Various - Briefe an Ludwig Tieck 4

Здесь есть возможность читать онлайн «Various - Briefe an Ludwig Tieck 4» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: foreign_prose, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Briefe an Ludwig Tieck 4: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Briefe an Ludwig Tieck 4»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Briefe an Ludwig Tieck 4 — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Briefe an Ludwig Tieck 4», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать
Dein Steffens.

XIII

Breslau, d. 9t. Juni 1822.
Lieber Tieck!

Ich schreibe Dir wieder ein paar Zeilen durch einen Freund. Es ist der Dr. Loebell, der Dich schon aus Heidelberg kennt. Es ist ein sehr gescheuter Mensch und wirklich gründlicher Geschichtsforscher. Ueber mein Leben und Verhältniß kann er Dir Vieles mittheilen, denn er gehört seit 8 Jahren zu meinem vertrautesten Umgang. Er ist genöthigt Preußen zu verlassen und eine, freilich äußerlich günstige Lage als Redacteur des Conversationsblattes anzunehmen, um leben zu können. Obgleich man ihm, als ein kenntnißreichen und vielfältig gebildeten Mann kennt und schäzt, kann er dennoch keine Anstellung hier erwarten, nicht etwa wegen demagogischer Gesinnung, vielmehr umgekehrt, weil das demagogische Consistorium hier, während Untersuchungen gegen ihre Umtriebe, Cabinetsordre die dem Minister eine unerhört willkührliche Gewalt giebt, sich jagen, allein alle Stellen vergiebt und das Ministerium trozt. – Eine Verwirrung die einen verrückt machen kann.

Von Berlin ist keine Antwort auf unsern Antrag Dich hier anzustellen gekommen. Loebell weiß von Allem und kann Dich über alle hiesige Verhältnisse völlig orientiren. So auch über die Lage des Theaters. Vertrauen verdient er durchaus.

Grüß die Gräfin Henriette, Deine Frau, Dorothea, Agnes. – Könnte ich Euch nur besuchen! Vier Monathe dauert das unglückliche Rectorat noch.

Dein Steffens.

XIV

Breslau, d. 5t. Sept. (Keine Jahreszahl.)

Du nimmst mir nicht übel, lieber Tieck! daß ich Dir einen jungen Mann auf seiner Durchreise nach Göttingen zu empfehlen wage. Ich werde es gewiß sehr selten thun und habe es bis jetzt immer ausgeschlagen. Dieser junge Mensch, Hermann Frank, ist aber in der That brav, gescheut und weiß recht viel und sein Vater hat mir Geld geliehen. Er gehört zu denen, die mich öfters besuchen. Morgen reise ich nach Berlin; weil ich muß. Wieder eine Reise, die wenn auch Gottlob! nicht so unangenehm, doch auch mich einer seltsamen Lage versetzt. Ich hoffe mit dieser Reise auf immer mit der verfluchten politischen Welt abzuschließen. Alles ekelt mir darin an.

Die Frau und Clärchen grüßen alle – und wenn Gott will hoffen wir gewiß Euch künftigen Sommer in Dresden zu sehen.

Dein Steffens.

XV

Berlin, d. 6t. Octbr. 27.
Lieber Tieck!

Nachdem ich Dir solange nicht geschrieben habe, nehme ich die Gelegenheit wahr, indem ich Dir einen jungen Mann empfehle, dessen Bekanntschaft Dir ohne allen Zweifel sehr angenehm seyn wird. Es ist Hr. Ampère aus Paris, der eine sehr genaue Bekanntschaft unserer ganzen Literatur besizt, und sich ihr mit großer Neigung, ja mit Leidenschaft widmet. Er wird, wie ich denke, Dir schon bekannt seyn.

Ueber dasjenige, was uns – hoffentlich doch nur scheinbar – in der letzten Zeit getrennt hat – schreibe ich Dir jetzt nicht. Daß eine solche Aeußerung die erste war, die von Deiner Seite über mich laut ward, mir nicht angenehm seyn konnte, doch, besonders was meine Ansicht der Religion betrifft, ein seltsames, mir völlig unbegreifliches Mißverständniß von Deiner Seite stattfand, und daß, besonders in Breslau, Dummheit und moderne Verfolgungssucht, als Deine Kritik erschien, triumphirend über mich herfiel – ist leider nur zu gewiß. Indessen gehören Dinge der Art, wie man sie auch betrachten mag – zu den vorübergehenden Erscheinungen des Lebens und dürfen das Unveränderliche, was allein einen Werth hat, Freundschaft und Vertrauen nicht berühren. Daß ich Tadel verdiente, weiß ich sehr wohl – Genug davon.

Ich behalte Dich und die Deinigen unveränderlich lieb, wenn ich auch, wenn diese Seite berührt wird, manchmahl, nach meiner, eben nicht lobenswerthen Art, in einer Art von Wuth gerathe und das albernste Zeug mit bewunderungswürdiger Beredsamkeit schwazte.

Grüß alle – vor Allem Dorothea, die sich meiner so freundlich erinnert hat.

Dein Steffens.

XVI

Berlin, d. 10t. Apr. 1833.
Lieber Tieck!

Ich grüße Dich durch den Ueberbringer dieses Briefs, den Herrn Cand. Kreis aus Strasburg, der erste bedeutende Zuhörer, der sich hier innig an mich anschloß. Ich trenne mich mit Schmerzen von ihm und er wird, ich darf es mit Zuversicht erwarten, auch Dir lieb werden.

Es war meine Absicht in diesen Osterferien nach Dresden mit Frau und Kind zu reisen. Aber leider muß ich es jetzt bis Pfingsten aussetzen. Dann aber komme ich gewiß, wenn gleich nur auf wenige Tage – vor Allem freue ich mich dann Dich, lieber alter Freund zu sehen. – Du glaubst – ich wäre Dir feindlich gesinnt – glaube es nicht. – Ich habe mich nie von einem Freund getrennt, der es einmahl im wahren Sinne war. Ich kann es nicht, wenn ich auch wollte und die Mißverständnisse, die mir bis jetzt noch unbegreiflich, uns getrennt haben, werden, ich weiß es gewiß, verschwinden, wenn wir uns sehen. Grüß Gräfin Henriette, Deine Frau und Töchter. Ich hoffte immer, wenn auch nicht Euch alle, was freilich das Schönste wäre, so doch Dorothea hier zu sehen.

Dein Steffens.

XVII

Berlin, den 3. Julii 33.
Lieber Tieck!

Auf Deinen freundlichen Brief, der mir viele Freude gemacht hat, muß ich Dich doch, wenn auch nur mit einige Zeilen antworten. Das Fest war mir höchst angenehm und ich habe mir allerdings aus Gründen, die Du gewiß nicht verkennen wirst, angebothen Deine Gesundheit auszubringen. Da die Versammlung sehr zahlreich und ausgezeichnet war und eine größere Anzahl durch den beschränkten Raum ausgeschlossen, sich gemeldet hatte, so hast Du hier in Deiner Geburtsstadt eine laut ausgesprochene Anerkennung erhalten, die Dir nicht unangenehm seyn kann und da es darauf ankam diese zu veranlassen; so kann es Dir gleichgültig seyn, wenn wir uns ein wenig prostituirten.

Du wünscht den Inhalt meiner kleinen Rede zu erfahren. Was ich wollte war folgendes: Ich wünschte auf den großen und ausgebreiteten Wirkungskreis eines bedeutenden Dichterlebens aufmerksam zu machen. So wollte ich die Belebung der Mährchenwelt erwähnen, und wie, aus einen wahren Naturgrund, durch diese, die Mythenwelt in einem jeden Gemüth wieder hervorrücke, nicht blos als ein abgetrocknetes Exemplar der geschichtsforschenden Herbarien, vielmehr lebendig und productiv, wie sie die hohle Lüge der Erziehung, wenn auch nicht ganz überwand, doch verdrängte – wie sie die alte Mythenwelt verständlich machte, der Geschichte der deutschen Poesie Bedeutung gab, einen neuen Zweig der Gelehrsamkeit, kaum dürftig angefangen, in allen Richtungen belebte und ausbreitete, in die Forschungen der frühern Geschichte der Deutschen eingriff und so, was durch Dich angeregt war, eine ausgedehnte geschichtliche Bedeutung gab. Die Menge der Schauspieler und Schauspielerinnen, die zugegen waren, was mir freilich in einer Rücksicht erfreulich war, verhinderte mich auf eine entschiedene Weise zu erwähnen, wie Dein Lehnsessel das einzige übriggebliebene Theater in Deutschland wäre, welches bereichert durch Goethe – Calderon – Shakspeare – Holberg – an die schöne verschwundene Zeit erinnerte. Ich nannte ihm aber nur Deine Kritik und Deinen Shakspeare und nun noch Manches – Wie Deine Novellen, was uns ängstigt und quält und in Verzerrungen mancherley Art krankhaft ausartet in der heitern Mitte der Dichtung ausgleichen wie Dein Prosa – aus dem Metrum erzeugt – den klaren Rythmus durchscheinen läßt, der reine Erguß, das „ apte dicere “ das einfachste und klarste, als das höchste festhält und alle Manier verbannend, wohl erzeugend wirkt auf jeden Empfänglichen, aber nie nachgeahmt werden kann, wie Deine Person, mächtig, wie Deine Schriften, durch die Gastfreiheit und den freundlichen Zutritt, die Du der Jugend verstattest, in weiten Kreisen thätig war, wie keiner in Deiner Nähe traht, der nicht durch Dich erregt, befruchtet, Dich wieder verließ, wie viele Deiner Ideen, wissentlich und ohne Wissen, gut oder schlecht, immer merkwürdig und reich, wenn auch nie das was gewesen wären, wenn Du sie ausgesprochen hättest – seit so vielen Jahren, in so vielen Schriften – in weiten Kreisen ausgebreitet sind, und selbst in den geselligen eingedrungen auf den Ton der geistigen Unterhaltung einen bedeutenden Einfluß gehabt haben. Ich habe dieses Alles gesagt – und mehr – aber meine Rede taugte nicht. Ich muß freilich frey sprechen, wenn ich erträglich sprechen soll. – Aber der Gegenstand muß mich ganz durchdringen – in bestimmten Umrissen, in sicherer Gestaltung mir vorschweben. So aber war Allerlei vorangegangen – Du hast das Zeug von den eingesalzenen Heering gelesen – denn es ist gedruckt und als nun die Bühnenhelden und Grazien diesseits und jenseits der Spree die Romanze und ihre hingehauchte Begleitung mit plumpen Zungen zertrampelten, trat ich völlig zerstreut auf – und sagte zwar Alles, aber nicht so, daß das früher Gedachte ein neues Leben erhielt, wie ich es sonst wohl vermag, vielmehr mit großer Anstrengung, als eine dunkle Erinnerung. — 6 6 Wir meinen diese ungerechten Aeußerungen über unser Berliner Tieckfest eben auch mittheilen zu sollen. Sie entsprangen ganz einfach daraus, daß Steffens, der sonst so hinreißend zu sprechen verstand, an jenem Abende nicht gut disponirt war, und mit seiner Rede weniger Wirkung erzielte, als andere Sprecher vor und nach ihm, mit den ihrigen machten. (Siehe den Bericht über denselben Gegenstand im Briefe I. von Holtei.) Vielleicht auch rührte die Mattigkeit der Steffens’schen Ansprache daher, daß er lange mit Tieck gegrollt, wegen dessen nicht eben schonender Beurtheilung seiner Romane? und daß die Verstimmung, ihm unbewußt, nachwirkte?

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Briefe an Ludwig Tieck 4»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Briefe an Ludwig Tieck 4» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Briefe an Ludwig Tieck 4»

Обсуждение, отзывы о книге «Briefe an Ludwig Tieck 4» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x