József Wieszt - Mittendrin und am Rande – Lebenserinnerungen eines Vertriebenen

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Mittendrin und am Rande – Lebenserinnerungen eines Vertriebenen: краткое содержание, описание и аннотация

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Der 1942 geborene József Wieszt wurde im Alter von vier Jahren als Donauschwabe mit seiner kleinbäuerlichen Familie aus dem ungarischen Dorf Perbál bei Budapest nach Nordhessen vertrieben. Dort verbrachte er – im Kreise einer großen Familie – seine mitunter beschwerliche Kindheit und Jugend. Einen Ausweg aus dem für ihn zunehmend beengenden Milieu suchte er unter dem Motto: Rebellion und Bildung! Wie es dazu kam und was im Laufe der Jahre dabei passierte, ist nicht nur die Geschichte einer besonderen Kindheit und der Erlebnisse eines jungen Mannes, sondern gibt vor allem Zeugnis von den typischen Problemen und Schwierigkeiten der Donauschwaben zwischen Ansiedlung und Vertreibung und außerdem wertvolle Einblicke in deren facettenreichen Dialekt.

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Ich sehe noch heute deutlich die Schneewände rechts und links der Schlittenbahn und die Ascheflecken auf der sonst weißen glatten Fläche. Damals, im Winter 1945/1946, war ich vier Jahre alt. Unser Schlittenberg erschien mir riesig. Er erschien mir so groß, dass ich mich anfangs gar nicht hinunterzufahren traute. Ich stand auf diesem riesigen Berg und schrie fürchterlich, gerade so, als sollte ich augenblicklich umgebracht werden. Es bedurfte vieler Fahrten auf dem Schoß von größeren Kindern oder Erwachsenen, bis ich mich endlich allein hinunterwagte. Später, als ich Perbál nach zweiundvierzig Jahren wieder besuchte, musste ich über meine frühere Angst vor dem großen „Berg„ lächeln. Für einen Erwachsenen ist er nur eine flach abfallende Böschung zwischen zwei parallel verlaufenden Lehmwegen, die im Unterdorf die Straßen bildeten. Der kleine Hügel war mit Gras bewachsen, und ein ausgetretener Fußweg verband die beiden Straßen miteinander, unsere ehemalige Schlittenbahn.

Um ihre Benutzung gab es Streit zwischen Kindern und den Erwachsenen. Wenn Schnee lag und die Erwachsenen ihn festgetrampelt hatten, konnten wir besonders gut Schlitten fahren. Dadurch wurde der Weg mächtig glatt und die Erwachsenen rutschten aus und fielen hin. Dann schimpften sie laut auf diese nichtsnutzigen Kinder, die durch ihre Schlittenfahrerei alles glatt machten. Wenn einer hingestürzt war, dauerte es nicht lange, und er kam mit dem Aschkasten aus dem Ofen und streute Asche auf unsere schöne Schlittenbahn. Danach war sie stumpf. Jetzt waren es die Kinder, die schrien und schimpften, weil ihre Schlitten nicht mehr den Berg hinunterfuhren. Wenn das ein paar Mal vorgekommen war, fuhren wir Kinder neben diesem verhunzten Weg den Berg hinunter, und dagegen hatten die Erwachsenen nichts mehr. Leicht war es aber nicht, eine neue Bahn festzutrampeln, denn in Perbál lag im Winter meistens viel Schnee.

Wintergeschichten

In Perbál zogen die Pferde bei Schnee große Schlitten. Es gab solche für „vornehme Leute“, die dienten quasi nur zum Spazierenfahren und waren so etwas wie Kutschen auf Schlittenkufen. Man saß auf zwei Bänke hintereinander und die darauf saßen, hatten es schön warm. Ihre Füße, an denen sie sowieso schon dicke Fellstiefel trugen, steckten in warmen Fußsäcken aus Fell. Um Beine und Körper waren zudem dicke Felldecken gewickelt, durch die kein noch so kalter Wind hindurch blies. Natürlich trugen sie auch Felljacken oder solche aus dicker Wolle und auf dem Kopf war eine Pelzmütze. Aber das konnten sich nur die reichen Leute leisten, zu denen wir nicht gehörten, auch wenn uns mein Großvater später oft erzählte, wie weit er es in Ungarn aus eigner Kraft gebracht hatte. Die ärmeren Leute, die kleinen Bauern und Händler, fuhren gewöhnlich mit einem gröberen Lastschlitten, der wie ein Ackerwagen auf Kufen aussah. Auf ihm hockten die Männer und jungen Burschen und ließen die Beine vorn, rechts und links der Deichsel, herunterbaumeln. Resolutere Mädchen und Frauen fuhren ebenso mit, ihre Beine baumelten hinten herunter. Für die Ängstlicheren wurde eine Bank oben auf den Schlitten geschraubt, auf der sie dick vermummt saßen.

Wenn es etwas zu transportieren gab, zum Beispiel Säcke mit Getreide zur Mühle, lagen sie oben auf den Brettern. Oft wurde auch ein Schwein oder ein Schaf transportiert, das in einer Kiste aus Latten eingesperrt war. So konnte immer jeder sehen, welche Fracht mit dem Schlitten durch die Gegend gefahren wurde. Neugierig wurden die Leute nur, wenn jemand mit einer geschlossenen Bretterkiste durch die Gegend fuhr. Sie hätten nur zu gern gewusst, was da wohl drin war. Wenn einer keine zwei Pferde zum Vorspannen hatte, musste er sich eines beim Nachbarn oder bei Verwandten ausleihen. Aber wer verleiht schon gern seine Pferde? So kam es, dass vor manche Schlitten nur ein Pferd gespannt war. Das sah man öfter. Ein Pferd war damals für einen Kleinbauern schon ein kleines Vermögen, das nicht jeder hatte.

Lenkten jüngere Männer oder Burschen einen Schlitten, standen sie meistens darauf und knallten laut mit der Peitsche, vor allem dann, wenn weniger Schnee lag und die Pferde gut laufen konnten. Dann flitzten die Schlitten die Dorfstraße entlang, die Pferde trabten oder liefen im Galopp, und die Schlittenlenker mögen sich wohl vorgekommen sein wie die Wagenlenker im alten Rom, die mit ihren Rennkarossen durch die Arena jagten. Aber die allermeisten dieser Flitzer hatten von der Rennbahn in Rom nichts gehört, denn in Perbál ging man zu dieser Zeit nur sechs Jahre zur Schule, noch früher sogar nur vier. Und der Dorfschullehrer hatte sicher anderes zu tun, als diesen Sprösslingen etwas über die römische Geschichte zu erzählen. Viele werden ihre Mühe gehabt haben, richtig lesen und schreiben zu lernen. Aber das machte damals nicht so viel aus, weil nur die wenigsten Zeitungen oder Bücher lasen. Ausnahmen gab es jedoch. Ein Buch befand sich in jeder Familie, das war die Bibel, und wer nicht richtig lesen konnte, dem wurde eben vorgelesen. Rechnen musste man können, darauf kam es an. Wer nicht rechnen konnte, der kam auf keinen „grünen Zweig“ oder wie man heute sagt: Der konnte es nicht weit bringen. Im Sommer konnten die Kinder an Wochentagen häufig nicht zur Schule gehen, weil sie auf den Feldern helfen mussten. Für die gab es die Sonntagsschule, in der sie im rechten Glauben unterwiesen wurden und das versäumte Schulpensum nachholen konnten.

In manchem Winter war der Schnee so hoch, dass ein Dorf tagelang von den Nachbardörfern und damit von der übrigen Welt abgeschnitten war Die Straße konnte man nicht benutzen. Einen Schneeräumdienst, wie wir ihn heute kennen, gab es nicht. Der Schnee musste mit Schippen beiseitegeschafft werden oder bestenfalls mit einem Schneepflug, der von Pferden gezogen wurde. Aber wenn der Schnee sehr hoch war und die Pferde darin stecken blieben, konnten sie den Pflug natürlich auch nicht mehr ziehen. Innerhalb des Dorfes wurden dann Pfade freigeschaufelt. So entstanden regelrechte Schluchten im Schnee, über deren Rand wir Kleinen nicht hinausgucken konnten. Die Erwachsenen mussten uns auf die Arme heben oder gar auf die Schultern setzen, wenn wir etwas sehen wollten. Es gibt viele Geschichten über den Schnee und die eingeschneiten Dörfer in Ungarn, die wir an den langen Winterabenden den Erwachsenen in der warmen Stube abgelauscht haben. Die haben vielleicht ein bisschen übertrieben, aber etwas muss an ihnen dran gewesen sein. Wir Kinder haben sie jedenfalls geglaubt, z. B. folgende:

In einem solchen schneereichen Winter fuhr ein Mann mit seinem Pferdeschlitten von Perbál nach Budapest. Das ist ein Weg von etwa fünfundzwanzig Kilometern. Von dieser Fahrt, so erzählte es uns der Großvater, ist der Mann nicht mehr ins Dorf zurückgekommen. Tagsüber hatte es so viel geschneit, dass die Pferde in einem Hohlweg zwischen zwei Dörfern im Schnee versanken und nicht mehr weiterkamen. Es war schon dunkel, und der Mann wollte zu Fuß Hilfe holen. Aber auch er blieb im Schnee stecken und kam nicht weit. Den Mann, die Pferde und den Schlitten fanden am anderen Tag Männer, die sich aufgemacht hatten, ihren Nachbarn zu suchen. Denn natürlich hatte die Frau in der Nacht noch die Dorfleute alarmiert, dass ihr Mann nicht zurückgekommen sei. Aber in einer solchen stürmischen Winternacht, bei so tiefem Schnee konnte man niemanden suchen, ohne selbst zu erfrieren.

Man fand den Mann nur etwa hundert Meter von seinem Schlitten entfernt. Erschöpft war er in den Schnee gesunken und in der eiskalten Nacht erfroren. Stocksteif lag er da, und man musste ihn vorsichtig transportieren, damit ihm die glashart gefrorenen Arme und Beine nicht abbrachen. Auch die Pferde waren erfroren. Sie standen noch angeschirrt im Schlitten, und die Männer konnten an den Spuren im Schnee sehen, wie die armen Tiere verzweifelt versucht hatten, aus dieser Schneefalle herauszukommen. Es war leider vergebens. Der Mann und seine Tiere waren das Opfer seines Leichtsinns geworden. Später erfuhren die Dorfleute nämlich, dass der Mann aus Perbál von seinen Bekannten in der Stadt gewarnt worden war, in der Dunkelheit und bei dem großen Schneetreiben noch nach Hause zurückzufahren. Er hatte aber nicht auf ihren Rat gehört. So hatte er sich und seine Pferde umgebracht. „So geht es denen, die nicht auf den Rat von vernünftigen Leuten hören“, sagte der Großvater zu uns staunenden Kindern gewandt. Wir saßen nämlich vor dem Ofen auf einem kleinen Holzschemel und hörten mit weit offenen Augen und aufgesperrten Mündern dieser Geschichte zu, voll Mitleid mit dem Mann und den armen Rössern.

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