»Hmmm«, sinnierte Lloyd und warf nochmals einen Blick auf die Zeichnungen. »Was ist das hier?« Er drehte ein arg zerknülltes Blatt so herum, dass Bateman es sehen konnte.
Bateman zuckte nur mit den Achseln. Er weigerte sich, für wahr zu halten, was diese Skizzen enthüllten, obwohl er es tief in seinem Inneren besser wusste. »Eine Putzfrau hat das an dem Abend vor zwei Wochen unter dem Bett des Alten gefunden.«
Die erste Zeichnung zeigte einen Richter, der sich mit grimmiger Miene die Verteidigungsrede eines Mannes anhörte, der in altmodischer Gefängniskleidung steckte. Auf dem zweiten Cartoon hielten zwei Wärter den Gefangenen fest, während der Richter das Urteil mit Hammerschlag bekräftigte.
Es gab noch vier weitere Cartoons. Beiläufig bemerkte Peter Lloyd, dass deren Textur sich leicht von der anderer Zeichnungen unterschied: Im Unterschied zu den mit Bleistift ausgeführten Originalskizzen wirkten sie eher wie verblichene Kopien. Allerdings wurde er nicht recht schlau daraus und fuhr deshalb fort, interessiert deren Inhalt zu betrachten.
Die dritte Abbildung zeigte, wie der Gefangene aus dem Gerichtssaal geschleppt wurde, während aus seinem verzerrten Mund unhörbare Verwünschungen drangen. In der vierten Zeichnung wurde der Mann gewaltsam in eine Gummizelle verfrachtet.
In der Fünften steckte er in einer Zwangsjacke und kauerte in einer Ecke auf dem nackten weißen Boden. Die Beine hatte er an die Brust gezogen, den Kopf auf die angewinkelten Knie gestützt.
Im letzten Bild der Sequenz war es Abend geworden. Der Mann kauerte als kaum sichtbarer Klecks in einer Ecke. Die Zeichnung vermittelte ein so beklemmendes Gefühl von Tragik und Einsamkeit, dass Lloyd eine leichte Gänsehaut bekam.
Und da war noch etwas, das er fast übersehen hätte. Als er erkannte, was es war, gab es ihm den Rest, verstärkte das innere Frösteln und führte schließlich dazu, dass er wie in einem heftigen Krampf zusammenzuckte.
Durch ein kleines, vergittertes Fenster hoch oben in derMauer spähten hasserfüllte rote Augen lauernd ins Innere der Zelle.
ENDE