Clemens Setz - Indigo

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Im Norden der Steiermark liegt die Helianau, eine Internatsschule für Kinder, die an einer rätselhaften Störung leiden, dem Indigo-Syndrom. Jeden, der ihnen zu nahe kommt, befallen Übelkeit, Schwindel und heftige Kopfschmerzen. Der junge Mathematiklehrer Clemens Setz unterrichtet an dieser Schule und wird auf seltsame Vorgänge aufmerksam: Immer wieder werden Kinder in eigenartigen Maskierungen in einem Auto mit unbekanntem Ziel davongefahren. Setz beginnt, Nachforschungen anzustellen, doch er kommt nicht weit; er wird aus dem Schuldienst entlassen. Fünfzehn Jahre später berichten die Zeitungen von einem aufsehenerregenden Strafprozess: Ein ehemaliger Mathematiklehrer wird vom Vorwurf freigesprochen, einen Tierquäler brutal ermordet zu haben.
Und jetzt noch einmal von vorne. Vergessen Sie die Zusammenfassung einer Romanhandlung, die sich jeder Zusammenfassung entzieht, und lesen Sie das Buch Indigo von Clemens J. Setz. Sein viertes insgesamt. Sie werden feststellen: Das radikale Gegenprogramm zur hübsch verkasteten Literaturwerkstättenliteratur (Die Welt) geht weiter. Rasend spannend und so erholsam wie eine gute Massage. Hinterher spüren Sie jeden Muskel.

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3 Das Helianau-Institut

Ich bin oft mit dem Zug daran vorbeigefahren, an diesem mächtigen Gebäude, das direkt aus einem Berghang zu wachsen scheint. Dieser Eindruck wird verstärkt durch die Bäume, die das Anwesen umstehen, und den Efeu, der es in Teilen bewächst. An sonnigen Tagen blitzen von einem bestimmten Punkt aus alle Fenster zugleich auf — als finde eine Explosion in seinem Inneren statt.

Ich saß in einem offenen Abteil und las in meinem Lieblingsroman, Die Känguruhhefte von Kobo Abe, und hörte mir in Endlosschleife Looking for Freedom von David Hasselhoff an. Mir gegenüber saß ein Mann, der eine Mineralwasserflasche auf dem kleinen Tischchen vor sich stehen hatte. In den zahlreichen Kurven der Semmering-Strecke wanderte die Flasche auf dem Tisch ständig von links nach rechts, und der Blick des Mannes war so intensiv und starr (er trug statt einer normalen Brille einen altmodischen Zwicker auf der Nase), dass es wirkte, als kontrolliere er die Bewegungen der Flasche auf telepathischem Weg.

Man holte mich an der Station Payerbach-Reichenau ab. Ein schnauzbärtiger Mann, der einen mit Filzstift gemalten Kreis auf der Wange trug, stieg aus einem schwarzen VW-Bus und begrüßte mich.

— Sie sind Herr Setz?

— Ja, sagte ich.

— Bitte.

Er öffnete die Seitentür des VW-Busses und bedeutete mir, einzusteigen. Ich machte es mir auf der Sitzbank zwischen einem Haufen Plastiksäcke bequem. In den Säcken befanden sich, soweit ich das erkennen konnte, Bücher und Spielzeug, auch Wäschestücke waren darunter. Nach einigen Minuten begannen mir diese Gegenstände ein unangenehmes Gefühl zu vermitteln.

Wir fuhren über einen kurvenreichen Weg talwärts, etwas später stieg die Straße wieder an, und wir erreichten den Bergrücken. Je näher wir dem riesigen Gebäude mit seinen blinkenden Fenstern kamen, desto unruhiger wurde ich. Zuerst schob ich es auf den mir unangenehmen Inhalt der Plastiksäcke (ich hatte den Eindruck, dass es sich bei den bunten Wäschestücken um Kostüme für eine Faschingsfeier handelte), auf die stickige Luft im Wagen und die alle paar Sekunden von links nach rechts wechselnde Fliehkraft in den Kurven.

Dann ging es eine Weile mehr oder weniger geradeaus, auch das Tempo schien nicht mehr so halsbrecherisch wie zuvor, und dennoch wurde mir auf einmal speiübel, ich fasste nach vorne und tippte dem Fahrer auf die Schulter.

— Bitte, könnten Sie anhalten, ich …

Wir wechselten einen Blick im Rückspiegel, an dem bizarrerweise eine kleine Nagelfeile baumelte, und ich sah an dem Ausdruck seiner Augen, dass er sofort verstanden hatte. Das Innere seines Wagens war in Gefahr. Er wurde langsamer, fuhr rechts ran und machte den Motor aus. Ich öffnete die Seitentür, stürzte aus dem Wagen und beugte mich vor, weil ich glaubte, mich übergeben zu müssen.

Der Chauffeur ging mit ruhigen, langsamen Schritten einmal um den Wagen herum und stellte sich zu mir.

— Die Nerven, sagte er.

Ich ließ die kühle, sauerstoffreiche Waldluft meine Lungen füllen. Es fühlte sich gut an, und mir wurde ein wenig leichter. Die Übelkeit verging, ich richtete mich auf.

— Es sind nur die Nerven, wiederholte der Chauffeur. In Wirklichkeit können Sie hier noch gar nichts spüren. Wir sind noch mindestens hundert Meter entfernt.

Ich wollte ihm erklären, dass es nichts damit zu tun hatte, aber das Bedürfnis, noch ein paar Sekunden einfach nur dazustehen und zu atmen, war größer, also sagte ich nichts.

— Sie haben sich wahrscheinlich eingeredet, sagte der Mann mit ruhiger Stimme, dass Sie bald in die Zone kommen werden. Das geht vielen so.

Er klopfte mir freundlich auf die Schulter.

Ein Auto fuhr an uns vorbei die Waldstraße hinauf. Ein Mercedes. Ich blickte ihm nach, bis er um eine Kurve bog. Dann sagte ich zum Fahrer:

— Nein, das war es nicht. Ich hab … Wissen Sie, ich hab ein Problem mit riesigen Gebäuden, das heißt mit solchen Instituten, Sanatorien oder … ja, einfach mit dieser Bauart, ich …

Mir wurde wieder ein wenig übel. Ich stützte mich auf meinen Knien ab und atmete tief durch.

— Was für ein Problem? fragte er.

Also erzählte ich ihm, am Rand der kühl-schattigen Waldstraße stehend, dass ich über eine merkwürdige Phantom-Erinnerung aus meiner frühesten Kindheit verfügte. Aber im Gegensatz zu anderen Leuten, die darin gleich den Beweis für ein früheres Leben sehen, glaube ich, dass diese Erinnerung in meinem jungen Gehirn einfach falsch abgelegt wurde, unter Selbst erlebt statt, richtigerweise, unter Im Fernsehen gesehen oder Geträumt. Solche Verwechslungen passieren eben.

— Und die Erinnerung hat mit so was zu tun?

Er deutete auf den großen Gebäudekomplex, der aus der Nähe tatsächlich noch ehrfurchtgebietender wirkte als vom Zugfenster aus. Durch die lichten Baumreihen konnte man, obwohl nur ein Teil zu sehen war, seine ungeheuren Ausmaße erahnen.

— Na ja, ich weiß es nicht, sagte ich. Ich erinnere mich an eine Zeit, die ich in einem riesigen Institut verbracht habe … und an die Langeweile, die ich empfunden habe, wenn ich den ganzen Nachmittag im Garten gewartet habe.

— Worauf gewartet?

— Darauf, dass man mich abholt. Aus dem Garten führt eine unheimliche, schneeweiße Freitreppe zu der Tür hoch … und dahinter sind Hunderte Räume, links und rechts, eine Tür neben der anderen, und ganz hinten ein Zimmer, wo der Arzt wohnt.

Der Chauffeur nickte.

Ich hatte diese Geschichte, außer meiner Freundin, noch nie jemandem erzählt. Und nun also diesem Mann, von dem ich nicht einmal den Namen wusste und der einen eigenartigen Filzstift-Kreis auf der Wange hatte. Er steckte sich eine Zigarette an, machte einen tiefen, gedankenvollen Lungenzug und schaute in den Himmel.

— Na ja, sagte er. Das kommt vor. Solche Sachen.

— Das Witzige ist, dass ich natürlich keine bewusste Erinnerung an meine ersten drei Jahre habe, sagte ich. Wie die meisten Leute weiß ich erst so ab dem vierten, fünften Lebensjahr, was passiert ist, vorher ist alles irgendwie …

Ich machte eine vage Geste mit beiden Händen.

— Mhm, nickte der Chauffeur, als hätte er dergleichen schon Hunderte Male gehört.

— Deswegen meine Aufregung vorhin, sagte ich.

— Schon klar, sagte er. Geht allen so.

Ich überlegte mir, was ich machen würde, wenn ich im Garten des Instituts die Freitreppe aus meiner Erinnerung entdecken würde. Sollte ich dann in Panik geraten?

Der Chauffeur, der meine Unruhe bemerkt hatte, hielt mir seine Zigarettenschachtel hin. Ich winkte ab:

— Nein danke.

Er steckte die Packung wieder ein, nahm einen weiteren tiefen Zug von seiner Zigarette. Dann sagte er:

— Sie können den restlichen Weg zu Fuß gehen, wenn Sie möchten. Ich sag dann beim Portier Bescheid.

Ein Reisebus wartete vor dem Haupteingang in der Sonne. Neben ihm am Boden stand ein an einen muskulösen braunen Männertorso erinnernder Benzinkanister. Es war warm, ein schwacher Essensgeruch lag in der Luft, und in der gelben Gartenzypressenhecke, die rechts vom Haupteingang verlief, schwirrten und tschilpten Spatzen.

Ich wurde vom Chauffeur am Tor erwartet. Er zeigte mir den Klingelknopf, ich drückte. Eine Stimme meldete sich, und der Chauffeur beugte sich zur Gegensprechanlage und sagte:

— Ja, bitte, der Herr Seitz für neun Uhr!

Dann verabschiedete er sich mit einem Winken. Hinter mir hörte ich ihn pfeifen, wahrscheinlich vor Erleichterung. Das Tor surrte und sprang von allein auf.

Ich betrat das Gebäude und fand mich in einem kleinen Vorraum wieder, links gab es eine Kabine wie beim Ticketverkauf in einem Museum, rechts ein hohes geschlossenes Portal. Ich ging auf die Kabine zu, in der ich niemanden erkennen konnte, und blickte hinein. Ein Kopf mit einer Semmel im Mund tauchte auf. Ohne die Semmel aus dem Mund zu nehmen, lächelte er und begrüßte mich mit einem Nicken. Er deutete auf ein Mikrophon, das aus der Wand ragte und über das ich mit ihm kommunizieren sollte.

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