Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe

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»Wollen Sie mich fortschicken?«

»Nein. Aber sagten Sie nicht das letztemal, Sie wollten Ihre Sachen regeln und nach Amerika zurückgehen?«

»Ja. Aber jetzt will ich es nicht mehr. Noch nicht. Ich will noch hier bleiben.«

»Paris ist heiß und unangenehm im Sommer.«

Sie legte die Perlen beiseite. »Nicht, wenn es der letzte Sommer ist, Ravic.«

»Der letzte?«

»Ja. Der letzte, bevor ich zurückfahre.«

Ravic schwieg. Was weiß Sie? dachte er. Was hat Fiola ihr gesagt?

»Was macht die Scheherazade?« fragte sie.

»Ich war lange nicht da. Morosow sagte, sie sei jeden Abend überfüllt. Wie alle anderen Nachtklubs auch.«

»Im Sommer?«

»Ja, im Sommer, wo die meisten Häuser geschlossen waren. Wundert Sie das?«

»Nein. Jeder will noch mitnehmen, was er kann, bevor das Ende kommt.«

»Ja«, sagte Ravic.

»Werden Sie mich einmal mit hinnehmen?«

»Natürlich, Kate. Immer, wenn Sie wollen. Ich dachte, Sie wollten nicht mehr hingehen.«

»Das dachte ich auch. Ich habe meine Meinung gewechselt. Ich will auch noch mitnehmen, was ich kann.«

Er sah sie wieder an. »Gut, Kate«, sagte er dann. »Wann immer Sie wollen.«

Er stand auf. Sie ging mit ihm zur Tür. Sie lehnte in der Türöffnung, schmal, mit der trockenen, seidenen Haut, die aussah, als werde sie rascheln, wenn man sie berührte. Die Augen waren sehr klar und größer als früher. Sie gab ihm die Hand. Sie war heiß und trocken. »Warum haben Sie mir nicht gesagt, was mir fehlt?« fragte sie leichthin, als frage sie nach dem Wetter.

Er starrte sie an und antwortete nicht.

»Ich hätte es ausgehalten«, sagte sie, und etwas wie der Widerschein eines ironischen Lächelns ohne jeden Vorwurf huschte über ihr Gesicht. »Adieu, Ravic.«

Der Mann ohne Magen war tot. Er hatte drei Tage lang gestöhnt, und Morphium hatte wenig mehr genützt. Ravic und Veber hatten gewußt, daß er sterben würde. Sie hätten ihm diese drei Tage ersparen können. Sie hatten es nicht getan, weil es eine Religion gab, die die Liebe zum Nächsten predigte und verbot, ihm seine Qualen zu verkürzen. Und es gab ein Gesetz, das sie schützte.

»Haben Sie den Verwandten telegrafiert?« fragte Ravic.

»Er hat keine«, sagte Veber.

»Oder irgendwelchen Angehörigen?«

»Er hat niemand.« — »Niemand?«

»Niemand. Die Concierge seiner Wohnung war hier. Er bekam nie Briefe — abgesehen von Warenhauskatalogen und Traktaten gegen die Trunksucht, Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten und so was. Er hatte nie Besucher. Die Operation und vier Wochen Klinik hat er vorausbezahlt. Zwei Wochen zuviel. Die Concierge behauptet, er habe ihr alles versprochen, was er besitze, weil sie für ihn gesorgt habe. Sie wollte das Geld für die zwei Wochen unbedingt zurückhaben. Sie sei wie eine Mutter gewesen. Sie hätten die Mutter sehen müssen. Sagte, sie hätte allerlei Ausgaben für ihn gehabt. Die Wohnungsmiete für ihn ausgelegt. Ich sagte ihr, er habe hier vorausbezahlt; es gäbe keinen Grund, warum er das mit seiner Wohnung nicht auch gemacht hätte. Im übrigen sei das alles eine Sache der Polizei. Darauf verfluchte sie mich.«

»Geld«, sagte Ravic. »Wie erfinderisch das macht.«

Veber lachte. »Wir werden die Behörden benachrichtigen. Die können sich darum kümmern. Auch um das Begräbnis.«

Ravic warf noch einen Blick auf den Mann ohne Verwandte und ohne Magen. Er lag da, und sein Gesicht veränderte sich in dieser Stunde, wie es sich nie in den fünfunddreißig Jahren seines Lebens verändert hatte. Aus dem erstarrten Krampf des letzten Atemzuges wuchs langsam das strenge Antlitz des Todes hervor. Das Zufällige zerschmolz, die Zeichen des Sterbens verwischten sich, und abwesend, schweigend, formte sich aus dem schiefen Durchschnittsgesicht die ewige Maske. In einer Stunde würde sie allein noch da sein.

Ravic ging. Im Korridor traf er die Nachtschwester. Sie war gerade gekommen. »Der Herr in zwölf ist tot«, sagte er. »Er ist vor einer halben Stunde gestorben. Sie brauchen nicht mehr zu wachen.« Und als er ihr Gesicht sah: »Hat er Ihnen etwas hinterlassen?«

Sie zögerte. »Nein. Er war ein sehr kühler Herr. Und in den letzten Tagen sprach er fast nicht mehr.«

»Nein, das tat er nicht.«

Die Schwester blickte Ravic hausfraulich an. »Er hatte ein wunderschönes Toiletten-Necessaire; alles Silber. Eigentlich etwas zu zierlich für einen Herrn. Mehr für eine Dame.«

»Haben Sie ihm das gesagt?«

»Wir haben einmal darüber gesprochen. Dienstag nacht; da war er ruhiger. Aber er sagte, Silber wäre auch richtig für einen Mann. Und die Bürsten wären so gut. Das gäbe es heute nicht mehr. Sonst sprach er wenig.«

»Das Silber geht jetzt zur Behörde. Der Mann hat keinen Verwandten.«

Die Schwester nickte verständig. »Schade! Es wird schwarz werden. Und Bürsten verderben, wenn sie nicht neu sind und nicht gebraucht werden. Man sollte sie vorher auswaschen.«

»Ja, schade«, sagte Ravic. »Besser, Sie hätten sie bekommen. Dann hätte wenigstens jemand Freude daran gehabt.«

Die Schwester lächelte dankbar. »Es macht nichts. Ich habe nichts erwartet. Sterbende verschenken selten etwas. Nur Genesende. Sterbende wollen nicht glauben, daß sie sterben. Deshalb tun sie es nicht. Manche tun es auch nicht aus Bosheit. Sie glauben nicht, Herr Doktor, wie schrecklich Sterbende sein können! Was die einem manchmal sagen, bevor sie tot sind!«

Ihr rotbackiges Kindergesicht war offen und klar. Sie machte sich nichts aus dem, was rund um sie vorging, wenn es nicht in ihre kleine Welt paßte. Sterbende waren unartige Kinder oder hilflose Kinder. Man achtete auf sie, bis sie tot waren, und dann kamen neue; manche wurden gesund und waren dankbar, andere nicht, und andere starben eben. Das war so. Nichts, um sich zu beunruhigen. Es war viel wichtiger, ob beim Ausverkauf im »Bonmarché« die Preise um fünfundzwanzig Prozent herabgesetzt wurden — oder ob Cousin Jean die Anne Couturier heiraten würde.

Es war auch wichtiger, dachte Ravic. Der kleine Zirkel, der vor dem Chaos schützte. — Wohin käme man sonst?

Er saß vor dem Café Triomphe. Die Nacht war blaß und wolkig. Es war warm, und irgendwo zuckten lautlose Blitze. Das Leben kroch dichter auf den Bürgersteigen dahin. Eine Frau mit einem atlasblauen Hut setzte sich zu ihm an den Tisch.

»Zahlst du mir einen Vermouth?« fragte sie.

»Ja. Aber laß mich allein. Ich warte auf jemand.«

»Wir können zusammen warten.«

»Besser nicht. Ich warte auf eine Ringkämpferin vom Palace du Sport.«

Die Frau lächelte. Sie war so dick bemalt, daß man das Lächeln nur in den Lippen sah. Alles andere war wie eine weiße Maske. »Komm mit mir«, sagte sie. »Ich habe eine süße Wohnung. Und ich bin gut.«

Ravic schüttelte den Kopf. Er legte einen Fünffrankschein auf den Tisch. »Hier. Adieu. Und alles Gute.«

Die Frau nahm den Schein, faltete ihn und schob ihn unter ihr Strumpfband. »Cafard?« fragte sie.

»Nein.«

»Ich bin gut gegen Cafard. Habe eine sehr nette Freundin. Jung«, fügte sie nach einer Pause hinzu. »Brüste wie der Eiffelturm.«

»Ein anderes Mal.«

»Schön.« Die Frau stand auf und setzte sich ein paar Tische weiter. Sie sah noch einige Male herüber, dann kaufte sie eine Sportzeitung und begann, die Sportresultate zu lesen.

Ravic starrte in den Wirbel, der sich unablässig an den Tischen vorbeischob. Die Kapelle im Innenraum spielte Wiener Walzer. Die Blitze wurden stärker. Eine Gruppe von jungen Homosexuellen nahm wie ein Papageienschwarm am Nebentisch kokett lärmend Platz. Sie trugen Backenbärte, die neueste Mode, und ihre Jacken hatten zu breite Schultern und zu enge Taillen.

Ein Mädchen blieb an Ravics Tisch stehen und sah ihn an. Sie kam ihm vage bekannt vor — aber er kannte so viele. Sie sah aus wie eine der zarteren Huren mit dem Hilflosigkeitsappell.

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