Stefan Raile - Rückkehr nach Strapen

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Hier traten wir damals an. Ein schlanker Zivilist mit dunkler Hornbrille, der uns vom Sammelpunkt in Dresden begleitet hatte, erteilte die Befehle. Wir war-teten auf Fahrzeuge. Da sie lange nicht eintrafen, durften wir wegtreten. Ich stellte meinen Koffer auf die Bank und blickte mich um. Einige von uns hatten Anzüge an, andere Kordhosen und Lumberjacks, manche schienen in Arbeitssachen gekommen zu sein. Am auffälligsten war Peter Müller gekleidet. Er trug Knickerbocker, ein braunes, graugestreiftes Sakko und auf dem rothaarigen Kopf einen breitkrempigen Filzhut.

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Müller blickte von einem zum andern. Dudky grinste auffällig. Am Abend verging es ihm. Da griff er im Dunkeln von seinem Bett unters Sturmgepäck, wo er immer etwas zum Naschen verbarg. Ich hörte, wie Papier knisterte. Gleich darauf begann Dudky zu husten, und dann schimpfte er: „So ‘ne Gemeinheit. Mostrich in der Schokolade! Welcher Hornochse war das?“

„Vielleicht ein Racheengel“, vermutete ich.

„Und nicht ohne Grund“, ergänzte Müller. „Streithammel brauchen ab und zu einen Dämpfer!“

Der Mann mit der Hornbrille rauchte jetzt. Viele hockten auf ihren Koffern. Sigi hatte sein Gepäck nicht mal abgesetzt. Es lastete noch auf der rechten Schulter, bloß die linke Hüfte knickte er unmerklich ein.

„Mann, hast du Kraft“, staunte ich.

„Halb so schlimm“, wehrte er ab.

„Macht dir die Wärme gar nichts aus?“

„Nein“, erwiderte er. „Wo ich gearbeitet hab, ist die Hitze größer. Da gewöhnt man sich dran.“

„Bist wohl Stahlschmelzer?“

„Nein, Glasbläser.“

Nun glaubte ich ihm. Als Schüler hatten wir mal eine Glashütte besichtigt. Dort war es schwül und stickig gewesen; doch nicht viel schlimmer als hier, fand ich. Die Sonne glühte und streute Glast übers Land. Kein Windhauch regte sich. Schlaff hingen die Blätter an den Pappelzweigen.

Unser Begleiter sah auf seine Uhr. „Achtung!“, rief er. „In Reihe zu drei Gliedern angetreten! Marsch!“

„Immer mit der Ruhe“, verlangte einer. Und Kambert maulte: „Feine Manieren sind das: Uns scheucht man durch die Gegend, und der Genosse Offizier lässt sich über die Landstraße kutschen.“

„Keine Lügen!“, rief jemand. „Erst vergewissern, bevor man was behauptet.“

Ich blickte mich um. Hinter mir stand Leutnant Mergelt, das Gesicht ein wenig gerötet. Er hatte den Gefreiten zur Kaserne fahren lassen und war uns gefolgt. „Vorgesetzte gehören zur Truppe“, erklärte er. „Das ist bei uns so üblich.“

Sigi lächelte. „Löblich, löblich“, sagte er und rückte seinen Koffer auf der Schulter zurecht.

2

Ich bleibe stehen und schaue zurück. Weit unten schimmert die Elbe zwischen schmalen Uferwiesen. Teilweise verdecken Pappeln die Sicht. Sie haben kräftige Stämme und dichte Kronen. Sechzehn Jahre sind eine kleine Ewigkeit. Da verändert sich viel. Ob sich nachvollziehen lässt, was seinerzeit geschah?, frage ich mich erneut. Wichtiges hat sich mit Belanglosem vermischt. Man muss auswählen, das Bedeutsame herausfiltern. Und wenn es misslingt?

„Schreib über damals“, hatte Sigi nach der Lesung aus meinem Debüt-Roman „Semester für Jürgen“ in seinem Grenzkommando unweit von Görlitz gesagt. Wir saßen bei ihm. Seine Frau Marianne hatte sich schon zum Schlafen zurückgezogen. Es war weit nach Mitternacht. „Schreib drüber“, wiederholte er. „Zeig, wie wichtig es für uns war: eine Etappe, ohne die wir nicht geworden wären, was wir heute sind. Du nicht, ich nicht, keiner von uns.“

„Ich hab‘s bereits versucht“, entgegnete ich. „Über hundert Seiten sind mit Notizen gefüllt. Aber der Stoff widersetzt sich. Ich spüre, dass etwas fehlt: eine zentrale Idee, in der alles zusammenfließt.“

„Diesmal schaffst du‘s“, meinte Sigi. „Du musst es schaffen!“

Immer noch blicke ich ins Tal. Ein Elbdampfer nähert sich. Er wühlt das Wasser auf. Die Gischt leuchtet wie Schnee. Kurze Zeit dümpelt das Schiff, dann legt es an. Passagiere steigen aus, gehen über den Landesteg und betreten das Bahnhofsrestaurant.

Wir waren im ersten Gruppenausgang dort. Doblin, unser Unteroffizier, führte uns hin. Eine Kapelle spielte laut und fast ohne Pausen. Die anderen tanzten. Nur Sigi und ich blieben am Tisch.

„Warum tanzt du nicht?“, fragte ich.

„Wegen Regina“, erwiderte er.

„Deine Freundin?“

„Ja.“

„Und sie hält es genauso?“

„Ich hoffe es.“

„Na denn“, sagte ich und hob mein Bierglas. „Selig, wer glaubt.“

Er trank ebenfalls. „Und du?“, forschte er. „Was ist‘s bei dir?“

„Auch ein Mädchen“, erklärte ich. „Aber die Gründe liegen anders.“

Ich meinte Gudrun. Am vierten oder fünften Tag, den ich auf der Baustelle arbeitete, war ich ihr in der Kantine begegnet. Sie stand ein Stück vor mir in der Reihe. Ihr flachsblondes, sehr kurzes Haar fiel mir auf. Ich beobachtete, wohin sie sich setzte. Neben ihr war noch ein Platz frei. Sie stocherte im Essen. Die Kartoffeln rührte sie kaum an, vom Quark kostete sie ein bisschen, dann schob sie den Teller weg.

„Schmeckt‘s nicht?“, fragte ich.

„Nein“, erwiderte sie. „Dir etwa?“

„Der Hunger treibt‘s rein.“

„Dann bist du nichts Gutes gewöhnt.“

„Hast du was Besseres?“

„Das nicht“, sagte sie. „Aber ich weiß ‘ne prima Küche.“

„Wo?“

„In der ‚Taverne‘.“

Es handelte sich um ein verräuchertes Lokal im nächsten Dorf. Das Essen war vorzüglich. Ebenso das Bier. Und noch mehr der Wein. Wir blieben bis zuletzt. An der Haltestelle warteten wir lange, doch es kam kein Bus.

„Pech“, sagte Gudrun. „Müssen wir eben tippeln. Oder willst du ‘ne Taxe?“

„Lieber laufen.“

Es waren fast sechs Kilometer. Gudrun hakte sich bei mir ein. Die Wege lagen dunkel, der Himmel blieb sternlos. Um abzukürzen, gingen wir durch ein Wäldchen. Auf einmal ließ sie mich los und lehnte sich an einen Baum.

„Müde?“, fragte ich.

„Nein“, entgegnete sie. „Aber ich find‘s schön hier. Du nicht?“

„Doch“, bestätigte ich, trat neben sie und stützte meine rechte Hand an dem Stamm. Dabei berührte ich ihren Hals. Sie zuckte leicht zusammen und sah zu mir hoch. „Küss mich!“, verlangte sie.

Ich umarmte sie. Ihre Brüste waren fest. Sie reckte sich auf Zehenspitzen und presste ihren Schoß an mich.

Am Morgen ging mir die Arbeit nur langsam von der Hand.

„Du pennst ja fast noch“, stichelte mein Kollege Tom. Und Andy fügte hinzu: „Das haben wir gern: flottmachen und nichts vertragen!“

Während des Frühstücks nahm mich Herb beiseite. „Lass sie sausen“, riet er mir. „Sie ist ein Flittchen. Für so eine bist du zu zahm. Die schröpft dich bloß.“

„Ich pass schon auf.“

„Wie du meinst. Ich hab dich jedenfalls gewarnt.“

Vielleicht wäre Gudruns Anziehungskraft geringer gewesen, wenn ich nicht vorher zwei Mädchen gekannt hätte, die anders waren: Heidi fürchtete, dass sie ungewollt schwanger würde, und Lieselotte wollte gleich geheiratet werden.

Mit Gudrun war alles einfach. Wir gingen tanzen, ins Kino, auf Sportplätze. Manchmal auch in Museen. Oder alte Kirchen. Die mochte sie wegen der Malereien. Sonst trafen wir uns bei ihr. Sie hatte ein Zimmer am Stadtrand. Es war klein, aber gemütlich im Vergleich zu den Unterkünften im Wohnlager. Wenn ich neben ihr auf dem Kanapee saß, fühlte ich mich total geborgen.

Es blieb schön zwischen uns, bis ich merkte, wie sie mit diesem oder jenem tändelte. Es wurmte mich, ich ließ mir aber nichts anmerken. Sie will sich eben bestätigt sehen, redete ich mir ein. Was ist schon dabei?

Dann folgte das Gespräch mit Tom.

„Du gehst noch mit ihr?“, erkundigte er sich.

„Hast du was dagegen?“

„Nein. Ich wundere mich nur, dass du nichts merkst.“

„Was?“, fragte ich. „Was soll ich merken?“

„Dass du nicht der Einzige bist.“

„Du lügst!“

„Wenn du denkst …“

Ich packte ihn am Revers seiner Jacke. „Was weißt du?“

Er streifte meine Fäuste ab. „Besuch sie mal, wenn wir Nachtschicht haben“, sagte er.

Ich ging zu ihr, schloss mit dem Schlüssel, den sie mir bereitwillig gegeben hatte, leise die Tür auf und tastete mich den Flur entlang. Ein Sakko hing an der Garderobe. Aus dem Zimmer tönte gedämpfte Musik. Ich riss die Tür auf. Die Wandlampe brannte. Sie verbreitete diffuses Licht. Gudrun lag mit einem Mann auf dem Kanapee. Ich kannte ihn nicht. Das Radio stand auf dem Teppich. Ich merkte, wie mir das Blut in den Kopf schoss.

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