Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe
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»Kennen Sie mich nicht wieder?« fragte sie.
»Natürlich«, sagte Ravic. Er hatte keine Ahnung. »Wie geht es?«
»Gut. Aber Sie kennen mich wirklich nicht mehr?«
»Ich vergesse Namen. Aber ich kenne Sie natürlich. Es ist lange her, seit wir uns zuletzt gesehen haben.«
»Ja. Sie haben Bobo damals einen guten Schrecken eingejagt.« Sie lächelte. »Sie haben mir das Leben gerettet, und jetzt kennen Sie mich nicht wieder.«
Bobo. Leben gerettet. Die Hebamme. Ravic erinnerte sich jetzt. »Sie sind Lucienne«, sagte er. Natürlich. »Damals waren Sie krank. Heute sind Sie gesund. Das ist es. Deshalb habe ich Sie nicht gleich erkannt.«
Lucienne strahlte. »Wirklich! Sie erinnern sich tatsächlich! Vielen Dank für die hundert Frank, die Sie von der Hebamme zurückbekommen haben.«
»Das — ach ja...« Er hatte ihr damals nach seinem Mißerfolg bei der Madame Boucher von sich aus etwas geschickt. »Es war leider nicht alles.«
»Es war genug. Ich hatte schon das Ganze verloren gegeben.«
»Gut. Wollen Sie etwas mit mir trinken, Lucienne?«
Sie nickte und setzte sich behutsam neben ihn. »Einen Cinzano mit Selters.«
»Was machen Sie, Lucienne?«
»Mir geht es sehr gut.«
»Sind Sie noch mit Bobo?«
»Ja, natürlich. Aber er ist jetzt anders, besser.«
»Gut.«
Es war nicht viel zu fragen. Die kleine Näherin war eine kleine Hure geworden. Dafür hatte er sie zusammengeflickt. Bobo hatte den Rest besorgt. Angst vor Kindern brauchte sie nicht mehr zu haben. Ein Grund mehr. Sie war noch im Anfang; das bißchen Kindlichkeit gab ihr noch den Anreiz für ältere Routiniers — ein Stückchen Porzellan, das noch nicht abgeschabt war durch zu vielen Gebrauch. Sie trank vorsichtig wie ein Vogel, aber die Augen wanderten schon umher. Es war nichts gerade Erheiterndes. Auch nichts für großes Bedauern. Just ein bißchen Leben, das rutschte. »Bist du zufrieden?« fragte er.
Sie nickte. Er sah, daß sie wirklich zufrieden war. Sie fand alles ganz richtig. Es gab nichts zu dramatisieren. »Sind Sie allein?« fragte sie.
»Ja, Lucienne.«
»An solch einem Abend?«
»Ja.«
Sie blickte ihn scheu an und lächelte. »Ich habe Zeit«, sagte sie.
Was ist los mit mir? dachte Ravic. Sehe ich so hungrig aus, daß mir bereits jede Hure ein Stück käuflicher Liebe anträgt? »Es ist zu weit, zu dir zu fahren, Lucienne. Ich habe nicht so viel Zeit.«
»Wir können nicht zu mir fahren. Bobo darf nichts davon wissen.«
Ravic sah sie an. »Weiß Bobo nie etwas davon?«
»Doch. Von den andern weiß er es. Er paßt ja auf.« Sie lächelte.
»Er ist noch so jung. Er glaubt, daß ich ihm sonst das Geld nicht gebe. Von Ihnen will ich kein Geld.«
»Darf Bobo deshalb nichts wissen?«
»Nicht deshalb. Aber er würde eifersüchtig werden. Und dann wird er wild.«
»Wird er bei allen eifersüchtig?«
Lucienne blickte erstaunt auf. »Natürlich nicht. Das andere ist doch Geschäft .«
»Nur dann also, wenn es kein Geld kostet?«
Lucienne zögerte. Dann errötete sie langsam. »Nicht deshalb. Nur, wenn er denkt, daß noch etwas anderes dabei ist.« Sie zögerte wieder. »Daß ich etwas fühle.«
Sie blickte nicht auf. Ravic nahm ihre Hand, die verloren auf dem Tisch lag. »Lucienne«, sagte er. »Es ist hübsch, daß du dich erinnert hast. Und daß du mit mir gehen willst. Du bist reizend, und ich würde dich mitnehmen. Aber ich kann mit niemand schlafen, den ich einmal operiert habe. Verstehst du das?«
Sie hob die langen, dunklen Wimpern und nickte rasch. »Ja.« Sie stand auf. »Dann will ich jetzt gehen.«
»Adieu, Lucienne. Alles Gute. Nimm dich in acht, daß du nicht krank wirst.«
»Ja.«
Ravic schrieb etwas auf einen Zettel. »Besorge dir dies, wenn du es noch nicht hast. Es ist das Beste. Und gib nicht alles Geld an Bobo.«
Sie lächelte und schüttelte den Kopf. Sie wußte und er wußte auch, daß sie es trotzdem tun würde. Ravic blickte ihr nach, bis sie in der Menge verschwand. Dann winkte er dem Kellner.
Die Frau mit dem blauen Hut kam vorbei. Sie hatte die Szene beobachtet. Sie fächelte sich mit ihrer zusammengefalteten Zeitung und zeigte einen Mund voll falscher Zähne. »Entweder du bist impotent oder schwul, mein Süßer«, sagte sie freundlich im Vorbeigehen. »Viel Glück und herzlichen Dank.«
Ravic ging durch die warme Nacht. Die Blitze wehten über die Dächer. Die Luft war still. Am Louvre fand er den Eingang erleuchtet. Die Türen standen offen. Er ging hinein.
Es war eine der Nachtausstellungen. Ein Teil der Säle war erleuchtet. Er ging durch die ägyptische Ausstellung, die aussah wie ein riesiges, erhelltes Grab. Versteinert hockten und standen die Könige von vor dreitausend Jahren und starrten die Gruppen von umherwandernden Studenten, Frauen in vorjährigen Hüten und älteren gelangweilten Männern reglos aus granitenen Augen an. Es roch nach Staub, toter Luft und Unsterblichkeit.
In der griechischen Abteilung fl üsterten vor der Venus von Milo einige Mädchen, die ihr in nichts glichen. Ravic blieb stehen. Nach dem Granit und dem grünen Syenit der Ägypter war der Marmor dekadent und weich. Die sanft füllige Venus hatte etwas von einer zufriedenen, badenden Hausfrau; schön und ohne Gedanken. Apollo, der Eidechsentöter, war ein Homosexueller, der mehr turnen sollte. Aber sie standen in Sälen, das tötete sie. Es tötete die Ägypter nicht; sie waren für Gräber und Tempel gemacht. Die Griechen brauchten Sonne, Luft und Säulen, durch die das goldene Licht Athens schien.
Ravic ging weiter. Die große Halle mit den Treppen kam ihm kühl entgegen. Und plötzlich, hoch über allem, schwebte die Nike von Samothrake.
Es war lange her, daß er sie gesehen hatte. Das letztemal war es an einem grauen Tag gewesen, der Marmor war unansehnlich erschienen, und im schmutzigen Winterlicht des Museums hatte die Prinzessin des Sieges gezögert und gefroren. Jetzt aber stand sie hoch über den Treppen, auf dem Vorbau des Marmorschiffbruchstücks, angeleuchtet von Scheinwerfern, strahlend, die Flügel weit ausgebreitet, die Kleider vom Wind eng an den schreitenden Körper gepreßt, hell und bereit, abzufliegen. Hinter ihr schien das weinfarbene Meer von Salamis zu rauschen, und der Himmel war dunkel vor dem Samt der Erwartung.
Sie wußte nichts von Moral. Sie wußte nichts von Problemen. Sie kannte nicht die Stürme und die schwarzen Hintergründe des Blutes. Sie kannte den Sieg und die Niederlage, und beides war fast gleich. Sie war nicht Verführung; sie war Fliegen. Sie war nicht Lockung; sie war Unbekümmertheit. Sie hatte kein Geheimnis — und doch war sie erregender als die Venus, die ihr Geschlecht verbarg und damit auf es deutete. Sie war den Vögeln verwandt und den Schiffen — dem Wind, den Wellen und dem Horizont. Sie hatte keine Heimat.
Sie hatte keine Heimat, dachte Ravic. Aber sie brauchte auch keine. Sie war auf allen Schiffen zu Hause, wo Mut und Kampf, und sogar in der Niederlage, wenn sie ohne Verzweiflung war.
Sie war nicht nur die Göttin des Sieges — sie war auch die Göttin voller Abenteuer und die Göttin der Emigranten — solange sie nicht aufgaben.
Er sah sich um. Niemand mehr in der Halle. Die Studenten und die Leute mit den Baedekern waren nach Hause gegangen. Nach Hause — was für ein anderes Zuhause gab es für den, der nirgendwohin gehörte, als das stürmische im Herzen eines andern für eine kurze Zeit? War das nicht der Grund, daß die Liebe, wenn sie in das Herz der Heimatlosen einschlug, sie so schüttelte und sie so ganz besaß — weil sie nichts anderes hatten? Hatte er nicht deshalb versucht, ihr aus dem Wege zu gehen? Und war sie ihm nicht nachgekommen und hatte ihn erreicht und niedergeschlagen? Es war schwerer, sich auf dem schlüpfrigen Eis der Fremde wieder aufzurichten als auf der vertrauten Erde des Gewohnten.
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