Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe

Здесь есть возможность читать онлайн «Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe» весь текст электронной книги совершенно бесплатно (целиком полную версию без сокращений). В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: Классическая проза, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Arc de Triomphe: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Arc de Triomphe»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Arc de Triomphe — читать онлайн бесплатно полную книгу (весь текст) целиком

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Arc de Triomphe», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Jemand kam aus dem Haus. Ein Mann. Ravic richtete sich auf. Eine Frau folgte. Sie lachten. Sie waren es nicht. Einer der Wagen startete und fuhr ab. Er nahm eine andere Zigarette. Hätte er sie halten können, wenn es anders gewesen wäre? Doch was konnte man halten? Nur eine Illusion, wenig mehr. Aber war eine Illusion nicht genug? Konnte man je mehr erreichen? Wer wußte dann etwas von dem schwarzen Strudel des Lebens, der namenlos unterhalb der Sinne flutete, die ihn aus dem hohlen Sausen zu Dingen machten, zu Tisch und Lampe und Heimat und Du und Liebe? Da war nur eine Ahnung und ein schauriges Zwielicht. War es nicht genug?

Es war nicht genug. Es war nur genug, wenn man daran glaubte. Wenn der Kristall einmal zersprungen war unter dem Hammer des Zweifels, konnte man ihn nur kitten, aber nichts mehr. Kitten, lügen und das zerbrochene Licht betrachten, das einmal weißer Glanz war! Nichts kam wieder. Nichts formte sich zurück. Nichts. Selbst wenn Joan zurückkäme, es würde nicht mehr dasselbe sein. Der gekittete Kristall. Die Stunde war versäumt. Nichts brachte sie zurück.

Er spürte einen scharfen, unerträglichen Schmerz. Etwas riß in ihm, zerriß. Mein Gott, mein Gott, dachte er, daß ich so leiden kann. Daran so leiden kann. Ich sehe mir selbst über die Schulter, aber es ändert nichts. Ich weiß, wenn ich es bekäme, würde ich es wieder loslassen, aber das löscht mein Verlangen nicht. Ich seziere es wie einen toten Körper auf dem Tisch in der Morgue — aber er wird noch tausendmal lebendiger. Ich weiß, daß es irgendwann vorbeigehen wird — aber es hilft mir nichts. Er starrte mit geblendeten Augen zu dem Fenster hinauf, und er fühlte sich entsetzlich lächerlich — und auch das änderte nichts.

Ein schwerer Donner rollte plötzlich über die Stadt. Regentropfen klatschten ins Gebüsch. Ravic stand auf. Er sah, wie die Straße sich mit schwarzem Silber sprenkelte.

Der Regen begann zu singen. Die dicken Tropfen schlugen ihm warm ins Gesicht. Und plötzlich wußte er nicht mehr, ob er lächerlich war oder elend, ob er litt oder nicht — er wußte nur noch, daß er lebte. Er lebte! Er war da, es hatte ihn wieder, es schüttelte ihn, er war kein Zuschauer mehr, kein Außenstehender mehr, der große Glanz des unkontrollierbaren Gefühls schoß wieder durch seine Adern wie Feuer durch Hochofenröhren, es war fast gleichgültig, ob er glücklich oder unglücklich war, er lebte und er spürte voll, daß er lebte, und das war genug!

Er stand im Regen, der auf ihn niederstürzte wie ein himmlisches Maschinengewehrfeuer. Er stand da, und er war Regen und Sturm und Wasser und Erde, die Blitze von den Horizonten kreuzten sich in ihm; er war Kreatur, Element; nichts hatte mehr Namen und wurde einsam dadurch, alles war dasselbe, die Liebe, das stürzende Wasser, die fahlen Feuer über den Dächern, die Erde, die sich aufzuwölben schien, keine Grenzen waren mehr da, und er gehörte dazu, und Glück und Unglück waren nur noch leere Hülsen, weggeschleudert von dem mächtigen Gefühl, zu leben und sich lebend zu fühlen. »Du da oben«, sagte er gegen das erleuchtete Fenster und lachte und wußte nicht, daß er lachte. »Du kleines Licht, du Fata Morgana, du Gesicht, das eine sonderbare Macht über mich hat, auf diesem Planeten, auf dem es hunderttausend andere gibt, bessere, schönere, klügere, gütigere, treuere, verständigere — du Zufall, mir nachts über den Weg geworfen, in mein Leben gefallen, du angeschwemmtes, gedankenloses, besitzergreifendes Gefühl, unter meine Haut gekrochen im Schlaf, du, die von mir fast nichts anderes weiß, als daß ich widerstand, und die sich mir deshalb entgegenwarf, bis ich nicht mehr widerstand, und die dann weiter wollte, sei gegrüßt! Hier stehe ich und glaubte, nie wieder einmal so zu stehen. Der Regen rinnt durch mein Hemd und ist wärmer und kühler und weicher als deine Hände und deine Haut; hier stehe ich, elend und mit den Krallen der Eifersucht im Magen, dich verlangend, dich verachtend, dich bewundernd, dich anbetend, weil du den Blitz geworfen hast, der gezündet hat, den Blitz, der in jedem Schoße ruht, den Funken Leben, das schwarze Feuer; hier stehe ich, nicht mehr wie ein Toter auf Urlaub mit kleinem Zynismus, Sarkasmus und etwas Mut, nicht mehr kalt; lebendig wieder, leidend meinetwegen, aber offen wieder den Gewittern des Lebens, zurückgeboren in seine schlichte Gewalt! Sei gebenedeit, Madonna mit dem flüchtigen Herzen, Nike mit dem rumänischen Akzent. Traum und Betrug, zerbrochener Spiegel eines dunklen Gottes, Ahnungslose — sei bedankt! Nie werde ich es dir sagen, denn du würdest unbarmherzig Kapital daraus schlagen, aber du hast mir wiedergegeben, was weder Plato noch Sternchrysanthemen, weder Flucht noch Freiheit, weder alle Poesie noch alles Erbarmen, weder Verzweiflung noch höchste und geduldigste Hoffnung mir geben konnte: das einfache, starke, direkte Leben, das mir wie ein Verbrechen erschien in dieser Zeit zwischen Katastrophe und Katastrophe! Sei gegrüßt! Sei bedankt! Ich mußte dich verlieren, um es zu wissen! Sei gegrüßt!

Der Regen war zu einem silbernen, flimmernden Vorhang geworden. Die Büsche begannen zu duften. Die Erde roch stark und dankbar. Jemand stürzte aus dem Haus gegenüber und riß das Verdeck über den gelben Roadster. Es war gleich. Alles war gleich. Die Nacht war da, sie schüttete den Regen von den Sternen, mystisch befruchtend stürzte er auf die steinerne Stadt mit ihren Alleen und Gärten, Millionen Blüten hielten ihm ihr buntes Geschlecht hin und empfingen ihn, und er warf sich in Millionen ausgebreitete, gefiederte Astarme und wühlte sich in die Erde zu dunkler Vermählung mit Millionen wartender Wurzeln; der Regen, die Nacht, die Natur, das Wachsen, sie waren da, unbekümmert um Zerstörung, Tod,Verbrecher, falsche Heilige, Sieg oder Niederlage; sie waren da wie in jedem Jahr, und in dieser Nacht gehörte er dazu, aufgebrochene Schale, sich reckendes Leben, Leben, Leben, gegrüßt und gebenedeit!

Er ging rasch durch die Gärten und Straßen. Er sah nicht zurück; er ging und ging, und die Kronen des Bois empfingen ihn wie ein riesiger, summender Bienenkorb; der Regen trommelte auf sie, sie schwankten und antworteten, und es war ihm, als wäre er wieder jung und ginge das erstemal zu einer Frau.

24

»Was soll es sein?« fragte der Kellner Ravic.

»Bringen Sie mir einen...« »Was?« Ravic antwortete nicht.

»Ich habe Sie nicht verstanden, mein Herr«, sagte der Kellner. »Irgend etwas. Bringen Sie mir irgend etwas.« »Einen Pernod?«

»Ja...«

Ravic schloß die Augen. Er öffnete sie langsam wieder. Der Mann saß noch immer da. Dieses Mal war kein Irrtum mehr möglich.

Haake saß am Tisch neben der Tür. Er war allein und aß. Auf dem Tisch stand eine Silberplatte mit zwei halben Langusten und eine Flasche Champagne nature in einem Kühler. Ein Kellner stand am Tisch und mischte einen grünen Salat mit Tomaten. Ravic sah das alles überdeutlich, als präge es sich wie ein Relief hinter seinen Augen in Wachs. Er sah einen Siegelring mit einem Wappen in rotem Stein, als Haake die Flasche aus dem Kühler nahm. Er kannte diesen Ring und die weiße, fleischige Hand wieder. Er hatte sie im Wirbel methodischen Wahnsinns gesehen, als er, zusammengebrochen neben dem Prügeltisch, aus einer Ohnmacht in grelles Licht zurückgeworfen war — Haake vor ihm, vorsichtig zurücktretend, um seine tadellose Uniform zu schützen vor dem Wasser, das über Ravic geschüttet wurde —, die fleischige, zu weiße Hand ausgestreckt, auf ihn zeigend und mit sanfter Stimme erklärend: »Das war nur der Anfang. Es war noch nichts. Wollen Sie uns jetzt die Namen nennen? Oder sollen wir fortfahren? Wir haben noch viele Möglichkeiten. Ihre Fingernägel sind noch heil, wie ich sehe.«

Haake blickte auf. Et sah Ravic direkt in die Augen. Ravic brauchte alle Kraft, sitzen zu bleiben. Er nahm das Glas Pernod, trank einen Schluck und zwang sich, langsam auf die Salatschüssel zu blicken, als interessiere ihn die Zubereitung. Er wußte nicht, ob Haake ihn erkannt hatte. Er spürte, wie sein Rücken in einer Minute vollkommen naß geworden war.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Arc de Triomphe»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Arc de Triomphe» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Arc de Triomphe»

Обсуждение, отзывы о книге «Arc de Triomphe» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.