Stefan Raile - Rückkehr nach Strapen

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Hier traten wir damals an. Ein schlanker Zivilist mit dunkler Hornbrille, der uns vom Sammelpunkt in Dresden begleitet hatte, erteilte die Befehle. Wir war-teten auf Fahrzeuge. Da sie lange nicht eintrafen, durften wir wegtreten. Ich stellte meinen Koffer auf die Bank und blickte mich um. Einige von uns hatten Anzüge an, andere Kordhosen und Lumberjacks, manche schienen in Arbeitssachen gekommen zu sein. Am auffälligsten war Peter Müller gekleidet. Er trug Knickerbocker, ein braunes, graugestreiftes Sakko und auf dem rothaarigen Kopf einen breitkrempigen Filzhut.

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Sicher hat er Recht, dachte ich. Trotzdem bleibt‘s dabei. „Es ist nicht wegen Gudrun allein“, sagte ich. „Auch der Meister hat Anteil. Der Mann geht mir auf den Hauptnerv mit seiner Meckerei.“

„Das wäre wohl das Wenigste“, meinte Herb. „Lass ihn nörgeln. Mich fuchst es ebenfalls manchmal, doch ich stecke ein Loch zurück. Der Mann hat‘s nicht leicht. Er ist krank, Asthma. Schlimmer aber ist das mit seiner Frau. Bei ihr hakt‘s ab und zu aus, seit sie in Dresden während eines Bombenangriffs ver¬schüttet wurde. Wenn‘s losgeht mit ihr, wird er besonders unleidlich. Ein bisschen muss man‘s ihm nachsehen, finde ich.“

„Mag sein“, gab ich zu. „Dennoch brauche ich Tapetenwechsel: andre Menschen, neue Eindrücke. Das Übrige wird sich finden. Kannst du das nicht verstehen?“

„Doch“, erwiderte Herb. „Es ist nur schade.“

Viele dachten anders. Ihnen missfiel, dass ich nicht so lebte wie sie. Ein Montagearbeiter müsse dann und wann die Gurgel spülen, behaupteten sie. Das sei ungeschriebenes Gesetz. Mich störte, dass sie es von mir forderten. Mich stört immer, wenn man einfach was fordert. Es kam zu Reibereien, wieder und wieder. Dabei wurden Tom und Andy öfter unsachlich.

Eines Abends, als sie angetrunken in die Unterkunft kamen – ich saß noch am Tisch und las -, trat Tom mit unsicheren Schritten neben mich. „So schlägst du also die Zeit tot“, sagte er lallend. „Was hast du eigentlich davon?“

Und Andy fügte hinzu: „Leben musst du, Mann, leben! Die guten Jahre sind schnell vorbei.“

Sie verstanden mich nicht, hatten keinen Sinn für meine Neigung, die sich besonders seit dem Jahr an der Oberschule herausgebildet hatte, wo Pecina Deutschunterricht erteilte. Er war ein Lehrer, wie er im Buche steht. Einer, der mit Leib und Seele bei der Sache ist, den Schwierigkeiten nicht schrecken.

In der Grundschule hatte man uns das Fach ziemlich verleidet: Schauspieltexte mit verteilten Rollen sprechen. Ellenlange Gedichte bimsen. Prosatexte lesen und nacherzählen.

Pecina verlangte Bereitschaft. „Wenn ihr nicht genug Lust mitbringt“, sagte er, „bleibt‘s langweilig, selbst wenn ich mich plage wie weiland Sisyphus. Nur wenn ihr bereit seid mitzuwirken, wird es sich lohnen. Damit meine ich nicht irgendwelche Noten, sondern Gewichtigeres: Jedes gute Buch ist wie ein Stück Land, das man entdeckt. Der aufgeschlossene Leser wird zum Kolumbus, im besseren Sinne sogar; denn er braucht keine fremden Völker zu erobern, um sich zu bereichern.“

Einige grinsten ungläubig, andre spöttisch. Pecina störte sich nicht daran. Er vertraute seinen Einfällen, gründete eine Laienspielgruppe. Zwei Mädchen, ein Junge und ich traten ihr sofort bei. Bald kamen mehr, weil sich herumsprach, dass es Spaß machte. Pecina wählte interessante Texte aus, bewies bei den Proben Fingerspitzengefühl, fand für jeden den richtigen Ton, wurde nie müde, mit uns über alles Mögliche zu diskutieren.

Als Erstes spielten wir das Stück „Die junge Garde“. Pecina hatte Teile des Romans von Alexander Fadejew dramatisiert. Das Verhalten der Helden beeindruckte uns, und wir lasen auch das Buch. So strahlte die Zirkelarbeit auf den Deutschunterricht aus, nach und nach fanden alle eine bessere Einstellung dazu. Trotzdem war es für Pecina nicht leicht, er musste auf manchen unerwarteten Zwischenfall reagieren. Einmal fiel Heino Gruneck ein Westschmöker aus der Tasche, als er seine Federmappe hervorzog. Zwar bückte er sich sofort danach, aber Pecina stand schon neben ihm und fragte: „Darf ich mal sehen?“

Heino hob bloß die Schultern, Pecina nahm ihm die zerfledderte Schwarte aus der Hand und betrachtete sie. Jetzt bricht ein Donnerwetter los, dachten wir. Doch Pecina wurde nicht laut. Seine Augen blickten eher erstaunt als böse, während er sagte: „Das liest du also.“ Er drehte das Heft in den Händen, besah es noch immer nachdenklich, als hoffte er, etwas Besonderes daran zu entdecken, und fragte schließlich: „Leihst du‘s mir mal?“

Heino, der Drogistensohn, kriegte den Mund nicht auf. Erst in der Pause fand er die Sprache wieder. „Gerade mich musste es erwischen! Sie sind mir ohnehin nicht grün, weil mein Alter kein Prolet ist. So was bedeutet doch Wasser auf ihre Mühlen. Seht, Jugendfreunde, werden sie sagen, der Bourgeois verseucht euer Klassengefühl. Weg mit ihm!“

Am nächsten Tag langte Pecina das Heft mit spitzen Fingern aus seiner Tasche. „Eine Stunde will ich dafür opfern“, sagte er, „in der Annahme, dass keine zweite notwendig wird.“ Er setzte sich auf den Tisch und ließ die Beine baumeln. „Um es vorwegzunehmen: So schlimm hätte ich es mir nicht vorgestellt. Nicht mal halb so schlimm.“ Seine Analyse war gründlich. Was er behauptete, konnte er auch belegen. Er deckte inhaltliche Schwächen auf, verdeutlichte die anspruchslose Form, las zwei Dutzend Stilblüten vor und verwies auf die beabsichtigte Wirkung.

Dann schritt er durch den Gang zwischen den Tischreihen und blieb neben Gruneck stehen. „Nimm es wieder mit“, sagte er. „Es soll, wie man hört, ein begehrtes Hökerobjekt sein.“

Heino schluckte und starrte betreten vor sich hin. Seine Hände lagen reglos auf der Tischplatte, aber mit einem Mal bewegten sie sich, griffen nach dem Heft und zerrissen es. Ob er aufhörte, Schwarten zu lesen, ist ungewiss. Zumindest brachte er keine mehr mit. Der Vorfall blieb ohne Nachspiel. Pecina behielt ihn für sich. Heino schummelte sich über die Schuljahre und bestand mit Ach und Krach das Abitur. Da war ich schon nicht mehr dort. Vielleicht hast du zu schnell gepasst, dachte ich später manchmal. Doch wer erträgt schon, wenn wieder und wieder Dankbarkeit gefordert wird? „Du weißt, Ronny“, sagte Mutter oft, „uns fällt‘s schwerer als anderen. Wir haben‘s nicht so üppig wie Drogist Gruneck, und dein bisschen Stipendium passt in einen Fingerhut. Denk nicht, dass ich klagen möchte. Wir schränken uns gern ein. Schließich sollst du‘s weiterbringen als unsereins. Darum merk dir: Was du im Kopf hast, kann dir niemand wegnehmen. Pauke, soviel du kannst, Junge. Das Übrige braucht dich nicht zu kümmern. Wir stehen‘s schon durch. Nur eins verlangen wir: Bereite uns keine Schande!“

Sollst du das vier Jahre schlucken?, dachte ich. Andre könnten es vielleicht. Du nicht. Lieber gehst du arbeiten und verdienst Geld.

Als Pecina von meinem Entschluss erfuhr, nahm er mich beiseite. „Mach keinen Quatsch!“, beschwor er mich. „Deine Mutter meint es bestimmt nicht so. Und wenn schon! Kannst es ihr ja später auf Heller und Pfennig zurückzahlen!“

Er redete lange mit mir; doch es gelang ihm nicht, mich umzustimmen.

An dem Tag, da ich den Betrieb verließ, schickte ich meine Sachen im Koffer nach Hause. Auf die Begleitkarte schrieb ich „bahnlagernd“. Dann ging ich zu einer Ausfallstraße und lehnte mich an einen Baum. Sobald ein Auto in der Kurve auftauchte, trat ich zwei, drei Schritte vor, hob die rechte Hand und ließ sie pendeln. Erst der fünfte oder sechste Wagen hielt. Der Fahrer, ein schlanker Mann mittleren Alters, öffnete die Tür einen Spalt und fragte: „Wohin?“

„Egal“, sagte ich.

Er kniff die Lider zusammen und musterte mich. Dann stieß er die Tür weiter auf. „Steig ein!“

Zunächst schwiegen wir. Manchmal blickte er zu mir. Ich bemerkte es, starrte aber weiter durch die Frontscheibe.

„Siehst miesepetrig aus“, stellte er schließlich fest. „Hast wohl den Kanal voll?“

„Gestrichen voll!“, bestätigte ich.

„Und nun willst du was Verrücktes anstellen?“

„Vielleicht.“

„Aha“, sagte er, „nur vielleicht. Demnach gehörst du zu den unentschlossenen Typen. Möglicherweise fehlt noch ein bisschen Alkohol.“

„Ich trinke nicht“, erwiderte ich, „nicht bei so was.“

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