Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe

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Arc de Triomphe: краткое содержание, описание и аннотация

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»Ravic«, sagte Joan. »Ich bin traurig. Ich weiß nicht, warum. Den ganzen Tag schon. Laß mich hier bleiben.«

Er antwortete nicht gleich. Er fühlte sich überrumpelt. Er hatte das anders erwartet. Nicht so direkt.

»Wie lange?« fragte er.

»Bis morgen.«

»Das ist nicht lange genug.«

Sie setzte sich auf das Bett. »Können wir das nicht einmal vergessen?«

»Nein, Joan.«

»Ich will nichts. Ich will nur neben dir schlafen. Oder laß mich auf dem Sofa schlafen.«

»Es geht nicht. Ich muß auch noch fort. Zur Klinik.«

»Das macht nichts. Ich werde auf dich warten. Ich habe das ja schon oft getan.«

Er antwortete nicht. Er wunderte sich, daß er so ruhig war. Die Wärme und die Erregung, die er auf der Straße gefühlt hatte, waren verschwunden.

»Du mußt auch nicht zur Klinik«, sagte Joan.

Er schwieg einen Augenblick. Er wußte, wenn er mit ihr schlief, war er verloren. Es war wie einen Wechsel unterzeichnen, der durch nichts mehr gedeckt war. Sie würde wieder und wieder kommen und auf das pochen, was sie erreicht hatte, und jedesmal etwas verlangen, ohne selbst etwas aufzugeben, bis er völlig in ihren Händen war und sie ihn dann schließlich gelangweilt verließ, schwach, korrupt in sich, ein Opfer seiner Schwäche und seiner gebrochenen Begierde. Sie beabsichtigte das nicht; sie wußte nicht einmal etwas davon, aber es würde so kommen. Es war einfach, zu denken, eine Nacht mache keinen Unterschied; aber jedesmal ging ein Stück Widerstand und ein Stück dessen, was man nie im Leben korrumpieren durfte, mit. Die Sünden gegen den Geist nannte das der katholische Katechismus mit sonderbarer, vorsichtiger Furcht und fügte, dunkel, im Widerspruch zur ganzen Lehre, hinzu, daß sie weder in diesem noch im anderen Leben vergeben würden.

»Es ist wahr«, sagte Ravic. »Ich muß nicht zur Klinik. Aber ich will nicht, daß du hier bleibst.«

Er erwartete einen Ausbruch. Aber sie sagte nur ruhig: »Warum nicht?«

Sollte er versuchen, es ihr zu erklären? Konnte er es überhaupt? »Du gehörst nicht mehr hierher«, sagte er.

»Ich gehöre hierher.«

»Nein.«

»Warum nicht?«

Er schwieg. Wie geschickt sie war! dachte er. Durch einfaches Fragen brachte sie ihn zu Erklärungen. Und wer erklärte, verteidigte bereits.

»Du weißt es«, sagte er. »Frag nicht so töricht.«

»Du willst mich nicht mehr?«

»Nein«, erwiderte er und fügte gegen seinen Willen hinzu: »Nicht so.«

Durch das Fenster kam das eintönige Weinen aus dem Goldbergschen Zimmer. Die Klage um den Tod. Hirtentrauer von Libanon, in einer Pariser Seitenstraße.

»Ravic«, sagte Joan. »Du mußt mir helfen.«

»Ich helfe dir am besten, wenn ich dich allein lasse. Und du mich auch.«

Sie beachtete es nicht. »Du mußt mir helfen. Ich könnte lügen; aber ich will es nicht mehr. Ja, da ist jemand. Aber es ist anders als mit dir. Wenn es dasselbe wäre, wäre ich nicht hier.«

Ravic zog eine Zigarette aus seiner Tasche. Er fühlte das trockene Papier. Da war es also. Nun wußte er es. Es war wie ein kühles Messer, das nicht schmerzte. Gewißheit schmerzt nie. Nur das Vorher und Nachher.

»Es ist nie dasselbe«, sagte er. »Und es ist immer dasselbe.«

Was für ein billiges Zeug ich rede, dachte er. Zeitungs-paradoxe. Wie schäbig Wahrheiten werden können, wenn man sie ausspricht.

Joan richtete sich auf. »Ravic«, sagte sie. »Du weißt, daß es nicht wahr ist, daß man nur einen Menschen lieben kann. Es gibt Menschen, die können nur das. Sie sind glücklich. Und es gibt andere, die durcheinander geworfen werden. Du weißt das.«

Er zündete seine Zigarette an. Ohne hinzusehen, wußte er, wie Joan aussah. Blaß, die Augen dunkel, still konzentriert, fast flehend fragil — und nie umzubringen. Sie hatte ebenso ausgesehen an dem Nachmittag in ihrer Wohnung — wie ein Engel der Verkündung, voll von Glauben und schwebender Überzeugung, der vorgab, einen retten zu wollen, während er einen langsam ans Kreuz zu schlagen versuchte, damit man ihm nicht entkam.

»Ja«, sagte er. »Es ist eine unserer Ausreden.«

»Es ist keine Ausrede. Man ist nicht glücklich dabei. Man wird hineingeworfen und kann sich nicht helfen. Es ist etwas Finsteres, ein Knäuel, ein Krampf — etwas, durch das man hindurch muß. Man kann nicht weglaufen. Es kommt einem nach. Es holt einen ein. Man will es nicht. Aber es ist stärker.«

»Warum denkst du darüber nach? Folge ihm, wenn es stärker ist.«

»Das tue ich. Ich weiß, es gibt nichts anderes. Aber...« Ihre Stimme wechselte. »Ravic, ich will dich nicht verlieren.«

Ravic schwieg. Er rauchte und spürte den Rauch nicht. Du willst mich nicht verlieren, dachte er. Aber den anderen auch nicht. Das ist es. Daß du das kannst! Deshalb muß ich von dir weg. Es ist nicht der eine — das wäre rasch vergessen. Du hattest alle Entschuldigungen dafür. Aber daß es dich so gepackt hat, daß du nicht davon loskommen kannst, das ist es. Du wirst davon loskommen. Aber es wird wieder geschehen. Es wird immer wieder geschehen. Es ist in dir. Ich konnte das auch früher. Mit dir kann ich es nicht. Deshalb muß ich los von dir. Jetzt kann ich es noch. Das nächstemal...

»Du glaubst, es sei eine besondere Situation«, sagte er. »Es ist die alltäglichste der Welt. Die vom Ehemann und vom Liebhaber.«

»Das ist nicht wahr!«

»Doch. Sie hat viele Variationen. Eine davon ist deine.«

»Wie kannst du so etwas sagen!« Sie fuhr auf. »Du bist alles andere als das, und du warst es nie, und du wirst es nie sein. Der andere ist viel mehr...« Sie brach ab. »Nein, so ist es auch nicht. Ich kann es nicht erklären.«

»Sagen wir: die Sicherheit und das Abenteuer. Das klingt besser. Es ist dasselbe. Man will das eine haben und das andere nicht loslassen.«

Sie schüttelte den Kopf. »Ravic«, sagte sie aus der Dunkelheit heraus, mit einer Stimme, die ihm das Herz bewegte. »Man kann gute Worte dafür haben und schlechte. Das ändert nichts daran. Ich liebe dich und ich werde dich lieben, bis ich aufhöre zu leben. Das weiß ich, und das ist klar in mir. Du bist der Horizont, und alle Gedanken enden in dir. Es kann geschehen, was will, es ist trotzdem immer innerhalb von dir. Es ist kein Betrug. Es nimmt dir nichts. Das ist es, weshalb ich immer wieder hier bin, und das ist es, weshalb ich es nicht bedauern und mich nicht schuldig fühlen kann.«

»Im Gefühl gibt es keine Schuld, Joan. Wie kommst du auf so etwas?«

»Ich habe nachgedacht. Ich habe so viel nachgedacht, Ravic. Über mich und über dich. Du hast mich nie ganz haben wollen. Du weißt es vielleicht selbst nicht. Da war immer etwas, das war zugesperrt für mich. Und ich konnte nie ganz hinein. Ich wollte! Wie ich es wollte! Es war immer so, daß du jeden Augenblick weggehen konntest. Ich war nie sicher. Daß die Polizei dich wegschickte, daß du fort mußtest — es hätte genauso auch anders sein können —, daß du eines Tages weg warst, von dir aus, daß du einfach nicht mehr da warst, weggegangen warst, irgendwohin...«

Ravic starrte auf das Gesicht im Ungewissen Dunkel vor ihm. Da war etwas richtig in dem, was sie sagte.

»Es war immer so«, fuhr sie fort. »Immer. Und dann kam jemand, der mich wollte, nichts, als mich wollte, ganz und für immer, einfach und ohne jede Komplikation. Ich lachte, ich wollte es nicht, ich spielte damit, es erschien so ungefährlich, so leicht, wieder beiseite zu schieben — und dann, plötzlich war es mehr geworden, ein Zwang, etwas, das in mir auch wollte, ich wehrte mich, und es nützte nichts, ich gehörte nicht dahin, es war alles nicht in mir, was wollte, es war nur ein Stück, aber es schob mich, es war wie ein langsamer Erdrutsch, über den man anfangs lacht, und plötzlich ist nichts mehr da, um sich festzuhalten, und man kann sich nicht mehr wehren. Aber ich gehörte nicht dahin, Ravic. Ich gehöre zu dir.«

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