konnte.
Glücklich über diesen klugen Einfall, bat Osman seine Frau, ihm ihre lange goldene Halskette zu leihen. Er würde sie ihr heute abend wieder zurückgeben und noch wertvolle Ohrringe dazu. An dieser Kette befestigte er nun viele Goldmünzen und hängte sie sich um den Hals. Dann begab er sich ins Speisezimmer und ließ sich von seinen Dienern ein Fladenbrot, eine leckere Hammelkeule, geschnittenen Weißkohl mit Öl, Essig, Pfeffer und Kümmel, Weintrauben, Apfelsinen, Feigen, türkischen Honig und kühle Limonade servieren. Nach dem Essen ruhte er ein Stündchen, wobei er genüsslich seine Nargileh rauchte, trank dann noch einen starken Mokka und bestieg sein Maultier. Die Diener folgten ihm zu Fuß.
4 /13 Das Tor
Ali hatte inzwischen in Erfahrung gebracht, durch welches Stadttor der reiche Türke Bagdad verlassen hatte. Zwar hatte er an diesem Tage soviel erbeutet, wie noch nie in seinem ganzen Leben zuvor, dennoch befürchtete er, es könne zu wenig sein, um die Wette zu gewinnen. Deshalb begab er sich zum " Tor der untergehenden Sonne " im Westen der Stadt, in der Hoffnung, der Türke würde noch einmal zurückkehren, um seinen Einkauf zu vollenden. Der schlaue Ali hatte sich nicht getäuscht. Kaum war er am Stadttor angekommen, sah er schon die sich nähernde türkische Truppe. Entzückt entdeckte Ali mit seinen scharfen Augen auch die in der Sonne glänzende, geldbehängte Goldkette vor Osmans dickem Bauch. Bei Sonnenuntergang, in knapp einer Stunde, würde der Muezzin von dem hohen Minarett zum Maghrib-Gebet in der großen Moschee rufen. Deshalb strömten schon jetzt viele Leute, die außerhalb der Stadt wohnten oder arbeiteten, durch das Westtor. Ali beschloss, seinen Diebstahl hier zu begehen, weil er erstens ungern zweimal hintereinander am selben Ort arbeitete, denn im Basar und auf dem Markt war er heute ja schon erfolgreich tätig gewesen. Die Basaris hatten natürlich schon weitererzählt, dass der Türke einmal mit Steinen und ein andermal mit einer Gurke bezahlen wollte und sich dabei halb totgelacht. Jetzt waren die Leute sicherlich aufmerksamer, denn nicht alle glaubten an Gespenster und böse Geister. Der zweite Grund war, dass er sich beeilen musste, da seine Arbeitszeit mit anbrechender Dunkelheit endete und der dritte Grund, dass er schon einen schönen Plan hatte, in dem die stachligen Opuntienfrüchte, die eine alte Bäuerin am Stadttor zum Kauf anbot, eine Rolle spielten. Vor dem Tor entstand jetzt ein Gedränge, weil eine Frauengruppe mit ihren Kindern den Durchgang blockierte. Die Kinder wollten nämlich unbedingt Opuntienfrüchte haben, und während ihre Mütter mit der alten Bäuerin noch um den Preis feilschten, grapschten die ungeduldigen Buben und Mädchen schon frech nach den Früchten. So entstand ein großes Gezeter und Gekicher. Jetzt war auch noch ein Bauer mit seinem breiten Handkarren voller Melonen für den Abendmarkt hinzugekommen und versuchte, sich an der Gruppe vorbei durch das enge Tor zu quetschen. In dieses kleine Chaos stieß nun die türkische Karawane. Auf diesen Augenblick hatte Ali gewartet. Blitzschnell nahm er aus dem Korb der Bäuerin eine dieser stachligen Opuntienfrüchte und warf sie klatschend auf den dicken Hintern des türkischen Maultiers. Erschrocken bäumte sich das sonst so temperamentarme Tier hoch auf und machte dann einen gewaltigen Satz nach vorn, wo es abrupt auf seinen Vorderhufen wie zu einem kurzen Handstand stehen blieb. Dabei schlug es heftig mit seinen Hinterbeinen aus und traf den Karren mit den Melonen. Der kippte um. Der Bauer fluchte, die Frauen kreischten, die Kinder schrieen, die Straßenköter bellten, und alle rannten wie kopflos umher und stolperten über die runden Feldfrüchte. Die türkischen Diener waren ganz verwirrt, denn ihr Herr war plötzlich nicht mehr da. Das war kein Wunder, denn auch ein guter Reiter wäre auf dem bockenden Maultier wohl kaum im Sattel geblieben, geschweige denn Osman. Der dicke Türke war wie eine Kanonenkugel durch die Luft gesaust und hinter einem Gebüsch kopfüber im weichen Sand gelandet. Das ging so schnell, dass es niemand gesehen hatte, außer Ali. Der war sofort bei dem bewusstlosen Osman, nahm ihm die goldene Münzkette ab und verschwand mit seiner Beute ungesehen durch das " Tor der untergehenden Sonne ". Unterdessen suchten die Diener immer noch in dem Chaos aus Menschen, Tieren und Melonen nach ihrem Herrn. Da endlich hörten sie hinter dem Gebüsch ein lautes Stöhnen. Osman war aus seiner Ohnmacht erwacht und hatte Kopfschmerzen. Aus einigen Stöcken, die sie in der näheren Umgebung fanden, bauten die Diener eine Art Sänfte und trugen ihren dicken Herrn, denn reiten konnte Osman in seinem Zustand nicht mehr, nach Hause. Vorneweg ritt der kleine Muck auf dem Maultier, das sich wieder beruhigt hatte. Erst weit nach Sonnenuntergang erreichte der Krankentransport das rettende Zuhause. Auch Ali war in seinem Haus angekommen und wurde neugierig von seiner Frau Fatima und Said, dem hübschen Nachtdieb, empfangen. “Na, wie groß ist denn deine Beute?”, fragten beide wie aus einem Mund. Ali legte das gestohlene Geld auf den Tisch – es waren genau tausendundeins Goldmünzen. Mit glänzenden Augen betrachteten die beiden seinen Schatz. Wie alle Frauen liebte auch Fatima jede Art von Schmuck und band sich sofort Leilas kostbare Goldkette um ihren schlanken Hals, während Ali stolz erzählte, wie er an das viele Geld gekommen war. „Jetzt musst du zeigen, was du kannst, mein lieber Said“, forderte daraufhin Fatima den Nachtdieb auf. Nachdem sie sich herzlich voneinander verabschiedet hatten, trat Said hinaus in die Nacht.
5 /13 Der Schleiertanz
Said hatte dem Tagdieb aufmerksam zugehört und vermutete, wo so viel Geld zu Hause gewesen war, da sei wohl auch noch mehr zu finden. Also beschloss er, den Türken zu besuchen. Langsam reifte in ihm ein kühner Plan. Deshalb lenkte er seine Schritte nicht direkt zum " Tor der untergehenden Sonne ", sondern zum Basar. Bei einem Apotheker, der aus getrockneten Tierkörpern Arzneien und Aphrodisiaka herstellte, kaufte er, denn auch ein Dieb stiehlt nicht immer, den präparierten Kopf eines ausgewachsenen Gorillas und außerdem etwas Haschisch, Opium, Kampfer, Tabak und ein Blatt Papier, auf dem ein Koranvers geschrieben stand. Koranverse helfen, so glauben manche Leute noch heute, gegen den bösen Blick und alle möglichen Übel. Said mischte die Drogen sorgfältig unter den Tabak und wickelte alles in das Papier mit dem Koranvers. Da der Muezzin gerade zum Ischa-Gebet, dem fünften und letzten Gebet des Tages, rief, folgte Said der Aufforderung, um für sein Vorhaben in der großen Moschee zu beten. Danach machte er sich auf den Weg zum Hause des Türken. Osmans Villa war zu dieser späten Stunde immer noch von vielen Öllampen hell erleuchtet und lautes Stöhnen drang aus den offenen Fenstern. Said klopfte an das Tor. Ein Diener öffnete und fragte unwirsch, was er wolle. „Verzeiht mir, wenn ich die Ruhe des Hauses störe“, entschuldigte sich Said. „Ich bin der Arzt Ibn Ruschd. Ich habe mich in der Dunkelheit verlaufen und möchte euch bitten, mir den Weg nach Fallujah zu zeigen.“ „Ihr seid ein Arzt?“, fragte der Diener plötzlich ganz freundlich und lief ins Haus zurück, um seinem Herrn die Ankunft des langersehnten Medicus zu melden. Man hatte nämlich schon vor Stunden den kleinen Muck in die Stadt geschickt, um einen Arzt zu holen, aber der war immer noch nicht zurückgekehrt. Hocherfreut führte man Said zum Lager des jammernden Osman im oberen Stockwerk der Villa. Said machte eine besorgte Miene und fragte den Türken, was ihm denn fehle. „Ich habe schreckliche Kopfschmerzen“, klagte der Ärmste. „Wann sind denn Eure Kopfschmerzen zum ersten Mal aufgetreten?“, fragte Said scheinheilig. Er kannte die Geschichte zwar schon von Ali, aber jetzt wollte er gern auch noch Osmans Version hören. Diesem war es sehr peinlich, den Sturz von einem gutmütigen Maultier zugeben zu müssen, und Said amüsierte sich köstlich. Said sagte, er müsse Osman untersuchen, denn dieser könne sich bei dem Sturz noch andere Verletzungen zugezogen haben, die nun die Kopfschmerzen verursachten. Also fing er an, den reichen Kaufmann abzutasten – nach Geld natürlich – fand aber nichts. Dann untersuchte er Osmans Kopf, wobei er ihn nach links und rechts drehte und schüttelte und beklopfte, was Osmans Schmerzen noch verstärkte. Der arme Türke hatte nun unter Saids "fachärztlicher" Untersuchung schon fast so gelitten, wie durch den Sturz selbst und war erleichtert, als der falsche Doktor endlich von ihm abließ und das kleine Päckchen mit der Tabakmischung aus seinem Kaftan zog. Dies musste die erlösende Medizin sein. Das zeigte schon die Verpackung mit dem Koranvers. Said überlegte, wie er wohl herausfinden könne, wo Osman sein Geld aufbewahrte – schließlich konnte er ja nicht das ganze Haus durchsuchen. „Wenn du dieses Mittel in deiner Wasserpfeife rauchst und dabei deinen Nacken auf kühlende Goldstücke bettest, werden deine Kopfschmerzen alsbald verschwinden“, sagte er mit ernster Miene. Diesen Rat befolgte der gequälte Osman sofort und legte sich einen großen, weichen Lederbeutel mit Goldstücken unter seinen Nacken. Dann rauchte er die medizinische Tabakmischung in seiner Wasserpfeife. Währenddessen wurde Said unten im Haus fürstlich von Leila bewirtet. „Was für eine hübsche junge Frau dieser Türke hat“, dachte Said. „Wie schön dieser junge Arzt ist“, dachte Leila. Während Said speiste, führte Leila zur Musik ihrer Dienerinnen im kaleidoskopartigen Licht der großen, silbernen Deckenampel einen aufregenden Bauchtanz vor, bei dem sie nur wenige parfümierte dünne Seidenschleier trug, die sie im Rhythmus der Musik sacht über Saids Antlitz gleiten ließ. Der Nachtdieb thronte auf einem weichen Sammetkissen wie auf einer Wolke und ließ sich von Leilas betörendem Schleiertanz in eine wonnige Traumwelt versetzen, in der ihn seine blühende Fantasie noch mehr sehen ließ, als ihm die liebliche Leila ohnehin schon zeigte. Schließlich setzte sich die erhitzte, doch wohlduftende Tänzerin so leicht bekleidet, wie sie war, zu Saids Füßen auf den kostbaren Teppich und fragte ihn, woher er komme und wohin er gehe. Said sagte, er käme aus Bagdad und wolle nach Fallujah. „Aber das ist noch ein weiter Weg und es ist schon dunkel“, wandte Leila ein. „Ihr solltet diese Nacht hier bleiben, dann könnt Ihr morgen auch gleich meinem armen Gemahl helfen, wenn es noch nötig ist. Ich werde Euch gleich die Kammer neben meinem Zimmer herrichten lassen.“ Mit diesen Worten erhob sie sich – da klopfte es an der Tür.
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