„Verstehe.“ Roberts Wut ließ langsam nach und er signalisierte mit einem Kopfnicken sein scheinbares Verständnis für die Situation des Patienten.
„Ah ja, die Verarbeitungsphase … Ist schon sehr schwierig. Sehen Sie, Herr Doktor, uns Polizeibeamten fällt es ja selbst oft auch nicht leicht, all diese schrecklichen Bilder aus unseren Köpfen zu verdrängen. Aber das gehört nun mal mit zu unserem Job. Ich meine, damit ganz alleine fertig zu werden, und so.“
Der Arzt versuchte ungerührt zu wirken. Taktik war offensichtlich nicht gerade seine Stärke.
„Also Flashbacks hin oder her, wir möchten jetzt sofort Herrn de Groot persönlich sprechen!“
Robert war entschlossen, sich nicht abwimmeln zu lassen.
„Aber auf Ihre Verantwortung!“
„Erhält er irgendwelche Psychopharmaka?“, erkundigte sich Jan.
Doch Dr. Knick schüttelte nur den Kopf, blickte aber noch grimmiger als zuvor.
„Hatte Erik de Groot heute schon mal Besuch? Etwa vor einer halben Stunde“, hakte Jan nach.
Dem schwammigen Mediziner schoss plötzlich die Röte ins Gesicht, er erhob sich und ging voraus zur Tür.
„Sie können ihn selbst fragen. Aber nicht länger als fünf Minuten!“
In Zimmer 13 trafen sie auf einen jungen Mann, der gerade damit beschäftigt war, seine wenigen Habseligkeiten zu ordnen, die er vor sich auf einem medizinischen Beistelltisch aufgereiht hatte. Erik war etwa 25 Jahre alt, wirkte aber durch seine feingeschnittenen Gesichtszüge wesentlich jünger. Er trug einen dieser typischen Krankenhausbademäntel und Einweglatschen an den Füßen. Eine Strähne seines dunklen Haares hing ihm über die Stirn. Von ausgeprägter Trauer, Herzrasen oder Übelkeit, Hyperaktivität, Aggression oder scheinbarer Teilnahmslosigkeit war ihm nichts anzumerken. Es zeichnete sich vielmehr eine leichte Verblüffung in seinen Gesichtszügen ab, nachdem die Polizisten sich ihm vorgestellt hatten.
„Schön, dass Sie pünktlich kommen konnten“, begrüßte Erik de Groot seine Besucher. „Entschuldigen Sie nur diese Unordnung hier im Zimmer.“ Robert wechselte mit Jan einen langen Blick. Erik begann wieder seine persönlichen Gegenstände auf dem Beistelltisch neu auszurichten.
„Sie wissen, weshalb wir Sie heute besuchen, Herr de Groot?“ erkundigte sich Robert behutsam und mit ruhiger Stimme. Erik lächelte, als würde ihm diese Frage absolut überflüssig erscheinen.
„Aber ja doch. Wir haben doch heute - - - den Termin, den Termin - - - bei Ihnen im Büro. Entschuldigen Sie bitte die Verspätung. Mein Vater - - - er wird jeden Augenblick - - - hier - - - eintreffen.“
Er artikulierte seine Worte nicht richtig und setzte dazwischen kleinere Unterbrechungen. Es war ganz offensichtlich, er stand unter medikamentösen Einfluss.
„Sind Sie etwa - - - nicht- - - nicht von der - - - Kanzlei - - - Volkerts & Volkerts?“
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