Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe
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Etwas fing sein Auge. Etwas Kleines, Flatterndes, Weißes. Es war ein Schmetterling, der durch die offene Eingangstür hereingeflogen sein mußte. Er war irgendwoher gekommen, von den warmen Rosenbeeten der Tuilerien, aufgeschreckt vielleicht von zwei Liebenden aus seinem Duftschlaf, geblendet dann durch Lichter, die unbekannte Sonnen waren, viele, verwirrende — er hatte sich geflüchtet in den Eingang, in das schützende Dunkel, das die großen Türen bargen —, und jetzt taumelte er verloren und mutig in der großen Halle umher, in der er sterben würde — müde werden, schlafen auf einem Mauersims, einem Fenstervorsprung oder auf der Schulter der strahlenden Göttin hoch oben, am Morgen würde er nach Blumen suchen und Leben und dem hellen Honig der Blüten und sie nicht finden und irgendwann wieder einschlafen auf tausendjährigem Marmor, schwächer schon, bis der Griff der zarten zuverlässigen Füße sich lösen und er herabfallen würde, ein schmales Blatt vorzeitigen Herbstes.
Sentimentalität, dachte Ravic. Die Göttin des Sieges und der Refugié Schmetterling. Billiges Symbol. Aber was rührte anders als die billigen Dinge, die billigen Symbole, die billigen Gefühle, die billige Sentimentalität? Was hatte sie denn so billig gemacht? Ihre überdeutliche Wahrheit? Der Snobismus verflog, wenn es einem an die Kehle ging. Der Schmetterling war im Halbdunkel der Kuppel verschwunden. Ravic ging hinaus. Die warme Luft draußen kam ihm entgegen, lau wie ein Bad. Er blieb stehen. Billige Gefühle! War er selbst nicht ausgeliefert dem billigsten von allen? Er starrte in den weiten Hof, in dem die Schatten der Jahrhunderte hockten, und er spürte, wie es plötzlich mit Fäusten auf ihn einschlug. Er taumelte fast unter dem Ansturm. Die weiße, auffl iegende Nike geisterte noch vor seinen Augen — aber dahinter tauchte aus dem Schatten ein anderes Gesicht auf, ein billiges Gesicht, ein kostbares Gesicht, in dem seine Phantasie sich gefangen hatte wie ein indischer Schleier in einem Rosenbusch voll Dornen. Er zerrte daran, aber die Dornen hielten fest, sie hielten die seidenen und goldenen Fäden fest, sie waren so verknüpft schon damit, daß das Auge nicht mehr ganz unterscheiden konnte, was dorniges Gezweig war und was schimmerndes Gewebe.
Gesicht! Gesicht! Wer fragte, ob es billig oder kostbar war. Einmalig oder tausendmalig? Man konnte vorher Fragen stellen — aber wenn man einmal gefangen war, wußte man es nicht mehr. Man war in der Liebe gefangen — nicht in dem einzelnen Menschen, der zufällig ihren Namen trug. Wer konnte noch urteilen, geblendet von den Feuern der Phantasie? Liebe kannte keinen Wert.
Der Himmel war niedriger geworden. Die lautlosen Blitze rissen für Augenblicke schwefliges Gewölk aus der Nacht. Die Schwüle lag mit tausend blinden Augen gestaltlos auf den Dächern, Ravic ging die Rue Rivoli entlang. Unter den Bogengängen leuchteten die Schaufenster. Ein Strom von Menschen schob sich daran entlang. Die Automobile waren eine Kette von blinkenden Reflexen. Da gehe ich, dachte er, einer unter Tausenden, langsam an diesen Auslagen von funkelndem Schund und köstlichen Dingen entlang, die Hände in den Taschen, ein Spaziergänger am Abend — und in mir bebt mein Blut, und in den grauen und weißen, pulsenden Windungen von zwei Handvoll molluskenhafter Masse, Gehirn genannt, tobte eine unsichtbare Schlacht, die die Wirklichkeit unwirklich und die Unwirklichkeit wirklich erscheinen läßt. Ich fühle Arme mich anstoßen, Körper mich streifen, Augen mich mustern, ich höre die Autos, die Stimmen, das Brodeln handfester Wirklichkeit, ich bin mittendrin und doch weiter entfernt davon wie der Mond — auf einem Planeten, jenseits der Logik und der Tatsachen, schreit etwas in mir einen Namen und weiß, es ist nicht der Name, und schreit trotzdem, es schreit ihn in ein Schweigen, das immer war und in dem viele Schreie schon verhallten und aus dem nie eine Antwort war, und es weiß ihn und schreit ihn trotzdem, den Schrei der Liebesnacht und der Todesnacht, den Schrei der Ekstase und des zusammenstürzenden Bewußtseins, des Dschungels und der Wüste, und ich kann tausend Antworten wissen, diese eine ist außer mir, und ich kann sie nie erreichen.
Liebe! Wieviel dieser Name decken mußte! Von der sanftesten Zärtlichkeit der Haut bis zum fernsten Aufruhr des Geistes, vom einfachsten Familienwunsch bis zur Todeserschütterung, von der besinnungslosen Brunst bis zum Kampf Jakobs mit dem Engel. Da gehe ich, sagte Ravic, ein Mann von mehr als vierzig Jahren, geschult in vielen Schulen, zusammengeschlagen und wieder aufgestanden, mit Erfahrung und Wissen, gesiebt durch den Filter der Jahre, härter geworden, kritischer geworden, kälter geworden — ich wollte es nicht und ich glaubte es nicht, ich dachte nicht, daß es noch einmal kommen würde — und da ist es nun, und alle Erfahrung nützt nichts, alles Wissen macht es nur noch brennender —, und was brennt besser auf den Feuern des Gefühls als trockener Zynismus und das aufgespeicherte Holz kritischer Jahre?
Er ging und ging, und die Nacht war weit und hallte; er ging achtlos weiter und wußte nicht, ob es Stunden waren oder Minuten, und er war nur wenig verwundert, als er sich wiederfand in den Gärten hinter der Avenue Raphael.
Das Haus an der Rue Pascal. Die Etagen, bleich hinauf — hoch die Studios, einige erleuchtet. Er fand die Fenster von Joans Studio. Sie waren hell. Sie war zu Hause. Aber vielleicht war sie auch nicht zu Hause und nur die Lichter brannten. Sie haßte es, in dunkle Räume zu kommen. Genau wie er. Ravic ging zur Straße hinüber. Ein paar Wagen standen vor dem Haus. Ein gelber Roadster darunter, eine normale Maschine, wie ein Rennwagen aufgemacht. Das konnte der Wagen des andern sein. Ein Wagen für einen Schauspieler. Rote Ledersitze, ein Armaturenbrett wie für ein Flugzeug, mit einer Fülle unnötiger Instrumente — natürlich, das mußte er sein. Bin ich eifersüchtig? dachte er erstaunt. Eifersüchtig auf das zufällige Objekt, an dem sie sich festgehakt hat? Eifersüchtig auf etwas, das mich nichts angeht? Man kann eifersüchtig sein auf eine Liebe, die sich abgewendet hat — aber nicht auf das, wohin sie sich gewendet hat.
Er ging zurück zu den Anlagen. Blüten rochen aus dem Dunkel, süß, vermischt mit dem Geruch von Erde und abgekühltem Grün. Sie rochen stark, wie vor Gewitter. Er fand eine Bank und setzte sich. Das bin ich nicht, dachte er, dieser verspätete Liebhaber, der hier auf einer Bank vor dem Haus der Frau sitzt, die ihn verlassen hat, und ihr Fenster beobachtet! Das bin ich nicht, geschüttelt von einem Verlangen, das, er genau sezieren kann und doch nicht Herr darüber ist! Das bin ich nicht, dieser Narr hier, der Jahre geben würde, wenn er die Zeit zurückdrehen und ein blondes Nichts zurückhaben könnte, das selbigen Unsinn in sein Ohr schwatzte! Das bin nicht ich, der — zum Teufel mit allen Ausreden — hier sitzt und eifersüchtig ist und zerbrochen und elend und der am liebsten den Wagen dort anzünden würde!
Er suchte nach einer Zigarette. Das leise Glühen. Der unsichtbare Rauch. Die kurze Kometenbahn des Streichholzes. Warum ging er nicht hinauf in das Studio? Was konnte schon sein? Es war noch nicht zu spät. Das Licht brannte noch. Er würde die Situation schon meistern können.Warum holte er sie nicht heraus? Jetzt, wo er alles wußte? Holte sie heraus und nahm sie mit sich und ließ sie nie mehr los?
Er starrte in das Dunkel. Was würde es nützen? Was würde schon geschehen? Er konnte den andern nicht hinauswerfen. Man konnte nichts und niemand aus dem Herzen eines andern hinauswerfen. Hätte er sie nicht nehmen können, als sie zu ihm gekommen war? Weshalb hatte er es nicht getan?
Er warf die Zigarette fort. Weil es nicht genug war. Das war es. Er wollte mehr. Es würde nicht genug sein, selbst wenn sie käme, selbst wenn sie wiederkäme und alles wäre vergessen und versunken, es würde nie mehr genug sein, auf eine sonderbare und schreckliche Weise nie mehr genug. Irgend etwas war fehlgegangen, der Strahl der Phantasie hatte irgendwann den Spiegel nicht mehr getroffen, der ihn auffing und glühender in sich selbst zurückwarf, und nun war er darüber hinausgeschossen, in blinde Unerfüllbarkeit, und nichts konnte ihn mehr zurückbringen, kein Spiegel mehr und keine tausend Spiegel. Sie konnten nur noch einen Teil auffangen, aber nie mehr zurückholen; er geisterte längst verloren an den leeren Himmeln der Liebe entlang und füllte sie nur noch mit leuchtendem Nebel, der keine Form mehr hatte und nie mehr ein Regenbogen um ein geliebtes Haupt haben würde. Der magische Kreis war gesprengt, die Klage blieb, aber die Hoffnung lag in Scherben.
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