1 Endlich legte sie das Blatt beiseite, sah ihn an und sagte: „Kaum ist er allein, macht er solche Geschichten. Und ich hatte ihm so eingeschärft, auf die hundertvierzig Mark aufzupassen! Wie konnte er nur so nachlässig sein! Als ob er nicht wüsste, dass wir kein Geld zum Stehlenlassen übrig haben!“
2 „Er ist eben müde geworden. Vielleicht hat ihn der Dieb sogar hypnotisiert. Das soll vorkommen“, meinte der Herr. „Aber finden Sie es denn nicht einfach bewundernswert, wie sich die Jungen aus der Affäre gezogen haben? Das war doch genial! Das war doch einfach großartig! Einfach großartig war doch das!“
3 „Das schon“, sagte Frau Tischbein geschmeichelt. „Er ist schon ein kluger Junge, mein Junge. Immer der Beste in der Klasse. Und fleißig dazu. Aber bedenken Sie doch, wenn ihm etwas zugestoßen wäre! Mir stehen die Haare zu Berge, obwohl ja alles längst vorüber ist. Nein, ich kann ihn nie mehr allein fahren lassen. Ich stürbe vor Angst.“
1 „Sieht er genau so aus wie auf dem Bild (он выглядит точно так же, как на фотографии, n)?“ fragte der Herr.
2 Frau Tischbein betrachtete das Foto wieder (рассмотрела фотографию снова) und sagte: „Ja. Genau so. Gefällt er Ihnen (он вам нравится)?“
3 „Großartig!“ rief der Mann. „So ein richtiger Kerl (такой настоящий парень), aus dem später was werden wird (из которого позже нечто станет = выйдет толк).“
4 „Nur ein bisschen ordentlicher (только немножко аккуратнее) hinsetzen hätte er sich sollen (должен был бы он сесть)“, zankte (бранилась) die Mutter. „Das Jackett schlägt lauter Falten (на пиджаке образовалась масса складок: „пиджак бьет, выбивает = дает, образует сплошные складки: schlagen; die Falte). Er soll es stets aufknöpfen (он должен всегда: „постоянно“ расстегиваться: der Knopf - пуговица), bevor er sich setzt (прежде чем садиться). Aber er hört ja nicht (но он ведь не слушает)!“
5 „ Wenn er keine größeren Fehler hat (если только у него нет больших недостатков)!“ lachte der Herr (рассмеялся господин).
6 „Nein, Fehler hat er eigentlich keine (недостатков у него, собственно, нет), mein Emil“, sagte Frau Tischbein und putzte sich vor Rührung die Nase (прочистила себе от растроганности, f нос; rühren - двигать, шевелить; растрогать) .
7 Dann stieg der Herr aus (потом господин вышел: aussteigen). Sie durfte die Zeitung behalten (ей было можно, было разрешено оставить газету себе) und las Emils Erlebnisse (читала приключения Эмиля) bis (до) BerlinFriedrichstraße immer wieder (все время снова) = (перечитывала). Insgesamt elfmal (всего одиннадцать раз).
1 „Sieht er genau so aus wie auf dem Bild?“ fragte der Herr.
2 Frau Tischbein betrachtete das Foto wieder und sagte: „Ja. Genau so. Gefällt er Ihnen?“
3 „Großartig!“ rief der Mann. „So ein richtiger Kerl, aus dem später was werden wird.“
4 „Nur ein bisschen ordentlicher hinsetzen hätte er sich sollen“, zankte die Mutter. „Das Jackett schlägt lauter Falten. Er soll es stets aufknöpfen, bevor er sich setzt. Aber er hört ja nicht!“
5 „Wenn er keine größeren Fehler hat!“ lachte der Herr.
6 „Nein, Fehler hat er eigentlich keine, mein Emil“, sagte Frau Tischbein und putzte sich vor Rührung die Nase .
7 Dann stieg der Herr aus. Sie durfte die Zeitung behalten und las Emils Erlebnisse bis Berlin-Friedrichstraße immer wieder. Insgesamt elfmal.
1 Als sie in Berlin ankam (когда она прибыла в Берлин: ankommen), stand Emil schon auf dem Bahnsteig (Эмиль уже стоял на перроне, m: stehen). Er hatte der Mutter zu Ehren den guten Anzug an (в честь мамы на нем был хороший костюм: die Ehre - честь; anhaben - иметь надетым), fiel ihr um den Hals (бросился ей она шею: „упал ей вокруг шеи“: fallen) und rief: „Na, was sagst du nun (ну, что ты теперь скажешь)?“
2 „Sei nur nicht auch noch eingebildet (только не задавайся: „только не будь также еще /и/ возгордившимся: sich einbilden - воображать, возомнить о себе), du Lümmel (шалопай; олух)!“
3 „Ach, Frau Tischbein“, sagte er und hakte sich bei ihr unter (взял ее под руку: „подцепился крючком у нее, при ней снизу“: der Haken - крючок), „ich freue mich ja so enorm (я ведь так страшно: „огромно“ рад), dass du hier bist (что ты здесь).“
4 „Besser ist dein Anzug bei der Verbrecherjagd auch nicht geworden (лучше твой костюм, m при погоне, f за преступником также не стал: werden)“, meinte die Mutter. Aber es klang nicht etwa böse (но это прозвучало вовсе не зло: klingen).
5 „Wenn du willst (если хочешь), krieg' ich einen neuen Anzug (я получу новый костюм).“
6 „Von wem denn (от кого же)?“
7 „Ein Kaufhaus will mir und dem Professor und Gustav neue Anzüge schenken (один магазин, торговый дом хочеть мне, Профессору и
Густаву подарить новые костюмы) und in den Zeitungen annoncieren (объявить в газетах: die Zeitung), dass wir Detektive nur bei ihnen neue Anzüge kaufen (что мы, сыщики, только у них покупаем новые костюмы). Das ist eine Reklame, verstehst du (понимаешь)?“
8 „Ja, ich verstehe (понимаю).“
9 „Aber wir werden wahrscheinlich ablehnen (но мы, вероятно, отклоним), obwohl wir statt der langweiligen Anzüge auch jeder 'nen Fußball kriegen könnten (хотя мы вместо скучных костюмов также каждый мог бы получить футбольный мяч)“, erzählte Emil großspurig (рассказывал Эмиль заносчиво: großspurig - самонадеянно, дерзко; die Spur - след). „Denn weißt du (так как, знаешь), wir finden den Rummel (мы находим суету, шумиху), den man um uns macht (которую вокруг нас делают), reichlich albern (весьма глупой). Die Erwachsenen können so was (взрослые могут такое вот = подобные вещи), von uns aus (нам-то что, ради бога: „от нас“), ja ruhig tun (спокойно делать). Die sind nun mal so komisch (такие уж они странные, чудные). Aber Kinder sollten es bleiben lassen (но детям лучше бы этим не заниматься: „должны бы это оставить“).“
10 „Bravo!“ sagte die Mutter.
1 Als sie in Berlin ankam, stand Emil schon auf dem Bahnsteig. Er hatte der Mutter zu Ehren den guten Anzug an, fiel ihr um den Hals und rief: „Na, was sagst du nun?“
2 „Sei nur nicht auch noch eingebildet, du Lümmel!“
3 „Ach, Frau Tischbein“, sagte er und hakte sich bei ihr unter, „ich freue mich ja so enorm, dass du hier bist.“
4 „Besser ist dein Anzug bei der Verbrecherjagd auch nicht geworden“, meinte die Mutter. Aber es klang nicht etwa böse.
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