William Wilkie Collins - Die neue Magdalena

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Die Besorgnis des Arztes für seine reizende Patientin drückte sich in einer kurzen Verwünschung aus, wobei er jedoch mit besonderer Emphase den Buchstaben R schnarren ließ. »Ziehen Sie ihr de Mantel aus«, rief er, indem er seine Hand unter ihren Kopf schob. »Der arme Engel! Sie hat sich im Fallen umgedreht; die Schnur ist um ihren Hals gewickelt.«

Mercy entfernte den Mantel. Er fiel auf den Boden, als der Arzt Grace in seinen Armen aufrichtete.

»Bringen Sie Licht«, sagte er ungeduldig; »Sie werden in der Küche eines bekommen.« Er versuchte den Puls zu fühlen; seine Hand zitterte, der Lärm und die Verwirrung in der Küche machten ihn bestürzt. »Gerechter Gott!« rief er aus, »meine Erregung übermannt mich.« Mercy näherte sich ihm mit dem Lichte.

Sein Schein fiel auf die grässliche Verletzung, die der Engländerin am Kopfe durch einen Granatsplitter beigebracht worden war. Im Nu veränderte sich das Benehmen des Arztes. Der Ausdruck von Besorgnis verschwand aus seinem Gesichte; seine handwerksmäßige Fassung legte sich plötzlich wie eine Maske darüber. Was war jetzt der Gegenstand seiner Bewunderung? Eine schwerfällige Last in seinen Armen – nichts weiter. Mercy entging die Veränderung in seinem Gesichte nicht. Ihre großen, grauen Augen beobachteten ihn aufmerksam.

»Ist die Dame schwer verwundet?« fragte sie.

»Bemühen Sie sich nicht länger das Licht zu halten«, war die kühle Antwort. »Es ist vorbei – ich kann nichts mehr für sie tun.«

»Tot?«

Doktor Surville nickte mit dem Kopfe und schüttelte seine geballte Faust in der Richtung der Vorposten. »Verfluchte Deutsche«, rief er; er sah auf das tote Gesicht auf seinem Arm und zuckte resigniert die Achseln. »Dies ist das Schicksal im Kriege«, sagte er; dabei hob er die Gestalt empor und legte sie auf das Bett in der einen Ecke des Zimmers. »Ein nächstes Mal, Wärterin, trifft es vielleicht Sie oder mich. Wer weiß? Pah! Das Problem des Geschickes der Menschen widert mich an.« Er wendete sich vom Bett weg und gab seinen Abscheu dadurch noch deutlicher zu erkennen, dass er die Bruchstücke der zerplatzten Granate anspuckte. »Wir müssen sie hier zurücklassen«, nahm er das Gespräch wieder auf. »Sie war im Leben ein reizendes Geschöpf – jetzt ist sie nichts. Kommen Sie fort, Miss Merrick, bevor es zu spät ist.«

Er bot der Wärterin seinen Arm; das Knarren der abfahrenden Bagagewagen wurde draußen gehört und der schrille Trommelwirbel ward in der Entfernung von neuem laut. Der Rückzug hatte begonnen.

Mercy schob den Vorhang auf die Seite und sah die Schwerverwundeten hilflos, der Gnade oder Ungnade des Feindes überlassen, auf ihrem Strohlager hingestreckt. Sie wies den dargebotenen Arm Monsieur Survilles zurück.

»Ich habe Ihnen bereits gesagt, dass ich hier bleiben werde«, antwortete sie.

Monsieur Surville erhob seine Hände als höfliches Zeichen eines feingebildeten Mannes, dass er eine Einwendung machen müsse. Mercy hielt den Vorhang zurück und deutete nach der Tür des Häuschens.

»Gehen Sie«, sagte sie. »Ich bin entschlossen.«

Selbst in diesem letzten Augenblick hielt sich der Franzose gut. Er verschwand vom Schauplatz mit ungeschmälerter Grazie und Würde. »Madame«, sagte er, »Sie sind erhaben!« Bei diesen schmeichelhaften Abschiedsworten verbeugte sich der Meister der Galanterie – bis ans Ende seiner Bewunderung des schönen Geschlechtes treu – und verließ, die Hand auf der Brust, das Häuschen.

Mercy ließ den Vorhang in der Tür ganz fallen. Sie war allein mit der Toten.

Das letzte Geräusch der Tritte, das letzte Rasseln der Wagen erstarb in der Entfernung. Kein erneuertes Schießen aus der feindlichen Stellung störte die darauffolgende Stille. Die Deutschen wussten, dass die Franzosen auf dem Rückzug waren. In einigen Minuten konnten sie das verlassene Dorf besetzen. Der Lärm ihres Anzuges musste im Häuschen hörbar werden. Inzwischen war die lautlose Stille fürchterlich. Selbst die armen Verwundeten, die in der Küche zurückgelassen waren, erwarteten schweigend ihr Schicksal.

Allein im Zimmer, wendete sich Mercys erster Blick nach dem Bette.

Die zwei Frauen waren bei einbrechender Nacht in der Verwirrung des ersten Gefechtes zusammengetroffen. Bei der Ankunft im Häuschen trennten sie sich, als die Wärterin von ihrer Pflicht abgerufen wurde, dann waren sie erst wieder im Zimmer des Kapitäns zusammengekommen. Ihre Bekanntschaft war von kurzer Dauer gewesen; sie hatte auch nicht versprochen, zur Freundschaft zu gedeihen. Aber der unglückliche Zufall hatte Mercys tiefere Teilnahme für die Fremde erweckt. Sie nahm das Licht und näherte sich dem Leichnam der Frau, die buchstäblich an ihrer Seite getötet worden war.

Sie stand am Bett und blickte in der Stille der Nacht auf das regungslose, tote Gesicht herab.

Es war ein interessantes Gesicht – das einmal gesehen, lebend oder tot, für immer unvergesslich blieb. Die Stirn war ungewöhnlich nieder und breit, die Augen ungewöhnlich weit auf der Seite; Mund und Kinn auffallend klein. Mit zarter Hand glättete Mercy das aufgelöste Haar und ordnete die zerdrückten Kleider. »Vor kaum fünf Minuten«, dachte sie bei sich selbst, »wünschte ich sehnlichst, mit dir tauschen zu können!« Sie wendete sich seufzend vom Bett ab. »Ich wollte, ich könnte jetzt tauschen!«

Die Stille fing an, ihr drückend zu werden. Sie schritt langsam an das andere Ende des Zimmers.

Der Mantel auf dem Boden – ihr eigener Mantel, den sie Miss Roseberry geliehen hatte, erregte ihre Aufmerksamkeit, als sie daran vorbeischritt. Sie hob ihn auf, bürstete den Staub davon ab und hing ihn über den Stuhl. Dann setzte sie das Licht wieder auf den Tisch und ging an das Fenster, um auf die ersten Laute zu horchen, die das Heranrücken der Deutschen verkünden würden. Der Wind strich leise durch einige nahestehende Bäume und erregte so den einzigen Ton, den ihr Ohr vernahm. Sie wendete sich vom Fenster ab und setzte sich beim Tisch nieder, in Gedanken vertieft. Gab es hier noch irgendwelche Verpflichtung, die christliche Barmherzigkeit gegen einen Toten zu erfüllen hatte? Gab es noch einen Dienst, der inzwischen, bis die Deutschen kamen, geleistet werden konnte?

Mercy rief sich das Gespräch ins Gedächtnis zurück, das zwischen ihr und ihrer unglücklichen Gefährtin geführt worden war. Miss Roseberry hatte von dem Zweck ihrer Rückkehr nach England gesprochen. Sie hatte einer Dame Erwähnung getan – einer angeheirateten Verwandten, der sie persönlich fremd war – die sie aufnehmen wollte. Jemand, der im Stande wäre, die Art und Weise zu erzählen, wie das arme Geschöpf vom Tode überrascht worden war, sollte doch wohl dieser ihrer einzigen Bekannten deshalb schreiben. Wer konnte dies tun? Niemand anderer, als die einzige zurückgebliebene Zeugin der ganzen Katastrophe – Mercy selbst.

Sie nahm den Mantel vom Stuhle, auf den sie ihn vorhin gelegt hatte, und zog aus der Tasche die lederne Brieftasche, welche Grace ihr gezeigt hatte. Das einzige Mittel, um die Adresse zu erfahren, an die sie in England schreiben sollte, war, die Brieftasche zu öffnen und die darin befindlichen Papiere durchzusehen. Mercy öffnete die Tasche – und hielt inne, denn sie fühlte ein sonderbares Widerstreben, die Nachforschung noch weiter fortzusetzen.

Nach kurzem Überlegen sah sie beruhigt ein, dass ihre Bedenken hier nicht am Platze waren. Wenn sie auch die Brieftasche unverletzt bewahrte, die Deutschen würden sicherlich nicht zaudern, sie zu durchsuchen, und die Deutschen würden sich dann wohl schwerlich die Mühe nehmen, nach England zu schreiben. Welche Augen waren somit berufener, die Papiere der verstorbenen Dame zu prüfen – die Augen von Männern und dazu fremden, oder die Augen ihrer eigenen Landsmännin? Mercy zauderte nicht mehr. Sie leerte den Inhalt der Brieftasche auf den Tisch.

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