Orson Card - Der rote Prophet
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- Название:Der rote Prophet
- Автор:
- Издательство:Bastei-Lübbe
- Жанр:
- Год:1989
- Город:Bergisch Gladbach
- ISBN:3-404-20123-X
- Рейтинг книги:4 / 5. Голосов: 1
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Harrisons Office befand sich jedoch nicht in dem Gebäude. Das war ein gänzlich eigener Bau, ein neues Hauptquartier, und Harrisons Office lag an der Südwestecke, wo es sehr hell war. Hooch bemerkte, daß außer dem normalen Kontingent von wachhabenden Soldaten und mit Papierkram beschäftigten Offizieren im Hauptquartier auch einige Rote lagen oder saßen. Das waren Harrisons gezähmte Rote — von denen hielt er sich immer einige in seiner Nähe. Es waren allerdings mehr zahme Rote als üblich, und der einzige, den Hooch erkannte, war Lolla-Wossiky, ein einäugiger Shaw-Nee, der so ziemlich der trunksüchtigste Rote war, der noch nicht gestorben war. Selbst die anderen Roten zogen ihn auf, so schlimm war er, ein richtiger Speichellecker.
Was die Sache noch komischer machte, war die Tatsache, daß Harrison persönlich Lolla-Wossikys Vater erschossen hatte, vor ungefähr fünfzehn Jahren, als Lolla-Wossiky noch ein kleiner Junge gewesen war. Er hatte daneben gestanden und zugesehen. Manchmal erzählte Harrison diese Geschichte sogar in Lolla-Wossikys Gegenwart, und dann lachte der einäugige Trinker und nickte und grinste und tat; als besäße er überhaupt keinen Verstand.
Er war so ziemlich der heruntergekommenste, katzbuckelndste Rote, den Hooch je gesehen hatte. Nicht einmal das Verlangen nach Vergeltung für den Tod seines Vaters konnte ihn anstacheln, solange er nur seinen Branntwein bekam. Nein, Hooch war überhaupt nicht überrascht, Lolla-Wossiky direkt vor Harrisons Büro auf dem Boden liegen zu sehen, wo ihm die Tür bei jedem Öffnen voll gegen das Gesäß prallte. Und was völlig unglaublich erschien: Sogar jetzt noch, da Carthage City schon vier Monate lang keinen Branntwein mehr bekommen hatte, war Lolla-Wossiky völlig betrunken. Er sah Hooch entgegen, stemmte sich auf einen Ellenbogen, winkte ihm zur Begrüßung mit einem Arm zu und ließ sich dann ohne das leiseste Geräusch wieder zu Boden sinken. Das Taschentuch, das er normalerweise über sein fehlendes Auge gebunden hatte, war verrutscht, so daß die leere Augenhöhle mit den eingesaugten Augenlidern klar zu sehen war. Hooch hatte das Gefühl, daß dieses leere Auge ihn anstarrte.
Dieses Gefühl gefiel ihm nicht. Lolla-Wossiky gefiel ihm nicht. Harrison war ein Mann, der es liebte, solche heruntergekommenen Kreaturen um sich zu scharen — wahrscheinlich fühlte er sich dann im Vergleich zu ihnen richtig gut, überlegte Hooch —, aber Hooch mochte solche erbärmliche Exemplare der Menschheit nicht mitansehen. Warum war Lolla-Wossiky noch nicht gestorben?
Als er gerade Harrisons Tür öffnen wollte, fuhr Hoochs Blick von dem einäugigen, betrunkenen Roten zu einem anderen Mann hinüber. Merkwürdig. Für einen Augenblick dachte er, schon wieder Lolla-Wossiky zu sehen, so sehr glichen sie sich. Nur, daß es ein Lolla-Wossiky mit zwei gesunden Augen war und alles andere als ein Trinker. Dieser Rote mußte vom Skalp bis zur Sohle mindestens sechs Fuß messen, wie er da gegen die Wand lehnte, den Kopf kahlrasiert bis auf die Skalplocke. Er blickte geradeaus, wie ein Soldat in Habtachtstellung, und er sah Hooch nicht einmal flüchtig an. Seine Augen starrten direkt ins Leere.
Und doch wußte Hooch, dieser Rote sah alles, auch wenn er sich auf nichts konzentrierte.
Doch sagte er nichts über diesen Roten. Es wäre nicht ratsam gewesen, Harrison erfahren zu lassen, wie sehr ihn dieser eine stolze Shaw-Nee beunruhigte, ja wütend machte. Denn dort hinter einem großen alten Tisch wie Gott auf seinem Thron saß Gouverneur Bill. Und Hooch begriff, daß sich hier einiges geändert hatte. Nicht nur das Fort war gewachsen, Bill Harrisons Eitelkeit auch. Und wenn Hooch tatsächlich den Gewinn machen wollte, mit dem er auf dieser Reise rechnete, so würde er dafür sorgen müssen, daß Gouverneur Bill um ein oder zwei Stufen zurückgestutzt wurde, damit sie als Gleichberechtigte und nicht als Händler und Gouverneur miteinander reden konnten.
»Habe Eure Kanonen bemerkt«, sagte Hooch, ohne sich auch nur die Mühe zu machen, sein Gegenüber zu begrüßen. »Wozu die ganze Artillerie — gegen die Franzosen aus Detroit, die Spanier aus Florida oder gegen die Roten?«
»Egal, wer die Skalps kauft, so oder so sind immer Rote mit im Spiel«, erwiderte Harrison. »Und nun setzt Euch und ruht Euch aus, Hooch. Wenn die Tür geschlossen ist, gibt es zwischen uns keine Formalitäten mehr.« Ja, ganz der Gouverneur Bill, der seine Spielchen liebte. Den Leuten das Gefühl geben, man würde ihnen schon einen Gefallen tun, wenn sie nur in der eigenen Gegenwart Platz nehmen durften; ihnen so lange schmeicheln, bis sie sich wie richtige Kumpel vorkamen, bevor man schließlich ihre Taschen plünderte. Na, dachte Hooch, da kenne ich aber auch ein paar Spiele, und wir werden schon sehen, wer von uns am Ende Sieger bleibt.
Hooch nahm Platz und legte die Füße auf Gouverneur Bills Schreibtisch. Er holte einen Brocken Tabak hervor und stopfte ihn sich hinter die Zähne. Er sah, wie Bill zusammenzuckte. Das war ein sicheres Zeichen dafür, daß seine Frau ihm einige besondere Angewohnheiten abgewöhnt hatte. »Auch ein Stück?« fragte Hooch.
Es dauerte fast eine Minute, bevor Harrison zugab, daß er nicht abgeneigt war. »Habe dem Zeug weitgehend abgeschworen«, bemerkte er wehmütig.
Harrison trauerte also noch seinem Junggesellenleben nach. Nun, das war für Hooch gute Nachricht. So hatte er einen Hebelpunkt gefunden, mit dem er den Gouverneur aus dem Gleichgewicht bringen konnte. »Habe gehört, daß Ihr Euch einen weißen Bettwärmer aus Manhattan geholt habt«, bemerkte Hooch.
Es funktionierte: Harrison errötete. »Ich habe eine Lady aus New Amsterdam geheiratet«, antwortete er. Seine Stimme war ruhig und kalt. Was Hooch jedoch nicht das geringste ausmachte — genau das hatte er ja gewollt.
»Eine Ehefrau!« sagte er. »Na, wenn das keine Neuigkeit ist! Ich bitte um Entschuldigung, Gouverneur, ich hatte etwas anderes gehört. Ihr müßt mir verzeihen. All diese Jahre habt Ihr doch das Andenken Eurer ersten Frau heiliggehalten, und wenn ich wirklich Euer Freund gewesen wäre, hätte ich eigentlich wissen müssen, daß jede Frau, die Ihr in Eurem Haus aufnehmt, eine Dame sein würde und eine ordentlich getraute Ehefrau dazu.«
»Was ich wissen möchte, ist«, erwiderte Harrison, »wer Euch gesagt hat, daß sie etwas anderes sei?«
»Ach, Bill, das war doch nur Soldatenklatsch. Ich möchte nicht, daß irgend jemand Schwierigkeiten bekommt, nur weil er seine Zunge nicht zügeln kann. Um Himmels willen, Bill, soeben ist doch eine Branntweinlieferung eingetroffen! Da werdet Ihr es ihnen doch nicht verübeln, wo denen der ganze Sinn doch nur nach Whisky stand. Nein, nehmt nur ein Stück von diesem köstlichen Tabak und vergeßt nicht, daß Eure Jungs Euch alle mögen.«
Harrison nahm einen ordentlichen Brocken aus dem ihm dargebotenen Tabaksbeutel und stopfte ihn sich hinter die Zähne. »Ach, ich weiß schon, die machen mir ja auch keine Sorgen.« Doch Hooch wußte, daß sie ihm sehr wohl Sorgen machten, daß Harrison so zornig war, daß er nicht einmal mehr gerade spucken konnte, was er auch bewies, indem er den Spucknapf verfehlte. Ein Spucknapf, wie Hooch bemerkte, der glitzernd rein gewesen war. Spuckte denn hier überhaupt niemand mehr außer Hooch?
»Ihr werdet zivilisiert«, sagte Hooch. »Das nächste sind dann die Spitzenvorhänge.«
»Oh, die habe ich schon«, erwiderte Harrison. »Zu Hause.«
»Ach ja? Und auch kleine Nachttöpfe aus Porzellan?«
»Hooch, Ihr habt einen Verstand wie eine Schlange und ein Mundwerk wie ein Schwein!«
»Deshalb liebt Ihr mich ja auch, Bill — weil Ihr einen Verstand wie ein Schwein habt und ein Mundwerk wie eine Schlange.«
»Vergeßt es nur nicht«, sagte Harrison. »Vergeßt nur nicht, daß ich auch mal zubeißen könnte, und zwar mit scharfen Giftzähnen. Denkt daran, bevor Ihr versucht, mit mir Eure kindischen Spiele zu spielen.«
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