Daniel Glattauer - Der Weihnachtshund

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Max will vor Weihnachten flüchten. Dabei ist ihm Kurt, sein Hund, im Weg. Kurt war leider eine Fehlinvestition. Er schläft meistens, und wenn er sich bewegt, dann höchstens irrtümlich. Katrin hat mit den beiden ursprünglich nichts zu tun. Sie wird demnächst dreißig und leidet unter Eltern, die darunter leiden, dass sie noch keinen Mann fürs Leben gefunden hat. Mit Weihnachten kommt der Höhepunkt des familiären Leidens auf sie zu. Dann tritt plötzlich Kurt in Erscheinung. Katrin mag zwar keine Hunde. Aber Kurt bringt sie auf eine Idee ...
Der Weihnachtshund ist die ideale Lektüre für alle, die Weihnachten aus langjähriger Erfahrung kennen und fürchten. Ein Antidepressivum gegen den vorweihnachtlichen Frust – und selbstverständlich eine wundervolle Liebesgeschichte.

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Heute, mit 34, wusste Max, dass Liebe ohne Küssen nicht funktionierte. Somit wusste er auch, dass Liebe bei ihm niemals funktionieren konnte. Das war insofern bedauerlich, als Max gern und stark liebte. Er verliebte sich rasch, heftig und leidenschaftlich. Er konnte sich in Liebe hineinfallen lassen und darin aufgehen, konnte Gefühle zeigen, konnte darüber sprechen, konnte schmeicheln und schwärmen. Er konnte garantiert auch treu sein, wenn er sollte. (Das musste er noch nie beweisen.) Er war befähigt und bereit, einer Frau, die er liebte, alles zu geben. Nur keinen Kuss.

Natürlich hatte er in den vergangenen sechzehn Jahren alles ausprobiert, um länger als einen Abend lieben zu dürfen, ohne küssen zu müssen. Grob gesprochen gab es für ihn zwei Möglichkeiten, dem Zungenkuss zu entkommen: Entweder er blieb darunter oder er fing gleich darüber an.

Das »Darunter« erwies sich für ihn stets als quälend unbefriedigend. Er brauchte dabei nur an die schrecklichen Nächte mit Pia zu denken, einer Kleopatra-ähnlichen Kunstgeschichtestudentin, die er auf der Uni kennen gelernt hatte. Er probierte damals gerade Jus aus - und arbeitete als Kellner in der Mensa. Schon gegen Ende des ersten gemeinsamen Abends wussten sie, dass der hoch geistige Eröffnungsteil meisterhaft gelungen war, dass sie einander ideologisch blind verstanden, ohne einander genau zugehört zu haben. Dazu waren sie zu betört.

Nun war es also an der Zeit, sich den körperlichen Dingen zuzuwenden. Nur deshalb zwängten sie sich um drei Uhr früh in die dunkelste Nische der Bar und bewegten zu Tom Waits ihre mit Wein befeuchteten Lippen. Näher zusammenrücken konnten sie nicht mehr. Und jeder Satz, den ihm Pia liebestrunken ins Ohr hauchte - egal ob »Die Picasso- Ausstellung soll großartig sein«, »Ich mag dieses Lokal« oder »Am Wochenende muss ich meine Großmutter besuchen« -, hieß bereits: »Küss mich doch endlich!« Aber Max blieb eisern »darunter«. Er hauchte ihr laszive Antworten ins Gesicht. (»Ja, Picasso war schon einer der Größten«, »Ja, dieses Lokal hat einfach Flair« oder: »Ich muss meine Großmutter am Wochenende zum Glück nicht besuchen, sie lebt in Helsinki.«) Dazu setzte er den wehmütigsten aller »Gib-mir-noch-Zeit-ich-muss- erst-zu-mir-finden!«-Blicke auf. Sie erweiterte ihre dunklen Augen auf doppelte Kleopatra-Größe, führte ihre Zungenspitze wie eine Haiflosse über ihrer Oberlippe und meinte damit: »Zehn Sekunden gebe ich dir noch.« Er ging grausam leidend über die volle Distanz, ließ dann seinen Kopf hängen und starrte ihr verstohlen und sehnsüchtig auf den Busen.

Abende, die derart qualvoll unerfüllt endeten, mussten selbstverständlich mehrmals wiederholt werden. Sie wurden von Mal zu Mal unerträglicher. Der Zeitpunkt, zu dem zwingend geküsst werden musste, kam immer früher. In der Verzweiflung, dass nichts geschah, war die Beziehung bald symbi- otisch. Man sprach voll des intimen Weltschmerzes, von der Rodung der Regenwälder, dem Wechsel der Gezeiten und der Bedeutung Giottos für die italienische Malerei des 14. Jahrhunderts. Die letzten Sätze solcher Abende lauteten zumeist: »Was ist eigentlich los mit dir, Max?« (Pia.) »Ich mache gerade eine schwierige Phase durch.« (Max.) Dann gab es noch einen weggeworfenen Abschiedskuss auf eine der vier Wangen. Und am nächsten Abend trafen sie einander wieder und litten weiter unter ihrer unbegründeten Enthaltsamkeit.

Irgendwann im Verlaufe einer wortlos gewordenen Nacht hielt es Max nicht mehr aus und sagte: »Pia, mir reicht es, ich will mit dir schlafen!« Daraufhin sprang sie vom Sitz, beugte sich über den Tisch und drückte mit frei werdenden Kräften 180- stündiger aufgestauter Begierde seinen Kopf an ihre Brust. Dort ließ sie ihn leider nicht verweilen. Sie fasste den Kopf vielmehr an den Schläfen und hob ihn zu ihrem hinauf. Als ihr Mund nur noch ein paar Millimeter von seinem entfernt war, riss sich Max von ihr los und protestierte wie ein trotziges Kind, dem man Reis statt Pommes vorgesetzt hatte: »Ich will dich nicht küssen, ich will mit dir schlafen!« - Das war das Kapitel Pia.

Bei Patrizia ging Max die Sache von vornherein klüger, nämlich »darüber« an. Sie arbeitete als Anzeigenverkäuferin in »Horizonte« und genoss dort den Ruf, den »One-Night-Stand« erfunden beziehungsweise auf »One-Night-Double-Stands« ausbaufähig gemacht zu haben. Sie lernte Männer nicht kennen, indem sie sich bei ihnen vorstellte, sondern indem sie mit ihnen Sex hatte. Reden konnte man nachher immer noch.

Patrizia wählte sich ihre Liebschaften nach strengen Prinzipien körperlicher Hygiene, modischem Bewusstseins, charismatischer Unerschrockenheit und beruflichem Erfolges aus. Sie konnte es sich leisten zu wählen. Es war eine der höchsten Ehren der Männer in »Horizonte«, von Patrizia genommen worden zu sein. Für manche Herren war das, laut eigenen Angaben, der Höhepunkt ihres Sexuallebens überhaupt.

Max verdankte seine Nominierung Kurt, besser gesagt Kurt I, als er noch lebte und turnte. Patrizia liebte »In den Wind gesabbert« und lud Max nach Erscheinen der dritten Kolumne spontan zu sich ein: Danach gebe es noch ein mehrgängiges Menü, versprach sie, um den Anreiz zu verdoppeln und um Max zu zeigen, dass er an diesem Abend der Einzige bleiben sollte.

Die sexuellen Details hatte Max später nicht mehr in Erinnerung. Sie wurden Opfer der Verdrängung auf Grund eines wenig später eintretenden grauenvollen Ereignisses. Jedenfalls ging es zunächst wild und stürmisch her, die nackten Körperteile flogen durcheinander und überschlugen sich. Und Patrizias Zunge war lange Zeit erfreulich weit von seinem Mund entfernt. Aber dann verfing er sich in dieser unsäglichen, weltweit maßlos überschätzten Missionarsstellung und fühlte sich plötzlich wie eine Stabbatterie unter Hochspannung: unten zunehmend positiv geladen. Oben, auf Kopfhöhe, bereits bedrohlich negativ. Denn die heftig rüttelnde, bebende und stöhnende Patrizia presste plötzlich ihre Lippen auf seinen Mund und öffnete diesen mit harter Zunge.

Max' Ausbrüche kamen gleichzeitig. Der gellende »Jaaaaa-Neeeein« Schrei galt beiden seiner entladenen Pole. »Bist du gekommen?«, fragte Patrizia routinemäßig. »Zweimal«, röchelte Max wahrheitsgetreu, wobei ihm ein dritter Schub gerade im Hals steckte. Er musste sofort das Badezimmer aufsuchen und verließ es erst eine Stunde später wieder. Inzwischen überlegte er, wie er die ihm bevorstehende Frage, warum ihm auf einmal schlecht geworden sei, beantworten könnte. »Warum hast du dich gleichzeitig angespieben?«, fragte Patrizia angewidert. »Törnt dich das etwa an?« - »Aber nein, ich muss nur an etwas Schlechtes gedacht haben«, erwiderte Max. - Das war das Kapitel Patrizia.

Max waren noch einige andere zwischenmenschliche Erlebnisse dieser Art vergönnt, ehe er dahinter kam, sie sich künftig allesamt sparen zu können. Denn die Erfahrung lehrte ihn: Gelebte Liebe war ohne beinahe alles möglich - ohne Sex und Leidenschaft, ohne Freundschaft und Interesse, ohne Zweck und Sinn, ohne Geld und Achtung, selbst ohne Zukunft. Nur nicht ohne Zungenkuss.

Somit handelte er seine potenziellen weiteren Kapitel in Albträumen ab - und konzentrierte sich lieber auf das Wesentliche. Im vorliegenden Fall: auf seine organisierte Flucht vor Weihnachten, der schlimmsten Zeit für einen latent Liebenden, der nicht küssen konnte.

Am trüben Tag der Nikoläuse mied er die drei Büros. Er blieb daheim und lud aus dem Computer achtzig Seiten Information über die Malediven herunter. Hin und wieder warf er Kurt, der unter seinem Sessel lag und das Treiben seines Herrls apathisch beobachtete, hochmütige Blicke zu. Hin und wieder untermauerte er diese mit Worten wie: »Ich fliege weg und du bleibst da!« - Kurt strafte ihn mit seiner größten Stärke, der Ignoranz.

7. Dezember

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