Wilhelm Hauff - Lichtenstein

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Romantische Sage aus der württembergischen Geschichte.
Dieser erste bedeutende historische Roman der deutschen Literatur erschien 1826, in der Biedermeierzeit, und handelt vor allem von der Herrschaft des Herzogs Ulrich von Württemberg, die Hauff nicht ohne romantische Verklärung beschreibt. Der historische Roman ist schon als Gattung, von Walter Scott herkommend, konservativ ausgerichtet; darin trifft er sich mit der Restaurationszeit.

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Er hatte sich unter diesen trüben Gedanken langsam dem Tore der Stadt genähert, als er sich plötzlich am Arm ergriffen fühlte; er sah sich um, ein Mann, dem Anschein nach ein Bauer, stand vor ihm.

»Was willst du«, fragte Georg etwas unwillig, in seinen Gedanken unterbrochen zu werden.

»Es kommt darauf an, ob Ihr auch der Rechte seid«, antwortete der Mann. »Sagt einmal, was gehört zu Licht und Sturm?«

Georg wunderte sich ob der sonderbaren Frage und betrachtete jenen genauer. Er war nicht groß aber kräftig; seine Brust war breit, seine Gestalt gedrungen. Das Gesicht von der Sonne braun gefärbt, wäre flach und unbedeutend gewesen, wenn nicht ein eigener Zug von List und Schlauheit um den Mund, und aus den grauen Augen Mut und Verwegenheit geleuchtet hätten. Sein Haar und Bart war dunkelgelb und gerollt; er trug einen langen Dolch im ledernen Gurt, in der einen Hand hielt er eine Axt, in der andern eine runde, niedere Mütze von Leder, wie man sie noch heute bei dem schwäbischen Landvolk sieht.

Während Georg diese flüchtigen Bemerkungen machte, wurden auch seine Züge lauernd beobachtet.

»Ihr habt mich vielleicht nicht recht verstanden, Herr Ritter«, fuhr jener nach kurzem Stillschweigen fort; »was paßt zu Licht und Sturm, daß es zwei gute Namen gibt?«

»Feder und Stein!« antwortete der junge Mann, dem es auf einmal klarwurde, was unter jener Frage verstanden sei; »was willst du damit?«

»So seid Ihr Georg von Sturmfeder«, sagte jener, »und ich komme von Marien von –«

»Um Gottes willen, sei still Freund, und nenne keine Namen«, fiel Georg ein, »sage schnell, was du mir bringst.«

»Ein Brieflein, Junker!« sprach der Bauer, indem er die breiten, schwarzen Kniegürtel, womit er seine ledernen Beinkleider umwunden hatte, auflöste, und einen Streifen Pergament hervorzog.

Mit hastiger Freude nahm Georg das Pergament; es waren wenige Worte mit glänzend schwarzer Dinte geschrieben; den Zügen der Schrift sah man aber an, daß sie einige Mühe gekostet haben mochten, denn die Mädchen von 1519 waren nicht so flink mit der Feder, um ihre zärtlichen Gefühle auszudrücken, als die in unseren Tagen, wo jede Dorfschöne ihrem Geliebten zum Regiment eine Epistel, so lange als die 3. St. Johannis schreiben kann. Die Chronik, woraus wir diese Historie genommen, hat uns jene Worte aufbewahrt, welche Georgs gierige Blicke aus den verworrenen Zügen des Pergamentes entzifferten:

»Bedenk deinen Eid. – Flieh beizeit.
Gott dein Geleit. – Marie dein in Ewigkeit.«

Es liegt ein frommer, zarter Sinn in diesen Worten; und wer sich ein liebendes Herz dazu denkt, wie es mit diesen Zeilen in die Ferne fliegen möchte, ein Auge voll Zärtlichkeit umflort von einem Schleier stiller Tränen, einen holden Mund, der das Blättchen noch einmal küßt, verschämte Wangen, die bei diesem geheimnisvollen Gruße erröten – wer dies hinzudenkt, der wird es Georg nicht verargen, daß er einige Augenblicke wie trunken war. Ein freudiger, glänzender Blick, nach den fernen blauen Bergen hin, dankte der Geliebten für ihren tröstenden Spruch und wahrlich er war auch zu keiner andern Zeit nötiger gewesen als gerade jetzt, um den gesunkenen Mut des jungen Mannes zu erheben. Wußte er doch, daß ein Wesen, das teuerste was für ihn auf der Erde lebte, ihn nicht verkannte. Der Schluß jener Zeilen erhob sein Herz zur alten Freudigkeit, er bot dem guten Boten die Hand, dankte ihm herzlich und fragte, wie er zu diesen Zeilen gekommen sei.

»Dacht ich's doch«, antwortete dieser, »daß das Blättchen keinen bösen Zauberspruch enthalten müsse. Denn das Fräulein lächelte so gar freundlich, als sie es mir in die rauhe Hand drückte. Es war vergangenen Mittwoch, daß ich nach Blaubeuren kam wo unser Kriegsvolk stand. Es ist dort in der Klosterkirche ein prächtiger Hochaltar, worauf die Geschichte meines Patrons des Täufers Johannes vorgestellt ist. Vor sieben Jahren als ich in großer Not und einem schmählichen Ende nahe war, gelobt ich alle Jahre um diese Zeit eine Wallfahrt dahin. So hielt ich es alle Jahre seit der Zeit, daß mich der Heilige durch ein Wunder von Henkers Hand errettet hat. Wenn ich nun mein Gebet verrichtet hatte, ging ich allemal zum Herrn Abt, um ihm ein paar schöne Gänse oder ein Lamm zu bringen, oder was er sonst gerade gerne hat. – Aber ich mache Euch Langeweile mit meinem Geschwätz, Junker?«

»Nein, nein, erzähle nur weiter«, antwortete Georg, »komm, setze dich zu mir auf jene Bank.«

»Das würde sich schön schicken!« entgegnete der Bote, »wenn ein Bauer an des Junkers Seite sitzen wollte, den der Oberfeldhauptmann vor aller Augen so oft grüßte; erlaubt mir, daß ich mich vor Euch hinstelle.«

Georg ließ sich auf einen Steinsitz am Wege nieder, der Bauer aber fuhr auf seine Axt gestützt, in seiner Erzählung fort: »Ich hatte diesmal bei den unruhigen Zeiten wenig Lust zur Wallfahrt, aber ›gebrochener Eid, tut Gott leid‹, heißt es, und so mußte ich mein Gelübde vollbringen. Wie ich vom Gebet aufstund, um dem Abt zu bringen was recht ist, sagte mir einer der Pfaffen, daß ich diesmal nicht zu seiner Ehrwürden könne, weil viele Herren und Ritter dort zu Besuch seien. Ich bestand aber doch darauf, denn der Abt ist ein leutseliger Herr, und hätte mir's nicht verziehen, wenn ich ihn nicht heimgesucht hätte. Wenn Ihr je ins Kloster hinauskommt, so vergesset nicht nach der Treppe zu schauen, die vom Hochaltar zum Dorment führt. Sie geht durch die dicke Mauer, welche die Kirche ans Kloster schließt, und ist lang und schmal. Dort war es, wo mir das Fräulein begegnet ist. Es kommt mir nämlich ein feines Weibsbild im Schleier mit Brevier und Rosenkranz die Treppe herab, entgegen; ich drücke mich an die Wand um sie vorbeizulassen, sie aber bleibt stehen und spricht: ›Ei Hanns, woher des Wegs?‹ «

»Woher kennt Euch denn das Fräulein?« unterbrach ihn Georg.

»Meine Schwester ist ihre Amme und –«

»Wie, die alte Rose ist Eure Schwester?« rief der junge Mann. »Habt Ihr sie auch gekannt?« sagte der Bote, »ei seh doch einer! aber daß ich weiter sage: ich hatte eine große Freude sie wiederzusehen, denn ich besuchte meine Schwester häufig in Lichtenstein, und habe das Fräulein gekannt als man sie noch in ihres Vaters Schwertkuppel gehen lernte. Aber ich hätte sie kaum wiedererkannt, so groß war sie geworden, und die roten Wangen sind auch weg wie der Schnee am ersten Mai. Ich weiß nicht wie es ging, aber mich dauerte ihr Anblick in der Seele, und ich mußte fragen was ihr fehle, und ob ich ihr nicht etwas helfen könne? Sie besann sich eine Weile und sagte dann: ›Ja, wenn du verschwiegen wärest, Hanns, könntest du mir wohl einen großen Dienst leisten!‹ Ich sagte zu, und sie bestellt mich bis nach der Vesper.«

»Aber wie kommt sie nur in das Kloster«, fragte Georg; »sonst darf ja doch kein Weiberschuh über die Schwelle.«

»Der Abt ist mit ihrem Vater befreundet, und da so viel Volk in Blaubeuren liegt, so ist sie dort besser aufgehoben als im Städtchen, wo es toll genug zugeht. Nach der Vesper, als alles still war, kam sie ganz leise in den Kreuzgang. Ich sprach ihr Mut zu, wie es eben unsereins versteht, da gab sie mir dies Blättchen und bat mich, Euch aufzusuchen.«

»Ich danke dir herzlich, guter Hanns«, sagte der Jüngling. »Aber hat sie dir sonst nichts an mich aufgetragen?«

»Ja«, antwortete der Bote, »mündlich hat sie mir noch etwas aufgetragen; Ihr sollt Euch hüten, man habe etwas mit Euch vor.«

»Mit mir?« rief Georg; »das hast du nicht recht gehört, wer und was soll man mit mir vorhaben?«

»Da frage Ihr mich zuviel«, entgegnete jener, »aber wenn ich es sagen darf, so glaube ich die Bündischen. Das Fräulein setzte noch hinzu, ihr Vater habe davon gesprochen, und hat nicht der Frondsberg Euch heute zugewinkt und Euch geehrt wie des Kaisers Sohn, daß sich jedermann darob verwunderte? Glaubt nur es hat allemal etwas zu bedeuten, wenn solch ein Herr so freundlich ist.«

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